Forum: Politik
Bundeswehr: De Maizières Veteranentag sorgt für Wirbel
dapd

Deutschland soll seiner Soldaten gedenken. Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat dafür einen Ehrentag für Bundeswehr-Veteranen vorgeschlagen - vor allem das angedachte Datum sorgt für Irritationen.

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etiennen 16.02.2012, 19:04
90.

Zitat von ramses
und nicht nur immer lamentieren: Es gibt Einiges zu tun: Ach ja. Mein Terminvorschlag: jährlich am 30.02.
Hab mir ihren lustigen Verein mal angesehen und auf meine persönliche Liste von"Lebenszeit sinnlos vergeudenden Vereinen" gesetzt :D

Was haben diese angeblich für den Frieden arbeitenden Vereine schon vorzuweisen im Gegensatz zu - sagen wir mal der Bundeswehr? Ok, manche mögen die Bundeswehr für "Mörder von Frauen und Kindern" (kann man das schon Populismus nennen?) halten auch wenn es dafür keinen Beweis gibt. Die Erfolge der BW sind aber ganz gut dokumentiert, z.B. Beendigung des Mordens im Kosovo, Sicherung der Wahlen im Kongo, Sicherung der internationalen Handelsrouten am Horn von Afrika und, ach ja, die Hilfe in Afghanistan. Denn da wird, entgegen der weisen Meinung vieler Foristen, nicht nur "gemordet" (*schmunzel*) sondern der Bevölkerung tatsächlich geholfen. Nicht überall da unten sind die Zustände nämlich wie in Kunduz.

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Mindbender 16.02.2012, 19:06
91.

Zitat von mr.zoui
Sie können stolz darauf sein es auf die Insel geschafft zu haben, aber doch nicht darauf Deutscher zu sein. Dann könnte Sie auch auf Ihre Schuhgröße stolz sein...
Das, mit Verlaub, ist wohl der dümmlichste Vergleich den ich jemals gelesen habe.
Natürlich kann man "stolz" auf seine Nationalität sein. Auf das Kulturgutg, die Errungenschaften, die Geschichte, die Persönlichkeiten, die Landschaften, die Städte, was weiss ich nicht alles.

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volkmar10 16.02.2012, 19:09
92. Schopenhauer hatte recht

Zitat von Hermes75
Auf der einen Seite fände ich es schon in Ordnung wenn Deutschland den Männern und Frauen, die in der Armee diesem Land dienen und dabei z.T. auch erheblichen Risiken ausgesetzt sind, den nötigen Respekt entgegen bringt.
Warum? Ist Soldat sein eine besonders ehrenhafte Sache?

Verglichen mit Polizisten, Feuerwehr etc.? Wieviele Soldaten gehen ihrem Beruf wohl nach, weil sie 24 Stunden am Tag an Ehre, Volk und Vaterland denken? Oder sind die Soldat geworden, weil sie Geld verdienen wollten, weil sie auf die Parolen der Anwerber reingefallen sind? Weil es sie gelüstete, mal ein wenig Panzer zu fahren, rumzuballern oder mit einem Jet durch die Lüfte zu kacheln?

Ob die nicht eher an ihren Kontostand denken oder daran, dass ihre Familien versorgt sind? Genau wie jeder andere Berufstätige auch?

Zeigen Sie mir den Soldaten, bei dem nur Ehre, Volk und Vaterland eine Rolle spielen bei der Berufsausübung, dann können wir über einen Gedenktag reden.

Vielleicht wäre es besser, den Beruf des Soldaten endlich mal als das zu sehen, was er ist: Eine manchmal verdammt gefährliche Angelegenheit wie viele andere Berufe auch. Aber dann ohne falsches Pathos.

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toskana2 16.02.2012, 19:12
93. Land der Korrekten

Zitat von sysop
Deutschland soll seiner Soldaten gedenken. Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat dafür einen Ehrentag für Bundeswehr-Veteranen vorgeschlagen - vor allem das angedachte Datum sorgt für Irritationen.
Der SPIEGEL nennt es "Irritationen",
mir kommt es vor,
wie Alltagsreflexe im Land der Korrekten.

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makake62 16.02.2012, 19:14
94. Klingt zynisch...

