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Bundeswehr-Skandal: Von der Leyen entschuldigt sich bei ihren Generälen
DPA

Im Skandal um den rechtsextremen Soldaten Franco A. startet Ursula von der Leyen ein Entlastungsmanöver: Nach SPIEGEL-Informationen bedauerte die Ministerin vor Bundeswehr-Führungskräften ihre öffentliche Kritik an der Truppe.

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check671 05.05.2017, 14:05
80. Drauf gehauen

Das der Posten als Verteidigungsministerin ein Schleudersitz sein würde war klar und sicherlich genau einkalkuliert von der Kanzlerin. Eine mögliche politische Rivalin sollte über Jahre hinaus ins kritische Rampenlicht aller Parteien und Medien gestellt werden. Und dieser Wunsch wird ihr allseits (auch von SPON) erfüllt! Eine hochintelligente, auch sozialpolitisch engagierte Frau soll nun an allem Schuld sein, u.a. wenn Flugzeuge nicht fliegen, Gewehre Mängel aufweisen, oder ein einzelner Bundeswehroffizier zum Terroristen mutiert! Natürlich musste sie Kritik üben, nachdem bekannt wurde das rechte Gesinnung innerhalb der Offziersloge ignoriert wurde. Hätte sie das nicht getan hätten ihr genau die gleichen Leute "Herunterspielen von Problemen" und "aggressives Wegschauen" vorgeworfen. SPON sollte sachlich bleiben und nicht in genau die gleiche Kerbe hauen.

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auweia 05.05.2017, 14:19
81. Bitte um Vergebung

Zitat von Maßwerk
disqualifiziert sich durch Ihre Ausfälle in Richtung a)Waldorferziehung und b)Psychotherapie. Denn bei a) läuft Erziehung stringenter und konsequenter ab, als allgemeine Fernseh- und Tratschklischees nahelegen. Außerdem for- dert der dauerhafte, berufsmäßige Umgang mit Kindern wohl ähnliche emotionale Stabilität wie bei Soldaten. Und bei b) behandeln Menschen eben diese vielen Soldaten, deren Disposition nur durch professionelle Hilfe wieder hergestellt werden kann.
Nichts liegt mir ferner als Waldorferzieher oder Psychotherapeuten zu verunglimpfen - dies sind sehr ehrenwerte und wichtige Berufe. Und, wie sie richtig schreiben, trägt die Psychotherapie viel dazu bei, gerade Soldaten- etwa in PTSB-Situationen - zu helfen.
Mir ging es lediglich um die Verdeutlichung eines ganz anderen Umgangs- und Arbeitsstils in der Ausbildung, dem Umgang zwischen verschiedenen Hierarchieebenen und der Arbeit in Extremsitutationen. Letzteres ist für Soldaten ein Gefechtseinsatz, genau hierfür trainieren sie. Hier hat sich das - zugegeben - autoritäre System von Befehl und Gehorsam als sinnvoll erwiesen ( natürlich temperiert durch "Innere Führung" um Exzesse und Kadavergehorsam zu vermeiden.) Aber dieser Ansatz ist halt sehr "unzivil" und wirkt auf Aussenstehende ohne Bezug zum Militär sehr fremd.

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besonders_wachsam 05.05.2017, 14:28
82. Unerhörte Beleidigung

