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Bundeswehr: Scholz will Soldaten länger dienen lassen
DPA

Zwischen Finanzminister Scholz und Verteidigungsministerin von der Leyen bahnt sich Streit an. Nach SPIEGEL-Inforationen will der SPD-Mann die Dienstzeit aller Soldaten verlängern. Ein Affront gegen die Kollegin.

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StefanieTolop 17.11.2018, 13:06
60. Stimmt zum Teil

Zitat von Klaugschieter
Es kann einen gesunden Patriotismus fördern, wenn junge Leute eingezogen werden, um die Demokratie zu schützen. Was der mit dem Aussetzen der Wehrpflicht einhergehende Wegfall des Zivildienstes im Gesundheitswesen angerichtet hat, ist überall zu sehen. Aber was hat Olaf Scholz damit zu tun?
Der Sache mit dem Patriotismus Stimme ich zu. Aber wie soll das funktionieren in einem Land, in dem es verpönt ist, d ie Nationalhymne zu singen, die Nationalflagge durch eine Regenbogenfarben ersetzt wird und alles, was auch nur im Entferntesten national und patriotisch interpretiert werden konnte, per nationaler Razzia aus den Amtsräumen entfernt wurde? Zu Olaf Scholz: alles ist besser als von der Leyen! Apropos: hat der eigentlich gedient?

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ark95630 17.11.2018, 13:11
61. Ganz einfach

Um den derzeitigen Emanzipationsbewegungen Rechnung zu tragen, sollte Herr Scholz einfach mehr Frauen anwerben, die dann auch am Hindukusch und in Mali Dienst tun können,

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priemer 17.11.2018, 13:28
62. Soldat ist ein besonderer Beruf

Die Erhöhung der Altersgrenzen für die Pensionierung von Soldaten verkennt die besonderen Belastungen diese Berufes: Selbst wenn ein Soldat niemals ein Gefecht mitgemacht hat (was schon seit dem Einsatz in Somalia 1993 keine Selbstverständlichkeit mehr ist), bedeutet ein Auslandseinsatz eine extreme psychische Belastungen. Zu der langen Abwesenheit von Heimat und Familie tritt der beständige Druck, auf Sprengfallen und Hinterhalte vorbereitet sein zu müssen. Das Missverhältnis zwischen Auftrag und Ausstattung bei der Bundeswehr sorgt dafür, dass viele Soldaten häufiger im Einsatz sind, als es Mindesterholungszeiten aus medizinischer Sicht erfordern. Zudem kommt ein hohes Unverständnis der zivilen deutschen Öffentlichkeit gegenüber dem Soldatenberuf und eine chronische Unterfinanzierung. Diese Bürger in Uniform verteidigen unsere Freiheit mit ihrer Gesundheit und ihrem Leben, lasst ihnen wenigstens die paar symbolischen Vorteile als Anerkennung!

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dixfaelschersohn80 17.11.2018, 13:29
63. Ach bitte...

Zitat von yvowald@freenet.de
Wie viele Unteroffiziere gehen denn am Hindukusch '"ins Gefecht"? Von den 180.000 Soldatinnen und Soldaten eine verschwindende Minderheit. Die übrigen Bundeswehrangehörigen bleiben an ihren Standorten und führen ein relativ ziviles Leben, warm und trocken in ihren Schreibstuben. Deshalb ist der Vorschlag von Olaf Scholz mehr als berechtigt.
Zugegeben, unsere Bundeswehr stellt nicht zehntausende Kameraden für zig Auslandseinsätze zur Verfügung. Wie Sie aber auf die Idee kommen, dass der Großteil der Streitkräfte als Schreibtischtäter ihren Dienst verrichten bleibt wohl ihr kleines Geheimnis. Haben Sie gedient und wenn ja wo genau? Ich hatte acht Jahre gedient an verschiedenen Standorten von Mittenwald (Gebirgsjäger) über Dillingen a. d. D. (Ausbilder) bis nach München (Endverwendung Logistik, MatNachweis). Ebenso Standorte für Ausbildungen (Bremen, Altenstadt, Dornstadt). Der überwiegende Teil der Kameraden / Kameradinnen (damals nur Sanitäter oder Militärmusiker möglich) haben mitnichten einen Schreibtischberuf ausgeübt. Sie wurden physisch und psychisch gefordert, manchmal bis ans Limit und weit darüber hinaus (im Gegensatz zu heute, wo gerade im höchsten Falle Fallschirmjäger, KSK oder Kampf- und Minentaucher oder Aufklärer noch nicht mit Samthandschuhen angefasst werden). Und auch, wenn gewisse Fitnessstandards etwas aufgeweicht wurden über die letzten Jahre, sind die Kameraden und Kameradinnen bei der Bundeswehr, selbst WENN sie nur im Stab dienen, einen körperlich anspruchsvolleren Beruf als die Meisten in der freien Wirtschaft. Hinzu kommen gewisse Abstriche in Sachen persönliche Rechte, die ein Individuum in der freien Wirtschaft niemals hinnehmen müsste. Die Altersgrenzen ergeben so durchaus einen gewissen Sinn. Sie dürfen dies getrost anzweifeln und Ihre unmaßgebliche Meinung kundtun, müssen dann aber auch hinnehmen, dass Ihr Schwadronieren über die Truppe mit einem gewissen Widerstand einhergeht. Ich finde es bezeichnend, dass unsere Kameraden und Kameradinnen im Zweifelsfalle auch Ihren Kopf für undankbare Mitbürger / Mitbürgerinnen Ihres Kalibers herhalten müssen. Aber wissen Sie was? Unsere Truppe kann auch dies akzeptieren. Einen angenehmen Tag wünsche ich.

