Forum: Politik
Burka-Debatte: Totalitarismus der Aufklärung

Wer in der Öffentlichkeit bestimmte Kleidungsstücke verbietet, begibt sich auf einen gefährlichen Weg: Die Sittenpolizei ist dann bald überall.

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tuvalu2004 29.08.2016, 14:09
1. Jep - so isses

Entweder ist es ein verfassungsfeindliches Symbol, oder die Verbieter sollen sich in den Keller scheren.

Dazwischen gibt es das Grundgesetz.

Wir können auch Business-Kleidung verbieten, hochhackigen Schuhe, Iro-Haare oder Thor Steiner Klamotten. Hanfblätter auf T-Shirts oder den Minirock. Für alles lassen sich Gründe finden, auch feministische, politische, kriminelle. Aber all das steht uns nicht zu - das Grundgesetz ist dazwischen. Fertig.

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DougStamper 29.08.2016, 14:23
2. Vor rund 2 Jahren

Waren ihre Kommentare alle so wie dieser. Nicht zwanghaft an eine politische Position gebunden sondern sachlich aber gleichzeitig präzise und bissig. Dann kamen die Flüchtlinge und sie verkamen zum Hofberichterstatter der CSU. Nunmehr finden Sie dahin zurück wo sie hingehören. Viele wahre Worte die weder links noch rechts einzuordnenden sind, sondern lediglich einen Sachverhalt demokratisch einordnen. Ich stimme ihrem Beitrag 100 %ig zu. Danke dafür.

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Tevje 29.08.2016, 14:23
3. Nee-nee,

Herr Fleischhauer, diesmal kann ich Ihnen nicht zustimmen. Es geht nicht um religiöse Selbstbestimmung, sondern um religiöse Fremdbestimmung, indem der Hälfte der Gläubigen -den Frauen- bestimmte Kleidungsstücke aufgezwungen werden, bei Strafandrohung, z.B. im Iran, in Saudi Arabien, in Provinzen Indonesiens. Diejenigen, die das freiwillig tragen, sind eine verschwindend kleine Minderheit. Darüber hinaus ist die Burka und ihre anderen regionalen Varianten Integrationshemmnisse: in Westeuropa trägt "man" seinen Glauben nicht offen und offensiv zur Schau, es sei denn man sei Mönch oder Nonne (und auch dann nicht immer und überall). Wer es tut, fällt auf und grenzt sich aus. Freiwillig oder unfreiwillig, Letzteres häufiger als Ersteres. Er bzw. sie demonstriert damit, dass sie sich eben nicht integrieren will. Ist für mich ok, solange die Situation besteht, die sie zum Flüchtling machte. Aber dann bedarf es keiner Integrationsbemühungen, es geht ja nur um einen temporären Aufenthalt aus guten Gründen. Was passiert, wenn man die Selbstausgrenzung länger toleriert sehen wir seit langer Zeit, wie beschrieben von Herrn Buschkowsky oder in Altenessen oder in diversen Vierteln deutscher Großstädte. Ich denke, diese falsche Toleranz und Tolerierung repressiver Sitten und Gebräuche fördert die Bildung von Parallelwelten, ist also Desintegration, statt Integration. Auch Sie, gerade Sie, sollten so etwas nicht fördern, weil die Bundeskanzlerin ihren Fehler nicht eingestehen will.

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Jamesteakirk 29.08.2016, 14:24
4. Nicht irgendein Kleidungsstück

Vielleicht sollte man Herrn Fleischhauer darüber aufklären, daß der Staat nicht anfängt, beliebige Kleidungsstücke nach Gusto zu verbieten, was er infamerweise so einfach suggeriert, sondern eine Tracht, die einer zutiefst frauenfeindlichen Kultur entspringt und eine extrem inhumane Bedeutung in sich trägt.

