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Bundespräsident zur Hoeneß-Affäre: Gauck nennt Steuerhinterzieher asozial
DPA

In der Hoeneß-Steueraffäre meldet sich jetzt der Bundespräsident zu Wort: "Wer Steuern hinterzieht, verhält sich asozial", sagt Joachim Gauck. Niemand dürfe selbst entscheiden, wer zahlt und wer nicht. Ihn ärgere es, wenn Sympathieträger stürzen - sie seien nur "Vorbilder auf Zeit".

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just_ice 01.05.2013, 11:55
1. zwischen assozial und sozialer Wohltäterschaft

liegen manchmal nur fünf Minuten. Hätte sich Uli Hoeneß entschlossen, statt am Tegernsee um die Ecke in Kufstein zu residieren, wäre er wie viele andere Prominente in Österreich steuerpflichtig geworden, und der ganze Schlamassel wäre ihm erspart geblieben. Die Autofahrt zur Geschäftsstelle an der Säbener Straße hätte auch nur 5 Minuten mehr Zeit in Anspruch genommen.

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Ex-Kölner 01.05.2013, 11:56
2. Bürger bezeichnen Nutznießer der Parteienkleptokratie als asozial!

Vor allem, wenn Sie in salbungsvollem, pastoralem Tonfall platteste Platitüden daherreden und sich in ihrem präsidialen Wolkenkuckucksheim doch sehr weit von den Bürgern und deren Sorgen entfernt haben.

Wieso, Herr Gauck, von Ihnen bisher kein Wort zu der Tatsache, daß unserer Politiker durch die Bank nicht sparen wollen und können und ihnen immer nur Steuer- und Abgabenerhöhungen einfallen?

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M. Michaelis 01.05.2013, 11:56
3.

Da macht es es ich Herr Gauck etwas zu leicht.

Warum hinterfragt eigentlich niemand den Umgang des Staates mit dem enteigneten Geld. Der Staat ist längst zu einer intransparenten Geldverteilmschine geworden und ähnelt mehr einem Veruntreuungsapparat.

Dieser Umstand zieht immer eine sinkende Steuermoral nach sich. Im übrigen ist es ja nicht so dass der Staat das viele Geld sozial investiert, was Herr Gauck hier unterstellt.

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uforgber 01.05.2013, 11:58
4. Es ist besorgniserregend...

...wenn nun auch der Bundespräsident die Keule bezgl. Steuerhinterziehung schwingt und sich somit die letzte Instanz der Volksvertretung von der Kernfrage zur Motivation des Tatbestands verabschiedet: Was können wir tun damit das bestehende Steuersystem einfacher, nachvollziehbarer und vor allem wieder "steuerbarer" wird? Keiner Spricht das wahre Problem an: Kontinuierliche Erhöhung der Staatsquote, mangelnde Disziplin bei der Ausgabenkürzung, klare Konsolidierungsmaßnahmen des Staatshaushaltes. Da versagen alle Parteien und damit die Volksvertreter gemeinsam. Was wiegt also schwerer: Steuerhinterziehung oder Steuerveruntreuung? Herr Gauck, Ihr Wort wäre gefragt!

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rgom 01.05.2013, 12:00
5.

Zitat von M. Michaelis
Da macht es es ich Herr Gauck etwas zu leicht. Warum hinterfragt eigentlich niemand den Umgang des Staates mit dem enteigneten Geld. Der Staat ist längst zu einer intransparenten Geldverteilmschine geworden und ähnelt mehr einem Veruntreuungsapparat.
Genau, is klar, Steuerhinterziehung aus rein pädagogischen Gründen. Und wie bitte schön kann ich mich als Lohnsteuerabzugspflichtiger dagegen wehren?
Wie wäre es denn, Steuern zu zahlen UND gleichzeitig gegen Verschwendung zu kämpfen?

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movfaltin 01.05.2013, 12:01
6. Plagiat

Gauck ist offensichtlich bei Guttenberg in die Lehre gegangen. Asozial - das hatte doch schonmal wer gesagt. Ach, genau: Bayerns SPD-Chef.

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Neinsowas 01.05.2013, 12:03
7. schlecht nachgedacht

"...Er selber, so der Bundespräsident, wäre stärker gegen Reichtum an sich, wenn die Reichen die Armen vom gesellschaftlichen Aufstieg abhielten..." Zitat BP
. Wie ist das wieder mit dem Mindestlohn und seinen Unterschreitungen? Den Frauengehältern? Dem Unterschied zwischen Beamten-und Angestelltenstatus bei gleicher Arbeit? Den Abschreibungen, den Subventionen, den Steueroasen mit der Möglichkeit, Briefkastenfirmen zu halten? Den unflexiblen Arbeitszeiten bzgl. Müttern und Kindern? Den zunehmenden Arbeitslosen, die immer mehr Einschränkungen erfahren? Mit den Alten, die enteignet werden?

Wer da keinen Zusammenhang zwischen "Reichen, die Arme vom gesellschaftlichen Aufstieg abhalten" sieht, zwischen Macht und Ohnmacht, der muss blind sein!

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fwittkopf 01.05.2013, 12:04
8. Den Steuerzahlergedenktag (08.07.)

Zitat von sysop
"Wer Steuern hinterzieht, verhält sich asozial", sagt Joachim Gauck. Niemand dürfe selbst entscheiden, wer zahlt und wer nicht.
sollte in Asozialerstaatgedenktag umbenannt werden.
Mehr als ein halben Jahr schuften wir für den Staat, das ist asozial.
Wenn der Staat wenigstens etwas leisten würde,für Sicherheit oder schlaglochfreie Straßen, könnte man damit leben.
Andere Völker sehen den Staat nur als fernen Rahmen.
Das müssen sich die Deutschen auch angewöhnen.

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Wunderläufer 01.05.2013, 12:04
9. Volltreffer

Markige, klare Worte, die meines Erachtens die wesentlichen Punkte aufgreifen "Was sich keineswegs ausbreiten dürfe, sei das Gefühl, wer nicht trickse sei selbst schuld". Dieses Gefühl ist letztlich mit entscheidend, dass Steuerhinterziehung bagatellisiert wird

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