Forum: Politik
Castor-Transport vor letzter Etappe: Noch 20 Kilometer bis Gorleben

Noch nie brauchte ein Castor-Transport aus Frankreich so lange: Nach 109 Stunden hat der Zug den Umladebahnhof in Dannenberg erreicht. Dort wird die hochradioaktive Fracht auf Tieflader gehoben. Für die letzte Etappe auf der Straße kündigen die Gegner massiven Protest an.

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h.c.lange 28.11.2011, 09:11
10. Politische Diskussion gefragt!

Zitat von Leser161
Wie wäre es mal mit einer Volksabstimmung zu Gorleben? Vielleicht kommt da wie bei Stuttgart21 was überraschendes raus?
Bei der letzten Kommunalwahl hat die CDU, die sich als einige Partei noch etwas halbherzig für eine Weitererkundung in Gorleben ausgesprochen hat, noch glatte 30% bekommen. Früher hatte sie stolze 60-70%. Deren Fraktionssprecher wurde auch auf der Demo gesehen......

Im Wendland glaubt man nach über 30 Jahren Widerstand gegen alle möglichen atomaren Pläne weder der Bundespolitik noch der Polizei. Und solange die Pläne für ein Endlager im Salzstock (Klüfte, Wasserzugänglichkeit, Gaseinschlüsse, etc.) nicht vom Tisch sind, werden hier die Menschen auf die Straße gehen (und auch auf die Schiene).

70Mio Euro für den Erkundung (Weiterbau) in Gorleben und 3Mio Euro für die Suche nach alternativen Standorten klingt in wendländischen Ohren nach (entschuldigen sie die Wortwahl) Verarschung.

Strahlungsmessung am Zwischenlager solange, bis die Werte wieder unter den Grenzwerten liegen, kombiniert mit praktisch willkürlich ausgesuchten Abzügen für die Hintergrundstrahlung haben in diesem Jahr das Vertrauen der Bevölkerung im Wendland noch mal minimiert.

Und große Scheunen gibt es in Deutschland genug, wo man die Castoren hinstellen kann, bis ein Endlager gefunden ist. Technisch gesehen ist das Zwischenlager in Gorleben nichts anderes: eine Halle mit Luft-Kühlung!

Menschen aus dem Wendland waren maßgeblich im AK-End engagiert, nach dessen Empfehlungen die Schweiz ein Endlager sucht. Wer nicht weiß, was das ist, sollte sich erst mal informieren, bevor hier fröhlich Unwissen gepostet wird. Offensichtlich geht es hier in den Forum einigen nur Nervenkitzel und Amüsement, oder wie sollen Kommentare wie „Gähn“ verstanden werden. Das ist hier kein Bundesligaspiel, sondern eine politische Auseinandersetzung. Letztes fordert mehr, als einfach nur Meinung - Information, Austausch, Nachdenken sind gefragt, und keine schnelle Bauchkommentare.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Hans Christian Lange]

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ksail 28.11.2011, 09:11
11. ganz einfach...

Zitat von komparse
Wer kann mir von den Atomgegner sagen, wer denn den deutschen Atommüll ihrer Meinung nach nehmen soll?
wie wärs denn, wenn die, die am meisten von der Atomindustrie profitiert haben, auch den Müll nehmen würden?

Sank-Florians-Prinzip ist hier doch eher, wenn man den Gewinn gerne einsteckt, aber die Risiken und Altlasten in irgendeine abgelegene Grenzregion abschieben möchte. Ich kenne perönlich einen Hauptanteilseigner einer ehemaligen "Atomfirma", der inzwischen im Ausland lebt (weil zuviel Geld...), der aber Himmel und Erde in Bewegung setzen würde, wenn in seinem schicken Kitzbühel auf einmal ein Endlager projektiert würde.

Aber diese linken Chaoten im Wendland sollen sich schließlich nicht so haben, oder? Zur Not mobilisieren wir eben den "kleinen Mann im Internet", indem wir ihm endlich wieder ein Feindbild zur Verfügung stellen :-)

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manitoba 28.11.2011, 09:16
12. Immer die gleiche Leier...

Zitat von komparse
Wer kann mir von den Atomgegner sagen, wer denn den deutschen Atommüll ihrer Meinung nach nehmen soll?
Wer kann mir von den Atombefürwortern sagen, was mit dem Müll grundsätzlich passieren soll? Welche Lösungen bietet die Atomindustrie?
Es ist bequem für Sie, dass es Gorleben gibt. Stellen Sie Sich vor, man beschlösse, das Zeug unter Ihrer Hütte zu verbuddeln!

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m a x l i 28.11.2011, 09:22
13. Nicht bei mir!

Zitat von Leser161
Wie wäre es mal mit einer Volksabstimmung zu Gorleben? Vielleicht kommt da wie bei Stuttgart21 was überraschendes raus?
Nein, nichts Überraschendes. Das Ergebnis ist abzusehen, wenn in der ganzen Republik mit einem Stimmzettel abgestimmt wird, der einen vor die Wahl stellt, ob man ein atomares Endlager in Gorleben haben will - oder woanders.

