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Bundeswehr: Ausbilder stellten sich beim Schießen zwischen Schützenscheiben
DPA

Die Vorfälle am Bundeswehr-Standort Sondershausen waren nach SPIEGEL-Informationen gravierender als bisher bekannt. Offenbar wurde massiv gegen Sicherheitsbestimmungen verstoßen, Urkunden sollen gefälscht worden sein.

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BenWellesley 17.06.2017, 16:28
130.

Zitat von invictus
Wenn ich damals eine Frau "betascht" hätte, sie gar zum Tanzen gezwungen hätte, sogar außerhalb meines Dienstes, wären Feldjäger bei mir mit einem netten "Hallo" erschienen.
Unfug!
Das war NIE so und ist es bis heute nicht!

Gemäß ihrem Szenario würden die Feldjäger lediglich nach §32 eingreifen können, jedoch nicht als Vertreter des militärischen Ordnungsdienstes.
Jeder Mensch könnte helfend eingreifen, wenn sie jemanden gegen seinen Willen sexuell nötigen und bedrängen würden...

Auch könnten die Feldjäger sie wegen besagtem Szenario nicht einfach so festnehmen, da sie im eigentlichen Sinne nicht gegen das SG verstoßen haben.
Maximal wäre also Amtshilfe bei vorliegendem (U-)Haftbefehl denkbar.

Aber ja... "damals" war natürlich alles "anders", ich weiß schon ...
zu Dumm nur das ich "damals" auch noch kenne!

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Kurt2.1 17.06.2017, 18:07
131. #71

Zitat von Nordstadtbewohner
Ich musste 2002 auch Wehrdienst leisten und kann Ihren Ausführungen nur zustimmen. Die Unteroffiziere der BW sind in der Masse verkrachte Existenzen, die es in der Privatwirtschaft zu nichts gebracht haben. Dass beim Bund Verhältnisse herrschen, wie sie derzeit aufgedeckt werden, ist kein Wunder. Mich überrascht der Spon-Artikel nicht geringsten.
Ich bin in einer Garnisonstadt aufgewachsen. Viele Soldaten habe ich privat kennengelernt. Sie waren mir gute Nachbarn. Ich habe keine Rechtschreibprüfung vorgenommen, hatte aber durchaus den Eindruck, man kann diesen Leuten vertrauen und sie stehen zu ihrem Wort. Ob Sie ein guter Nachbar wären, mag ich bezweifeln angesichts Ihrer üblen Nachrede. Haben Sie etwas erreicht in der Privatwirtschaft, oder nutzen sie die Gelegenheit, um sich selbst zu erhöhen?
Für mich ist nicht wichtig, ob jemand mir und mich verwechselt, Hauptsache er verwechselt nicht mein und dein (auch wenn es fehlerfrei täte).

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Kurt2.1 17.06.2017, 18:13
132. #92

Zitat von Nordstadtbewohner
Der damals "geeignete" Nachwuchs wurde im Rahmen eines Zwangsdienstes gewonnen. Die Zeiten der Wehrpflicht sind lange vorbei. Es lässt sich politisch nicht mehr durchsetzen, dass junge Menschen um ihre Lebenszeit bestohlen werden.
Ich gehe davon aus, dass die Mehrheit der Deutschen für die Wiedereinführung der Wehrpflicht ist.
Ich selbst bin es auch, genauer gesagt, ich bin für eine einjährige Verpflichtung jedes Schulabgängers, sei es im sozialen oder im Militärdienst.
Abgesehen davon, dass jeder etwas für sein Land tut, wäre es eine wunderbare erzieherische Maßnahme für den einen oder anderen.

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biber01 18.06.2017, 01:34
133. @BenWellesley

Kein Humbug. Sie vergessen, das Soldaten keine Krankenversicherung zahlen, da sie von der BW medizinisch versorgt werden. Ein Unteroffizier A6, 1 Jahr im Dienst, Alter
23 verdient Erfahrungsstufe 1 1939,- netto. Mit Erfahrungsstufe 2, im zweiten Dienstjahr möglich, ist er sehr nah an 2000,- netto.

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teacher20 18.06.2017, 11:17
134.

Dass sich Ausbilder zwischen die Scheiben stellen, ist zwar ein klarer Verstoß gegen die Sicherheitsbestimmungen, andererseits aber auch Zeichen von Mut und ein unbedingter Vertrauensbeweis gegenüber den "Auszubildenden". Man könnte das auch als "kriegsnahe" Ausbildung apostrophieren, etwas das sowohl in der sogen. "Zivilgesellschaft" als auch in der zivilen und militärischen Führung nicht gerne gesehen wird, denn immerhin ist die Bundeswehr eine "Friedensarmee".
Auch das Werfen von Handgranaten nach unzureichendem Schlaf entspricht nicht der Vorschrift, die gerade bei dieser delikaten Ausbildung äußerst streng, aber damit auch sehr realitätsfern ist.
Immerhin wird auch ein eingefleischter Zivilist ohne Probleme einsehen, dass der Gegner beim Angriff im Morgengrauen aus Gründen der Fairness kaum so lange innehalten wird, bis der Angegriffene ausreichend Schlaf genossen hat, um ohne Eigengefährdung Handgranaten zu werfen.
Es gibt einen militärischen Grundsatz, um Blut im Einsatz zu sparen. Er lautet: "Train as you fight".

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teacher20 18.06.2017, 11:48
135.

Zitat von PublicTender
Wo steht in dem Artikel etwas von "Schiessanfängern"? Ich lese dort, so der Artikel überhaupt auf belegbaren Fakten beruht, dass es sich um eine Unteroffiziersausbildung gehandelt hat. Und zu ihrem Einwand. In vielen Armeen und bewaffneten Verbänden auf der Welt wird sogar bei Gefechtsübungen mit scharfer Munition geschossen. Die Übungen bei den US Marines sind dafür berüchtigt und deren "Lehrgangsteilnehmer" sind teilweise erst wenige Wochen dabei.
Richtig.
Unteroffiziersanwärter sind so lange bei der Truppe, dass sie ihre Waffe beherrschen sollten.
Tatsächlich wird in vielen Armeen (auch in alten Demokratien) beim Überwinden der Hindernisbahn (hier vor allem bei den Drahthindernissen zum Unterkriechen, die im Übrigen bei der Bundeswehr aus Glattdraht, bei vielen anderen Armeen aus NATO-Stacheldraht bestehen) mit scharfer Munition über die Köpfe der Soldaten geschossen, in der Bundeswehr undenkbar.
Zudem werden Soldaten z.B. der britischen Armee auch im Bajonett(nah)kampf (wenn auch mit Dummies und Kunstblut) "scharf gemacht". Auch das würde nicht nur in der weitgehend militärfernen schreibenden Zunft hierzulande einen Aufschrei auslösen.
Zwar ist anzuerkennen, dass z.B. die Schießausbildung der Bundeswehr, aufbauend auf den Auslandserfahrungen, gegenüber der "schulmäßigen" aus den Zeiten des Kalten Krieges "einsatznäher" geworden ist. Dennoch ist das, was in verbündeten Staaten gang und gäbe ist, hierzulande aus Gründen der (vemeintlichen) Wahrung der "Menschenwürde" und "Demokratietauglichkeit" nicht vorstellbar. Den Preis für die Seelenruhe einer pazifistisch-postheroischen Gesellschaft zahlt dann der Soldat im Einsatz (aber das interessiert hierzulande weniger, denn wer sich solch einen Job in Zeiten der Freiwilligkeit aussucht, ist ja selber Schuld).

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