Zitat von garfield53
Warum soll sie sich entschuldigen? Es ist ja schon geradezu revolutionär von Frau v.d.L., das sie überhaupt die "Mauer des Schweigens", die olivgrüne Omerta, überhaupt wagt zu durchbrechen. In diesen rechtsextremen Saustall, welcher in seinen Anfängen nie wirklich "entnazifiziert" wurde ( welches hohles Wort ), ganze Generationen von Offizieren und Soldaten vom faschistischen Geist ehemaliger Wehrmachtsoffiziere und Unteroffiziere geprägt wurden. Nur um im Kalten Krieg eine zuverlässige Truppe in der NATO zustellen und alle westlichen Partner sahen weg. Und der Geist soll sich "biologisch" bedingt, verflüchtigt haben? Selten so gelacht! Es gibt heute noch Kasernen mit Namen ehemaliger faschistischer Generäle und viele Kriegsschiffe mit faschisitschen Namen verschwanden erst mit der Ausmusterung in den letzten Jahren und an vielen Standorten wird noch faschistische Traditionspflege betrieben. Und das in den Standorten in den Kompanien und Freizeitbereichen "Landsertraditionen" gepflegt wurden, ist ja kein Geheimnis, aber das die Zustände noch heute 2017, in Freizeiteinrichtungen und auf Kompaniefluren in einigen Kasernen herrschen, macht nicht nur fassungslos sondern auch wütend und die Vertuschungs- und Verharmlosungsorgie der militärischen Führung und ihrer politischen Freunde muss drastische Konsequenzen haben. Wir müssen uns nicht über angebliche islamische oder klerikal-religiöse Netzwerke in Deutschland aufregen und bewußt und vorsätzlich alles "Fremde" als Gefahr zu stigmatisieren. Wir Deutsche haben unser eigenes hausgemachtes rechtsnationalisitsches und faschitisches Problem, bis mitten in alle Bereiche der Gesellschaft, auch der Bundeswehr und der Polizei, die Justiz dabei nicht zu vergessen. Wie kann es sein, das zum Beispiel beamtete Lehrer und Richter mit stramm rechtsnationaler Überzeugung den Schutz des Beamtenstatus geniesen und als "beurlaubte" Politiker ihrer radikalen neofaschistischen Gesinnung öffentlich Stimme geben können, ungestraft, mit der Aussicht, wenn sie scheitern, wieder auf unsere Kinder und die Bevölkerung losgelassen zu werden? Heute 2017! Ein Albtraum! Und dann wundert man sich über rechte Netzwerke bei der Bundeswehr?
Sie sollten sich schämen die Bundeswehr als Zitat: "rechtsextremen Saustall" zu bezeichnen. Das ist eine Pauschalbeleidigung Aller die dort jemals ihren Dienst verrichtet haben oder es noch tun, dieser Diskussion unwürdig und eine verachtenswerte Lüge Ihrerseis. Es gibt bei den Streitkräften, in der Justiz oder in vielen anderen Bereichen rechtsradikale Tendenzen, das ist unbestritten. Und diese müssen auch aufgeklärt weren. Aber das rechtfertigt niemals diese bösartige Pauschalverunglimpfung. Mit dieser unerhörten Art könnte man auch behaupten alle ehemaligen Bürger der DDR seien Stasi-Verbrecher, jeder weiss das dies nicht simmt.

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M. Vikings 05.05.2017, 14:32
83. Es gibt keinen Grund sich zu entschuldigen.

Schließlich haben wir es hier mit einem besonderen Fall zu tun.
Wenn eine derartige Führungsschwäche
in dieser Kaserne stattfindet liegt die Vermutung nahe,
dass soetwas auch in anderen Kasernen passieren kann.

Die deutsche Kaserne in Illkirch-Graffenstaden
liegt auf französisches Hoheitsgebiet.
Das dort stationierte Jägerbataillon 291 dem Franco A. angehört
ist Teil der Deutsch-Französischen-Brigade.

Die Militärakkademie Saint-Cyr bei der Oberleutnant Franco A.
Ende Dezember 2013 seine erste Masterarbeit einreichte,
ist die Offiziersschule des französischen Heeres
mit einer großen Tradition.
Sie wurde durch Napoleon im Jahre 1802 in Fontainebleau gegründet.
Zu den Absolventen gehörten u.A.
R.Bonaparte, de Lattre de Tassigny, Pétain und de Gaulle.
Und natürlich ist dort der französische Militärgeheimdienst tätig.

Spätestens seit der ersten Masterarbeit
ist Franco A. bei denen natürlich auf dem Radar.
Wie dumm muss man sein anzunehmen
man könne das auf Bataillonsebene unter den Tisch kehren,
ohne nach dem Gutachten den MAD zu informieren.

Am französischen Nationalfeiertag
nehmen Teile der Deutsch-Französischen-Brigade
an der Parade in Paris auf der Avenue des Champs-Élysées teil.

Spätestens wenn Franco A. auf der Liste
der teilnehmenden Soldaten erschienen wäre,
was durchaus im Bereich des möglichen liegt,
wäre der französische Militärgeheimdienst
beim Brigadestab vorstellig geworden.

Oder glaubt hier ernsthaft jemand,
dass die Franzosen so eine Vogel überhaupt nur in die Nähe
der international hochrangig besetzten Ehrentribüne lassen.

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coyote38 05.05.2017, 14:32
84. Ganz im Gegenteil ...

