Forum: Politik
Bundespräsident: Scharfe Kritik an Gaucks Ruf nach Militäreinsätzen
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Joachim Gauck forderte eine größere Bereitschaft für Auslandseinsätze - ausgerechnet jetzt, wo viele Regionen der Welt von neuen Konflikten erschüttert werden. SPD und Grüne rügen die Äußerungen des Bundespräsidenten.

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doc.burton 15.06.2014, 23:00
100.

Zitat von matrix64
Es mutet mehr nach einer Aussage aus dem vergangenen Jahrhundert. Ich muss sagen, dass ich von der Äusserung von Herrn Gauck sehr enttäucht bin. Gerade von einem deutschen Staatsoberhaupt ist eine solche Aussage mehr als deplaziert. Es braucht anscheinend noch mehr Zeit um aus der Vergangenheit zu lernen.
Gerade wenn man aus der Vergangenheit gelernt haben will, sollte man langsam mal verstehen, dass eben nicht das Ignorieren von brutalen und menschenverachtenden Organisationen die Lösung ist, sondern nur die Bekämpfung derer.

Einerseits wird immer wieder auf die Nazi-Zeit verwiesen um zu begründen, dass man sich in keinen einzigen Konflikt einmischen dürfe, gleichzeitig wird aber vergessen, dass es die Intervention alliierter Kräfte war, die den Nazis ein Ende bereitet hatte. Die Welt ist nun einmal kein Ponyhof, in der sich alles von selbst regelt wenn man es nur lange genug ignoriert, von diesem schwachsinnigen Gedanken sollte man endlich einmal abrücken. Gerade Deutschland steht aufgrund seiner Historie in der Pflicht, menschenverachtende Systeme nicht zu ignorieren, sondern zu bekämpfen. Als solches kann es sich Deutschland daher nicht leisten, nur dumm nebenher zu stehen, sondern muss einen Beitrag zur Sicherheit friedlicher Menschen leisten, die sich nicht wehren können. Wenn dazu auch Soldaten notwendig sind, dann ist das eine Tragik, die feindliche Elemente herbeigerufen haben, aber nicht Gauck und Co.

Richtig ist, dass man lange Zeit gegen die falschen Personen aktiv wurde. Die Konsequenzen, die daraus resultieren, zu ignorieren, wäre jedoch ein weiterer, noch viel größerer Fehler, der ebenso große Konsequenzen mit nach sich ziehen würde, der das gesamte Machtgefüge einer strategisch wichtigen Region erschüttern würde.

Ein deutscher Bundespräsident darf es sich deshalb gar nicht herausnehmen, jegliche Militäreinsätze für alle Zeit eine Absage zu erteilen. DANN hätte man aus der deutschen Vergangenheit in der Tat nichts gelernt. Denn die deutsche Vergangenheit sollte jedem gelehrt haben, dass ein totalitäres System immer weiter nach Expansion strebt solange man es lässt (siehe alliierte Konzessionen bis Mitte 1939) und sich gegebenenfalls nur mit massivem Widerstand in die Knie zwingen lässt. 2/2

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rechtschreibreformreform 15.06.2014, 23:01
101. ... und was geschieht da?

Zitat von Minette
traut sich zu sagen, was alle anderen vermeiden wollen. Leider hat er recht!!! "Nicht von vornherein verwerfen" und "manchmal ist es erforderlich zu den Waffen zu greifen", das genau ist es. Ich habe einen 22 jaehrigen Sohn, der gedient hat, natuerlich moechte ich nicht, dass er in den Krieg zieht. Aber es gibt Situationen, in denen auch die Deutschen nicht immer nur Nein sagen koennen. Es waere eine Katastrophe, kaeme es soweit, dennoch ..... siehe Gauck. Im Uebrigen sieht die Welt gerade mehr als deutlich, was geschieht, wenn der 'Westen' nicht eingreift und sich raushaelt in Syrien!!
... und was geschieht da? - mal so ganz vorurteilsfrei und umfassend informiert geantwortet?
Danke!
Setzen!

