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"Carsharing" für Führungskräfte: Dienstwagen-Affäre erschüttert Bundeswehr-Tochter
Fabian Sommer/DPA

Erneut gibt es bei einer Bundeswehr-Tochter Unregelmäßigkeiten: Nach SPIEGEL-Informationen schanzten sich Führungskräfte der BwFuhrpark über Jahre regelwidrig Dienstwagen für den Privatgebrauch zu.

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mike.mendez 05.06.2019, 22:23
220. diese Gier

immer wieder das gleiche. Die verdienen schon sehr gut. Zahlen kaum Steuern. Dennoch immer zu wenig, Immer mehr haben wollen,. Ich bin mal gespannt ob der Fiskus eingreift und sie alle wegen Steuerhinterziehung verklagt. Ich hätte als Normalbürger garantiert eine Klage an der Backe. Es lässt sich leicht Steuergelder hinterziehen und in einem Laden arbeiten der praktisch ohne Aufsicht ist. Jeder der beim Bund war hat diese maßlosen Verschwendungen gesehen.

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Schneiderhahn 05.06.2019, 23:12
221.

Zitat von marty_gi
Die wenigsten "Dienstwagen" in Deutschland sind wirklich zur Erbringung der Arbeitsleistung notwendig, sondern nur Steueroptimierungsgeschenke, die die Allgemeinheit fuer die Besserverdienenden (denn nur die haben meist ein "Anrecht" auf einen "Dienstwagen") tragen muss. Soll mir keiner erzaehlen, das sei genauso teuer wie selbst einen Wagen zu besorgen und zu unterhalten - wenn dem so waere, wuerde es das Modell ja garnicht erst geben. Die ganze Sache stinkt somit schon grundsaetzlich. Und gehoert abgeschafft. Nur wer zwingend notwendig einen Wagen zur Erbringung der Arbeitsleistung benoetigt, sollte einen Wagen gestellt bekommen. Alles andere ist Ego-Pinselei und Steuer-"Optimierung" zu Lasten der Gesellschaft.
Immer wieder witzig wie manche meinen, Unternehmen vorschreiben zu wollen, in welcher Form Mitarbeiter bezahlt werden.

Ich versteuere für meinen Dienstwagen ~ 65.000 x 1% + 20 (Entfernungskilometer) x 0,03 = ~ 1.040 EUR pro Monat.

Hätte ich den Dienstwagen nicht, würde ich vermutlich etwas mehr Gehalt bekommen (und damit etwas mehr Steuern zahlen) und mir ein gebrauchtes Fahrzeug kaufen.

Wo jetzt die "Steuer-Optimierung zu Lasten der Gesellschaft" ist, wüsste ich gern.

(Im Artikel gehts übrigens darum, dass einige Mitarbeiter einer Firma Dienstwagen nicht versteuert haben. Damit ist dem Steuerzahler in der Tat ein Schaden entstanden. Da dies nun aber bekannt ist, werden die Steuern plus Strafe ja wohl nachgefordert.)

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Schneiderhahn 05.06.2019, 23:24
222.

Zitat von anzynder
Ich frage mich seit jahren, wofür Bundeswehrsoldaten zivile Pkw benötigen.
Ich helfe gern: bei der Bw arbeiten ca. 180k Soldaten und ca. 96k Zivilangestellte. Neben den militärischen Dingen gibt es bei der Bw die gesamte Palette an Tätigkeiten, die es in anderen Unternehmen auch gibt, also IT, Beschaffung, Real Estate, Legal, HR, usw.

Sehr viele Mitarbeiter sind also in Tätigkeiten beschäftigt, die Geschäftsreisen erfordern, wie überall anders auch. Je größer das Unternehmen, je eher lohnt sich der Betrieb eines internen Fuhrparkmanagement (hier: "BwFuhrpark Service GmbH").

Das Fuhrparkmanagement stellt intern (bei der Bw anscheinend auch am externen Markt) Mobilität zur Verfügung, entweder dauerhaft oder zeitweise, und rechnet diese mit der entsprechenden Kostenstelle ab.

Und jetzt kommt der Knaller: die zur Verfügung gestellte Mobilität ist viel günstiger (DEM STEUERZAHLER) als mit der Bahn, mit dem Leopard II oder dem alten Bulli zu fahren. Genial, oder?

Nun wissen Sie, wofür Bundeswehrsoldaten (und auch die anderen Angestellten) zivile PKW benötigen.

Gern geschehen!

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Schneiderhahn 05.06.2019, 23:27
223.

Zitat von lilioceris
ein Fahrtenbuch. Darin wird alles eingetragen, Datum vom antritt der Fahrt bis zu eventuellen Vorfällen wie z.B. Unfall. Eigentlich alles sehr akribisch. Aber bei Führungskräften, na ja, das ist dann so eine Art "Bonus". Wegen der hohen Verantwortung.
Entweder man führt Fahrtenbuch, das dient dann dazu, die privat gefahrenen Fahrten zu versteuern, oder man führt kein Fahrtenbuch und versteuert nach 1% Regel.

