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Bürgermeisterwahl in Moskau: Putin - der große Verlierer
DPA

Die Strategie des Kreml, die Opposition an der Wahlurne zu demütigen, ist gescheitert. Bei den Bürgermeisterwahlen in Moskau holte Alexej Nawalny mit 28 Prozent mehr als nur einen Achtungserfolg. Er ist nun der unbestrittene Star der Opposition.

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aljoschu 09.09.2013, 14:28
50. Überholte Ost-West-Dichotomie

Zitat: "Putins Strategie ist jetzt krachend gescheitert: Statt der anvisierten zehn oder 12 Prozent erhielt Nawalny 27 Prozent der Stimmen. Das ist mehr als nur ein Achtungserfolg. Der 37-Jährige ist nun der unbestrittene Führer der Anti-Putin-Opposition. Statt Nawalny zu demütigen, hat der Kreml ihn gestärkt." Zitat Ende.

Putin - der große Verlierer! - Was für ein Quatsch schreibt da der Spiegel? Muss man sich das bei Spiegels antun? Muss man in den Chor der Anti-Russland-Hetzer einstimmen? - Das könnte man doch den Anderen überlassen, Focus, Bild, Frankfurter und den Gutmenschen von der Zeit.

Fakt ist, Nawalny hat weniger als ein Drittel der Stimmen erhalten - das ist beachtlich und wir sollten uns darüber freuen - mehr aber auch nicht. Wir müssen dabei unterstellen, dass die Wahlen in Moskau ähnlich unehrlich verlaufen wie z.B. Wahlen in Ohio oder in Florida - nur dort regen wir uns über (beträchtliche) "Unregelmäßigkeiten" überhaupt nicht auf.

Das ändert aber gar nichts an der Tatsache, dass die überwiegende Mehrheit derzeit in Russland klar und eindeutig (demokratisch) hinter Putin steht. Mehr noch: Das Wahlergebnis in Moskau dürfte sogar die Spitze der Opposition markieren - in der russischen Provinz dürfte die Zustimmung für Putin noch sehr viel höher liegen.

Warum fällt es uns im Westen so schwer, diese einfachen Tatsachen zu akzeptieren? Warum können wir nicht Putin respektieren als den, der er ist: der gewählte Präsident unseres größten und bedeutendsten östlichen Nachbarstaates.

Ist es Frau Merkel zuzuschreiben, die verständlicherweise eine Ostphobie mit in die deutsche Politik brachte? - Damit ist sie in meinen Augen als Kanzlerin ungeeignet. Nein, ich glaube, es ist der alte, gewohnte und arrogante westdeutsche Ungeist, der nach der Wende sich zu fein war, dem neuen Russland tatkräftig unter die Arme zu greifen und der heute von einer panischen Angst erfüllt ist, man könnte durch Zugeständnisse gegenüber Russland den rüpelhaften Freund Obama gegen uns aufbringen.

Dennoch sollte sich der Spiegel dieser überholten Ost-West-Dichotomie enthalten. Der Welt kann nur daran gelegen sein, eine einseitige Hegemonie der USA zu verhindern. Die Pax Americana auf der Basis einer US-Supremacy wäre furchtbar für die Welt. Daher wird es Zeit, dass sich die Gewichte in der Welt wieder etwas ins Gleichgewicht rücken.

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vielgestaltigist 09.09.2013, 14:32
51.

Zitat von romeov
...anti Putin Artikel schon am Montag, da bleibt noch viel Zeit in dieser Woche für weitere geistige Ergüsse über ihn. Wo ist eigentlich das Problem Nawalny hat 28% bekommen, ist doch gut - oder?
28 Prozent der 30 Prozent der Wahlberechtigten, also fast nix.
Viel Lärm um einen kriminellen Rassisten und Volksverhetzer, dem das passive Wahlrecht mal für ein paar Jahre abgesprochen werden sollte, bis er sich beruhigt hat.

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vielgestaltigist 09.09.2013, 14:35
52.

Zitat von NauticcusKnoppers
Dann wird jetzt bald die Berufungsverhandlung abgeschlossen und die Berufung verworfen, damit das erstinstanzliche Urteil rechtskräftig. Dann ist der Herausforderer wieder weg vom Fenster! Oder im Putinskimschem Dorf bei den anderen unliebsamen Bürgern in seinem Reich.
Herausforderer?
Mit ca 9 Prozent aller Wahlberechtigten hinter sich?
Herzlichen Glückwunsch!
Und das in Moskau, der bekanntermaßen nicht Putin-verrücktesten Stadt im Land.
Trotz aller Propaganda, trotz aller billigen Hetze gegen Minderheiten, trotz geringster Wahlbeteiligung, das ist - zum Glück - richtig schön armselig.
Viel Spaß im Knast, Herr Volksverhetzer!

