Forum: Politik
Bundespräsident: Wulff ließ sich auf Oktoberfest einladen

In der Affäre um Bundespräsident Christian Wulff tauchen immer neue belastende Details auf: Nach SPIEGEL-Informationen ließ er sich in seiner Zeit als Niedersachsens Ministerpräsident auf das Oktoberfest einladen - von einem Filmproduzenten, der offenbar*auch ein Buch über*Wulff sponserte.

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tauschspiegel 14.01.2012, 19:37
140. vorbei

Zitat von sysop
In der Affäre um Bundespräsident Christian Wulff tauchen immer neue belastende Details auf: Nach SPIEGEL-Informationen ließ er sich in seiner Zeit als Niedersachsens Ministerpräsident auf das Oktoberfest einladen - von einem Filmproduzenten, der offenbar*auch ein Buch über*Wulff sponserte.
*** dieses "sich aushalten lassen" bei wulff geht zu weit - jedenfalls für dieses amt. eine alternative zu rücktritt gibt es nicht mehr.

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silverhair 14.01.2012, 19:37
141. Info

Zitat von holger_s.
mich würde mal interessieren, wie unsere europäischen Nachbarländer so über diesen ganzen Wulfzirkus berichten. Das mutet alles doch schon arg Berlusconiesque an. hat da wer Infos zu?
Sogar mit deutscher Übersetzung zum selber lesen:
Außenspiegel zum Fall Wulff: "Wie ein Rumpelstilzchen" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

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elikey01 14.01.2012, 19:38
142. Offensichtlich

Zitat von eho121154
Allmählich wird die Wulff-Verfolgung immer absurder und hysterischer: Eine poplige Einladung zum Oktoberfest als Beweis für Käuflichkeit? Die Damen und Herren Journalisten auch des Spiegels sollten sich selbst einmal daran erinnern, was sie so alles unbezahlt einstecken! [...] Ich weiß, wovon ich rede...
übersehen Sie bei Ihrem Wissen jedoch sehr geflissenlich, dass hier vordergründig nicht die eigentliche ("popelige") Einladung für einen Wiesn-Besuch moniert wird, sondern vor allem die "Begleitumstände", solche nämlich wie die Übernachtung in einem Hotel der Luxusklasse, das insb. in Wiesn-Zeiten nur für allererste VIP-Gäste bzw. A-Pomis buch- und bezahlbar ist.
Darüber hinaus lassen die Abrechnungsmodalitäten wiederum ein G'schmäckle aufkommen - wie eben so div. andere Einladungshandhabungen Wulff'schen Stils.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Herr Wulff sich spätestens ab seinem Ministerpräsidentenamt (im dritten Anlauf) eine Art von "Sonnenkönig"-Refugium schaffen wollte; dies zu ermöglichen er Zweckfreundschaften mit den "Reichen und Schönen" einging. Er dürfte dabei verdrängt haben, dass es sich nicht um Freundschaften mit Christian Wulff, sondern mit dem polit. Spitzenamt handelte.
Die medialen Fotos mit den Paaren Wulff und Maschmeyer in ihren Posen sprechen eine sehr beredte Sprache!

Dieses "Wulff'sche" System scheint eine Eigendynamik entwickelt zu haben, die ihn wohl mehr und mehr von jeglichem Unrechtsbewusstsein entfernte, dafür in seinem Hang nach "Ganz oben" bestärkte. Auffällig dabei, dass es zudem nicht gerade die angesehensten, zu Vermögen gekommenen Persönlichkeiten sind, die er zu seinen "Freuden" zählt.
Ein Luxusleben wie das dieser "Freunde" konnte Herr Wulff insb. nach seiner Scheidung nicht finanzieren. Wohl auch in dem Bestreben, seiner jungen hübschen Frau "etwas bieten" zu wollen, könnte er vollends den Bezug zu Anstand und Schicklickeit in seiner Position als BuPräs. verloren haben.

So sehr das menschlich nachvollziehbar wäre, so sehr muss es einem bei einem Menschen im Spitzenamt abstoßen, der sich Kraft Worten als Vorbild von Wahrhaftigkeit und Moral darstellte, andere (politisch) "Fehlende" gnadenlos verfolgte und indess ein Leben führte, das seinen Eigendarstellungen von Ethik und Moral diametral entgegensteht.

Das scheint doch (auch in der Gesamtschau der Vorkommnisse) der Schwerpunkt zu sein, nicht eine Wiesn-Einladung zu Maß und Hendl.
Und die Journalisten müssen ihr Verhalten, soweit es zu Tadel Anlass gibt, nicht vor dem Souverän rechtfertigen. Sie werden auch nicht aus der Staatskasse alimentiert.

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marny 14.01.2012, 19:38
143. Fremdschämen verursacht Schmerzen !

Zitat von kael
Er hat sich bei BILD-Diekmann entschuldigt, sonst bei niemandem. Oder ist mir das was entgangen? Und zum Geld: Was sind 200.000 pro Jahr gegenüber seiner Peinlichkeit, die uns alle viel stärker als nur geldlich betrifft?
so wurde es heute auf ZDF von einem Wissenschaftler erläutert. Und
das mal hochgerechnet auf - sagen wir mal 15 Mio Wulff-Fremdschämermit Schmerzen (mich eingerechnet) - das bedeutet einen deutlichen
volkswirtschaftlichen Schaden wegen der gesunkenen Arbeitsproduktivität.

