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Bundeswehr-Skandal: Sex-Rituale bei der Kampfretter-Ausbildung
EPA/ REX/ Shutterstock

Ministerin von der Leyen muss sich mit einem neuen Bundeswehr-Skandal befassen: An einer Kaserne für Elitesoldaten in Pfullendorf wurden nach SPIEGEL-Informationen abscheuliche Ausbildungspraktiken und Gewaltrituale aufgedeckt.

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petrapanther 27.01.2017, 17:42
70.

Zitat von fisa_thul
muss im Ernstfall auch ziemlich hässliche Dinge durchleben. Wer da schon Probleme hat mit einem Wasserschlauch nassgespritzt zu werden ist da definitiv fehl am Platz. Hier werden Männer zum töten ausgebildet - es ist unsinnig hier die gleichen moralischen und politisch korrekten Maßstäbe anzusetzen wie bei anderen Berufsgruppen.
Sie sind also der Meinung, dass sexueller Missbrauch (denn darum geht es hier) bei der Ausbildung von Elitetruppen mit dazugehört? Verstehe ich Sie da richtig?

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diplpig 27.01.2017, 17:43
71. Wen wundert es?

Je elitärer und je militärischer desto eher entgleitet der Anstand. Das war schon immer so. Und im Krieg fallen die letzten Hemmungen. Warum wohl so viele Soldaten aus dem Einsatz traumatisiert zurückkommen? Die Ausbildung bei der Bundeswehr (in jedem Militär) ist die erste Vorstufe zur Verrohung. Meine 15 Monate Wehrdienst in einer Kampfpanzerkompanie waren weit entfernt von illegalen Praktiken, aber die "normale" Erniedrigung gehört doch zur Grundausbildung der gottgleiche Status zum Hauptfeldwebel.

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ergo-oetken 27.01.2017, 17:45
72. Gewalt als Job

In der Gruppe organisiert gewalttätig zu agieren, ist die Aufgabe von SoldatInnen. Dazu müssen viele Regeln des zivilen Miteinanders durch korpseigene ersetzt werden. Es wird dazu eine Art von Aggression aktiviert, wie sie auch innerhalb unserer überkommenen geschlechtsrollenspezifischen Sexualpraxis verbreitet ist. Prof. Rolf Pohl hat das in seinem Buch "Feinbild Frau" sehr treffend analysiert http://literaturkritik.de/id/9071. Rekrutieren Armeen dann auch noch sozial marginalisierte Personen, so wie das die Bundeswehr gerade tut, kommen zwei heikle Umstände zusammen: eine sexistische Tradition und unbewältigte psychosoziale Belastungsfaktoren. Nicht von ungefähr hat die Bundeswehr schon vor 20 Jahren begonnen, sich mit der Psychotraumatologie zu beschäftigen. Sollten wir unter den gegebenen Umständen noch mehr heikle Auslandseinsätze fahren, dann müssen wir auch in Deutschland mit Amokläufen rechnen, wie wir sie von Veteranen der US-Streitkräfte kennen.

Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von 9 Millionen Erwachsenen in Deutschland, die in ihrer Kindheit und/oder Jugend Opfer von schwerem sexuellen Missbrauch wurden

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ficino 27.01.2017, 17:45
73. Aha, die Ministerin

will mit den Inspekteuren ein ernstes Gespräch führen! Die Herren werden sich aller Wahrscheinlichkeit nach darüber halbtot lachen ... Im Grunde genommen sind solche haarsträubenden Vorgänge lediglich ein weiteres Beispiel dafür, dass der Laden immer disziplinloser wird und die Führungsebene offensichtlich in der Hauptsache damit beschäftigt ist, nette Orchideen-Themen nach oben an die gnädige Frau Ministerin zu melden, damit der nächste Karriere-Sprung gesichert bzw. nicht gefährdet ist. Was ist bloß aus dieser Truppe geworden ...

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carlitom 27.01.2017, 17:50
74.

Zitat von Lykanthrop_
Klingt wiedermal so, als wären allein Frauen Opfer dieser Erniedrigungen geworden. Ist es nicht vielleicht auch so, daß wenn einem Mann eine Tamponade in sein After eingeführt wird und er sich nackt filmen lassen, dies wird ebenso strafbar ist. Warum wird das Schlaglicht derart auf die Sexualisierung der Vorfälle gerichtet ? Zählt ein männliches Opfer weniger ein weibliches ?
Ich verstehe Ihr Problem nicht. Inwiefern sehen Sie da einen Unterschied? Es ist natürlich genauso ein sexualisiertes Verhalten, wenn es sich auf einen Mann oder auf eine Frau richtet. Glauben Sie, es hätte weniger mit sexueller Gewalt zu tun, wenn das Opfer ein Mann ist? Absurd.