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taglöhner 09.09.2013, 14:40
53. Die Partei, die Partei die hat immer recht

Zitat von Izmi
Glauben Sie nicht, dass Ihre Diagnose selbst auf unsere Demokratie zutrifft? Und vor allem auf die USA? Das Äußern von Kritik ist solange belanglos, wie das Volk ohnehin tut, was die Regierung verlangt.
Was verlangt die US-Regierung von ihren Bürgern denn, was andere Regierungen nicht tun? Außer Steuern und der Einhaltung der Strafgesetze.
Zitat von Izmi
Oder nehmen Sie die Kritik am Kapitalismus in der BRD/USA wahr? Natürlich nicht. Sie kann zwar geäußert werden von jedem, und sie wird auch vorgetragen - aber die alles beherrschenden (und beherrschten!) Massenmedien lassen eine echte Diskussion über solche grundsätzliche Kritik am System nicht zu.
Vielleicht ein persönliches Wahrnehmungsproblem? Oder der Umstand, dass keine nachvollziehbaren Konzepte existieren, die es erlauben, "den Kapitalismus" durch etwas zu ersetzen, was funktioniert, ohne dass man die Insel der Seeligen repressiv abschotten und totalitär regieren muss.

Und wenn Sie die Inhalte der Premium-Erzeugnisse, wie den SPIEGEL, von Ihnen genehmen Spitzenkräften gestalten ließen, was glauben Sie wie lange es dauern würde, bis er die Auflage des "Neuen Deutschland" hätte?
Sie kommen mir mit Ihrem Lamento vor wie ein leidenschaftlicher Handtaschenweitwerfer, der verlangt, dass dies jeden Samstag in die Sportschau muss.

Zitat von Izmi
Denn die Nagelprobe auf unsere Demokratie, ein möglicher Wandel der Besitzverhältnisse, ist noch nicht erfolgt. Bin gespannt, was das Volk sagt, sollte sich die EU- bzw. Eurokrise weiter zuspitzen und tatsächlich ein Abtreten der alten Kräfte verlangt wird - wir werden sehen...
Dann schlagen Sie mal einen demokratischen Prozess vor, wie man diesen Sarg exhumieren könnte.

Vielleicht mit einem Beispiel aus der real existierenden Welt?

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njura 09.09.2013, 15:18
54. gefählschte Wahlergebnisse

Man darf nicht vergessen, daß diese Wahlen in Moskau ganz unerwartet erkärt wurde. Sobjanin ist von seinem Amt freiwillig abgetreten, jetzt will er aber wieder Stadt regieren. Ist er geistig krank, daß er solche widersprechende Wünsche hat?.. Wahlergebnisse wurden gefälscht, nicht viel, es reichte aber, um den 2. Wahlgang zu vermeiden. In Altersheimen und Krankenhäüsern für geistlich Kranken 99% haben für Sobjanin gestimmt. Und bitte auf Gesichter von diesen Menschen auf Meeting für Sobjanin gucken:http://drugoi.livejournal.com/3893071.html#cutid1

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Berliner42 09.09.2013, 16:00
55.

Zitat von Izmi
Oder nehmen Sie die Kritik am Kapitalismus in der BRD/USA wahr? Natürlich nicht. Sie kann zwar geäußert werden von jedem, und sie wird auch vorgetragen - aber die alles beherrschenden (und beherrschten!) Massenmedien lassen eine echte Diskussion über solche grundsätzliche Kritik am System nicht zu.
Das ist eben eine gewisse Wahrnehmungsneurose. Der Kapitalismuskritiker glaubt, daß er eine Mehrheitsmeinung vertritt, und hält es für eine Verschwörung, daß die nicht häufiger bestätigt wird. Daß er vielleicht wirklich nur in der Minderheit ist, merkt er gar nicht.

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Berliner42 09.09.2013, 16:02
56.

Zitat von Izmi
Zitat von Walter Sobchak 9% aller Stimmen ist also ein Achtungserfolg im Westen. Na dann.
Man kann das für den Gewinner genauso runterrechnen. Der hat auch nur die Zustimmung gemäß der Wahlbeteiligung. Ist also ziemlicher Käse, das so zu verzerren.

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malocher77 09.09.2013, 18:20
57. erstmal

Haben die deutschen Angst von Jirinovski, und jetzt wird ein anderer Nazi bejubelt.
Wegen Wahlbeteiligung muss man sagen, dass ein Posten wie Bürgermeister kaum politische Rolle spielt, und egal wer gewinnt Putin hat das letzte Wort, und wenn Putin mit der Arbeit nicht zufrieden ist, dann kann er den entlassen wann es ihm passt.
Moskau ist keine Putin Hochburg und dort holt sein Kandidat im ersten Wahlgang 50%, also kann man vom Verlierer kaum sprechen.

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motorcycleworldtraveller 09.09.2013, 22:53
58. gefährlich werdende Oppositon nicht vorhanden

Die kriminelle Putin Clique ließ Nawalny als Alibi- Oppositionsgegner zu, die erreichten 27% sind keine Gefahr, Putin denkt wohl: laßt Nawalny ruhig 27% d. Stimmen bekommen, aber bitte nicht mehr als 49%, dann geht's für Nawalny wieder ab ins Gefängnis. Bis zu wirklich freien Wahlen und halbwegs demokratischen Verhältnissen in Rußland müssen sicher noch Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte vergehen.

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palma 10.09.2013, 08:52
59. optional

Keinesfalls darf man nicht den billigen Populist und Gauner zum Politiker des Weltniveaus, wie Putin, zu vergleichen. Erstens ein Posten wie Bürgermeister spielt keine Rolle in Russland und zweitens Nawalny hat sicher verloren, wie sagt man ohne Gewinnchancen.

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