Forum: Politik
Bundeswehr: Traumatische Störungen bei Soldaten bleiben oft unentdeckt
DPA

Deutlich mehr Bundeswehr-Soldaten als bislang angenommen leiden unter Belastungsstörungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des Bundestags. Sie zeigt auch: Jeder fünfte Soldat startet bereits mit einer Störung in den Auslandseinsatz.

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Eva K. 26.11.2013, 11:09
60. traumabewältigung per Durchhalteparole

Zitat von veritas31
Niemand bestreitet, dass so ein Einsatz haarig werden kann und durchaus Spuren hinterlässt aber trotzdem...Generationen von Männern und Frauen(!) haben weitaus schlimmeres mitgemacht und ihr Leben ohne Psychologen in den Griff bekommen.
Das bezweifle ich. Die Leute haben nur gelernt, mit der Zeit ihre Symptome zu kaschieren, um nicht aufzufallen. Aber es gibt genügend Gelegenheiten, bei denen das wieder hochkommt und zu allen möglichen Verhaltensauffälligkeiten führt.

Zitat von veritas31
Was machen denn bitte Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungssanitäter? Die sehen jeden Tag auf deutschen Straßen mehr Tod und Leid und die jammern auch nicht in dieser Masse.
Sie hören nur nichts davon, denn diese Leute lernen mit der Zeit, ihre Erlebnisse per Professionalität abzuspalten, aber weg sind die dadurch nicht. Es wird für alle diese Berufsgruppen inzwischen psychologische Betreuung angeboten, in Extremlagen auch direkt nach dem Einsatz. Wie stark das Angebot angenommen wird, ist allerdings nicht selten eine Frage, wie stark die jeweilige Berufsgruppen von Starker-Mann-Ideologie durchsetzt ist. Das dürfte bei der Polizei noch am stärksten der Fall sein. Gelichzeistig ist das aber auch die Berufsgruppe mit den meisten ramponierten Partnerschaften. Sowas kommt nicht von ungefähr.

Zitat von veritas31
Ein bisschen mehr Selbstdisziplin kann nicht schaden.
Stell dich nicht so an! Reiß dich am Riemen! Ein Indianer kennt keinen Schmerz! Was uns nicht umbringt, macht uns nur härter! Noch mehr dumpfe Durchhalteparolen gefällig? Es wäre besser, wenn diese statt diesen Parolen zu folgen, traumatisierte Menschen besser zum Therapeuten oder Seelsorger gingen, um dort richtige Strategien zur Traumabewältigung zu lernen. Die Parolen können Sie immer noch bringen, wenn Sie sich mal in den Finger geschnitten haben.

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woeschelterjong 26.11.2013, 11:15
61. bugs bunny

Der Name sagt vielleicht schon einiges aus; ein Häschen darf fern der Realität leben!!
Ein Hase braucht ja auch kein Gewehr zu tragen, darf sich im Falle eines Falles aber hinter den waffentragenden Soldaten verstecken. Solange darf er natürlich auch den Soldaten die ihnen gebührende Anerkennung verweigern! Dafür ist er schließlich ein Hase!!

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seewolf 26.11.2013, 11:23
62. Erstaunlich...

...wie viele der Kommentatoren nicht den geringsten Schimmer haben, wss PTBS ist und trotzdem fleißig Beiträge schreiben. Es dreht sich nicht darum, dass man zu "weich" für einen Kriegseinsatz ist oder "den falschen Beruf" gewählt hat. Viele (vermutlich sogar ein Großteil der Betroffenen) zeigen während des Einsatzes keine Symptome und üben ihren Beruf ohne Probleme aus. Die Symptome treten erst nach der Belastung auf. Daher auch "post" (Lateinkenntnisse oder Google helfen). Und darunter leiden nicht "Weicheier" sondern gestandene Männer und Frauen, die zum Teil schon an mehreren Einsätzen teilgenommen haben. Übrigens sind Rettungssanitäter und Feuerwehrmänner seltener betroffen, weil es bei einer PTBS nicht darum geht, dass man einen Verletzten oder Toten gesehen hat. Also: Erst informieren, erst dann das Gehirn auf die Tastatur kotzen lassen. (bugs bunny, veritas und Konsorten)

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dimmuborgir 26.11.2013, 11:31
63. Volkssturm

Zitat von flaviussilva
Die Bundeswehr leidet inzwischen so unter Personalmangel, das sie einfach nicht mehr wählerisch sein kann wenn es darum geht wer an die Front .....
Ich habe aus purem Jux neulich mal eine Anfrage in einem Fragen/Antwortchat der BW gemacht ob es noch möglich wäre mit 45 den freiwilligen Wehrdienst zu leisten.
Anwort: Ja!
Einzige Einschränkung, man durfe nicht schonmal Zeitsoldat gewesen sein und halbwegs körperlich fit sollte man auch sein.
Ich war baff!
Das einzige was mir dazu noch einfiel war das Wort "Volkssturm".
Leute denen ich das erzählte, wollten mir nicht glauben.
Einer hat das Experiment wiederholt weil er das für unmöglich hielt und war entsetzt als er eine ähnlich positive Antwort auf die Frage im BW Frage/Antwort Chat erhielt.
Hier auf Spon hab ich mir auch einen Film über die Ausbildung von Rekruten angesehen. Auch da war ich entsetzt. SO bildet man keine Soldaten aus. Eine Armee ist kein Ponyhof und Krieg keine Kirmes.
Gegen die Ausbildung der Marines, erst recht der franz. Fremdenlegion kann man das nur als Ringelpietz mit Anfassen bezeichnen.

