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Bürgermeisterwahl in Moskau: Putin - der große Verlierer
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Die Strategie des Kreml, die Opposition an der Wahlurne zu demütigen, ist gescheitert. Bei den Bürgermeisterwahlen in Moskau holte Alexej Nawalny mit 28 Prozent mehr als nur einen Achtungserfolg. Er ist nun der unbestrittene Star der Opposition.

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Izmi 09.09.2013, 11:05
30. Kritik der Kritik

Zitat von carlitom
Sie finden also, dass in Russland alles höchst demokratisch, legal, rechtsstaatlich und überhaupt ganz super zugeht? Und deshalb keine Kritik nötig oder möglich sei? Ich glaube, mit der Meinung stehen Sie weithin alleine da. Es ist anzunehmen, dass unter vier Augen nicht mal Putin Ihnen da zustimmen könnte. Solange es so viel gibt, was nicht regulär in Russland läuft, gibt es auch ohne Ende Grund und Anlass zur Kritik. Und der Vorteil ist, dass diese bei uns zumindest geäußert werden darf. Oder ist es genau das, was Ihnen nicht passt?
Glauben Sie nicht, dass Ihre Diagnose selbst auf unsere Demokratie zutrifft? Und vor allem auf die USA? Das Äußern von Kritik ist solange belanglos, wie das Volk ohnehin tut, was die Regierung verlangt. Oder nehmen Sie die Kritik am Kapitalismus in der BRD/USA wahr? Natürlich nicht. Sie kann zwar geäußert werden von jedem, und sie wird auch vorgetragen - aber die alles beherrschenden (und beherrschten!) Massenmedien lassen eine echte Diskussion über solche grundsätzliche Kritik am System nicht zu. Denn die Nagelprobe auf unsere Demokratie, ein möglicher Wandel der Besitzverhältnisse, ist noch nicht erfolgt. Bin gespannt, was das Volk sagt, sollte sich die EU- bzw. Eurokrise weiter zuspitzen und tatsächlich ein Abtreten der alten Kräfte verlangt wird - wir werden sehen...

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BettyB. 09.09.2013, 11:11
31. Der Sieg von Dmitri Anatoljewitsch Medwedew...

Schau da, es ginge auch anders. Medwedew hat beschlossen, Wahlen zuzulassen. Putin hat das zugelassen. Möglicherweise zähneknirschend, aber doch. Ein Sieg für die Demokratiebewegung. Dmitri Anatoljewitsch Medwedew sei Dank!

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Stäffelesrutscher 09.09.2013, 11:22
32.

Was hierzulande wohl los wäre, wenn die Linkspartei flächendeckend 28 % holen würde?

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berlino1010 09.09.2013, 11:22
33.

Zitat von Walter Sobchak
Wieso einfuehren? Wenn ich "ihren Leuten" Glauben schenken darf, ist doch genau das bei Putins letzter Wahl passiert. Die Leute wurden in Bussen umhergekarrt um immer wieder, und wieder, und wieder Putin zu waehlen.
es gibt für Staatsbedienstete eine gewisse Pflicht zu wählen ...
Putin selbst wurde regulär gewählt ... das weiß man auch, wenn man sich in RUS bewegt, dass er immer noch die Mehrheit auf dem Land hinter sich hat. Wahlfälschungen gab es insbesondere bei den letzten Parlamentswahlen, bei den Einiges Rußland extrem gepusht wurde.

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dieter.koester 09.09.2013, 11:33
34. optional

Bei einer wahlbeteiligung von 30 prozent hat nawalny grad mal ca. 8 % aller stimmen aller wahlberechtigten erhalten....ob man da von einem anti-putin-votum und verbreiteter anti-putin-stimmung sprechen kann, ist etwas zweifelhaft

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habenichts2 09.09.2013, 11:38
35. Die Realität

Zitat von sysop
Die Strategie des Kreml, die Opposition an der Wahlurne zu demütigen, ist gescheitert. Bei den Bürgermeisterwahlen in Moskau holte Alexej Nawalny mit 28 Prozent mehr als nur einen Achtungserfolg. Er ist nun der unbestrittene Star der Opposition.
Da ist wohl mehr der Wunsch Vater des Gedanken. Nawalny ist en Nationalist übelster Sorte. Da kann Spon noch mehr Lobhudelei betreiben!

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detlevgpinkus 09.09.2013, 11:40
36. Putin - der große Verlierer

Vladimir Vladimirovich Putin als Verlierer zu bezeichnen ist wohl etwas ueberzogen, aber die Buergermeisterwahl in Moskau hat gezeigt, dass in Russland Demokratie herrscht. Das wird man wohl nicht bezweifeln.
Uebrigens, Angela Merkel wurde in ihrer ersten Amtszeit mit einer Mehrheit von weniger als 1% Bundeskanzlerin.
Ich finde das in Moskau gut und kann das bestimmt beurteilen, weil ich in Russland lebe und arbeite.

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Anton T 09.09.2013, 11:43
37. nix

Zitat von Stäffelesrutscher
Was hierzulande wohl los wäre, wenn die Linkspartei flächendeckend 28 % holen würde?
Nawalny hat in der Vergangenheit Wahlwerbespots gedreht, in denen er Kaukasier als "Kakerlaken" bezeichnet hat. Mit Insektenvertilgungsmittel in der einen Hand und mit Pistole in der andern Hand ruft er zum Kampf gegen die "Eindringlinge" auf. In einem andern Filmchen tritt er als Zahnarzt auf, der Einwanderung als "Karies für die Nation" bezeichnet und Abhilfe fordert. Es gibt einen Audiomitschnitt, auf dem zu hören ist wie sich Nawalny mit einem "Sieg Heil"-Ruf von seinen Parteikollegen bei Jabloko verabschiedet, von denen er wegen seines Nationalismus rausgeworfen wurde aus der Partei. Nawalny ist ein lupenreiner Neofaschist, der im Übrigen offen von der Neonazi-Szene in Russland unterstützt wird.
Mit der Programmatik der LINKEN in Deutschland hat Nawalny soviel gemeinsam wie Putin mit dem Kampf gegen Korruption: gar nix.

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bleifuß 09.09.2013, 11:55
38.

Zitat von dieter.koester
Bei einer wahlbeteiligung von 30 prozent hat nawalny grad mal ca. 8 % aller stimmen aller wahlberechtigten erhalten....ob man da von einem anti-putin-votum und verbreiteter anti-putin-stimmung sprechen kann, ist etwas zweifelhaft
Es gilt den Tenor zu wahren. Putin schlecht, alle anderen gut. Das geht aber langsam nach hinten los. Seit der Snowdenaufnahme von Rußland, ändert sich das ehemals schlechte Bild Rußlands in ein gutes um, auch in meinem Umfeld, kann man das beobachten.

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skell100 09.09.2013, 12:00
39. Langweilig

So wie man weiß, dass hierzulande nach einer Wahl sich alle Parteien auf irgendeine Art und Weise zu den Wahlgewinnern rechnen, so zählt nach hiesiger Sichtweise bei einer Wahl in Russland - ob in Wladiwostok, am Baikalsee oder im ganzen Land - Putin stets zu den Wahlverlierern, auch wenn er selbst gar nicht zur Wahl steht. Seltsam.

Oder sagen wir, wenn der Ude (SPD) in München wieder mal den Bürgermeisterposten gewonnen hat, Frau Merkel habe eine schwere Niederlage einstecken müssen?

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