Forum: Politik
Carles Puigdemont: Er hat zwei Möglichkeiten. Beide sind schlecht
AP

Für das katalanische TV ist Carles Puigdemont noch immer "Präsident", doch dem abgesetzten Regierungschef drohen 30 Jahre Haft - Spanien übernimmt in der Region die Kontrolle. Die Separatisten stehen vor einem Dilemma.

Seite 1 von 22
hasselblad 28.10.2017, 18:42
1.

Ein machtgeiler Wahnsinniger, der bereit ist, ganz Spanien eine ernsthafte Verfassungskrise einzubrocken, nur um mal für einen kurzen, irrelevanten Moment der Geschichte den Längsten zu haben. Der größte Irrglaube dabei ist, dass es ein Katalonisches "Volk" gebe, das autonom über seinen nationalen Status entschieden könne. Es gibt ja auch kein Bremer oder Nordrein-Westfälisches "Volk", das mir nichts, dir nichts seine Unabhängigkeit von der Bundesrepublik erklären könnte. Die Sezession ist nichts als eine Karnevalsveranstaltung, angezettelt von einem Clown. 30 Jahre sind vollkommen ok.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
probeabstimmer 28.10.2017, 18:55
2. Tja

Rajoys PP erzielte bei der Parlamentswahl in Katalonien 8,5 Prozent der abgegebenen Stimmen.
Angela Merkel wird jetzt mit 25 Prozent der Stimmen, gemessen an der Anzahl der Wahlberechtigten, regieren.
Die Unabhängigkeitsbewegung erzielte 90 Prozent von 43 Prozent, die trotz physischer Einschüchterung durch die Guardia Civil abgegeben wurden, also 38,7 Prozent, gemessen an der Anzahl der Wahlberechtigten.
Die Minderheitenpartei PP regiert jetzt also Katalonien.
Und Angela Merkel, die nur von einem Viertel des Wahlvolks aktiv gewählt wurde, Deutschland.
Und Puigdemont drohen 30 Jahre Haft...
Kann das funktionieren ?
Vielleicht kann Puigdemont in Girona deswegen so ruhig essen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frenchie3 28.10.2017, 18:57
3. Zitat aus dem Text

"Außerdem würde ein katalanisches Parlament ohne Separatisten nur wenig demokratische Legitimität besitzen. Es ist kaum vorstellbar, dass besonders die radikalen Separatisten eine solche Regierung respektieren würden." Da stelle ich mir unbedarft die Frage: wenn die Separatisten nicht teilnehmen, warum hat das Parlament dann keine demokratische Legitimation? Man kann nur den wählen der antritt. Oder ist das Pugdemenzstrategie: wäre ich bei der Wahl gewesen hätte ich gewinnen können aber ich wurde undemokratisch nicht gewählt.... Wo ist mein Verständnisfehler?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gatopardo 28.10.2017, 18:59
4. So etwas wie Beruhigung

könnte jetzt in Spanien einkehren. Und das brauchen wir auch. Übrigens finde ich die Katalanin Inés Arrimadas rein optisch und von ihrer intellektuellen Ausstrahlung einfach umwerfend. Schade, dass sie einer FDP-ähnlichen neoliberalen Partei angehört.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Atheist_Crusader 28.10.2017, 19:03
5.

Zitat von hasselblad
Ein machtgeiler Wahnsinniger, der bereit ist, ganz Spanien eine ernsthafte Verfassungskrise einzubrocken, nur um mal für einen kurzen, irrelevanten Moment der Geschichte den Längsten zu haben. Der größte Irrglaube dabei ist, dass es ein Katalonisches "Volk" gebe, das autonom über seinen nationalen Status entschieden könne. Es gibt ja auch kein Bremer oder Nordrein-Westfälisches "Volk", das mir nichts, dir nichts seine Unabhängigkeit von der Bundesrepublik erklären könnte. Die Sezession ist nichts als eine Karnevalsveranstaltung, angezettelt von einem Clown. 30 Jahre sind vollkommen ok.
Bremer und Westfalen haben auch keine eigene Sprache und die Kultur ist nicht so weit von der im Rest Deutschlands entfernt. Und es ist nicht so, dass Madrid das nicht anerkannt hätte; das hohe Maß an Autonomie das Katalonien bereits genießt, ist eine Anerkennung dieser Tatsache.

