Forum: Politik
Bundespräsident bei Sabine Christiansen: Köhler für Direktwahl und Beteiligung der Ar

Höchster Gast in letzter Sendung: Sabine Christiansen empfing bei ihrem Polit-Talk-Abschied Bundespräsident Köhler. Und der sagte gerne zu allem etwas: Von der RAF zum Mindestlohn, von der Direktwahl des Präsidenten bis zum deutschen Nationalgefühl.

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los 25.06.2007, 08:14
10. Mehr Basisdemokratie

Mit seiner Forderung nach "mehr Basisdemokratie" hat sich Herr Köhler in Berlin mit Sicherheit keine Freunde gemacht. Leider stehen die CHancen für derlei Änderungen IMO sehr schlecht, da unsere Berliner Berufspolitiker viel zu viel Angst davor haben, Ihr "Stimmvieh" könnte sowas wie eine eigene Meinung entwickeln.
Und das wäre deren Abspruch der Machterhaltung sehr abträglich.

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schna´sel 25.06.2007, 09:06
11. TV Biertisch

Zitat von sysop
Höchster Gast in letzter Sendung: Sabine Christiansen empfing bei ihrem Polit-Talk-Abschied Bundespräsident Köhler. Und der sagte gerne zu allem etwas: Von der RAF zum Mindestlohn, von der Direktwahl des Präsidenten bis zum deutschen Nationalgefühl.
Sabine Christiansen ist nichts anderes als die Biertisch Ebene. Ein Biertisch auf einem anderen Niveau vielleicht, und unter Aufsicht der ganzen Öffentlichkeit aber was dort geschieht ist die trivialisierte Darstellung und Aufnahme hoch komplexer Vorgänge. Es ist offensichtlich eine der Ebenen auf die unsere Demokratie nicht verzichten kann. Sie hat also eine gesellschaftliche Funktion. Was ich problematisch finde ist die Tendenz, daß diese Ebene die gesamte Politik, zu vereinnahmen scheint und so droht für die Handlungsspielräume der Politiker zu einer Art Norm zu werden. Wenn sie das nicht schon längst geworden ist zusammen mit den anderen Boulevard Medien. Was Werner Höfer noch mit ziemlich hohem Anspruch als sonntaäliches Ritual zelebriert hat ist zu etwas verkommen, das gleichzeitig Regulativ und Massenunterhaltung ist. Ich halte das, ohne dem common sense sein Recht und seine Bedeutung abstreitig machen zu wollen für gefährlich.

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nillivanmilli 25.06.2007, 09:58
12. Beifall!

Zitat von SNA
Das größte Geschenk, das der Bundespräsident uns machen konnte, liegt darin, dass er Frau Christiansen gewissermassen aus dem Fernsehen hinaus begleitet hat. Dafür: Danke!
Auch von mir: Danke!

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Rainer Helmbrecht 25.06.2007, 10:07
13. Hilflos Kraft Amtes ;o).

Zitat von *Saskia
I.... Von mir aus kann er gern noch ein paar Legislaturperioden sein Amt weiter ausführen, ich freu mich immer was über ihn zu lesen. ....
Hallo Saskia,

ich habe nichts dagegen, wenn er noch einige Perioden bleibt. Das unterstreicht aber, egal wer das ist, er wird nichts verändern, er kann nur beliebt, oder unbeliebt sein.

MfG. Rainer

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socrates 25.06.2007, 10:25
14. Eine Schnapsidee

Die Direktwahl des Bundespräsidenten ist eine Schnapsidee. Der Präsident wird überall dort direkt gewählt, wo er auch wirklich Macht hat (z.B. USA, Frankreich, usw.). Deutschland ist aber eine parlamentarische Demokratie. Weshalb also das Gewicht des Bundespräsidenten stärken? Gegenüber wem? Dem Gesetzgeber (Bundestag, Bundesrat)? Der Regierung? Den Gerichten? Welche Macht soll der Bundespräsident zusätzlich erhalten, um eine Direktwahl zu rechtfertigen? Weshalb soll eine Präsidialdemokratie besser sein als eine parlamentarische Demokratie? Ein Systemwechsel als l'art pour l'art? Denkt Köhler eigentlich auch nach bevor er spricht?

