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Bundestags-Vizepräsidentin: Claudia Roth kritisiert AfD - und plädiert für Frauenquot
OMER MESSINGER/EPA-EFE/REX

"Der Bundestag ist kein Bierzelt": Claudia Roth hat einigen AfD-Abgeordneten Sexismus vorgeworfen. Gleichzeitig machte sich die Grünen-Politikerin für eine Frauenquote stark.

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gantenbein3 03.03.2019, 13:19
10. Wozu?

Als Frau Merkel Bundeskanzlerin wurde dachte ich: Endlich eine Frau und verband das mit der Hoffnung auf mehr weibliche Eigenschaften in der Politik, also insbesondere mit mehr Gewicht auf sozialen Belangen als unter Schröder, für den das ja nur das Gedöns war. Aber weit gefehlt: Kaum war sie Kanzlerin, machte sie eine Politik, die sich in nichts von dem unterschied, was Männer machen. Mit Frau Kramp-Karrenbauer ist es ebenso. Was ist daran weiblich, wenn sie sich z.B. für die Rüstungsindustrie einsetzt? Wozu frage ich mich daher, braucht man mehr Frauen in der Politik, wenn sie doch nur machen was Männer auch machen?

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Tacitus73 03.03.2019, 13:26
11. nicht mehr wählbar

Zitat von mucschwabe
Wenn die AfD viele sexistische Entgleisungen hat, wird sie von Frauen kaum gewählt. Offensichtlich können sie auf die Wählerstimmen der Frauen weitestgehend verzichten. Es sind ja auch nur etwa ein Drittel der AfD-Wähler Frauen. So bleibt die AfD sicher unter 20%. Gut so!
Ich halte die AfD für eine problematische Partei, weil sie immer weiter nach rechts driftet - allerdings auch beschleunigt und bestärkt durch den teils unfairen und hysterischen Umgang mit ihr: Ich erinnere mich noch genau, dass sie bereits unter Luckes Führung als ,Nazipartei´ diffamiert wurde, zu einem Zeitpunkt, wo sie eigentlich von der FDP nur ihr europapolitischer Ansatz unterschied. Wie dem auch sei: aktuell ist die Partei schwer einschätzbar, da ihr rechter Rand ausfranzt ins rechtsradikale Milieu und dessen Einfluss auf die Partei nicht geklärt ist. Ich kann mich aber nicht erinnern, sexistische Entgleisungen gehört zu haben. Vielleicht können Sie da ein Beispiel nennen? Die Partei ist in ihrem Familienbild von vorgestern, das kann man nicht leugnen. Auf der anderen Seite sehe ich als Frau und Frauenrechtlerin die Grünen und Linken gleicherweise skeptisch, da sie sich generell zwar für Frauen einsetzen, die Abwertung der Frau im islamisch geprägten Kulturbereich aber völlig verharmlosen und möglichst nicht einmal benennen mögen. Ich sehe es nicht als Zeichen der Toleranz, sondern als unentschuldbare Gleichgültigkeit, wenn man sich abwendet bei Fragen der Teilnahme von muslimischen Mädchen im Schwimmunterricht - und hier den Erzkonservativen im Islam noch mit Regelungen entgegenkommt und Haltungen toleriert, die man bei erzkonservativen Katholiken sofort harsch verurteilen würde. Für mich als Frau und Feministin sind daher Grüne und Linke ebenso nicht mehr wählbar.

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hausfeen 03.03.2019, 13:30
12. Mal gucken, was die Foristen alles aufbringen, weil ...

... sie sich in ihrer Männerdomäne Politik bedroht fühlen. Mein Tipp: einfach mal sacken lassen.
Übrigens: der AfD-Slogan "Merkel muss weg" hat auch so eine klammhiemliche frauenfeindliche, chauvinistische Komponente.

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jan07 03.03.2019, 13:38
13. Wollen wir eine gelenkte Demokratie?

