Forum: Politik
Castor-Transport - wie viel Protest darf's denn sein?

Sitzblockaden, Gleisbett abtragen, an Gleise ketten: Der Castor rückt an, die Gegner drohen mit hartem Widerstand. Doch wo liegen die Grenzen des Protests?

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Gluteusmaximus 02.11.2010, 17:59
1. Fruchtloses Unterfangen mit Kultstatus?

Zitat von sysop
Sitzblockaden, Gleisbett abtragen, an Gleise ketten: Der Castor rückt an, die Gegner drohen mit hartem Widerstand. Doch wo liegen die Grenzen des Protests?
Die Grenzen sind doch schon lange erreicht. Wer nun glaubt, die Transporte würden, selbst bei einer "Ausweitung" dieser Aktionen, zu einem Einlagerungsstop führen, dem kann es nicht ernsthaft um die Sache gehen. Alle derartigen "Proteste" werden im Sande verlaufen.
Für die "Demonstranten", die angesprochen wurden, geht es vielmehr um den Spaßfaktor, quasi ein Mega-Event, welches in der linksautonomen Szene Kultstatus erreicht hat. Hier scheint der oympische Gedanke ("dagegen sein ist alles") im Vordergrund zu stehen.

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Robert Rostock 02.11.2010, 19:52
2.

Zitat von sysop
Sitzblockaden, Gleisbett abtragen, an Gleise ketten: Der Castor rückt an, die Gegner drohen mit hartem Widerstand. Doch wo liegen die Grenzen des Protests?
Wenn Bahnstrecken sabotiert werden, ist die Grenze weit überschritten.
Gestern wurde in Berlin ein Brandanschlag auf Signalanlagen des S-Bahn-Innenringes verübt, zu dem sich Atomkraftgegner bekannten. Auf dieser Strecke wird mit 99,99%iger Sicherheit niemals ein Castor rollen. Leiden tun unter den Folgen nicht die pösen Atomiker, sondern Hunderttausende Berliner.

Und in der Szene und im Internet wird zum "Schottern" aufgerufen, sprich zur Sabotage von Bahnstrecken durch Abgraben des Gleisschotters. Dass damit das Entgleisen von Reisezügen und somit auch der Tod völlig Unbeteiligter in Kauf genommen wird, scheint den Aktivisten egal zu sein.

Eine Distanzierung von solchen Aktionen habe ich noch nicht gehört.

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GyrosPita 02.11.2010, 20:57
3. Ich gebe keinen Titel mehr an

Zitat von Robert Rostock
Wenn Bahnstrecken sabotiert werden, ist die Grenze weit überschritten. Auf dieser Strecke wird mit 99,99%iger Sicherheit niemals ein Castor rollen. Leiden tun unter den Folgen nicht die pösen Atomiker, sondern Hunderttausende Berliner. Und in der Szene und im Internet wird zum "Schottern" aufgerufen, sprich zur Sabotage von Bahnstrecken durch Abgraben des Gleisschotters. Dass damit das Entgleisen von Reisezügen und somit auch der Tod völlig Unbeteiligter in Kauf genommen wird, scheint den Aktivisten egal zu sein. Eine Distanzierung von solchen Aktionen habe ich noch nicht gehört.
In anderen Ländern werden vor solchen Anlässen Schnellgerichte eingeführt, um solche Verbrecher zeitnah aburteilen zu können. Das würde hier auch den einen oder anderen abschrecken, wenn einer von diesen selbstgerechten Weltverbesserern noch am gleichen Tag wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienen/Straßenverkehr ein oder zwei Jährchen ohne Bewährung bekommen würde...

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Eutighofer 02.11.2010, 21:20
4. pseudo-religiöser Wahn

Es werden sich genug finden, die die angekündigten Sachbeschädigungen und Sabotageaktionen in Gorleben entschuldigen und verharmlosen. Mir graut vor Menschen, die im vermeintlichen Dienst einer höheren Sache das Gesetz selbst in die Hand nehmen.
Der ökologische Fundamentalismus einiger fanatischer Castorgegner ist dem religiösen Wahn anderer Fundamentalisten nicht mehr fern.

