Forum: Politik
Cannabis-Legalisierung: Die Regierung muss endlich dealen
REUTERS

Die Vorstöße zur regionalen Freigabe von Cannabis sind richtig - doch sie greifen zu kurz. Denn auch die bundesweite Legalisierung wäre sinnvoll. Es ist besser, die Realität zu regeln, als alte Ängste zu pflegen.

Seite 1 von 50
fridolin62 24.07.2015, 06:02
1. Hoher Wirkstoffgehalt

Nach allem, was ich weiß, ist der Wirkstoffgehalt von Cannabis heute viel höher als noch vor einigen Jahrzehnten. Sogar gentechnisch veränderte Pflanzen sollen im Einsatz sein, was ja bei Nahrungspflanzen von vielen Menschen vehement abgelehnt wird. Ganz unabhängig davon, wie man zu einer Legalisierung steht, fürchte ich, dass die Gefährlichkeit von Cannabis daher vielfach unterschätzt wird. Und eine, wie auch immer geartete. Legalisierung wird die Prävention bei Jugendlichen nicht gerade vereinfachen. Und im übrigen halte ich Kriminalisierung und Repression durchaus für ein legitimes Mittel des Staates unter anderen, um die Gesundheit seiner Bürger zu schützen. Bei Helm- und Gurtplicht beispielsweise wird auch dann ein Bußgeld fällig, wenn ich "nur" mich selbst gefährde. Ein demokratisch legitimierter Staat wird sich aus dem Leben der Bürger niemals völlig heraushalten. Und auch Zeichen setzen, welche Verhaltensweisen für die Gesellschaft wünschenswert sind. Drogenkonsum gehört meiner Meinung nach nicht dazu.

Beitrag melden
holgerkraeft 24.07.2015, 06:04
2. Ganz einfach mal...

... so nüchtern wie möglich recherchieren, warum Hanf als Nutzpflanze überhaupt verteufelt wurde. Warum z.B. Papier unbedingt aus Holz gemacht werden sollte. Wer waren die Profiteure dieser Entwicklung. Die Bevölkerungen der betreffenden Länder? Wohl kaum...

Beitrag melden
KJB 24.07.2015, 06:21
3. Volle Zustimmung

Es ist absurd das in Deutschland die 0,7 Liter Flasche Vodka für 3,99 Euro an jeder Ecke legal zu erwerben ist, der Cannabis Erwerb jedoch kriminalisiert wird. Staatlich kontrollierter Verkauf mit reinvestition der Gewinne daraus zu 100% in die Prävention plus eine ähnliche Regelung wie die Promillegrenze bei Alkohol im Straßenverkehr wäre eine sinnvolle Lösung.

Beitrag melden
mzwk 24.07.2015, 06:25
4. Das Katastrophale

ist nicht die Strafbarkeit der Kifferei, sondern die Verwaltungsakte der Behoerden in Bezug auf den Fuehrerschein.

Sobald es Anzeichen fuer Konsum gibt und man einen FS hat, wird man zum Nachweis von Drogenfreiheit gezwungen, bekommt ggf. noch den FS abgenommen, obwohl man NICHTS mit dem Strassenverkehr zu tun hat.

Ich erinnere an die Lehrerin, die in einem Taxi mit etwas Marijuana gestoppt wurde, der dann der FS abgenommen wurde. Sie ist nicht gefahren. Kann mir das jemand erklaeren?

Dabei ist die irrationale Angst die dies begruendet falsch: Studien bewiesen das es selbst nach dem Konsum kein erhoehtes Unfallrisiko gebe, eher ein niedrigeres.

Das erste was in diesem Lande passieren muss, ist das das aufhoeren muss.