Zitat von friedrich_eckard
Natürlich gibt es gegen eine gesetzlich vorgeschriebene Kandidatinnenquote ernstzunehmende verfassungsrechtliche Einwände. Wenn ich mir allerdings vorstelle, dass Wahlvorschlaäge der rechten Sümpflinge allein deshalb zurückgewiesen werden könnten, weil sie die geforderte Mindestzahl von Kandidatinnen nicht zusammenbringen... der Gedanke hätte schon etwas... die Partei, die ich zu wählen pflege, beträfe das übrigens nicht: die Fraktion der LINKEN hat jetzt schon deutlich über die Hälfte weibliche Mitglieder, obwohl es m.W. überhaupt keine förmlichen Quotierungsbeschlüsse gibt.
Egal, ob rechte oder Linke Sümpflinge: jede Partei sollte frei entscheiden können, was sie dem Wähler anbietet und wie sie sich personell aufstellt. Der Wähler kann dann frei entscheiden, welche Liste er wählt. Nur das ist wahre Demokratie. Die Steuerung über Quoten wäre hingegen eine gelenkte Demokratie. Wollen wir das wirklich? Ich dachte, wir wären weiter.

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friedrich_eckard 03.03.2019, 14:09
14.

Zitat von jan07
Egal, ob rechte oder Linke Sümpflinge: jede Partei sollte frei entscheiden können, was sie dem Wähler anbietet und wie sie sich personell aufstellt. Der Wähler kann dann frei entscheiden, welche Liste er wählt. Nur das ist wahre Demokratie. Die Steuerung über Quoten wäre hingegen eine gelenkte Demokratie. Wollen wir das wirklich? Ich dachte, wir wären weiter.
Ich stehe Quoten generell skeptisch gegenüber, und ich halte sie allenfalls als vorübergehende Behelfslösungen gelegentlich für unvermeidbar. Eine stärkere Personalisierung des Verhältniswahlrechtes zum Bundestag, die den Wähler/innen die Möglichkeit gäbe, nicht nur eine Parteiliste zu wählen, sondern auch die Reihenfolge der Kandidat/inn/en auf dieser Liste durch "Vorzugsstimmen" zu verändern, so wie das in manchen Kommunalwahlrechten bereits vorgesehen ist, hielte ich für die bessere Lösung - dann könnten z.B. Frauen Kandidat/inn/en auf der Liste "ihrer" Partei "nach oben holen". Das wird aber wohl nicht durchsetzbar sein, und dann bleibt vielleicht wirklich nur die Notlösung "Pflichtquote".

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gerd33 03.03.2019, 14:13
15. Stimmt so nicht

Zitat von jan07
Egal, ob rechte oder Linke Sümpflinge: jede Partei sollte frei entscheiden können, was sie dem Wähler anbietet und wie sie sich personell aufstellt. Der Wähler kann dann frei entscheiden, welche Liste er wählt. Nur das ist wahre Demokratie. Die Steuerung über Quoten wäre hingegen eine gelenkte Demokratie. Wollen wir das wirklich? Ich dachte, wir wären weiter.
Wahre Demokratie sieht man z.B. in der Schweiz. Dort zählen Bürgermehrheiten und nicht Abstimmungsergebnisse von unter Fraktionszwang stehende Statisten.

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mucschwabe 03.03.2019, 14:13
16. @Tacitus73 Nr.11

Nachweise zu sexistischen Äußerungen der AfD: https://www.welt.de/politik/deutschland/article184958110/AfD-Abgeordneter-wegen-frauenverachtender-Aeusserungen-in-der-Kritik.html oder https://mobil.stern.de/politik/sexismus-eklat-auf-afd-parteitag---besser-an-einer-stange-tanzen--7772164.html oder
https://www.google.com/amp/s/amp.welt.de/politik/deutschland/article173850386/Frauen-in-der-AfD-Machen-uns-ueber-Sexismus-Debatte-lustig-Ich-sage-Chef-er-sagt-Hasi.html

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P-Schrauber 03.03.2019, 14:22
17.

Zitat von claus7447
P-schraube... es war klar, dass da noch die Breitseite gegen Roth kommen müsste. Man versucht sich durch zu schlängeln, die Liberalen Tasten zu spielen, aber dann gibt es wieder die Knackpunkt wo die AfD Affinität hervortritt. Allerdings würde ich eine Katholiken wie Thurn und Taxis nicht gleich als Sympathisanten einstufen, da war mehr die bigotte Haltung im Spiel. Die genannten Frauen der AfD hängen bei ihren Auftritten eher den "Mann" raus. So was kennt man auch in anderen Bereichen, macht sie deswegen sicher nicht sympathischer.
Die AfD hat rechtsradikale Gruppen unter sich und das macht sie meines Erachtens nicht wählbar, wurde daher von mir nicht gewählt.