Zitat von mr.zoui
Sollten eines Tages Bundeswehrsoldaten bei der Verteidigung Deutschlands fallen, kann man über einen Veteranentag nachdenken. Bis dahin ist der Vorschlag Unsinn.
... und ist provokant.
Haben deutsche Soldaten die Freiheit der BRD am Hindukusch verteidigt, so, wie das ein längst vergangener Dienstherr anbefahl?
Was aber wirklich zu bedenken wäre:
Die Soldaten sind in der deutschen Gesellschaft weitgehend gesichtslos geblieben - ZT auch aus Sicherheitsgründen. Ein Heben Einzelner in die Öffentlichkeit hätte also nur bedingt Sinn.
Wenn De Maiziere einen Gedenktag plant, dann sollte er neue Formen des Gedenkens finden, welche den Bürger in Uniform in den Mittelpunkt stellt. Dafür braucht er Unterstützung einer breiten Mehrheit - die ich derzeit noch nicht sehe.
In den Jahren des Krieges - den Peter Struck ja noch nicht mal als Krieg bezeichnet wissen wollte - ist die Bundeswehr nicht in die Mitte der Gesellschaft gezogen worden, sondern von dort in ein unheimliches, weil weitgehend verschwiegenes Geschehen verwickelt worden. Die Angst vor Anschlägen und Terror im Innern hat ebenfalls dazu beigetragen, diesen Ball äußerst flach zu spielen.
Die Bundeswehr ist im Afghanistan-Krieg unter einen Beschuß gekommen, der mehr ist, als die Störung öffentlicher Gelöbnisse. Die Affairen um einzelne Befehle gipfelten in der Frage, ob eine Kriegshandlung verwerflich ist oder nicht. Nicht zuletzt war das Partnering ein Opfergang ohne gleichen, worauf man leicht hätte verzichten können.
Fazit: Es gibt in der Bundeswehr neue Helden, nämlich eine Vielzahl von völlig unbekannten, mutigen Leuten, welche mit Kameradschaft und Menschlichkeit die Einsätze bewältigt haben. Es wird schwer sein, diesen Leuten gesellschaftlich gerecht zu werden, auch weil sie so viele körperliche - und vor allem seelische - Verletzungen aufweisen.

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slider 16.02.2012, 19:15
95. Gegenvorschlag

- DeserteurTag
- WiderstandskämperTag
- SaboteurTag

1000mal besser als Veteranentag und ehrenwerter.

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Eros1981 16.02.2012, 19:17
96. Ich gehöre nicht zur Mehrheit

Zitat von etiennen
Die Idee ist überfällig. Warum? 1.) Die Mehrheit der Deutschen hat seit zehn Jahren für Regierungen gestimmt, die unsere Soldaten in den Krieg schicken. Es verstecke sich bitte keiner und sage, das sei nicht wahr, denn wer für SPD, Grüne, CDU und FDP gestimmt hat, hat den Krieg damit in kauf genommen. Im Forum sind natürlich alle dagegen ABER öffentlich artikuliert sich niemand dagegen (oh ja doch, hin und wieder mal ein paar Leute, wie wirksam). Wenn also unsere Bürger Soldaten in den Krieg schicken sind sie ihnen auch Respekt schuldig.
Mit jetzt mittlerweile 30 Jahren kann ich wahrheitsgemäß behaupten niemals eine von den Parteien gewäht zu haben, die dafür verantwortlich sind, dass deutsche Soldaten in Afghanistan fallen oder schwer verwundet und/oder traumatisiert nach Deutschland zurückkommen.

Alle Leute, die in den letzten 10 Jahren CDU/CSU/SPD/Grüne/FDP gewählt haben sind mit schuldig an jedem deutschen Soldaten, der in Afghanistan zu Schaden kommt.

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superfake2012 16.02.2012, 19:17
97.

Zitat von Mindbender
Das, mit Verlaub, ist wohl der dümmlichste Vergleich den ich jemals gelesen habe. Natürlich kann man "stolz" auf seine Nationalität sein. Auf das Kulturgutg, die Errungenschaften, die Geschichte, die Persönlichkeiten, die Landschaften, die Städte, was weiss ich nicht alles.
Da haben Sie aber eine Menge zu tun, wenn Sie ziemlich wahllos - "was weiss ich nicht"!!! - den ganzen Tag stolz sind auf Dinge, die Sie nicht selbst bewirkt haben. Verwirrenderweise führt all dieser Stolz aber nie dazu, dass Leute die Bibliotheken und Opern stürmen, sondern stattdessen schweren Menschenhass auf Leute entwickeln, die keine deutsche Currywurst essen. Worauf Sie ja dann streng genommen auch stolz sein müssen. Und auf diesen Beitrag hier: Made in germany. Jubeln Sie mir zu.

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f._aus_kleefeld 16.02.2012, 19:24
98. Meine Meinung in Zitaten

Alle Kriege sind nur Raubzüge. (Voltaire)

Ich mag keine Helden. Sie machen mir zuviel Lärm in der Welt. (Voltaire)

Das große Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr aufzufinden. (Bertolt Brecht)

Unglücklich das Land, das Helden nötig hat. (Bertolt Brecht)

Den ungerechtesten Frieden finde ich immer noch besser als den gerechtesten Krieg. (Marcus Tullius Cicero)

Generäle siegen, Soldaten fallen. (Sprichwort aus Japan)

Krieg dem Kriege! Guerre à la Guerre! War against War! Oorlog aan den Oorlog! (Ernst Friedrich)

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ha19 16.02.2012, 19:25
99. Schon lustig..

Schon lustig hier zu lesen, wie gründlich die Deutschen nach dem 2.WK zu Hardcorepazifisten erzogen worden. Typisch deutsch ist das wieder mal: wir waren mal ganz böse und wir sind alles Nachkommen von Verbrechern, Asche aufs Haupt und Blick gesenkt...
Mal im Ernst:es kann doch hier niemand ernsthaft unsere Bundeswehr mit der Nazi-Wehrmacht vergleichen!
Sollen sie doch einen Gedenktag einrichten, wenn das von den Betroffenen gewünscht wird.

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