Mit unserer kriegerisch monströsen Vorgeschichte, kann es nichts anderes geben, als ein klares Nein, was Interventionen anbelangt. Ein deutliches Ja zu Diplomatie und vehementem, werbendem Engagement ohne Waffen.
Nie wieder!
Ein Geistlicher kann auch mal von allen guten Geistern verlassen werden.
... Mahatma ...

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Rudolf_56 15.06.2014, 23:02
102. Geltung

Zitat von sysop
Joachim Gauck forderte eine größere Bereitschaft für Auslandseinsätze - ausgerechnet jetzt, wo viele Regionen der Welt von neuen Konflikten erschüttert werden. SPD und Grüne rügen die Äußerungen des Bundespräsidenten.
Kaum hat das ‎BVerfGE (Das ist das Gericht zur Hütung des Grundgesetzes) Herrn Gauck bezüglich seiner undiplomatischen Meinungsäußerungen einen Freifahrtschein erteilt, lässt er seinem Geltungsbedürfnis freien Lauf und verdingt sich zusehens als Oberlehrer.
Da dürfte auf die Allgemeinheit noch so Einiges zukommen, wenn er den Mund aufmacht.
Thomas Mann hat einmal gesagt:
Die anständigen Menschen arbeiten um den Ruhmes und des Geldes wissen.
Die unanständigen wollen die Welt verändern und die Menschen erlösen...

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stromatiker 15.06.2014, 23:04
103. was Wahrheit ist soll gesagt werden

Herr Gauck hat nur hat das bekräftigt was Herr Köhler schon festgestellt hatte, das es gilt "Deutsche Interessen und die Rohstoffressurcen die Deutschland braucht um weiter um den Sozialoscar der Welt zu buhlen. Den Herrn Wulff mit seiner Äusserung zum Islam vergessen wir lieber.
Ein Problem bleibt! Solange in D. die Krämer und Kaufleute das sagen haben? sind die Vorstellungen des Herrn Gauck Utopie, die Bundeswehr ist doch jetzt schon überfordert! Und solange auf ein Draussi(Kämpfender) fünf Drinnis (Stabsbürokraten) kommem, wird das nie etwas.

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doc.burton 15.06.2014, 23:06
104.

Zitat von luny
Nur unser amtierender Bundespräsident scheint absolut geschichts- vergessen zu sein.
Geschichtsvergessen scheint eher ein Großteil des SPON-Forums zu sein, ansonsten hätte man noch die Konsequenzen im Gedächtnis, die sich aus den alliierten Konzessionen gegenüber Nazideutschland bis Mitte 1939 ergaben. Totalitäre Systeme, die nach Expansion und Macht streben, können und werden nicht mit friedlichen Worten aufgehalten, auch wenn so mancher das in seiner My little Pony-Welt zu glauben scheint.

Deutschland wurden 1945 Demokratie und Menschenrechte auch nicht mit Blumen und Pralinen gebracht, sondern mit Bomben, Panzern und Soldaten. Ob man es nun wahrhaben will oder nicht, aber Westdeutschland wäre 1945 kein demokratisches Land gewesen, wenn sich der Westen aus den Eroberungsfeldzügen von Adolf Hitler rausgehalten hätte. Tatsächlich wäre auch Ostdeutschland demokratisch gewesen, wenn sich die Westalliierten zu einem noch extremeren und schnelleren Feldzug hätten entscheiden können.

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maliperica 15.06.2014, 23:09
105. Grundsätzliche Antwort

Zitat von Overseasreader
ueber die Auesserungen des Bundespraesidenten, sich mehr einsatzbereit in Kriesengebieten zu zeigen. Wozu haben wir denn eine freiwillige Armee? Dochwohl wenn noetig in Krisenbereichen einzusetzen! Damit soll ja ein Krieg verhindert werden. Wenn es nach vielen Foristen, die solche Auesserungen nicht fuer richtig halten ginge, koennten sie versuchen eine Krise wegzudiskutieren. Aber ich glaube kaum das waere erfolgreich, denn die Vergangenheit hat es gezeigt (siehe Neville Chamberlain)
1. Eine Teilnahme in Krisengebieten zwecks Wiederherstellung des Friedens, des Schutzes des Lebens und Menschenwürde ist als eine Pflicht zu bewerten. Die militärische Mitteln durch einen Kriegseinsatz - Militäreinsatz sollte als letztes Mittel erst nach parlamentarischer demokratischer Kontrolle folgen. Vorher sollten alle andere Maßnahmen unternommen werden die einen friedlichen Prozess ermöglichen um die Menschenrechte und Bürgerrechte zu etablieren.