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Steffen Kahnt 25.06.2007, 10:35
15. Der Selfmademann

Zitat von Rainer Helmbrecht
Ich bin immer begeistert, wenn ein Politiker zu erkennen gibt, dass er, zumindest theoretisch, die Probleme des Volkes kennt. Leider kann ich auch dem BP nicht abnehmen, dass er das auch wirklich leben will, was er gestern verkündete. Seine Macht ist sehr begrenzt und darauf ...
Da stimme ich uneingeschränkt zu. Ganz putzig fand ich, dass er seine Steuerklärung unterschreibt, ohne Sie wirklich verstanden zu haben. Unser aller Papa der BP macht sie also wohl wirklich selbst ;-)
War er nicht Staatssekretär im BFM und hätte was ändern können- hohles Geschwätz auf der ganzen Linie.

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zwottel 25.06.2007, 10:54
16. All might for the president!

Zitat von socrates
Die Direktwahl des Bundespräsidenten ist eine Schnapsidee. Der Präsident wird überall dort direkt gewählt, wo er auch wirklich Macht hat (z.B. USA, Frankreich, usw.). Deutschland ist aber....
Der Titel ist natürlich übertrieben, aber ganz so Staffage, wie Sie das hier darstellen, ist der Bundespräsident auch wieder nicht (mal abgsehen davon, dass ich nicht glaub, dass Köhler nach der Alleinherrschaft strebt)
Immerhin muss der Präsident die Gesetze unterzeichnen, da stellt sich natürlich schon die Frage, ob es im Interesse der Objektivität ist, wenn die Mehrheit Im BT, die schon die Regierung stellt, sich den Unterzeichner gleich hinterher besorgt...außerdem soll der Präsident unabhängig sein, damit er eben auch ein Gesetz mal nicht unterzeichnet oder sich die "Frechheit" bewahrt, eine eigene bzw. andere Meinung als die Regierung zu haben. Wie selbständig der unsere ist, haben wir ja im Fall Klar angesischts der bayrischen Drohgebärden gesehen. Auch wenn ich ihm abnehme, dass das ne Köhler- und keine Beckstein-Entscheidung war, wird eine latente Erpressbarkeit des Amtsinhabers offensichtlich.
So gesehen find ich Horstis Idee nich so schlecht....

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Geziefer 25.06.2007, 10:54
17. Neoliberale Plaudertasche

Der Abgang dieser neoliberalen Plaudertasche war überfällig.

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Cupseller 25.06.2007, 11:28
18. Verkürzungen

Zitat von schna´sel
Sabine Christiansen ist nichts anderes als die Biertisch Ebene. Ein Biertisch auf einem anderen Niveau vielleicht, und unter Aufsicht der ganzen Öffentlichkeit aber was dort geschieht ist die trivialisierte Darstellung und Aufnahme hoch komplexer Vorgänge. Es ist offensichtlich eine der Ebenen auf die unsere Demokratie nicht verzichten kann. Sie hat also eine gesellschaftliche Funktion. Was ich problematisch finde ist die Tendenz, daß diese Ebene die gesamte Politik, zu vereinnahmen scheint und so droht für die Handlungsspielräume der Politiker zu einer Art Norm zu werden. Wenn sie das nicht schon längst geworden ist zusammen mit den anderen Boulevard Medien. Was Werner Höfer noch mit ziemlich hohem Anspruch als sonntaäliches Ritual zelebriert hat ist zu etwas verkommen, das gleichzeitig Regulativ und Massenunterhaltung ist. Ich halte das, ohne dem common sense sein Recht und seine Bedeutung abstreitig machen zu wollen für gefährlich.
Auch schreibender Journalismus lebt von Verkürzung, von markigen Schlagworten. Sie hören einfach auf zu schreiben, behandeln nur die Oberfläche. Ab und zu gibt es ausführliche Dossiers, in denen aber nicht die Masse blättert. dennoch ist es interessant, das Wenige zu hören und zu sehen, natürlich hat es etwas mit Unterhaltung zu tun. Politiker mit hohem Unterhaltungswert hatten schon immer Konjunktur. Denken Sie an Wehner oder Strauss, auch Adenauer, selbst Kohl. Auch aus der zweiten Reihe gibt es einige "Gute-Laune-Macher" bei denen man vorher schon drauf wetten kann, was jetzt folgt, wenn sie gefragt werden. Matthias Riechling parodiert sie ja wunderbar. Aber, mal ganz ehrlich: ich sehe lieber auf die Beine der Christansen, in das verschmizte Grinsen von Anne Will, höre lieber das klare, schnörkellose Deutsch der Marietta Slomka als das damalige weinseelige, selbstverliebte Schwadronieren altväterlicher Immer-schon-alles-gewusst-Journalisten wie die dicke Brille Höfer der fünfziger und sechziger Jahre.