Dennoch, einfach nur ein anderes Volk zu sein als das vorherrschende rechtfertigt noch keine Unabhängigkeit. Die ist gerechtfertigt wenn das Volk unterdrückt wird, wenn versucht wird die Kultur auszulöschen oder gar das Volk selbst umzubringen - aber nichts davon trifft in diesem Fall zu. Die Katalanen dürfen ganz normal am politischen Prozess teilhaben, sie haben eine Stimme für ihr regionales Parlament und auch für die Wahlen in Madrid. Wenn sie dabei nicht so oft ihren Willen kriegen, dann ist das keine Unterdrückung, sondern einfach eine Nebenwirkung der Demokratie. Überstimmen ist ungleich unterdrücken, es sei denn die Abstimmung dreht sich um Fragen grundlegender Rechte. Was ebenfalls nicht der Fall ist.

Von daher habe ich auch kein Verständnis für jene, die hier Unabhängigkeit versuche als ein Grundrecht auszugeben. Ist es nicht. Wird es höchstens, wenn echte Grundrechte massiv verletzt werden und das der einzig zumutbare Weg zu deren Wiederherstellung ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kerstinalpers 28.10.2017, 19:10
6. Verraten und verkauft

wurden die Separatisten von Anfang an. Eine Abspaltung war immer inakzeptabel, sowohl seitens Madrid als auch
der EU.
Davon abgesehen frage ich mich was man wirklich erwartete. Das Madrid und die EU reagieren wie nun geschehen war abzusehen, ebenso das Verhalten der Wirtschaft.
Was bleibt denn da noch außer Freiheit in jedwerder Einsamkeit, dank völliger Verweigerung an einem großen,
ganzen teil zu haben, in dem man mal empfängt und mal gibt?
Nationalismus ist nie gut, wird es nie sein!
Dies haben die Separatisten noch zu lernen, so oder so.
Man kann nur hoffen, das sie in Zukunft nicht weiterhin unhaltbaren Versprechen folgen werden, sowohl
unhaltbaren als auch für sie selbst sehr nachteiligen.
Puigdemont hätte immer die Taschen voll, die Katalanen dann auf lange Zeit nicht mehr.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Havel Pavel 28.10.2017, 19:12
7. Anspruch auf Asyl!?

Na ja, wenn Ihm wegen seiner politischen Einstellung Haft droht hätte er ja wohl Anspruch auf pölitisches Asyl in Deutschland oder sollten vor dem Gesetz doch nicht alle Menschen gleich behandelt werden? Letzteres wird ganz sicherlich der Fall sein, denn warum sollte Deutschland wegen einer einzelnen Person seine Beziehungen zur spanischen Regierung als wichtiges EU Land aufs Spiel setzen? Am Ende wird auch sicherlich eine für die Katalanen akzeptable Regelung herauskommen, denn mit Sicherheit liegt es nicht im Interesse Spaniens sich einen neuen Unruheherd im eigenen Land zu schaffen, wodurch auch Unruhen in anderen Regionen, wie etwa im Baskenland, ausglöst werden könnten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jeanklojunkbond 28.10.2017, 19:12
8. lasst Katalonien ziehen

Herrschaften! Ihr seid Europäer? Jean Claude`s Gefolgschaften?Bis nichts "mehr geht" und keiner es merkt--"unumkehrbar"Mein Gott lasst Katalonien gehen!!Da liebe Leute ist Eure AFD -Phobie-Es wird 30% geben-das wird der "Herr-Turtur" -Effekt("Augsburger-Puppenkiste)sein =Scheinriese schlägt Realität!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Roethig.hb 28.10.2017, 19:14
9.

Tja, das ist halt der feine Unterschied. Wäre das ganze Spektakel in einem osteuropäischen Land angesiedelt, würden sich die Staatschefs der europäischen Länder überschlagen bei der Anerkennung und finanziellen Unterstützung der rebellischen Separatisten. So gilt es halt alles zu verhindern, was diese Causa zum Vorbild für andere Regionen machen könnte. Aber hier in Spanien ? Das will man dann doch um jeden Preis verhindern. Wenn die Katalanen keinen Bock mehr auf Spanien haben, haben sie halt keinen Bock mehr. Und Mariano Rajoy Brey ? Sicher der schlechteste Ministerpräsident, den Spanien je hatte...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 22