Forum: Politik
Bundestagswahl: Behörden melden so viele Briefwähler wie nie
DPA

Noch drei Tage bis zur Bundestagswahl, die Parteistrategen geben alles, um möglichst viele Unentschlossene zu ködern. Doch viele Deutsche haben schon längst abgestimmt: per Briefwahl. Womöglich wird diesmal rund ein Viertel aller Stimmen auf diesem Weg abgegeben - so viele wie nie.

Seite 1 von 4
Dr.pol.Emik 19.09.2013, 16:32
1. Nicht nur der Gebrechlichkeit geschuldet

Immerhin sind in diesem Jahr über 30 Parteien auf dem Zettel und die Menschen, die sich nicht über Internet informieren können oder wollen, die bekommen beim Studium in der überlaufenen Wahl-Zirkus-Bude womöglich Stress bei Studium des Zettels:

Bundestagswahl 2013, zugelassene Metzger-Parteien, des Michels böse Wahl der Qual … auch wenn die großen Parteien gerne darauf setzen möchten, dass das Studium nach der zweiten Zeile eingestellt wird und bereits die Kreuze gemacht sind, müssen sich wohl doch mit der Empfindlichkeit der Wähler auseinandersetzen.

Vielleicht ist es aber auch nur die Scham mit eigenem Groß-Wahlgerät im „Wahl-Studio” aufzulaufen, um sparsam und gerecht ein großes Kreuz für alle Parteien zu vergeben … denn mehr sind sie alle nicht wert. Würde aber wieder zu weit führen, weil wir sonst schon wieder über die Grundfesten einer echten und direkten Demokratie reden müssten, die in Deutschland bislang nun immer noch verboten ist, weil nicht erlaubt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thomweb 19.09.2013, 16:43
2. Stimmt: es ist verwirrend!

Da kann ich meinem Vorposter nur zustimmen!
Meine Frau und ich haben unsere Stimmen eine Woche vor der Wahl abgegeben. Wie schnell hat man seine Stimme bei NPD oder der CDU gemacht! Und dann hat man keine Chance, diesen Fehler noch einmal zu berichtigen!
Diesmal hatten wir Ruhe und konnten unsere Kreuze an den richtigen Stellen machen.

Auch wenn ich nicht davon ausgehe, dass wir Merkel und die gelbe Gefahr erneut verhindern können. Die übelste Schmutzkampagne gegen die Grünen mit Dreck, den die CDU wie bei Putin aus der untersten Schublade des Ekels in die Welt geschmissen hat zeigt, dass Merkel ihre Macht mit allen Mitteln halten wird. Denn sie hat von Stalin gelernt, wie man Feinde vernichtet. Und ihre Schergen Zensursula und SS-Schäuble, die uns als 80 Millionen Kinderschänder beleidigt haben, wissen, wie man eine nicht treue Bevölkerung dazu bringt, die richtige Partei zu wählen.

Die DDR wird siegen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tulius-rex 19.09.2013, 16:53
3. Dank der Massivwerbung der Post/DHL

Das Briefwahlverfahren heutiger Form ist äußerst angreifbar und hat Lücken, denn es wird an keiner Stelle geprüft, ob es tatsächlich die Rückläufer der stimmberechtigten Wähler sind, die gezählt werden und somit "in die Urne" wandern. Da können von interessierter Seite durchaus andere Kontingente untergemischt werden. Es gibt lediglich ein Monitoring, das die Anzahl der von den Gemeinden versandten Briefwahlunterlagen mit den tatsächlichen Briefwählern vergleicht.

Ein Wahlbeobachter der UNO würde das Verfahren mit Sicherheit rügen. Solange es nur wenige Briefwähler gibt, ist das egal und wird sich auf das Endergebnis nicht oder marginal auswirken. Wenn aber, wie hier beschrieben, rd. 1/4 der Wähler die Briefwahl nutzen, sieht das schon ganz anders aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nobuemi 19.09.2013, 16:54
4. Briefwahl ist wichtig!

Bei der Wahl hier in Bayern letzten Sonntag war eigentlich nur Briefwahl eine sinnvolle Wahl, bei der man auch bewusst seine Wahl treffen konnte. Rießige Wahlzettel für Bezirkstag, Volksabstimmung, Landtag! Wie soll man das in einer kleinen Zelle bewerkstelligen. Doch nur, wenn man immer sein Kreuz ganz vorne setzt und nicht nachdenkt (was wohl gewünscht ist?)!
Bei der Bundestagswahl wäre das einfacher, aber den richtigen Kanditen wählen, anstelle den ersten anzukeuzen bedingt auch hier nachlesen in der Liste um den richtigen bzw gewünschten anzukreuzen. Ansonsten geht es nach der Aufstellung 1,2 3,.. der Parteien.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
asdfred 19.09.2013, 16:59
5.