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m a x l i 28.11.2011, 09:28
14. Freiwillige vor!

Zitat von komparse
Wer kann mir von den Atomgegner sagen, wer denn den deutschen Atommüll ihrer Meinung nach nehmen soll?
Ganz einfach! Alle die jetzt immer noch der Meinung sind, dass es eine gute Idee ist, immer noch mehr von dem Müll zu produzieren, sollen den in Ihrer Villa einlagern.

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rstevens 28.11.2011, 09:31
15. ...

Zitat von Beansidhe
... dieser Müll ist unser. Zurückschicken an Frankreich können wir ihn nicht. Wo soll er denn hin? Soll die Transportfirma ihn irgendwo auf offener Strecke stehenlassen, oder was soll mit dieser Art von Blockade erreicht werden?!
Das ist doch mittlerweile einfach nur noch "Spaß" am Demonstrieren. Den ganzen linken Krawallmachern fehlt doch was, wenn sie diesen Zirkus nicht mehr machen können.

Ich frage mich wirklich, wieso man nicht einfach die richtigen Konsequenzen ziehen kann. Den Atomgegnern wird nur noch teuerer Ökostrom geliefert und Stuttgart kann seinen Provinzbahnhof behalten und wird halt deutlich reduziert von der Bahn angefahren. Fertig.

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proelbe 28.11.2011, 09:33
16. Kilometer bis Gorleben

An einen Bayern im Forum.
Wenn es in Bayern ua Pro Atom Bundesländern echte Kerle gäbe, würden sie sagen, lagert den AKW Müll bei uns ab. Schadensbeseitigung nach dem Verursacherprinzip = Marktwirtschaft nennt man das. Bei Unschuldigen wie im Wendland seinen AKW Mist ablagern für 1 Mio Jahre, das ist schlimmster Nord Korea Sozialismus.
Oh wie gut haben es wir im Osten, wo kein AKWs mehr vorhanden sind. Liebe Bayern UVA Atom Fans - seit echte KERLE und entsorgt Euren AKW Mist selber z B in der Nähe von München. Mit Ü 70 war ich wieder im Wendland und habe mit konservativen Bauern, frühere CDU Wähler, gesprochen. Unter ihren Äckern soll der Müll gelagert werden. JEDER gebildete Bürger mit Abschluss 4 Klasse weiß, dass Gorleben der letzte Dreck als Endlager und übervoll als Zwischenlager ist. Wer als AKW FÄN kein Weichei + kein Feigling ist, der MUSS ins Wendland fahren und vor Ort sein verseuchten Müllparolen von Stapel lassen. ANHALTende Grüße ins Wendland. Wir sehen uns 2012.

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osjorsk 28.11.2011, 09:37
17. Zur Aufklärung!

Zitat von greeneye
Ich verstehe, daß man grundsätzlich gegen Atomkraft demonstriert, daß man gegen ein Zwischen- /Endlager an einer bestimmten Stelle ist. Und ich bin sehr froh darüber, daß wir alle die Möglichkeit haben, .....
Gorleben ist kein Endlager! Sämtliche Gutachten, die ihm die Fähigkeit attestieren, ein geeignetes Endlager zu sein, sind politisch motiviert. Das vermeintliche Endlager ist dort, weil es zu Zeiten der Zone dort am wenigsten Wähler stören konnte. In Bayern ist kein Endlager durchsetzbar, in BW auch nicht! POLITISCH!

Die Demonstranten wollen 1. auf diesen Zustand aufmerksam machen und zweifeln 2. auch technisch die Qualifikation des Lagers als Endlager an.
Verstanden?

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eilaender 28.11.2011, 09:37
18. Unlogischer Protest ist doppelt richtig

Es geht ja um das Recht sich gegen die Atomlobby stark zu machen und nicht in der Demokratie zu schlafen, denn schnell könnte der Atom-Ausstieg wieder kippen - bei dieser Regierung die den Mehrheiten (zu Recht) hinterher läuft, allemal.
Gegen diesen wachen Widerstand zählt keine "Ist-mir-doch-egal-Haltung" - Hier gilt klare Eindeutigkeit für das Recht auf Widerstand gegen den Schmu der verlogenen Politik der letzten Jahrzehnte !

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itchybod 28.11.2011, 09:39
19. Vereinfachung.

Ich schlage für die Zukunft eine Vereinfachung der Proteste vor. Die Beteiligten Organisatoren der Proteste und die Polizei treffen sich vorab und handeln eine Blockadezeit aus. Natürlich muss diese Blockadezeit jedes Jahr mindestens um 1-2 Stunden verlängert werden. Dann wir an einer vorher ausgesuchten Stelle eine Blockade errichtet und nach Ablauf der Blockadezeit räumen alle gemeinsam die Blockade und unter Pfiffen und Protestrufen darf dann der Castor vorbei fahren.

Das würde auf beiden Seiten eine Menge Verletzte und einiges an Sachschaden vermeiden. Beide Parteien hätten dann auch weitgehend ihr Ziel erreicht und man könnte sich vielleicht noch auf einen Glühwein treffen und dann nach Hause fahren.

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