Beitrag melden
grumpy53 24.07.2015, 06:30
5. legal, illegal, sch***egal

Vorausbemerkung: ich bin Laie. Habe mich weder in die Gesetzeslage der Länder eingelesen, in denen ein joint legal ist, nochkenne ich im Detail die konkrete Forderung, wie das hierzulande zu regeln wäre. Und ja, ich bin mir bewußt über die Folgen von Tabak und Alkohol.
Entkriminalisierung scheint ein sinnvolles Ziel. Und trotzdem glaube ich, dass der 14jährige, der meint das ausprobieren zu müssen, entweder einen dealer findet, der ihm irgendwas verkauft - oder einen leider wohlmeinenden Kumpel, der legalen Stoff besorgt, so wie er ihm auch aus dem Supermarkt die Falsche Billig-Vodka zum Vorglühen mitbringt. Wenn der Staat, bzw. die Apotheke den Stoff legal verkaufen würde - als Medikamentenersatz mehr als begrüßenswert - woher kommt das Zeug dann? Bauen wir also unter staatlicher Kontrolle Suchtmittel an, um zu verhindern, dass die so legal erworbene Ware frei von Düngungsmitteln, Pestiziden und Genmanipulation ist? Ganz neue Idee für leerstehende Atomkraftwerke oder Kasernen... Natürlich, dass man alles auf dem Schwarzmarkt finden kann, Hauptsache man kann bezahlen, sollte nicht abhalten, selbst abhängige Kleinkriminelle aus der Spirale der Illegalität zu holen, ob damit auch Beschaffungskriminalität wie Diebstahl, Raub und ähnliches zurückgehen? Ich befürchte, wenn man an das Thema faßt, wird es wieder auf einen einzigen Aspekt halblebig geregelt und der Nicht-Erfolg wird zu weiteren Verwerfungen führen. Ich hätte gerne, ohne dass ich die Verhältnisse wirklich für übertragbar halte, mal gerne genaue Zahlen, wie sich das in USA z.B. auswirkt mit dem freien Verkauf.

Beitrag melden
jpsjever 24.07.2015, 06:40
6. Auf keinen Fall

Was geht eigentlich in Menschen vor, die gekifft haben ? Man hat den Eindruck, dass durch den Konsum ein Schalter im Gehirn gedrückt wird, der ab dem Zeitpunkt auf "Legalise it" steht. Und somit treten alle aktuellen und ehemaligen Drogenkonsumenten für eine Freigabe ein. Fragen Sie mal einen Bungee-Springer, der wird Ihnen auch erzählen, wie toll das ist, welche Endorphine so ein Sprung freisetzt. Und er wird versuchen, Sie von der Harmlosigkeit eines solchen Sprunges zu überzeugen.
Und genauso kommen mir Kiffer vor: mir hat es nicht geschadet, also versuche ich alle anderen von der Harmlosigkeit zu überzeugen. Das scheint ja zu klappen: immer mehr Leute probieren es aus - und auch, wenn es ihnen nichts gebracht hat, werden sie nicht mehr gegen eine Legalisierung sein. Ein Teufelskreis, der an schlechte Science Fiction - Filme erinnert. Wer einmal miterlebt hat, wie schwer manchen Menschen die Entwöhnung fällt, wird automatisch nachdenklich. Und wenn der Entzug nicht klappt, kommen automatisch die Argumente, die man überall hört und liest : Alkohol ist viel schlimmer usw..
Eine Freigabe einer weiteren Droge ist so ziemlich das Letzte, was dieses Land braucht. Hat jemand mal überlegt, welche verbotene Droge dann für Kids interessant wird ?

Beitrag melden
jokl 24.07.2015, 06:45
7. Schöner Kommentar

Nur so lange Merkel noch das sagen hat, wird das auf der Ebene wohl noch etwas dauern.
Evtl. gibt das ja zur oder nach der Bundestagswahl was, es gibt allerdings so viele wichtigere Themen, da wird fraglich seien, ob "ja zum Hasch" oder so, als Plakat auftauchen wird.
Immerhin merkt man das sich das Thema nicht ausgeleiert hat und es wird auch nicht unter vorgehaltenes Hand gesprochen, die Debatten werden offener, so richtig ernsthafte Gegner, die komplett überspitze Thesen ablassen gibt es auch kaum noch.

Beitrag melden
myself65 24.07.2015, 06:47
8. legalisiert endlich Einbruch...

...ich denke es ist Zeit auch hier die Realitäten zu regeln. Die Polizei und die Justiz sind ja auch hier völlig überfordert. Also nicht lange rum machen - legalisieren. Und wenn man schon dabei ist... Verkehrsdelikte, Körperverletzung und sonstiger "Kleinkram"... allles gleich mit legalisieren. Das hält die Polizei und Justiz eh nur unnötig auf und ein Teil der Bevölkerung will es ja.

Beitrag melden
reznikoff2 24.07.2015, 06:52
9. Puh

Mal ehrlich. Haben wir nichts Wichtigeres als diese alte, langweilige Hippidiskussion?

Beitrag melden
Seite 1 von 50
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!