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Carles Puigdemont: Er hat zwei Möglichkeiten. Beide sind schlecht
AP

Für das katalanische TV ist Carles Puigdemont noch immer "Präsident", doch dem abgesetzten Regierungschef drohen 30 Jahre Haft - Spanien übernimmt in der Region die Kontrolle. Die Separatisten stehen vor einem Dilemma.

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Hamberliner 29.10.2017, 14:13
210.

Zitat von moistvonlipwik
Ich weiß es. Und? Sprache ist erlernt. Ich habe die binomischen Formeln erlernt. Darf ich jetzt mit denen, die sie auch noch beherrschen, meinen eigenen Staat "Binomien" gründen?
Erstens braucht man die binomischen Formeln nicht zu lernen, weil man das Pascal-Dreieck durch einfache Addtitionen leicht auf ein Blatt Papier schreiben kann.
Zweitens hinkt der Vergleich. Die binomischen Formeln sind Mathematik und insofern klar, eindeutig und konsequent. Das ist bei der katalanischen Sprache nicht der Fall. Durch das Zerhacken von Wörtern mit Bindestrichen täuscht sie Scheinbegriffe vor. Was bedeutet z.B. "paral" und was bedeutet "lel"? Ich weiß es nicht, und Katalanen ebensowenig. Aber wenn etwas beides gleichzeitig ist, dann ist es eben "paral-lel". Sie trauen sich auch nicht, das Dilemma mit der falschen Aussprache "paraljel" zu vermeiden, die "parallel" hätte, indem sie ganz einfach "paralel" schreiben, denn das wär der Pfui-Sprache Spanisch zu ähnlich. Oder der Ort San Cugat del Vallés. Ultrafanatische Katalanen sprechen das aus wie "heilige Arschkatze": San(t) Culgat. Sie trauen sich aber nicht das so zu schreiben, weil sie merken wie lustig das ist, und schreiben "Sant Cugat".

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icaicoya 29.10.2017, 14:21
211.

Zitat von taglöhner
Auf Canal 24h live oder TVE internacional Europa.
zwischen 300.000 (Barcelona Polizei) und 1.300.000 (Organization) demonstranten für Katalonien und Spanien ( lass uns sagen 700.000)
Ich glaube damit is alles gesagt. Der Satz "die Katalanen wollen die Unabhängigkeit" trift nicht mehr zu.

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AlBundee 29.10.2017, 18:33
212. @roland.vanhelven, 201

"1936, Kommissare, Konzerne, Banken, Grummel-Grummel" ? Ich wage mal einen Interpretationsversuch. Den Katalanen wurde im 1936 ausbrechenden Bürgerkrieg unrecht angetan? Stimmt. Die 28 EU-Kommissare werden nicht demokratisch gewählt, weswegen die EU undemokratisch ist? Naja, die Posten rotieren zwar zwischen den Ländern soweit ich weiss, aber einverstanden, die EU könnte transparenter und demokratischer sein. Konzerne und Banken haben zuviel macht? Sehe ich auch so. Der Bürgerkrieg hat aber in ganz Spanien die Bevölkerung in zwei Gruppen gespalten, das letzte republikanische Widerstandsnest war Madrid und der Rest von Spanien hat das inzwischen überwunden, sowie Deutschland den 1945 untergegangenen Nationalsozialismus weitgehend (Spinner soll's ja überall geben) überwunden hat. Irgendwann muss man vorwärtsgewand leben, sonst finden kriegerische Konflikte nie ein Ende und die Anzahl fortführbarer Konflikte der Vergangenheit ist weltweit unendlich. Wir schreiben das Jahr 2017. Die Spaltungsbewegung widmet demokratischen Mängeln in Brüssel keine Neurone. Im Gegenteil, man präsentiert sich als europatreu, verkauft den Anhängern das selbstverständliche Fortbestehen der Mitgliedschaft, wird es nicht müde, sich vor Europaflaggen fotografieren zu lassen und hat sogar eine eigene Vertretung in Brüssel eröffnet. Was alles jeder Grundlage entbehrt, aber macht ja nichts. Konzerne und Banken spielen EU-Länder mit Steuervermeidung und Einfluss auf die Politik gegeneinander aus. Das fällt ihnen aber umso leichter, je kleiner sie sind (die Niedrigsteuer-Ecken die sich Konzernen anbiedern heissen Luxemburg, Irland und Holland). Da auf der Welt sonst kein Schwein Catalán spricht, die Separatisten Spanisch konzequent unterbinden wollen und qualifizierte Spanier damit verscheuchen werden, der freie Zugang zum EU- und spanischen Markt hops gehen wird, spanische Kunden schon jetzt wegen ihrer Dauerdenunziation als Frankisten vergrätzt sind, obwohl zur Hälfte Nachfolger von im Bürgerkrieg verfolgten Republikanern, und Betriebe von der Nudel-Familienfabrik bis zu den von ihnen zitierten Grossunternehmen gerade ihre Sachen auf den Karren packen bzw. ausserhalb Kataloniens längst wieder ausgepackt haben, und einige der separatistischen Parteien im Sommer 2017 in Barcelona mit der "Tourist Go Home"-Kampagne auch noch die geniale Idee hatten, den Tourismus zu verscheuchen, ist in jedem Fall, im Fall einer Staatsgründung aber nochmal potenziert, mit wirtschaftlichen Problemen in Katalonien zu rechnen. Gar nicht zu reden von einer neuen Währung (Katalunies?). Das ist aber ausnahmsweise mal nicht die Schuld der Konzerne, sondern die Verwandlung von Katalonien in einen wirtschaftlich unattraktiven Standort durch eine ultra-nationalistischen Regierung die für wirtschaftliche Prosperität, ja für jede Art des Zusammenlebens und eine pluralistische Gesellschaft, den Charme eines mit Ebola infizierten Fidel Castro mit Mundgeruch hat. Kleine Abweichung vom Thema, aber ich will ja nicht unhöflich sein.

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Hamberliner 31.10.2017, 19:03
213. katalanische Währung

Zitat von AlBundee
Gar nicht zu reden von einer neuen Währung (Katalunies?).
Nein. Peso Català. 1 Peso = 100 Pessigolles.

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quartersig 05.11.2017, 20:25
214.

Zitat von Sportzigarette
[...Woher kommt der Reichtum Kataloniens? Er begründet sich in der Zugehörigkeit zu Spanien und vor allem durch die Subventionen der EU[...]
Zu den EU-Subventionen: Die sind in die schwarzen Kassen und auf Auslandskonten von Rajoys PP geflossen. Ein Urteil hierzu wird am 10. November 2017 erwartet.
https://www.jungewelt.de/artikel/320744.nebensache-korruption.html

Zu Kataloniens Schulden:
2010 hatte das Verfassungsgericht auf Einspruch der von Rajoy geführten PP das Autonomiestatut für Katalonien anuliert, obwohl es bereits von Parlamenten angenommen, von den Katalanen in einem Referendum angenommen und vom König Juan Carlos unterzeichnet war.
Mit dieser annulierung hatte Barcelona mehr als 90% der Steuermittel an Madrid abzuführen. Der spanische Finanzausgleich wird von keinem Gesetzt geregelt. Das regelt die Zentralregierung in Madrid allein, willkürlich und überaus intransparent. Die fettesten Posten sind die Ausgaben für den öffentl. Dienst und die andalusischen Bauern schauen in die Röhre.

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