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Bürgerkrieg in Syrien: Die zähen Kämpfer von Zabadani

Die syrische Kleinstadt Zabadani: Zu Friedenszeiten ein Kurort, wo sich Bewohner des nur 30 Kilometer entfernten Damaskus erholten. Jetzt tobt hier ein brutaler Kampf zwischen Assads Soldaten und Rebellen. Die Opposition will den Ort zu einem Symbol des Widerstands machen.

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Schroekel 18.01.2012, 15:02
1. Assads Clan

Zitat von sysop
Die syrische Kleinstadt Zabadani: Zu Friedenszeiten ein Kurort, wo sich Bewohner des nur 30 Kilometer entfernten Damaskus erholten. Jetzt tobt hier ein brutaler Kampf zwischen Assads Soldaten und Rebellen. Die Opposition will den Ort zu einem Symbol des Widerstands machen.
Die Risse in Assads Mafiaherrschaft bekommt nachhaltige Risse. Offizielle Vertreter der Hamas haben in den letzten Tagen mitsamt ihren Familien Damaskus und Syrien verlassen, Dschumblatt fordert den Rücktritt des Regimes, die bisher von Assads Schergen verschonten palestinenischen Lager in Syrien werden zunehmend zu einem Rückzugsgebiet der Opposition, der Iran versucht die Moslembruderschaft in die Regierung zu locken, wenn sie dafür den Verbleib Assads an der Spitze der Clanregierung akzeptieren, was die Moslembrüderschaft natürlich ablehnt, die Leute sind ja nicht blöd – wer begibt sich schon ohne Not auf die Seite des absehbaren Verlierers dieses Aufstands. Was der Spon Artikel über Zabadani nur am Rande und unvollständig erwähnt, ist die eigentlich Bedeutsamkeit des Vorgangs: Assads Truppen haben einen lokalen Waffenstillstand mit der FSA geschlossen, nachdem am letzten Wochenende ein Großteil der Soldaten der lokalen Garnison zur Opposition übergelaufen sind. Wo immer die Soldaten des Mafiaclans die Chance haben, laufen sie über. Kein Wunder.

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freiheitsk 18.01.2012, 15:10
2. potemkinsche Dörfer

Zitat von sysop
aber die unbestätigten Meldungen kamen offenbar zu früh
Übersetzt: die "unbestätigten Meldungen" stellten sich als Lüge heraus! Zitat von
Die aus Deserteuren bestehenden Freie Syrische Armee (FSA) nutzt libanesisches Territorium, um sich zu sammeln, zu bewaffnen und um in grenzübergreifenden Kommandoaktionen Angriffe auf Assads Truppen zu starten.
Übersetzt: die Rebellen kommen aus dem Ausland. Na klar, die Opposition hat so "große" Unterstützung in Syrien, dass sie aus dem Ausland agieren MUSS. Voll logisch.Orwell läßt grüßen. o_O Zitat von
In Internetvideos waren Bilder zu sehen, die Gefechte zwischen der spärlich bewaffneten Miliz und den Assad-Soldaten zeigten.
Sie könnten aber genauso gut Szenen aus dem Irak oder Ägypten zeigen. Zitat von
syrischen Aktivisten
Also die Aktivisten, von denen SPON behauptet, dass sie aus dem Ausland agieren? Zitat von
dass viele ihrer Berichte als glaubwürdig gelten können
Warum schreibt dann selbst SPON immer noch im Konjuktiv über Syrien? Zitat von
Rebellensprecher Kamal al-Labwani
Also wieder von den Rebellen, die aus dem AUSLAND agieren.

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dmaximus 18.01.2012, 15:21
3. Berichterstattung der Amateure: mehr Neutralität bitte!

