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Bundeswehr-Jahresbericht: "Ausrüstungsmisere in allen Teilen der Truppe"
DPA

Mieses Material, schleppende Reformen, falsche Prioritäten: Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels stellt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ein vernichtendes Zeugnis aus.

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purple 20.02.2018, 12:25
1.

Ich hatte eigentlich gedacht dass v.d.Leyen dafür sorgt, daß as Material der BW einsatzbereit ist. Aber offensichtlich leidet die Dame unter massiven Wahrnehmungsproblemen.

Dabei würde sich das meiste wahrscheinlich mit ein paar Bestellzetteln erledigen lassen. Wenn man aber jahrelang keine Ersatzteile bestellt, zwingt man den Hersteller die Produktion einzustellen - und das ist wohl gleich in vielen Bereichen passiert und wurde die letzten 4 Jahre auch nicht angegangen. Das ist vorsätzliche Körperverletzung gegenüber den Soldaten.

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Fxxx 20.02.2018, 12:29
2. Follow the money!

Der Etat ist hoch genug, über 30 Milliarden Euro wurden ausgegeben. Wo ist das Geld hin? Wie kann man soviel Geld ausgeben und dann so wenig können? Wurde wirklich so geplant, dass man sich U-Boote kauft und dann nicht mehr genügend Geld für Ersatzteile hat? Oder hat man vergessen, ausreichend Winterausrüstung zu bestellen, obwohl tausende Soldaten und Angestellte in der Verwaltung "arbeiten"?
Wer ist dafür verantwortlich?

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S.P.O.C.K 20.02.2018, 12:29
3. Also wie immer beim Bund!

Beim Bund war die Lage noch nie, zumindest die letzten 20-30 Jahren besonders gut. Bis vor zehn Jahren noch, kam es oft genug vor, dass Soldaten in den Kongo geschickt wurden - mit Winterkleidung. Ebenso in anderen Subtropischen Regionen, wo dann einfach mal die Bekleidung vergessen wurde, bzw. gar nicht da war.
Reservisten wurden eingeteilt, obwohl es gar keine Übungspläne gab und umgekehrt. Kein Geld für anständige Waffen, oder Ausrüstung.

Die van der Layen ist nicht unschuldig, hat aber nicht das Debakel alleine produziert. Ich sag es mal so: Meiner Meinung nach sollte ein Verteidigungsminister selbst gedient haben. Ich wüsste nicht, dass die Dame selbst in voller Montur durch den Dreck gerobbt ist. Vielleicht denkt sie ja, der Bund ist ein großer Kindergarten.

Das Problem hat aber noch keiner in den Griff bekommen. Wenn ich mir anschaue, wie es in den Kasernen (ich meine hier die Beamten) zuging, also bevor die meisten Standorte geschlossen wurden, da kann es einem Angst werden. Ich habe genug Beamte von da mitgekriegt, die außer Beine-Hoch-Legen nichts getan haben. Da blieben Akten liegen, in der Kostenbeihilfe wurde mal gar nicht gearbeitet und so weiter.

Das Problem Bund betrifft alle Sparten. Vom Soldaten über die Beamten bis hin zum Oberchef. Aber solange die "Verteidigungsminister" - die nicht mal eine Ahnung davon haben was der Maskenball ist - nicht auf die Soldaten hören, wird sich nichts ändern.

Früher war der Bund, nun ja, es war der Bund. Da hat man noch was gelernt (also zu Zeiten meines Vaters, ca. 1965). Heute darf man die Soldaten ja nicht mal mehr schief anschauen.

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beppovomhuegel 20.02.2018, 12:31
4. Es gibt eine positive Entwicklung

Der Bericht des Wehrbeauftragten lenkt den Fokus auf den Rüstungsbereich. Es ist ein offenes Geheimnis dass die Bundeswehr zunächst konsequent kaputt gespart wurde. Die Auswirkungen sieht man bei Personal und Material. Weder ausgebildetes Personal, noch einsatzbereites Material wächst auf Feldern oder an Bäumen. Eine eingeleitete Trendwende löst ein über 20 Jahre entstandenes Problem nicht im Handumdrehen. Die Weichen wurden gestellt. Im Bereich Rüstung und Beschaffung wurden erhebliche Veränderungen durchgeführt, mit dem Ziel, die erkannten Probleme zu beseitigen. Dieser Prozess braucht mehr Zeit, als die Erstellung eines Berichts des Wehrbeauftragten. Draufhauen kann jeder, Gestalten offenbar nur wenige.

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karljosef 20.02.2018, 12:34
5. Als Ärztin(!) ist Dr. med. von der Leyen genauso gut für ihr Amt

geeignet, wie Dipl.-Soz. Dobrindt es für sein Amt als Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur war!

Laut lachende Grüße

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quark2@mailinator.com 20.02.2018, 12:35
6.