2. Es werden die Krisen vorsätzlich vorbereitet, verursacht, die zwecks Einsatzes der militärischen Kriegshandlungen unternommen werden. Eine Reihe von Beweisen für solche Durchsetzung der politischen Interessen sind bekannt, und sie alle gefährden das Leben und Menschenwürde um gerade ausschließlich die besondere politische oder andere Machtinteressen durch die Anwendung der Gewalt zu ermöglichen.

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napo01 15.06.2014, 23:13
106. Er hat recht

Endlich mal einer der sagt was Sache ist.
Deutschland möchte gerne mit den großen Spielen.
Dann muss es auch unangenehme Entscheidungen treffen.
Militäreinsätze gehören nunmal dazu.

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bee2 15.06.2014, 23:20
107. Kein Pazifist

Ein Pazifist bin ich keinesfalls. Auch bin ich für ein wehrhaftes Deutschland für ein wehrhaftes Europa.
Das, um Missdeutungen zu vermeiden. Aber ich kenne keinen Krieg in den letzten 30 Jahren geführt wurde, um Verhältnisse zu verbessern und das auch erreicht hätte. Der Irak- und Afghanistan-Krieg belegen das deutlich. Auch Afghanistan wird nach dem Abzug der Truppen nicht zur Ruhe kommen, wie der Irak.

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Freies_Denken59 15.06.2014, 23:22
108. Zensur

Zitat von heringsbändiger
Ach, ja scharfe Kritik? Wenn man hier im Forum dazu klar stellung bezieht, wird das Zensiert! Der spiegel kann sich mit den KGB-NSA-Verbrechern auf eine Stufe stellen! Das verfassungsfeindliche Verhalten des Spiegels ist eine Untersuchung wert, die Verantwortlichen für diese Zensur- und Propagandapraxis gehören hinter Gitter!
Dazu passt auch dieses hier:

http://www.amazon.de/product-reviews...DateDescending

Das Motto der europäischen Machtelite ist immer das Gleiche: Privatisierung, Liberalisierung von allen gesellschaftlichen, wirtschafltichen und politischen Ebenen, den Sozialstaat um jeden Preis vernichten und die moderne Zivilgesellschaft zurück in ein technokratisches Mittelalter der Feudalherrschaft putschen.
Nur würden die damaligen Feudalfürsten große Augen kriegen über den im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlosen Reichtum dieser Elite und die modernen Methoden der Massenmanipulation und totalen Überwachung.

Zu den Massenmanupulationen gehören auch die System-Medien wie Spiegel, Zeit und co!

Journalisten haben noch nicht wirklich verstanden das auch Sie von der Refeudalisierung betroffen sein werden, wenn erstmal das System installiert wurde!

Die humanistische Katastrophe in den südlichen EU - Staaten war und ist nur ein Probelauf für die Dinge die auch für Deutschland, Frankreich und den Rest der EU Staaten geplant werden.

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conrath 15.06.2014, 23:23
109. Niemand hat die Absicht, ...

...Panzer und Bomben zu produzieren und zu exportieren. Unsere Rüstungsarbeiter sind mit der Produktion von Kinderspielzeug und Kochtöpfen beschäftigt die das friedliebende Deutschland exportiert. Es ist Heuchelei und es muss einmal gesagt werden: Wir sind mitschuldig am Krieg wenn wir Waffen produzieren und exportieren. Wir haben keinen Auftrag die Freiheit an anderer Stelle zu verteidigen, als hier in Deutschland. Und wir sollten dies dann auch tun, wenn es nötig ist. Mit allen Mitteln des zivilen Ungehorsams, der uns zur Gebote steht. Das ist das Recht aller Völker. Kriegseinsätze lassen sich nicht mehr vertreten. Und sie sind kein Garant für eine friedliche Zukunft. Im Gegenteil. Das wissen wir.

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