Professionalität bedeutet Neutralität, aber wo findet man sowas in den Medien? Insbesondere in den westlichen Medien, wo eine Demokratie, Meinungsfreiheit und Menschenrechte herrschen sollte. Begriffe wie z.B. Assads Truppen zeigten ganz deutlich wie unneutral der Berichterstatter ist. Also Assad und nicht Präsident od. Regierung. Das erinnert mich an den arabischen Medien und andere westlichen Medien, die einen unerklärbaren riesigen Hass gegen das syrische Regime bzw. syrischen Staat haben.
Wie ich durch viele Opposition-Quellen informiert bin, sieht es zurzeit leider so aus, dass jeder Zivilist, der eine Waffe gegen die Armee trägt, als Mitglied der Freien Syrischen Armee (FSA) bezeichnet wird, auch Terroristen und Kriminelle. Die Deserteure sind unglücklicherweise die Minderheit in der FSA. Ein Oppositioneller meinte: es könnte katastrophal werden, wenn diese an die Macht kommen, denn wir würden dann nicht mal einen Staat haben…
Jedenfalls zurück zu Zabadani: diese Stadt liegt relative nah zu Libanon, wobei viele Schmuggler dort leben und sehr aktive waren und sind. Es ist schon bekannt, dass solche Zusammenstöße schon lange vor der Unruhen im letzten März (seit der 60er) existierten, insb. wenn die syrischen Sicherheitskräfte die Schmuggler stoppen bzw. bestrafen wollten. Es gab sogar viele Fälle, wo die Armee die ganze Stadt umzingelt hat und Haus für Haus gescheckt hat. In vielen Fällen waren die Schmuggler sogar besser bewaffnet als die Sicherheitskräfte. Der Anschluss zur FSA ist nicht mehr als politisches Signal, wie ein Bekannter aus Zabadani meinte.
„Nach vielen Gesprächen mit Freunden und Familien Mitglieder in Syrien entsandt bei mir den Eindruck, dass die Opposition sich nicht trauet an die kommenden Parlaments-Wahl teilzunehmen, und zwar mehr aus Angst vor der Niederlage als aus Angst vor der Einmischung des Regimes. Gründe dafür sind die fehlende Sicherheit und die Angst der Mehrheit der Syrer vor einem ähnlichen Szenario wie in Irak bzw. Lybien. Dabei glaubt auch die Mehrheit daran, dass der syrische Präsident sehr ernst mit den Reformen meinte. Aber was will die Opposition überhaupt? Fast alle ihrer Forderungen wurden erfüllt, bis auf eine: das Zurücktreten des Präsidenten. Also geht es wirklich um das syrische Volk und den Staat Syrien, oder mehr um die Macht? Das Verhalten und die Äußerungen der Opposition insb. im Ausland deutet darauf hin, dass diese Oppo. sich für die Macht und Geld interessiert mehr als für das Wohl des syrischen Volks, ansonsten hätte die Oppo. MINDESTEN versucht mit dem Regime zu verhandeln, wie das Regime öfter angeboten hat.“ So schilderte ein syrischer Freund seine Wut auf die Oppo.

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TachAuch 18.01.2012, 15:28
4.

Zitat von freiheitsk
Übersetzt: die "unbestätigten Meldungen" stellten sich als Lüge heraus!Übersetzt: die Rebellen kommen aus dem Ausland. Na klar, die Opposition hat .....
Es soll sich um syrische Deserteure handeln, die libanesisches Territorium nutzen um sich zu sammeln. Also keine ausländischen Kämpfer.

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amana 18.01.2012, 15:30
5.

Zitat von sysop
Die syrische Kleinstadt Zabadani: Zu Friedenszeiten ein Kurort, wo sich Bewohner des nur 30 Kilometer entfernten Damaskus erholten. Jetzt tobt hier ein brutaler Kampf zwischen Assads Soldaten und Rebellen. Die Opposition will den Ort zu einem Symbol des Widerstands machen.
Kleiner Propagandavorschlag für die Assadanhänger hier: Zabadani ist gerade unter Golfarabern die in den Sommermonaten nach Syrien kommen sehr beliebt, da wäre doch ein Kausalzusammenhang mit ausländischen Islamisten die während des Urlaubs die arme syrische Bevölkerung dieses idylischen Städtchens aufwiegeln klar erkennbar oder?

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latinvoice 18.01.2012, 16:09
6. Ausländische Kämpfer

Zitat von TachAuch
Es soll sich um syrische Deserteure handeln, die libanesisches Territorium nutzen um sich zu sammeln. Also keine ausländischen Kämpfer.
Nach gut informierten Quellen, es ist bestimmt sicher, dass es ausländische Mitglieder im FSA gibt, als auch Mitglieder der Westlichen Geheimienste, Söldner, Terroristen, und auch, syrische Deserteure. Ganz so wie im Falle Libyens. Siehe : Die Syrische Freie Armee wird von dem Militärgouverneur von Tripolis kommandiert [Voltaire Netzwerk]

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TOKH1 18.01.2012, 16:29
8.