Das ist doch nicht schwer, oder? Was hat das mit Führungskräften und "Bonus" zu tun?

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Das Grauen 06.06.2019, 11:33
224. @Schneiderhahn Sorry, ich glaube, Sie reden das schön.

An ihrer Darstellung habe ich einige begründete Zweifel, tut mir leid. Zunächst mal, Sie unterschlagen völlig die schätzungsweise rund 72000 Fahrzeuge, die laut Bundesrechnungshof immer noch im Bundeswehrbestand sind und nicht zu BWFuhrpark gehören. Mit denen haben wir dann über 100.000 Fahrzeuge für weniger als 280.000 Mitarbeiter. Das sieht dann schon ganz anders und erheblich großzügiger, als von ihnen dargestellt, aus. Das wird ja auch vom BRH kritisiert, der nicht den Eindruck hat, daß tatsächlich viel gespart wird.

Dann, laut Firmenwagenreport 2018 haben bei Fachkräften in Unternehmen mit mehr als 20.000 Mitarbeitern typischerweise rund 10% davon einen Dienstwagen. Das ergäbe im Falle der Bundeswehr dann aber nur rund 30.000 Fahrzeuge statt über 100.000. Selbst wenn man großzügig annimmt, daß zu den Transportmitteln noch die gleiche Anzahl an Kampffahrzeugen kommt (kommt mir aber angesichts des erheblichen Schrumpfens der Ausstattung der Streitkräfte überzogen vor), dann bleiben immer noch 40.000 Fahrzeuge, deren Notwendigkeit ungeklärt ist.

Trotz dieser großzügigen Versorgung mit rollendem Material hat sich die Laufleistung der Fahrzeuge beinahe verdoppelt, von 14.200 km 2001 auf rund 28.000 km 2010. Die deutlich neueren Fahrzeuge werden ofensichtlich lieber und mehr gefahren als die alten (man fragt sich allerdings, immer nur zu dienstlichen Zwecken?). Dies ruiniert aber jedes Einsparpotential bei CO2 und Kraftstoff. Es wird tatsächlich mehr verbraucht und in die Umwelt geblasen.

Da die BW weiterhin einen eigenen Fuhrpark unterhält (meiner Meinung nach aus militärischen Gründen unabdingbar) stellt sich die Frage, wie mit doppelt vorhandener Bürokratie etwas gespart werden soll. Dazu kommt noch die völlig unsinnige Aufstellung als GmbH statt als Behörde, durch die dann noch Mehrwertsteuer fällig wird! Dadurch kommen 19% der für BWFuhrpark aufgewendeten Gelder gar nicht der Mobilität der BW zugute, sondern werden vom Finanzminister gleich wieder einkassiert. Hirnrissig, finde ich. Auch, wieso ein Leasingssystem eingesetzt wird, das doch nur zu Steuerersparniszwecken sinnvoll ist, finde ich fragwürdig. Und grundsätzlich kann es doch nur den bürokratischen Aufwand erhöhen, wenn die BW die Fahrzeuge, die sie selbst benötigt, mieten muß.

Zuletzt, aber nicht unwichtig: Bei der Bundeswehr sollte es in erster Linie um die Erfüllung der Verteidigungsaufgaben gehen. Daher frage ich mich, was eigentlich Militärexperten von dieser international eher unüblichen Form des Outsourcings von Militärfahrzeugen halten. Offiziere mögen ja die Annehmlichkeiten moderner Dienstwagen und des Chauffeurservices schätzen, aber wird die Auslagerung in eine zivile Firma im Ernstfall nicht zu erheblichen Problemen führen? Also, meiner Meinung nach sollte das gesammte neoliberale Privatisierungskonzept auf den Prüfstand kommen. Was wird dadurch überhaupt besser gelöst als durch eine ordentlich geführte BW-Abteilung?

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Schmiedl, A. 06.06.2019, 13:13
225. Bundeswehr

(schließe mich Bundestrainer an)

Witzig, 650 (!) Mitarbeiter betreuen einen Fuhrpark von 30.000 Fahrzeugen ? Also 1 Mitarbeiter ca. 50 Fahrzeuge ? Das sind bei 180 Arbeitstagen 3,6 Arbeitstage pro Fahrzeug, oder ca. 27 Std. im Jahr bei einer 37,5 Std. Woche. - meinetwegen auch weniger, bezieht man Teilzeit ein. Dennoch: Das kann nicht wirtschaftlich sein. So ein Mißverhältnis gibts in keinem Wirtschaftsbetrieb, nur bei der öffentlichen Hand kann so die Kohle "verballert" werden.

- Darüber hinaus: wie war das mit Verjährungsfristen ??? auch verschlafen !!!

Bundeswehr ? unkontrollierter Moloch.

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