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kuschl 27.01.2017, 17:50
75. @ carlitom #48

Woher haben Sie denn Ihre Weisheiten? Verwechseln Sie nicht eher Ihre gesunden Vorurteile mit der Realität? Ich habe beides hinter mir, die Bundeswehr und die Arbeit in der Wirtschaft, jetzt Freischaffender. Verhaltensgestörte habe ich im Beruf überall kennengelernt und der Anteil war im zivilen Wirtschaftsbereich sogar größer, zumal der Anteil mimosenhafter Muttersöhnchen, die die Bundeswehr wie die Pest gemieden haben, noch größer war. Mitleidlos waren die allerdings als Vorgesetzte, wenn sie dann endlich aus dem Hintern ihres Chefs herausdurften und etwas zu sagen bekamen. Heute bin ich in Auswahl und Ausbildung tätig und versuche die Arbeitswelt genau vor diesen Typen zu schützen.

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xyz890 27.01.2017, 17:51
76.

Mit der Abschaffung der Bundeswehr hat diese Sache nichts zu tun. Auch ist dies nichts was grundlegend institutions mäßig geduldet wird. Sicher das der Kommandeur der Kaserne letztens verantwortlich ist aber er kann auch nicht Alles wissen wenn es ihm nicht von den Untergebenen angetragen wird. Die Unteroffiziere und Feldwebel die ja ein viel engeres Verhältnis zu den Mannschaftsgraden haben, hätten es sehen und dagegen handeln müßen. Auch sind vielleicht die Vertrauensleute der Soldaten mehr gefragt. Letztlich spiegelt aber ein solches Verhalten nur unsere Gesellschaft wieder. Soldatische Professionalität und normales menschliches Benehmen ist anders als in dem Vorfall geschildert.

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fabianw83 27.01.2017, 17:51
77. Warum die Aufregung?

Ja, natürlich sind das abscheuliche Dinge! Aber die gekünstelte Aufregung der üblichen Kommentatoren ist doch mehr als lächerlich und zeigt mal wieder wie wenig Kenntnisse vorhanden sind.
1. Skandal wurde gemeldet und es wurde dem nachgegangen. Das zeigt, dass Niemand Angst zu haben brauch Missstände aufzudecken und es wird auch nichts vertuscht.
2. Konsequenzen wurden gezogen: Schuldige Soldaten wurde sehr schnell entlassen und die oberste Führung der Kaserne versetzt.

Die alleroberste zivile und militärische Bundeswehrführung hat sich eingeschalte und ist professionell damit umgegangen. Davon können sich einige Behörden und Unternehmen einiges abgucken.
Sicherlich nicht vergleichbar, aber bei VW wird aktuell gegen Winterkorn ermittelt, denn dort heißt das Motto vertuschen und unter den Teppich kehren.

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kael 27.01.2017, 17:51
78. Wenn ich den Artikel so lese...

Einige Foristen verweisen darauf, dass individuelle Härte und Brutalität nötig und richtig sind, um das Überleben der Soldaten zu sichern.

Wenn ich aber den Artikel lese, entsteht bei mir der Verdacht, dass es nicht um "Härte" geht, die sich die Soldaten während der Ausbildung angedeihen lassen sollen sondern um reine Lust, seine niedrigsten Instinkte an seinesgleichen zu befriedigen und auszuleben. Das ist abscheulich und indiskutabel.

Härte gegen sich selbst und andere muss ein Soldat vermutlich lernen. Und das geschieht auch. Aber dafür ist ausgebildetes Personal vorgesehen, nicht aber ein primitiver Mob, der dies zur eigenen Befriedigung tut.

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varesino 27.01.2017, 17:52
79. Wir schicken junge Menschen als Soldaten in den Krieg

was glaubt man denn in Berlin werden sie dann erleben?

Solche Vorgänge gehören zum Militär, wie das Stube putzen.

Aber richtig, solche Vorgänge in einer Kaserne kann man nicht dulden. Alle Beteiligten gehören entlassen, sie tauchen dann ganz sicher bei zivilen Sicherheitsfirmen auf und machen dort weiter. Und dann ....

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