Da können die wohlmeinenden Burka-Damen noch so fabulieren über ihr Glück mit dem Kleidungsstück. Denn es gibt bekanntlich unzählige Verleugnungszustände und Selbsttäuschungen. Eine Burka ist kein Witz oder Accessoire, sondern die Botschaft, daß Frau nicht sexuell anziehend sein darf, sündig ist, anders behandelt werden muß als Männer etc.

Sie sagt übrigens noch so einiges mehr über die islamische Kultur aus, was ich hier allerdings nicht schreiben möchte, da ich nicht als "islamophob" gelten will.

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santoku03 29.08.2016, 14:24
5.

Gute gegeben, Herr Fleischhauer. Dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Wer mit solchen Verboten ankommt, ist um keinen Deut besser als die Scharia-Polizei.

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basecape-man 29.08.2016, 14:25
6. kluger artikel nix zu meckern und trotzdem...

finde ich ist es ein gutes recht sein unverständnis zum ausdruck zu bringen,wenn menschen die vor unterdrückung und gewalt in eine demokratie flüchten hier auch mit dem tragen der burka ihre verehrung und treue zum tiefsten islam ausdrücken.dem muss man nicht mit verbotsgesetzen gegenübertreten wohl wahr aber man muss es auch nicht still dulden.

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spon_2999637 29.08.2016, 14:25
7. Sehr schön!

Da bin ich der gleichen Meinung - wer hier einmal anfängt, wird nicht mehr aufhören können, bis wir eine vorgeschriebene Einheitskleidung haben, einen vorgeschriebenen Einheitsbartschnitt, -frisur, -meinung, -gedanken. Nach der Kleidungspolizei kommt dann letztlich die Gedankenpolizei. 1984 lässt grüßen (oder 1933?)...

Vielleicht sollten einfach mehr Leute diesen ach so schlimmen Symbolen ihre Bedeutung nehmen. So wie ein Hipsterbart nicht vom Salafisten zu unterscheiden ist, könnten ja auch luftig-beschattende lange Sommerkleider zum modischen Renner werden - auch für Christinnen oder Atheistinnen. Und mit welcher Ideologie mag man das nun wieder begründen? Das erinnert mich daran, dass man woh das Kopftuch immer wieder bei diversen Anlässen verbieten mag (für Lehrerinnen oder in öffentlichen Ämtern), dass aber Nonnen hingegen einen nicht minder bedeckenden Habit tragen dürfen - auch in Lehrfunktion an Schulen.

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tomxxx 29.08.2016, 14:25
8. Ich verstehe das mit der muslimischen Bademode auch nicht...

ich bin ja für die wehrhafte Demokratie. Die Burka gehört verboten, weil es das Konzept des Kleidungsstücks ist, alles was wir ein Partizipationsrechten kennen ausser Kraft zu setzen. Dem muss man klar entgegen treten. Aber einer erwachsenen Frau vorzuschreiben, dass sie sich halbnackt ausziehen muss... was soll da jetzt die Begründung sein? Der Menschenrechtsaspekt soll doch eine Teilhabe ermöglichen. Ob das in Schwimmbädern noch Hygieneregeln tangiert weiss ich nicht. Übrigens: Mädchen müssen meines Erachtens den Schwimmunterricht besuchen und zwar in passender Sportkleidung. ansonsten kann man sich die Sportnote schenken. Aber das ist eben Pflicht!

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sabato.74 29.08.2016, 14:26
9. Danke,

Herr Fleischhauer, es ist wichtig, dass Publizisten wie Sie, die sonst den Populisten gerne das Wort reden, sich in entscheidenden Fragen auf die Seite von Demokratie und Freiheit stellen.

In der Diskussion um die Verbote von Kleidungsstücken geht es nur bedingt um demokratische Werte. Es geht in allererster Linie um das Ausleben von Fremdenfeindlichkeit. Die Lage ist dermaßen aufgeheizt, dass sie schnell in Gewalt umschlagen kann. Deshalb ist es wichtig, dass auch Stimmen aus dem wertkonservativen Spektrum darauf hinweisen. Viele Leute sind anders als über Stimmen wie ihre gar nicht mehr zu erreichen.

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