Zitat von CSc5911
Sie meinen also, das wäre ein Haufen weinerlicher Weicheier, denen man nicht geradeaus sagen kann, wo etwas falsch läuft, ohne gleichzeitig zu betonen, dass sie ja eigentlich ganz prima sind? Ehrlich gesagt, ich glaube das ganz und gar nicht. Und wäre die Ministerin von Beginn an davon ausgegangen, hätte sie imho genau den falschen Ton angeschlagen. Ich denke eher, dass die mit der Kritik der Ministerin tatsächlich gemeinten Militärs mit Haltungsproblem versuchen, allen anderen weiszumachen, sie seien ebenfalls "pauschal kritisiert" worden, damit die eigentliche Kritik aus dem Fokus gerät und statt dessen über den "Stil" der Ministerin geredet wird. Ihr Umgang DAMIT wiederum zeigt allerdings Souveränität und großes diplomatisches Geschick.
Man kann Soldaten SEHR hart kritisieren ... und die sind auch SEHR "hart im Nehmen". Und wenn die Sachlage das erfordert, dann ist klare und eindeutige Kritik auch UNABDINGBAR. --- HIER jedoch geht es um eine Frage von "Stil und Form". Frau Ministerin ist immer schnell zur Hand mit markigen Worten, solange sie glaubt, damit die journalistische "Lufthoheit" gewinnen zu können. Im vorliegenden Fall hat sie es innerhalb EINES Tages geschafft, einen OFFENEN Brief an "ihre" Bundeswehr zu schreiben und damit 180.000 Soldaten und 52.000 Zivilisten undifferenziert "in die Pfanne zu hauen". Nachdem ihr diese Vorgehensweise politisch und auch militärisch "um die Ohren zu fliegen beginnt", stellt sie sich nicht etwas vor die gleichen 180.000 Soldaten und 52.000 Zivilisten und sagt "Sorry. Shit happens", sondern eiert hinter verschlossenen Türen vor der Generalität rum ... wobei sie sich selbst DABEI nicht für ihre Wortwahl und Vorgehensweise entschuldigt, sondern lediglich dafür, dass es "pressemäßig falsch rübergekommen" sei ... und sogar das nur im Konjunktiv. --- Es gibt eine ganze Menge "platter Sprüche" bei der Bundeswehr. Einer davon lautet "Verantwortung ist unteilbar." Das, was die Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt gegenwärtig vollzieht, hat NICHTS mit der Übernahme von Verantwortung zu tun, sondern erschöpft sich gleichermaßen in politischem Aktionismus wie dem Versuch politischer Schadensbegrenzung zum Selbstschutz. In die Erstbeurteilung eines Unteroffizieranwärters würde man bei einem solchen Verhalten den abschließenden Satz "Die Eignung zum Vorgesetzten ist gegenwärtig nicht erkennbar" hineinschreiben. --- Der amerikanische Oberkommandierende im Irak-Krieg (Operation "Desert Storm"), General Norman Schwarzkopf, sagte einmal: "Führung beruht auf zwei Säulen: Vertrauen und Strategie. Wenn Du auf eine der beiden Säulen verzichten musst, dann verzichte auf die Strategie." Ursula von der Leyen hat auf die Säule "Vertrauen" verzichtet.

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Herbert B. 05.05.2017, 14:35
85. Das reicht nicht!

Entschuldigung bei den Generälen. Und bei den Unteroffiziersgraden und den Mannschaften?
Bei denen die gedient haben und im Zivilleben stehen? Bei den großartigen Menschen, die das Amt Blank und die Bundeswehr aufgebaut haben? Bei denen, die als Wehrmachtsangehörige schreckliches erlebt haben, keine Straftäter wurden, an keinen Verbrechen beteiligt waren und trotzdem sich wieder für den Aufbau von Heer, Luftwaffe und Marine zur Verfügung stellten?
Eine Ministerin sollte zuerst die Fakten prüfen, bevor Schnellschüsse abgefeuert werden. Wer die Ministerin erlebt weiß, dass sie eine flotte Zunge hat, gerade in Talk-Shows wo sie ja ein mehr oder weniger gern gesehener Gast war.
Die Ministerin hat seit ihrem Amtsantritt viel Staub aufgewirbelt, nur sauber wurde das "Gebäude" nicht.
Nich funkionierende Waffen, die dann doch funktionierten, juristischeche Niederlage beim G 36.
Unsinnige Vorschläge für Teilzeitarbeit (natürlich nach Abstimmung mit dem Feind). Usw.
Ich hoffe, nach der BTW ist Schluß, es sind ja mit der großen Sommerpause eigentlich nur noch weniger als 4 Monate, dann sollte die Dame ins Familienministerium wechseln oder Arbeit und Soziales übernehmen.