Zitat von sysop
Die syrische Kleinstadt Zabadani: Zu Friedenszeiten ein Kurort, wo sich Bewohner des nur 30 Kilometer entfernten Damaskus erholten. Jetzt tobt hier ein brutaler Kampf zwischen Assads Soldaten und Rebellen. Die Opposition will den Ort zu einem Symbol des Widerstands machen.
Ich bin kein Syrer und auch kein Mensch aus der arbabischen Region.
Aber ich habe das große Glück in einer Demokratie aufgewachsen zu sein die mit Kritik aus dem eigenen Volk adäquat umgeht.
Die Transparenz der Ereignisse im Nahen Osten, welche wir dem Internet und seinen Möglichkeiten verdanken, lassen den diktatorischen Machthabern keine Chance auf Manipulation. Die Menschen hören auf ihr "Bauchgefühl". Es geht ihnen schon lange nicht mehr gut mit den Zuständen in ihren Ländern, denn sie haben endlich den Vergleich durch die digitalisierten Medien. Die freie Presse deckt auf und stellt Infrage.

Es ist nicht mehr die Frage, ob ein Machthaber gestürzt wird, sondern wann.

Zu allem Unglück finden sich auch in Syrien natürlich immer wieder Menschen, die meinen, ihre Sicht der Welt anderen in Form von militärischer Unterstützungsleistung geben zu müssen. Aber auch dies ist öffentlich und lässt sich nicht mehr wegdiskutieren. Es sit unbedingt erforderlich, dass die Weltgemeinschaft nach einem Machtwechsel ganz genau hinschaut, was aus einem Land wird.

Ägypten lässt uns aufhorchen und vorsichtig werden, wenn sogenannte "Militärübergangsregierungen" zu festen Institutionen werden . Dann heißt es für die freie Presse der Länder: Dran bleiben und Missstände aufdecken und anklagen.

Die Menschen haben Sehnsucht nach Freiheit und Demokratie und nicht nach einer neuen Diktatur, die nur in einem neuen Gewand daherkommt und sich ansonsten in der Unterdrückung nicht unterscheidet.

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TOKH1 18.01.2012, 16:42
9. Das kann ja wohl

Zitat von dmaximus
Aber was will die Opposition überhaupt? Fast alle ihrer Forderungen wurden erfüllt, bis auf eine: das Zurücktreten des Präsidenten. Also geht es wirklich um das syrische Volk und den Staat Syrien, oder mehr um die Macht? Das Verhalten und die Äußerungen der Opposition insb. im Ausland deutet darauf hin, dass diese Oppo. sich für die Macht und Geld interessiert mehr als für das Wohl des syrischen Volks, ansonsten hätte die Oppo. MINDESTEN versucht mit dem Regime zu verhandeln, wie das Regime öfter angeboten hat.“ So schilderte ein syrischer Freund seine Wut auf die Oppo.
....nur ein zynischer Witz sein oder? Ich erinnere mich an die Rede des Herrn Staatsoberhauptes in der Universität, in der er von der Niederschlagung seiner Feinde sprach.
Es gibt unzählige Forderungen der Weltgemeinschaft (und sogar Russlands, welches eigentlich ein ursächliches Interesse an dem Weiterbestehen der regierung hat), die nicht erfüllt werden. Sogar die arabischen Beobachtermissionen wollen nicht mehr weitermachen.

Mit einem "Menschen" wie Assad ist keine Verhandlung möglich. Das kann auch nicht das Ziel sein. Das Vok will ihn nicht mehr. Seit mindestens Mitte März 2011, als in den anderen arabischen Staaten die Demokratiebewegung entstand, wird in Syrien demonstriert. Vom syrischen Volk. Nicht vom Ausland. Herr Assad hat daraufhin, wie alle Despoten es nunmal tun seine Panzer auffahren lassen.
Mal ehrlich: Was bleibt ihm auch anderes übrig. Würde er zurücktreten, dann würde ihm wie Mubarak der Prozess gemacht, mit dem unvermeindlichen Urteil der Todesstrafe. Was also bleibt ihm übrig, außer zu agieren, wie Diktatoren nun mal agieren.

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