Man kann nicht oft genug wiederholen, daß das Verteidigungsministerium das zweitteuerste Ministerium ist, welches wir haben. Wir geben für Verteidigung weit mehr aus als etwa für Bildung oder Gesundheit. Und das bei einer Armee von weit weniger Menschen als zu Zeiten der Wehrpflicht. Wenn es also dazu kommt, daß weite Bereiche langsam in den roten Bereich erodieren, dann nicht wegen Geldmangel, sondern weil dieses Geld nicht so eingesetzt wird, wie es angesichts seines Umfangs effizient wäre.

Aus meiner Sicht muß man sich entscheiden - 2. Kalter Krieg, oder Schweizer Modell. Persönlich halte ich gar nichts von der ersten Variante. Sollen die USA und China ihren Titanenkampf ohne uns austragen. Da die Vereinigten Staaten von Europa nicht realistisch sind, werden die Länder dieses Kontinents nie eine eigene Großmacht darstellen, also brauchen wir auch nicht zu rüsten, als wollten wir wen beeindrucken. Ich sehe auch wirklich nicht, daß Russland auch nur ansatzweise das Potential oder auch nur das Interesse hat, etwa das Baltikum oder Polen anzugreifen. Die Krim ist ein spezieller strategischer Sonderfall, der sich nicht extrapolieren läßt. Russland hat kaum mehr Menschen als Deutschland und so viele interne Probleme, daß es rein ökonomisch nicht in der Lage wäre, eine Okkupation langfristig zu überstehen. Also sollte die Armee unseres Landes sich primär auf den Schutz desselben konzentrieren, am besten nur auf unserem Territorium und ggf. auf der See gegen Piraten. Auslandseinsätze im Rahmen der NATO lehne ich ab. Deutschland hat kein Interesse in Afghanistan oder sonstwo. Das diese Kriege sehr zweifelhaft von den alten Großkolonialmächten angezettelt und geführt werden, ist immer wieder offensichtlich geworden. Da sollten wir nicht teilnehmen und brauchen also auch keine Waffentypen dafür zu kaufen.

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MisterD 20.02.2018, 12:35
7. Skandalös...

dass Zelte, Winterklamotten und Schutzwesten fehlen...

Noch viel skandalöser ist allerdings, dass das wenige schwere Material, was die Bundeswehr noch hat, nicht in Schuss gehalten wird.
Nach dem Kalten Krieg hat man von über 2.000 Kampfpanzern auf mittlerweile unter 300 reduziert. Das war sinnvoll...

Allerdings muss dann doch die Konsequenz sein, dass die noch vorhandenen Kampfpanzer (und Hubschrauber und Flugzeuge und Artilleriepanzer usw.) umso mehr gepflegt werden, damit die Einsatzbereitschaft hoch ist...

Stattdessen hat die Bundeswehr offensichtlich das genaue Gegenteil gemacht. Das wenige Material was noch vorhanden ist, lässt man vergammeln. Seien wir froh, dass man in Afghanistan oder Mali kein schweres Gerät der Bundeswehr brauchte, denn dann wäre es sehr peinlich geworden...

ich frage mich allerdings ernsthaft, was die Bundeswehr, die immerhin den zweitgrößten Posten im Bundeshaushalt darstellt (37 Milliarden EUR), mit dem ganzen Geld macht?

Das sind alleine unter der "Führung" von Ursula stolze 150 Milliarden EUR. Wo ist das Geld denn hin?

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Bring-The-Stones-Rolling 20.02.2018, 12:38
8. Übermittlungsfehler

Im Artikel heisst es:
"Die Ministerin, die am Ende ihrer vierjährigen Amtszeit steht, und ihre Reformbemühungen griff Bartels in einer Stellungnahme scharf an. So hätten sich die Lücken bei Personal und Material trotz angekündigter Trendwenden eher noch vergrößert. "Das war 2015. Jetzt haben wir 2018, und am System des Hin- und Herschiebens hat sich nichts geändert", sagte Bartels. "Die Materiallage bleibt dramatisch schlecht, an manchen Stellen ist sie noch schlechter geworden." Von der Trendwende sei "nichts oder fast nichts zu spüren"."

Herr Gebauer: Ist Ihnen klar, dass Sie damit aussagen, dass die Ministerin Bartels angegriffen hat und nicht umgekehrt?

Korrekt wäre: "Bartels griff die Ministerin, die am Ende Ihrer vierjährigen Amtszeit steht, in einer Stellungsnahme scharf an"!

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darthmax 20.02.2018, 12:40
9. Aufgabe der Armee

soll die Armee nun mit massiver Materialausstattung uns gegen einen möglichen Feind aus dem Osten verteidigen oder gegenm die asymetrische Kriegsführung der Islamisten antreten und Werltpolizist sein.
Sie ist nicht gross genug um beides paralell zu bewältigen.
Darum ist der/die Verteidigungsminister/in eine Abenteuer Aufgabe.
Ohne genaue Definition der Aufgabe, keine Lösung.

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