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hörwurm 17.11.2018, 13:32
64. Wehrpflicht

Ja, die Wehrpflicht muss wieder her. Der Ruf nach Freiwilligen zeugt von Ignoranz und Egoismus. Die Freiwilligen sollen ihr Leben einsetzen, damit andere lebenslang Party machen können. Wenn ich das Heer der "ambitionierten" Crossfitter etc. betrachte, könnten die das auch bei der Bundeswehr haben. Wer schießen kann, muß dann doch nicht unbedingt auf Menschen schießen, um sie zu töten. Wahrscheinlich gilt immer noch der Spruch: lieber rot (oder braun etc.) als tot.

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Fuscipes 17.11.2018, 13:47
65.

Die Probleme der Rekrutierung schlagen beim SPD Finanzminister auf, da ist dann einiges aus dem Ruder gelaufen, aber warum sich der dafür hergibt ist bedauerlich.

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Abel Frühstück 17.11.2018, 13:50
66.

Zitat von Klaugschieter
Die Aussetzung der Wehrpflicht war einer der größten politischen Fehler in der Ära Merkel. Gar nicht mal, weil wir etwa nicht wehrhaft genug wären. Letzteres liegt eher daran, dass die Ausrüstung durch Korruption, Fehleinkäufe und Missmanagement einfach Schrott ist. Der Wehrdienst und als Ausgleich für Verweigerer der Zivildienst als Verpflichtung für junge Bundesbürger ihrem Land zu dienen, war keine schlechte Sache. Zu meiner Zeit gingen viele junge Burschen zur Armee und kamen als Männer wieder. Dem eigenen Land zu dienen, kann ja auch nicht so schlimm sein. Es kann einen gesunden Patriotismus fördern, wenn junge Leute eingezogen werden, um die Demokratie zu schützen. Was der mit dem Aussetzen der Wehrpflicht einhergehende Wegfall des Zivildienstes im Gesundheitswesen angerichtet hat, ist überall zu sehen. Aber was hat Olaf Scholz damit zu tun? Er soll sich um seinen Kram kümmern!
"Zu meiner Zeit gingen viele junge Burschen zur Armee und kamen als Männer wieder." Mir wird ein bisschen übel, wenn ich solche Sätze lese. Zum Glück setzt sich heute ein anderes Männerbild durch. Na ja, bald. Der Zivildienst war übrigens nie dafür gedacht, das Gesundheitswesen am Laufen zu halten. Es war eine _zusätzliche_ Leistung, die aber eben, weil es bequem und billig war, missbraucht wurde. Zivildienstkräfte sind keine Pflegekräfte, dafür fehlt ihnen schon die Ausbildung.

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connaisseur 17.11.2018, 13:51
67. "Kampfjetpiloten können mit 41 Jahren ausscheiden"

Leider korrekturbedürftig:
1. Der sog. "BO 41" gibt de facto nicht mehr. Info hierzu: http://www.vbsk.net/JN_2012.pdf
2. Das gilt nicht nur für Luftfahzeugführer Jet ("Jetpiloten"), sondern auch für Waffensystemoffiziere
Das Zurruhesetzungsalter wurde in den letzten Dekaden sukzessive erhöht, ohen die Pensionen anzugleichen. Tatsächlich wurden diese um 3,25 % gekürzt ("abgeschmolzen").

Warum wohl, Herr Scholz finden sich zu diesen Bedingungen schon jetzt nicht mehr genügend Bewerber? Da ist es geradezu lächerlich, den Dienst in den Streitkräften noc unattraktiver zu machen.

Lektüre hierzu: https://www.google.com/search?q=streitkräfte+nachwuchsmangel

HTH! :(

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tinnytim 17.11.2018, 13:55
68.

Wie in Beitrag #8 schon sehr gut beschrieben wurde, ist es schlicht irrwitzig, derartig gut ausgebildete Leute so früh aus dem Dienst scheiden zu lassen, mit dem schlichten Verweis, dass die körperlichen Anforderungen für die ursprüngliche Tätigkeit nicht mehr gegeben sind. Für solche Fälle gibt es zig hervorragend geeignete Anschlhssverwendungen, wo Sie weiterhin ihre Kenntnisse und Fähigkeiten einbringen können.
Darüber hinaus ist der weit überwiegende Anteil der Soldaten Zeitsoldaten, die nach 4, 8 oder 12 Jahren ohnehin aus dem Dienst ausscheiden und in vorgehaltene öffentlichen Stellen integriert werden können. Die paar Berufssoldaten sind ohnehin mit derart vielen Privilegien gesegnet, dass eine mangelde Attraktivität durch angepasstes Renteneintrittsalter fast gar keine merklichen Auswirkungen haben dürfte.

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spon-facebook-10000012354 17.11.2018, 14:15
69. Vorbild Israel

Kaum ein Land ist so auf die Mobilisierung der Armee angewiesen wie Israel. Allerdings gilt selbst dort: Auf die Wehrpflicht folgt ein Monat Reservedienst (Miluim) pro Jahr; bei Männern bis zur Vollendung des 42. Lebensjahres (oder des 51. bei Offizieren) und bei Frauen bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres. Nicht alle Frauen und Männer werden jedes Jahr zu Reservediensten eingezogen, jedoch ein sehr großer Teil. Da Israel leider viele Kriege führen musste, dürfte dies das Maximum sein was man Soldaten zumuten kann. Die Pläne von Scholz gehen völlig an der Realität vorbei. Im heutigen Krieg gibt es keine Garantie, dass Heereslogistiktruppen nicht plötzlich in Gefechte verwickelt werden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Israelische_Verteidigungsstreitkräfte

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