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flaviussilva 26.11.2013, 11:35
64. Antwort

Zitat von postbote101
Eine Mitschuld für psychisch belastete Soldaten, liegt an unserer achso friedliebenden Gesellschaft. Heuchlertum!
Warum, nur weil der Hurrapatriotismus seit 1914 tot ist ?
Zitat von postbote101
Auf der einen Seite schickt unsere Gesellschaft Soldaten in den Krieg und während die ihren Kopf herhalten, wird in Foren, TV Talkshows und Print Medien über sie hergezogen. Soldaten müssen sich als Mörder beschimpfen lassen und im übelsten Fall, was auch hier im Forum öfters schon vorgekommen ist, werden Gefallene auch noch verspotet.
Nicht die Gesellschaft schickt sie in den Krieg, die Regierung tut es,
gegen den Willen von ca. 2/3 der Bevölkerung also der Gesellschaft.
Und niemand ist gezwungen dorthin zu gehen !
Zitat von postbote101
Die schäbige deutsche Doppelmoral ist Mitschuld daran, daß unsere Kriegsheimkehrer sich nicht mehr trauen, offen über ihre Probleme zu sprechen. Das traurige daran - diejenigen die beleidigen, verhöhnen und verspoten, interessiert nicht was sie überhaupt anrichten. Stattdessen wird, dank Internetanonymität, weitergemacht.
Nochmal, sie waren nicht gezwungen in den Krieg zu ziehen und die
Bevölkerung hat jeden dieser Kriege zu 2/3 und mehr abgelehnt !

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jan. 26.11.2013, 11:45
65. Verehrter Mitforist.

Zitat von dimmuborgir
Ich habe aus purem Jux neulich mal eine Anfrage in einem Fragen/Antwortchat der BW gemacht ob es noch möglich wäre mit 45 den freiwilligen Wehrdienst zu leisten. Anwort: Ja! Einzige Einschränkung, man durfe nicht schonmal Zeitsoldat gewesen sein und halbwegs körperlich fit sollte man auch sein. Ich war baff!
Warum waren Sie baff? Mit Sicherheit gibt es weitere Einschränkungen für Sie, die Ihnen dann der Truppenarzt bei der Musterung aufzeigen wird. Das Einzige, was Ihr Kommentar zeigt, ist ihr Selbstbild! Mein Vater ist 60 und läuft 2x die Woche 10Km in Topzeit. Es ist doch kleine Altersfrage, ob man mit 45 noch in den Wehrdienst darf oder nicht! Sie sind vielleicht zu unsportlich und wissen das, andere vielleicht nicht! Lebenserfahrung kann man teilen und somit profitiert doch auch die Armee! Die Bundeswehr hat das modernste und effektivste Führungssystem der Welt - geerbt von der Wehrmacht. Die Auftragstaktik. Damit ist sie Armeen wie der US Army weit voraus. Was Sie aus dem TV kennen, ist entweder Schikane ohne Ausbildungswert (gibts bei uns mit Recht nicht!), oder die Ausbildung von Spezialeinheiten! Vermischen Sie doch nicht Äpfel und Birnen!

Für alle Interessierten: Studie: Deutsche Soldaten psychisch vorbelastet - Politik - Süddeutsche.de

Dort steht unter anderem geschrieben, dass die Soldaten vor den Einsätzen psychisch sehr viel gesünder sind (jeder 5. belastet), als der Rest der Bevölkerung jeder 3. belastet). Das Verschweigt SPON natürlich, sonst wäre es ja kein Reißer mehr.

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carlitom 26.11.2013, 11:45
66. Anerkennung

Zitat von woeschelterjong
Solange darf er natürlich auch den Soldaten die ihnen gebührende Anerkennung verweigern!
Wer legt denn fest, wem eine Anerkennung "gebührt"? Sie? Ich sehe das anders und werde niemals einem Menschen, der bewusst den Beruf des Soldaten wählt und damit einverstanden ist, Menschen mit Absicht zu töten, Anerkennung schenken.

