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Bundeswehr: Scholz will Soldaten länger dienen lassen
DPA

Zwischen Finanzminister Scholz und Verteidigungsministerin von der Leyen bahnt sich Streit an. Nach SPIEGEL-Inforationen will der SPD-Mann die Dienstzeit aller Soldaten verlängern. Ein Affront gegen die Kollegin.

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Fassungsloser 17.11.2018, 10:23
1. Berufssoldat

Berufssoldaten sollten sowieso eher die Ausnahme, als die Regel sein. Die meisten Soldaten der Bw sind auch tatsächlich Zeitsoldaten. Denn: 61-jährige Unteroffiziere, wie soll das gehen? Sollen die am Hindukusch dann Mannschaften ins Gefecht führen - aber nicht so doll, der Arthrose wegen?

Von daher ist Scholzens Vorschlag der eines Finanzbeamten. Hauptsache, die Zahlen stimmen, ob sich da dann bloß noch ein besserer Volkssturm auf dem Appellplatz tummelt, kann ihm ja wurscht sein: Ist Sache der Verteidigungsministerin.

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yvowald@freenet.de 17.11.2018, 10:30
2. Olaf Scholz sollte hart bleiben, um der Sache willen

Diese Einlassung von Bundesfinanzminister Olaf Scholz ist mehr als berechtigt.
Die allermeisten der Bundeswehrsoldatinnen und -Soldaten sind "Schreibtischtäter". Ihre berufliche Belastung entspricht denen von Verwaltungsbeamtinnen und -beamten. Warum also sollen Unteroffizierinnnen und Unteroffiziere bereits mit 55 gut versorgt in den Ruhgestand geschickt werden?
Das ist vollkommen unberechtigt. Ledlich diejenigen, die über Jahre Auslandsaufenthalte hinter sich haben, könnten - vielleicht - einen Ruhestandsbonus erhalten, also etwa ein Jahr. Von den etwa 170.000 Soldatinnen und Soldaten halten sich lediglich 1.000 , 2.000 oder vielleicht auch 3.000 bewaffnete Kräfte im Ausland auf. Eine Minderhalt also. Hoffentlich bleibt der Finanzminister bei den Verhandlungen mit Ursula von der Leyen hart und läßt sich nicht von seinem Sparkurs abbringen.

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yvowald@freenet.de 17.11.2018, 10:33
3.

Zitat von Fassungsloser
Berufssoldaten sollten sowieso eher die Ausnahme, als die Regel sein. Die meisten Soldaten der Bw sind auch tatsächlich Zeitsoldaten. Denn: 61-jährige Unteroffiziere, wie soll das gehen? Sollen die am Hindukusch dann Mannschaften ins Gefecht führen - aber nicht so doll, der Arthrose wegen? Von daher ist Scholzens Vorschlag der eines Finanzbeamten. Hauptsache, die Zahlen stimmen, ob sich da dann bloß noch ein besserer Volkssturm auf dem Appellplatz tummelt, kann ihm ja wurscht sein: Ist Sache der Verteidigungsministerin.
Wie viele Unteroffiziere gehen denn am Hindukusch '"ins Gefecht"? Von den 180.000 Soldatinnen und Soldaten eine verschwindende Minderheit. Die übrigen Bundeswehrangehörigen bleiben an ihren Standorten und führen ein relativ ziviles Leben, warm und trocken in ihren Schreibstuben. Deshalb ist der Vorschlag von Olaf Scholz mehr als berechtigt.

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skeptikerjörg 17.11.2018, 10:38
4. Verwirrt

Wenn der Finanzminister dann auch durchsetzt, dass es für die Bundeswehr keine Auslandseinsätze mehr gibt ... Die besonderen Altersgrenzen wurden ja nicht erfunden, weil man es so gut mit den Soldaten meint, sondern weil ab einem bestimmten Alter sowohl die physische wie auch die mentale Belastbarkeit sinken. Klar, wer einen Schreibtisch in einer Kommandobehörde "fliegt" oder ein Depot verwaltet, kann das auch mit 65 noch. Wer jedoch in Afghanistan oder Mali eingesetzt ist, im Mittelmeer, im Roten Meer monatelang auf einer Fregatte fährt, eher nicht.
Der Seriosität halber sollte auch gesagt werden, dass die besonderen Altersgrenzen mit Abschlägen bei den Pensionen einher gehen. Nur, wer 40 Dienstjahre hat, bekommt die volle Pension. Gerade Unteroffiziere suchen sich nach der Zwangsfrühpensionierung zu Hauf einen Job, um den finanziellen Verlust zum aktiven Gehalt und zur verminderten Pension auszugleichen.
Nur am Rande: im Verhältnis zu den vergleichbaren Streitkräften der Bündnispartner dienen Soldaten der Bundeswehr schon heute länger. Sind die anderen alle blöd oder hypersozial oder denken die sich was dabei?

