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Bundeswehr: Neue Panzer nur bedingt einsatzbereit
DAVID HECKER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Die Ausrüstung der Bundeswehr sollte eigentlich besser werden. Nun zeigt sich: Großgeräte sind auch bei Neulieferung nur zum Teil einsatzfähig.

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Bosse 31.10.2018, 08:10
1. Äh?

Wenn ich mir ein technisches Gerät neu kaufe und es funktioniert nicht, dann geht es zurück an den Händler bzw. Hersteller. Aber bezahlen würde ich dann definitiv nicht. Warum lässt sich die Bundeswehr so dermaßen von der Rüstungsindustrie verschaukeln? Ist es dann nicht sinnvoller im Ausland zu kaufen bei Konzernen, die vielleicht mehr davon verstehen? Was bringen die besten Hightech-Spielereien, wenn die Dinger nicht funktionieren. So langsam bekommt man den Eindruck, dass bei der Bundeswehr gar nichts mehr funktioniert. Sollte die dann aus Kostengründen nicht besser abgeschafft werden?

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fredotorpedo 31.10.2018, 08:12
2. Unverständlich

Bei der Qualität ist mir unverständlich, wieso deutsche Waffen sich im Ausland offensichtlich gut verkaufen lassen. Eigentlich müßte sich doch das Problem der Rüstungsexport bei solchem "Schrott" ganz von allein erledigen?
Oder werden da unterschiedliche Qualitäten verkauft, gute Qualität in den Export und der Ausschuß bleibt hier???

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eunegin 31.10.2018, 08:16
3. Ziel: 70% einsatzbereit.

"Ziel der Bundeswehr ist es, 70 Prozent ihrer Waffensysteme für den Einsatz bereit zu halten." Derzeit unter 40% erreicht. Na zum Glück ist das kein auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen. Das heißt aber auch, dass die Leitungsebene extrem underperformed.

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Sueme 31.10.2018, 08:27
4.

Naja wenn der Staat sich selbst schon der Art betrügen lässt müssen sich die Dieselfahrer ja nicht mehr wundern warum man sie gänzlich alleine lässt. Mir stellt sich da eigentlich immer nur eine Frage, wann kommen wir endlich an den Punkt an dem Politiker wie auch Manager für grob fahrlässige Fehler, Vetternwirtschaft und/oder Betrug haftbar gemacht werden können. Politik und Management können keine rechtsfreier Raum sein, frei nach Merkelsprech.

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Zaunsfeld 31.10.2018, 08:28
5.

Das Problem, dass neu gelieferte Waffensysteme nicht eingesetzt werden können, liegt oft auch nicht an mangelnder Qualität der Systeme selber, sondern zum Beispiel daran, dass sprichwörtlich für den neuen Kampfpanzer noch keine Gefährdungsbeurteilung vorliegt, dass auch schwangere Soldatinnen damit ungefährdet rumfahren können. Die gleichen Panzer werden von den gleichen Firmen ja auch überall hin in die Welt exportiert. Und da scheinen die ja auch zu funktionieren. Deutschland bekommt ja von Krauss-Maffai keine schlechteren Panzer geliefert als Saudi-Arabien, Kanada, Schweden, Spanien, Österreich oder Holland. Auch bei den neuen Eurofightern ist nicht die Technik das Problem, sondern dass noch keine Genehmigung des Verteidigungsministeriums vorliegt, die neuen Eurofighter mit dem neuen Hauptrechner zu betreiben. Es liegt also nicht an der Technik an sich, sondern an Organisationsversagen, und damit an politischem Versagen im Verteidigungsministerium und in der obersten Bundeswehrführung und -verwaltung.

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Leser00815 31.10.2018, 08:33
6. Wie in der DDR

Als die DDR noch existierte wurde oftmals die These bemüht, dass sich die beiden Wirtschaftssysteme Ost und West langsam aber sicher angleichen. Viele hielten diese These für Unsinn. Aber jetzt haben wir den Beweis. Industriegüter besitzen den Qualitätsstandard, der z. B. dem Trabi nachgesagt wurde.
Im Dienstleistungssektor wird immer weniger auf Wettbewerb, sondern auf staatliche Kontrolle und Sanktionierung gesetzt.
Vom Schutz persönlicher Daten und die Ausspähung der Bürger will ich garnicht erst reden.
Was kommt als nächstes?

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mwroer 31.10.2018, 08:35
7.

Wenn es in der Tat so ist dass frisch geliefertes Material nicht funktioniert, gibt es eigentlich nur einen Weg:

Nicht bezahlen bis das Zeug funktioniert. Ein seit Jahrzehnten erprobter Weg bei jedem Lieferanten größerer Geräte mit denen ich zu tun habe. Geld gibt es nach der Abnahme und die Abnahme gibt es nur wenn es läuft wie bestellt.

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kein pessimist 31.10.2018, 08:44
8. bin beruhigt

Wie lautete es doch? "Von deutschem Boden soll nie wieder ein Krieg ausgehen!" Oder so ähnlich.
Das sich das ausgerechnet die Rüstungsindustrie so sehr zu Herzen nimmt hätte ich wahrlich nicht vermutet. Was sind das doch für Friedensaktivisten. ;-)

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-Bürgermeinung- 31.10.2018, 08:49
9. Wo liegen denn dann die Probleme?

Die Leitung des BMVg hat mit der Abnahme persönlich nichts zu tun. Die Abnahme, genau wie überhaupt das ganze Vertragliche zwischen Bundeswehr als Auftraggeber und und Hersteller als Auftragnehmer wird durch die Beamten des Bundesamtes für Ausrüstung, Information und Nutzung der Bundeswehr festgelegt. Immer, wenn ich davon lese, höre oder sehe, frage ich mich, ob diese Menschen bei privaten Käufen auch akzeptieren, dass sie nach Erwerb noch durch den Hersteller Nachbesserungen umsetzen lassen müssen, bis die zugesicherten Funktionen alle einwandfrei laufen. Dazu kommt vielleicht auch noch die Herausforderung, dass die Nutzer gar nicht in den Prozess der Rüstungsgüter so einbezogen sind, sondern hier auch ein Beamter entscheidet, wie und was erfolgt. Und auf Seiten der Hersteller gibt es sicherlich auch schwarze Schafe, die viel versprechen, die Produkte, die zur Abnahmeuntersuchung vorgestellt werden, bestmöglich sind, die Serienfertigung dann aber nicht mehr ganz so hochwertig erfolgt, sondern gewinnorientiert. Ich hörte sowas mal von einem, der bei der Bundeswehr ist, in Bezug auf einen sogenannten Haken- und Leinensatz, bei dem zwar die beiden Prototypen, die vorstellt wurden, alle Forderungen erfüllten, bei den Seriensätzen aber einzelne Artikel minderwertiger hergestellt waren und sehr schnell kaputtgingen. Und das Unternehmen war irgendwann wegen Insolvenz vom Markt verschwunden und nicht mehr in Gewährleistung/Haftung zu nehmen.
Für den Hersteller muss es durch ein wirkungsvolles Strafregime unattraktiv sein, Schmu zu liefern, das BAAINBw braucht anderes Personal, die durch eigene Betroffenheit nicht zulassen würden, nicht mängelfreies Material abzunehmen.

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