Zitat von sysop
Noch drei Tage bis zur Bundestagswahl, die Parteistrategen geben alles, um möglichst viele Unentschlossene zu ködern. Doch viele Deutsche haben schon längst abgestimmt: per Briefwahl. Womöglich wird diesmal rund ein Viertel aller Stimmen auf diesem Weg abgegeben - so viele wie nie.
Ist doch nur logisch. Ich hab mit meiner Frau schon vor 2 Wochen die Stimmzettel ausgefüllt. Zusammen, abends, bequem im Wohnzimmer und am nächsten Tag ab zur Post. Warum sollte man auch extra irgendwo hinlaufen und sich anstellen um zu wählen, ist quasi wie Amazon vs. Einzelhandel. Da gehts ja auch seit Jahren steil bergauf...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Henry II 19.09.2013, 17:11
6. Wieso darf die Briefwahl nicht die Regel werden?

In der Schweiz stimmen und wählen wohl mittlerweile über 80%, in gewissen Kanton sicherlich über 95% der Bürger per Post. Die Unterlagen werden direkt zugestellt, eine separate Anforderung ist nicht notwendig. Was ist daran problematisch? Die Parteien müssen sich dann halt darauf einstellen, dass bereits nach Versand der Unterlagen gewählt wird und entsprechend ihre Kampagnen terminieren...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ohne.merc 19.09.2013, 17:16
7.

Zitat von
"Briefwahl darf nicht von der Ausnahme zur Regel werden."
Oh doch, Briefwahl ist und soll eine gleichwertige Alternative zur persönlichen Wahl im Wahllokal sein. Nur so ist gewährleistet, dass möglichst viele Menschen ihr Wahlrecht auch wahrnehmen.
Wer einerseits über mangelnde Wahlbeteiligung jammert und andererseits dann heutzutage noch darauf besteht, dass der Wähler persönlich in seinem Wahlkreis im Wahllokal erscheint, um seine Stimme abzugeben, ist einfach inkonsequent.

Die angeblichen Nachteile sind keine:
Die Geheimheit der Wahl ist hauptsächlich (aber nicht allein natürlich) gegenüber staatlichen Institutionen wichtig, damit nämlich niemand aufgrund seiner Wahlentscheidungen Repressalien erleidet. Ich kenne es eher so, dass nahezu niemand ein Geheimnis daraus macht, was er gewählt hat (auch wenn das natürlich gelogen sein könnte).

Wenn sich ein Bedürftiger beim Ausfüllen helfen lässt, ist das zuhause wie im Wahllokal dasselbe. Der Helfer kennt die Wahlentscheidung und hat natürlich gegenüber Dritten darüber zu schweigen.

Wer seine Stimme wirklich geheim abgeben möchte, muss das ja nicht im Beisein anderer tun, ein zufälliges "Über-die-Schulter-Schauen" ist also so gut wie ausgeschlossen, außer es ist dem Wählenden egal.

Dass jemand anders im Haushalt die Wahlunterlagen abfängt und an Stelle eines anderen wählt, wäre auch bei der persönlichen Wahl denkbar, indem nämlich gleichzeitig auch der Ausweis des Wähler entwendet wird und jemand, der dem Foto ähnelt, ins Wahllokal geht. Gerade in Familien durchaus denkbar. Andererseits wird der eigentliche Wähler höchstwahrscheinlich irgendwann nach seinen Wahlunterlagen nachfragen oder neue beantragen. Spätestens dann fällt der Betrug auf und kann verfolgt und behoben werden.

2013 sind natürlich auch noch ganz andere Arten der Stimmabgabe denkbar, insbesondere mit dem neuen Personalausweis. Jedoch sind alle diese Verfahren immer noch nicht nachweislich gleichzeitig manipulationssicher unter Gewährleistung der Gemeinheit der Wahl. Bis dahin muss die Briefwahl als alternative Möglichkeit der Stimmabgabe ohne jegliche Einschränkung und Nachteile weiterhin möglich sein, selbst wenn der Anteil der Stimmabgaben per Brief die 90%-Marke überschreiten sollte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gooo!ooo 19.09.2013, 17:17
8. Richtig nobuemi!

Ich mache auch Briefwahl - allerdings weil ich tatsächlich "im Ausland" (anderes Bundesland) am arbeiten bin über das Wochenende. Und es ist wirklich viel angenehmer sich die lange Liste in Ruhe mal durchzusehen, vielleicht auch noch mal ein paar Infos einzuholen.

Die Gefahr der Manipulation ist natürlich gegeben, und sehe ich auch ähnlich kritisch. Zumal die Briefe ja schön auffällig rot sind - damit man sie auch sofort erkennt. Da könnte man aber auch ansetzen und es etwaigen Manipulatoren es schwerer machen.
Naja, auf gehts! Und hoffentlich ein böses Erwachen einiger Parteien!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fördeanwohner 19.09.2013, 17:25
9. -

Das mag sich altmodisch anhören, aber ich gehe tatsächlich lieber ins Wahllokal.
Mich aus dem Haus zu begeben, macht mir nichts aus. Immerhin habe ich das Privileg zu wählen. Wen ich wähle, weiß ich immer schon vorher.

Dass es die Möglichkeit der Briefwahl gibt, ist richtig, bedenkt man, nicht jeder kann tatsächlich pünktlich und mühelos ins Wahllokal gelangen.
Aber auch mir bereitet es Sorgen, dass die Briefwahl missbraucht werden kann. Daher sollte man vielleicht doch die Hürde der Rechtfertigung wieder einführen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 4