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rehabilitant 02.11.2010, 21:59
5. Reaktion

Zitat von Eutighofer
Es werden sich genug finden, die die angekündigten Sachbeschädigungen und Sabotageaktionen in Gorleben entschuldigen und verharmlosen. Mir graut vor Menschen, die im vermeintlichen Dienst einer höheren Sache das Gesetz selbst in die Hand nehmen. Der ökologische Fundamentalismus einiger fanatischer Castorgegner ist dem religiösen Wahn anderer Fundamentalisten nicht mehr fern.
Schwachsinnige politische Entscheidungen ziehen gelegentlich schwachsinnige Aktionen der Betroffenen nach sich.

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discurso 02.11.2010, 22:42
6.

Zitat von Robert Rostock
Dass damit das Entgleisen von Reisezügen und somit auch der Tod völlig Unbeteiligter in Kauf genommen wird, scheint den Aktivisten egal zu sein.
Es soll sich bei dieser Strecke um eine handeln, die nur vom Castor in geringer Geschwindigkeit befahren wird.
Also sollten Sie sich etwas besser informieren, bevor Sie Menschen gleich als potentielle Totschläger oder Mörder bezeichnen.

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maan 02.11.2010, 22:53
7. Geht's noch?

Zitat von Robert Rostock
[...]Und in der Szene und im Internet wird zum "Schottern" aufgerufen, sprich zur Sabotage von Bahnstrecken durch Abgraben des Gleisschotters. Dass damit in Kauf genommen wird, scheint den Aktivisten egal zu sein. Eine Distanzierung von solchen Aktionen habe ich noch nicht gehört.
Hervorhebung: Maan

Also ich finde das Schottern nicht akzeptabel. Allerdings scheint es auch unter den Gegnern des Schotterns die schreckliche Neigung zu geben, alles zu überhöhen und zu dramatisieren. Es reicht nicht, dass das einfach illegal ist. Nein, da muss dann dramaturgisch vom möglichen Tod im Reisezug gefaselt werden! Idiotisch - auf einem Industriegleis nur zum Salzstock in Gorleben!

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Dino 03.11.2010, 08:13
8. Gegen den Titelzwang

Zitat von sysop
Sitzblockaden, Gleisbett abtragen, an Gleise ketten: Der Castor rückt an, die Gegner drohen mit hartem Widerstand. Doch wo liegen die Grenzen des Protests?
Nachdem was ich die letzten Tage von einigen Bekannten aus dem Raum Dannenberg vernommen habe, ist dieses Mal mit einer deutlichen Steigerung der Aktivitäten der AKW-Gegner zu rechnen. Dies betrifft nicht nur eine deutlich höhere Beteiligung an Demonstrationen, sondern auch die weitere Eskalation gesetzwidriger Handlungen. Hoffentlich irren sie sich.
Wie auch immer, keiner der mir bekannten Gegner zeigt auch nur den Ansatz von Problem-und Konfliktlösungskompetenz.

Mein Eindruck ist, dass die Mehrzahl der betroffenen Bürger im Wendland hauptsächlich wegen der durch das Endlager zu erwartenden Preiserosionen auf dem hiesigen Immobilienmarkt protestiert.

Das Endlagerproblem lässt sich aber nicht wegdiskutieren oder wegdemonstrieren und harrt weiterhin auf eine rationale Lösung.

Solange die Grünen weder als Regierungs- noch als Oppositionspartei gewillt sind, eine Lösung herbeizuführen, wird sich hier nichts bewegen. Diese Strategie enttarnt diese politische Gruppierung als blinde Nihilisten und macht deutlich, dass eine wie auch immer geartete sinnvolle Lösung schon aus wahltaktischen Gründen nicht in ihrem Sinne ist.

Die ablehnende Haltung der Grünen ist der letzte verbliebene Kleber um die traditionelle Anhängerschaft bei der Stange zu halten. Eine Endlagerlösung wird das Ende der Grünen sein, so wie wir sie kennen.

Möge es bald soweit sein.

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loncaros 03.11.2010, 09:51
9. t

Zitat von sysop
Sitzblockaden, Gleisbett abtragen, an Gleise ketten: Der Castor rückt an, die Gegner drohen mit hartem Widerstand. Doch wo liegen die Grenzen des Protests?
Die Frage muss wohl eher heissen "Wo liegen die Grenzen der Polizeigewalt?"
Ich vermute dass wir jetzt die ersten Toten kriegen.

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