Zu Thurn & Taxis und von Stroch, die kennen sich, kommentieren in einem gemeinsamen Blog die Tagespolitik, Frau Thurn & Taxis wurde deswegen und Ihrer Trump nähe auch schon einmal ausgeladen, dass muss man sich mal vorstellen.

Ansonsten lenken Sie vom Thema ab und starten hier persönliche Angriffe und Vermutungen die weder konform mit einem guten Umgangston sind noch der Netiquette des Spiegels entsprechen.
Wo ich mich dann immer wundere das das hier durchgeht, wohl um den Artikal und die Kommentarer lesenswerter zu machen?

Sexismus, Ungleichberechtigung und Frauenfeindlichkeit haben wir in Deutschland hinter deutlich uns gelassen bzw. ist kaum noch vorhanden, ganz abstellen wird man das leider nicht.
Das Problem ist durch andere mit anderen kulturellen Werten wieder stärker in den Focus geraten, da sollte man mal hin adressieren, zu allem anderen Siehe mein Eintrag in vorangegangenem Posting..

Frau Roth verwechselt hier vermutlich Tradition mit Sexismus und wittert hier bereits nach Ihrer Facon bereits Ungemach deshalb die Adressierung, die ich wie vieles bei Ihr nicht teilen kann, wer mehr nach traditionellen Mustern mit Dirndel, Lederhose etc. leben möchte kann das tun, wenn sich andere darüber bereits Aufregen dann ist das noch mehr empörend! Was ist dann mit den Schweizern und Ihren Alphörnern oder den Schweden die singend um den Maibaum laufen oder mit brennenden Kerzen im Haar Lucia feiern?

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prokurist1965 03.03.2019, 14:31
18. Ein Paritätsgesetz ist abzulehnen.

Parteiübergreifend wird z.Zt. über ein Paritätsgesetz diskutiert, nach welchem den politischen Parteien Ihre Wahllisten zu 50% mit Frauen besetzen müssen. Ebenso soll auch vorgeschrieben werden, dass die Hälfte der Direktmandate an Frauen vergeben werden müssen.

Die Befürworter dieses Gesetzes begründen es damit, dass Frauen in den Parlamenten unterrepräsentiert sind, da die Mandate nicht entsprechend ihres Anteils an der Bevölkerung vergeben sind.

Ein Paritätsgesetz - ob freiwillig oder nicht - ist jedoch abzulehnen.

1. Die Verteilung der Mandate des Bundestages spiegelt nicht einmal annähernd die Bevölkerung wieder – so sind z.B. Beamte deutlich überrepräsentiert und Arbeiter/Angestellte unterrepräsentiert. Daher kann auch nicht erwartet werden, dass der Bundestag das Geschlechterverhältnis widerspiegelt.

2. Wenn man den Anteil der Frauen in den Parteien zugrunde legt, sind Frauen nicht unterrepräsentiert. Der Durchschnittliche Frauenanteil in den Parteien liegt bei etwa 28%, der Anteil an den Bundestagsmandaten jedoch bei 30,5%. Es steht auch jeder Frau frei, sich in den politischen Parteien zu engagieren und Ämter anzustreben.

3. Ein Paritätsgesetz würde folgende Artikel des Grundgesetzes brechen:

- Artikel 3.3 - Niemand darf wegen seines Geschlechtes, … benachteiligt oder bevorzugt werden.

- Artikel 33.2 - Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.

- Artikel 38.1 - Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt.

Aufgrund der Tatsache, dass ein derartiges Gesetz Verfassungswidrig sein würde, ist es komplett abzulehnen und jede Organisation, jede Partei und jeder Politiker, welche ein solches Anliegen unterstützen, begehen bewussten Verfassungsbruch.

https://www.change.org/p/deutscher-bundestag-kein-paritätsgesetz-in-deutschland

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ark95630 03.03.2019, 14:39
19. Ganz einfach

Dann sollte sich Frau Roth doch für ein klares Personenwahlrecht im Sinne von Direktwahl einsetzen und dem Verhältniswahlrecht eine Absage erteilen. Dann hätte der Wähler tatsächlich eine "Wahl" und wir hätten keine Überhang- zúnd Ausgleichsmandate.

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