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woodeye 26.11.2013, 11:49
67. Rat eines selbst Betroffenen,

der zu den Lebenserfahrenen gehoert, nicht gerade hart gesotten, aber auch kein Weichei ist, und seit 5 Jahren seine extremst erlittenen Traumata selbst in den Griff zu bekommen versucht. Bestes Mittel sind Gespraeche und entsprechend menschliches Verstaendnis, gleichzeitig sich fragen, wie Millionen anderer Betroffener, ueber die Generationen hinweg, eine Verarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse wohl geschafft haben moegen. Bei alledem seine eigene Wichtigkeit weniger betonen und bereit sein, auch selbst etwas zu erleiden und auszuhalten (nicht immer nur die anderen!). Daraus waechst "kompensierende Seelenstaerke". Anders ausgedrueckt: Betroffene sollten ihre Traumata als Chance begreifen, tiefer ins harte und brutale Leben eingedrungen und damit kompetenter zu sein sowie letztlich bereichert ist um einen enorm grossen "Sozial-Resonanzboden". Kurzum: Aus Sch...sse Gold machen" und diese FORMEL im eigenen armseligen Leben konsequent anwenden.

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flaviussilva 26.11.2013, 11:51
68. Antwort !

Zitat von dimmuborgir
Ich habe aus purem Jux neulich mal eine Anfrage in einem Fragen/Antwortchat der BW gemacht ob es noch möglich wäre mit 45 den freiwilligen Wehrdienst zu leisten. Anwort: Ja! Einzige Einschränkung, man durfe nicht schonmal Zeitsoldat gewesen sein und halbwegs körperlich fit sollte man auch sein. Ich war baff! Das einzige was mir dazu noch einfiel war das Wort "Volkssturm". Leute denen ich das erzählte, wollten mir nicht glauben. Einer hat das Experiment wiederholt weil er das für unmöglich hielt und war entsetzt als er eine ähnlich positive Antwort auf die Frage im BW Frage/Antwort Chat erhielt. Hier auf Spon hab ich mir auch einen Film über die Ausbildung von Rekruten angesehen. Auch da war ich entsetzt. SO bildet man keine Soldaten aus. Eine Armee ist kein Ponyhof und Krieg keine Kirmes. Gegen die Ausbildung der Marines, erst recht der franz. Fremdenlegion kann man das nur als Ringelpietz mit Anfassen bezeichnen.
Da in jeder Umfrage 2/3 und mehr der deutschen Bevölkerung gegen
Auslandseinsätze der Bundeswehr sind, wird sich dies langsam aber
sicher auch in der Regierung rumgesprochen haben.

Da man gegen eine solche Mehrheit schlecht anregieren kann, ist das
downgraden der Bundeswehr wohl politisch gewollt, so wird man
wohl von Anfragen der Verbündeten nach Beistand verschont oder
man kommt mit einem Beistandsscheck davon !

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iwbas 26.11.2013, 11:52
69.

Zitat von stefansaa
Sie können ja mal Ihre Opas, Onkels und Omas und Tanten fragen wie viele sich nach dem Krieg erhängt haben oder ob es in der Gegend ein paar "merkwürdige" Leute gab. Die Verrückten wurden damals ja massiv ausgegrenzt. Diejenigen die durchgedreht sind, hatten keine Chance gesellschaftlich anerkannt zu werden. Die wurden weggesperrt, fixiert und ruhig gestellt. Sicherlich haben einige das gut verkraftet, andere weniger. Das Dilemma ist nur, dass diejenigen die es nicht verkraftet haben und entsprechende psychische Krankheiten davon getragen haben, entweder ausgegrenzt oder sich selbst zurück gezogen haben. Sie können sich das aber weiterhin damit erklären, dass Ihre Familie so hart ist und alle die anderen auch...
wie ich bereits sagt, ist mir durchaus bewusst, dass dies eine schwere Krankheit ist. Es gibt welche, die Gefahr laufen daran zu erkranken und andere nicht. Man soll diesen Menschen die Hilfe geben, um dieses bestmöglich behandeln zu können. Meine Frage bezog sich eher auf das Erlebte der heutigen Zeit mit der damaligen. Wenn heute im Afghanistan Konflikt derartige Prozentzahlen auftreten, muss ja die Frage gestattet sein, wieviele Menschen damals dieses hätten haben müssen. Natürlich gab es damals nicht die entsprechenden Möglichkeiten, dies zu behandeln bzw. war mitunter auch nicht gewollt. Es gab auch keine genauen Zahlen. Damals wäre es wohl auf Grund der Zeit auch anders definiert worden, sonst hätte dies wohl vom Kleinkind bis zum Greis jeder gehabt. Die jetzige Definition der Krankheit beruht ja auch definitiv auf dem heutigen Stand der Wissenschaft. Daher will ich mich nicht so verstanden wissen, als würde ich das Krankheitsbild als Humbug abtun. Ich frage mich nur ob wir als Genration der Kinder und Enkel dann nicht mehr von dieser Krankheit hätten bemerken können und müssen. Das hat nichts mit Härte zu tun. Ich habe es in diesem Fall so nicht. Natürlich hat man nicht gern darüber gesprochen. Ich kann mich jedoch seit meiner Kindheit nicht daran erinnern, dass mir aus meinem Verwanden- und Bekanntenkreis diese Fälle der "Merkwürdigen" so aufgefallen bzw. bekannt waren. Vielleicht hatten diese Menschen ja auch einfach nur Glück, dieses Syndrom nicht zu haben.

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