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silverhair 14.01.2012, 19:41
144.

Zitat von Oachkatzlschwoaf
...möchte aber trotzdem darauf antworten: 1. wenn ich eingeladen wurde, konnte das mein Geschäftspartner steuerich berücksichtigen. 2. gewiss hat mein Gastgeber die Einladung nicht aus caritativen Gründen ausgesprochen. 3. das könnte man nicht nur Stoiber und Seehofer fragen.... Geht's noch?!
Beamte, Minister, Ministerpräsidenten und Bundeskanzler/Präsident haben keine "Geschäftspartner" - Sie haben gegenüber allen Bürgern, allen Unternehmen eine neutrale Rolle einzunehmen - und sich aller "Bevorzugungen" zu enthalten!

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leopoldy 14.01.2012, 19:45
145. Weiter

Zitat von KnoKo
Erstens möchte ich feststellen, dass wir nicht per Du sind. Und zweitens ist es vollkommen unerheblich, ob ein Staatsrechtler und Parteienkritiker irgendwelche Schlüsse zieht, solange die zuständige Staatsanwaltschaft keinen Handlungsbedarf sieht. Das ausgerechnet Herr von Arnim als neuer Munitionslieferant aus dem Hut gezaubert wird ist auch nicht weiter verwunderlich, da er in dieser Beziehung kein unbeschriebenes Blatt ist und mit seinen "Ermittlungen" auf einer Wellenlänge mit den Medien liegt, die nach jedem sich bietenden Strohhalm greifen. Wenn im SpOn-Einleitungstext zuerst von einem "eindeutigen Ergebnis" die Rede ist, sich das Ganze dann aber im weiteren Verlauf zu lediglich "vermutlicher Vorteilsannahme" relativiert, dann sollte die manipulative Intention des Artikels allerdings relativ eindeutig erkennbar sein. Sie sollten sich lieber einmal fragen wie es kommt, dass sich die Medien während einer existenziellen Finanzkrise derart in diese lächerliche Geschichte verbeißen. Das ist nämlich ungefähr so, als wenn man sich über einen Falschparker aufregt, während ein Asteroid auf die Erde zurast.
Die Medien sollen sich nicht von Bürgern, die gern alles unter den Teppich kehren, aufhalten lassen. Korrupte Politiker müssen ans Tageslicht geholt werden, meinetwegen in Salamitaktik. Jeden Tag kommt eine Scheibe dazu. Jetzt Oktoberfest......weiter, immer weiter...

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stormy_weather 14.01.2012, 19:46
146.

Zitat von leopoldy
Ich meine eine Flasche Champagner kostet auf dem Oktoberfest in der entsprechenden Lounge so 600€......es ist kaum vorstellbar, dass der klamme Herr Wulff da einige geschmissen hat, die müsste auch der Groenwold bezahlt haben......
Hm, ist niemand auf die Idee gekommen, dass Wulff unter krankhaftem Geiz leidet?
;-)

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abi68 14.01.2012, 19:46
147. 460 Euro die Nacht im Bayrischen Hof

Hab mal eben nachgeschaut. Während des Oktoberfest kostet ein Zimmer in diesem Hotel 460 Euro die Nacht.

Glaubt irgendjemand in diesem Forum ernsthaft, dass unser sparsamer Präsident dort wohnen würde, wenn er denn selbst zahlen müsste?

Nein, die Medien müssen weiter recherchieren und informieren, bis alles auf dem Tisch liegt.

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Zaphod 14.01.2012, 19:51
148. Ethikrichtlinien statt Moral

Dass das Verhalten von Herrn Wulff bereits jetzt allemal einen Rücktritt rechtfertigen würde, ist außer Zweifel.

Zweifel bestehen jedoch, ob alle die Ethikrichtlinien von Unternehmen und Behörde, die jegliche Einladungen verbieten, ihren Zweck erfüllen. Moralisches Verhalten lässt sich nicht durch Ethikrichtlinien und Einladungsverbote durchsetzen. Es muss aus der Überzeugung kommen. Und es ist durchaus denkbar, dass derjenige, der zu einem Essen eingeladen wird, nicht gleich den nächsten Auftrag an den Einladenden vergeben wird.

Letztendlich dienen all die Vorschriften, die kleine Annehmlichkeiten verbieten, nur dazu, um großes unmoralisches Verhalten zu überdecken.

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weltsichtig 14.01.2012, 19:52
149. Grundsätzlich...

Zitat von marietta292
Nein, es ist NICHT in Ordnung. Es ist für jeden Bestechung und im Falle von einem Amtsträger wie Wullf ist es Vorteilsnahme im Amt.
Grundsätzlich haben Sie Recht - Korruption ist eine große Gefahr für die Demokratie, und wenn man sich anschaut, was da in Italien jahrelang so getrieben wurde, dass dort mittlerweile die Mafia die größte Bank des Landes darstellt, dann sollte man alles tun, damit nicht hier ähnliche Zustände Einzug halten.
Aber da sollte man dann doch vielleicht eher was gegen den grassierenden Lobbyismus unternehmen, dafür sorgen, dass DE die UN-Konvention gegen Korruption ratifiziert, Parteispenden von Firmen verbieten, anstatt jeden Tag eine neue Lappalie zu suchen, die man dem zugegebenermaßen schlechtesten Bundespräsident, den wir je hatten, vorwerfen kann.

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