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freigeistiger 05.05.2017, 14:38
86. vd Leyen liegt richtig

In den Medien wird fälschlicherweise kolportiert, als gäbe es als Problem nur einen rechtgerichteten Soldaten. Davor sind etliche Misshandlungen öffentlich geworden. Sowohl in der Anzahl der Fälle, als auch in der Breite. Als Ministerin ist sie nicht direkte Vorgesetzte in einer Kaserne im Irgendwo. Das Fehlverhalten und die Versäumnisse lagen auf vielen Führungsebenen. Öffentlichkeit herstellen ist ein massives Mittel, um im Dunkeln blühende Übergriffe aus der Anonymität zu holen. Und damit zu unterbinden. Wer das kritisiert und versucht diese Übergriffe und Misshandlungen von Menschen unter den Tisch zu kehren, beteiligt sich an zukünftigen Vorfällen dieser Art.

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Maßwerk 05.05.2017, 14:49
87. Garant für

Zitat von auweia
Nichts liegt mir ferner als Waldorferzieher oder Psychotherapeuten zu verunglimpfen - dies sind sehr ehrenwerte und wichtige Berufe. Und, wie sie richtig schreiben, trägt die Psychotherapie viel dazu bei, gerade Soldaten- etwa in PTSB-Situationen - zu helfen. Mir ging es lediglich um die Verdeutlichung eines ganz anderen Umgangs- und Arbeitsstils in der Ausbildung, dem Umgang zwischen verschiedenen Hierarchieebenen und der Arbeit in Extremsitutationen. Letzteres ist für Soldaten ein Gefechtseinsatz, genau hierfür trainieren sie. Hier hat sich das - zugegeben - autoritäre System von Befehl und Gehorsam als sinnvoll erwiesen ( natürlich temperiert durch "Innere Führung" um Exzesse und Kadavergehorsam zu vermeiden.) Aber dieser Ansatz ist halt sehr "unzivil" und wirkt auf Aussenstehende ohne Bezug zum Militär sehr fremd.
"zivilisierte" Zustände in einer Armee ist m. E. die Verankerung der
Soldaten im "normalen" Leben z.B. als Väter und Mütter, so entsteht,
bei allen Härten, auch im Gefechtseinsatz eher ein Blick dafür, wo
über die Auftrageserfüllung hinaus, Grenzen zur reinen Machtausü-
bung überschritten werden. Genau diese Erdung ist im allgemeinen,
ab einem gewissen Lebensalter und Dienstgradbereich, gegeben und
sorgt für eine Art Regulativ im Zusammenspiel mit jungen, teils noch
hitziger und unbedachter agierenderen, Soldaten.
Für die Sinnhaftigkeit von Befehl und Gehorsam im Einsatz, kann nicht
die Anmutung auf Außenstehende der Maßstab sein.

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obruni.ningo 05.05.2017, 14:50
88. Absolut fatal

Die Ministerin diffamiert pauschal alle Soldaten dieser Republik und entschuldigt sich dafür (vielleicht) bei den Generälen. Wirklich? Was denkt der Mannschaftsdienstgrad, lang gediente Unteroffizier oder junge Offizier darüber?

Nach Jahren im Amt versteht Frau von der Leyen immer noch nicht, dass die BW einen Querschnitt der gesamten Bevölkerung darstellt. Bei z. B. 10% AfD Anhängern wird man sowas auch bei den Soldaten finden. Die BW gehört nun mal weder den Rechten noch den Linken. In meinen 12 Dienstjahren als Offizier bis 1986 gab es auch schon Links- wie Rechtsorientierte und ein paar, die es übertrieben. Genau wie beim Rest der Gesellschaft. Warum ist es ein Haltungsproblem aller Soldaten, wenn sich ein konspirativ handelndes Element mit kriminellen Absichten in die Truppe einschleicht?

Liebe Frau Ministerin, Ihr Job ist hart, aber in erster Linie am Wohl der Soldaten zu orientieren. Sie haben total versagt. Die Wähler sollten das bitte nicht so schnell vergessen.

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nützlicher Idiot 05.05.2017, 14:52
89. Warum wundere ich mich nicht....

.... darüber das Frau VdL jetzt heftig durch die hohen Wellen die sie schlug zurückrudert. Wie müssen sich die Soldaten fühlen, die vor Jahren noch "potentielle Mörder" genannt wurden und jetzt pauschal unter Naziverdacht gestellt werden. Das ist mit einer Entschuldigung nicht mehr zu kitten. Ich vermute jetzt wird auf Zeit gespielt und heftig nach Mittätern und Verantwortlichen gesucht solange bis die Medienwelt einen neuen Skandal hat, der vom jetzigen ablenkt. Danach geht es weiter wie gehabt. Die wahren Probleme die durch den Wegfall der Wehrpflicht verursacht wurden und die die Truppe selbstständig bewältigen und lösen muss, werden- oder will man wieder nicht sehen.

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