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Klaugschieter 17.11.2018, 10:41
5. Wehrpflicht wieder einführen!

Die Aussetzung der Wehrpflicht war einer der größten politischen Fehler in der Ära Merkel. Gar nicht mal, weil wir etwa nicht wehrhaft genug wären. Letzteres liegt eher daran, dass die Ausrüstung durch Korruption, Fehleinkäufe und Missmanagement einfach Schrott ist.
Der Wehrdienst und als Ausgleich für Verweigerer der Zivildienst als Verpflichtung für junge Bundesbürger ihrem Land zu dienen, war keine schlechte Sache.
Zu meiner Zeit gingen viele junge Burschen zur Armee und kamen als Männer wieder. Dem eigenen Land zu dienen, kann ja auch nicht so schlimm sein. Es kann einen gesunden Patriotismus fördern, wenn junge Leute eingezogen werden, um die Demokratie zu schützen.
Was der mit dem Aussetzen der Wehrpflicht einhergehende Wegfall des Zivildienstes im Gesundheitswesen angerichtet hat, ist überall zu sehen.
Aber was hat Olaf Scholz damit zu tun? Er soll sich um seinen Kram kümmern!

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dweird 17.11.2018, 10:41
6. Was ist eigentlich aus dem Jahr Dienstpflicht für alle geworden?

Ich fände es nachwievor gesellschaftlich äußerst sinnvoll, wenn jeder Jugendliche 1 Jahr zum Dienst an der Gesellschaft verpflichtet würde - sei es als Soldat, Pfleger, Feuerwehrmann oder in ähnlichen Berufen, sogar im Bereich der Polizei (zumindest unterstützend) könnte ich mir das vorstellen. Es erhöht die gesellschaftliche Akzeptanz all dieser Berufe insgesamt, es mindert Rekrutierungsengpässe, fördert spätere Voll-Einstiege in diese Berufe und sorgt vor allem in der Regel für charakterliche Bildung und Festigung der jungen Menschen und für eine bessere Integration in die Gesellschaft, allein dadurch, dass man gezwungen wird, über den eigenen Tellerrand zu schauen, indem man oft in völlig anderen Gegenden als der eigenen eingesetzt wird und mit Menschen in Kontakt kommt, mit denen man sonst nichts zu tun hätte.

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ArnoNyhm1984 17.11.2018, 10:42
7. "Nach mir die Sintflut"

"Ministerin von der Leyen hat sich festgelegt und auch kommuniziert, dass es in dieser Legislaturperiode keine gesetzliche Anpassung der Altersgrenzen bei der Zurruhesetzung geben wird" -ja, Nichtstun als Politikstil. Das ist einer der Hauptgründe, warum die Politikverdrossenheit im Lande wächst.

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dondon 17.11.2018, 10:44
8. Bundeswehrkarriere

Mir war bislang eh nie wirklich klar, wieso in der Bundeswehr so einseitig eingestellt wird. Nahezu jeder Pilot, der aus der Bundeswehr mit lachhaften 41 Jahren ausscheidet, heuert danach bei einem privaten Unternehmen an und erhält somit einerseits eine hohe Pension UND sein hohes Gehalt als Pilot, da er mit seinen 41 Jahren ja gerade erst in der Mitte des Lebens angekommen ist; sehr gut ausgebildet und in seinen besten Jahren. Und so Leute gibt die Bundeswehr dann ab und der Staat zahlt eine hohe Pension. Wahnsinn. Wieso wird nicht eine etwas umfangreichere Karriere ermöglicht? Nach dem aktiven Dienst (der sicher auch bis ca 50 Jahren in einem Tornado stattfinden kann), dann der Wechsels in die Verwaltung/ Führung/ Ausbildung/etc. Dieses Beispiel lässt sich sicher auf nahezu alle Truppenteile, in angepasster Weise, übertragen. Mit dem heutigen Modell, noch aus Wehrdienstzeiten, wird die Bundeswehr bis in alle Ewigkeit eine Mangeltruppe bleiben.

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haresu 17.11.2018, 10:47
9. Wenn es nicht so eine Frechheit wäre ...

... könnte von der Leyen dem Scholz eigentlich dankbar sein. Er wildert zwar, aber er macht es ihr auch leichter. Vielleicht hofft er so ein paar der Milliönchen zu sparen die Uschi sonst so braucht um ihr Ministerium mittels externer Berater zu regieren. Trotzdem ist es schon befremdlich wie sehr das sich- unbeliebt- machen bei der SPD langsam suchtartigen Charakter zu bekommen scheint. Vielleicht gibt es ja so etwas wie den unbewussten Wunsch den Überbringer schlechter Nachrichten zu spielen und so den miesen Wahlergenissen irgendeine Sinnhaftigkeit zu geben. Die SPD gehört so langsam auf die Couch. (Und ins Verteidigungsministerium jemand der such durchsetzen kann.)

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