Wenn die aktuelle Politik die Impulse von Bundespräsident Köhler von gestern Abend aufgreifen würde (immerhin der Präsident), dann hätte sie genug zu tun, sie abzuarbeiten. Er hat auch eine Steuervereinfachung angemahnt. Ohne Christiansen hätten wir das in der Dichte kaum erfahren. Nun wissen es Millionen, wie Herr Köhler denkt und das ist gut so. Was muss jetzt noch mehr passieren, die aktuellen Politiker in diese Richtung zu bringen? Wenn die Worte des Bundespräsidenten eines 80-Millionen-Volkes nicht Anregung genug sind, etwas zu verändern, was dann..? Neuwahlen..?

Wie gesagt, ohne die nette Verpackung der Christansenschen Talkshow wäre diese breite Öffentlichkeit wohl kaum dagewesen. Höfer dagegen, sonntags mittags, war was für spezielle Einschalter, politisch Interessierte die auch schon über bestimmtes Spezialwissen verfügten. Keine Sendung für´s gemeine Volk, schon garnicht für damalige Hausfrauen, die standen nämlich in der Küche und machten Mittagsessen.

Auch glaube ich nicht, dass Frank Plasberg die bessere Besetzung sei, als Anne Will. Plasberg wirkt oft zynisch und über-selbstbewusst, schafft eine Radikal-Unterbrecher-Kultur, die die Frager-Autorität manchmal unangenehm überbewertet und man wünschte es sich,
dass er manche Gesprächspartner ausführlicher ausreden ließe.

Insgesamt sind es nicht die ach so schlechten JournalistenInnen, die dem Talkshow-Niveau schaden, sondern
die extremen Zeitrestriktionen, die das "Durchprügeln" eines Themas hervorbringt. Frau Christiansen hat zunehmend kritische und auch richtungsweisende Frage gestellt, sowie sich auch manchmal selbst zurückgenommen, was den Ausführungen in der Sache durchaus gut getan hat.

Nun ist sie eine blonde Promi-Dame, die nur deshalb arrogant wirkt, weil sie eben eine Frau von Welt ist und diese auch darstellt und die eben auch in diese Welt passt. Das mag im gemeinen Volk, welches es gerne etwas bodenständiger hätte,
für Irritationen sorgen.

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*Saskia 25.06.2007, 14:23
19. gewinnender Köhler

Zitat von Rainer Helmbrecht
Hallo Saskia, ich habe nichts dagegen, wenn er noch einige Perioden bleibt. Das unterstreicht aber, egal wer das ist, er wird nichts verändern, er kann nur beliebt, oder unbeliebt sein. MfG. Rainer
So ist das nun mal in einer Gewaltenteilung, dennoch schätze ich, seine Meinung kann schon was bewirken, vielleicht auch einfach durch Überzeugung. Nicht Kraft Willkür und Alleinherrschaft, die auch nicht in unser Staatssystem passen würden..

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