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CDU: Kramp-Karrenbauer dämpft Merz' Ambitionen auf Ministerposten
HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX

Kühle Absage an Friedrich Merz: Die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sieht ihren Konkurrenten nicht als Minister - anders als er selbst. Ihre Wortwahl hat es in sich.

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7eggert 27.12.2018, 04:33
330.

Zitat von jo126
Erstmal will ich ja gar nicht die "Sozialabgaben der Mitarbeiter" reduzieren. Viel wichtiger jedoch: Es gibt realistisch nicht den "Arbeitgeberanteil" und den Anteil der Mitarbeiter. Das ist die Augenwischerei, die den Arbeitnehmern immer verkauft wird. Es gibt für Arbeitgeber nur die Arbeitskosten - das heißt, eine Vollkostenbetrachtung, die alles Gehaltsanteile umfasst. Alsda sind: Bruttogehalt (Jahresgehalt) inklusive AG-Anteil an der Sozialversicherung und Urlaubszeit. Das ergibt die Kosten für den Arbeitsplatz. Und davon kommt netto eher ein zu kleiner Teil beim AN an, sagen zumindest einige meiner Leute. Die sind sich nämlich gar nicht so sicher, dass sie von der Rentenversicherung tatsächlich etwas haben werden - zumindest, wenn sie jetzt um die 30 sind. Da kann der Unternehmer gar nichts für. Und es ergibt sich, dass auch Weihnachts- und Urlaubsgeld reine Märchen sind - weil sie im Jahresgehalt kalkuliert werden. Ob ein Job angeboten wird und zu welchem Gehalt, wird ebenfalls nach Kosten-Nutzen-Gedanken entschieden. Einfachste BWL. Am Ende muss alles bezahlt werden - durch die Leistung des Unternehmens im Ganzen. Dafür zu sorgen, ist Aufgabe des Unternehmers. Der, im Übrigen, zunächst alle Gehälter, Steuern und Abgaben zu zahlen hat, bevor er selbst etwas bekommt. Mögen die linken Ideologen nicht gerne hören, ist aber für jeden Unternehmer - ob Handel, Handwerk oder (wie bei uns) IT ganz normale Praxis.
Jein; wenn der nominelle Arbeitgeberanteil variabel ist, hat der AG ein Interesse daran, den gering zu halten, von Bürostuhl über Arbeitssicherheit bis Lobbyarbeit. Ist er fest oder bei 0, so kann es dem AG egal sein, wie viel der AN löhnt.

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friedrich_eckard 27.12.2018, 08:13
331.

Zitat von biobayer
... Ansonsten hat Friedrich Merz seinen Anspruch an sich selbst, seine Job-Beschreibung formuliert: die Rückgewinnung mindestens eines jeden zweiten von der CDU zur AfD abgewanderten Protestwählers für die Union. Dies ist ein ehrgeiziges, aber nicht unerreichbares Ziel, von dem ich eines nur sicher weiß: dass es eine Kanzler-Kandidatin Annegret Kramp-Karrenbauer mit Sicherheit nicht erreichen wird.
Also schön... nehmen wir einmal an, Merz schaffte das - und was wäre dann für die CDU damit gewonnen? Dann blieben die Krrräfte derrr nationalen Errrneuerrrung parlamentarisch immer noch vorhanden, während es durchaus passieren könnte, dass die CDU "aus Versehen" mit der Partei der Steuervermeider einen möglichen Koalitionspartner aus der politischen Landschaft räumt. Für die GRÜNEN aber müsste sich eine solcherart rechtsgeruckte CDU definitiv koalitionsunfähig machen, und auf die Rest-SPD ist selbst unter dem Aspekt "Mehrheitsbeschaffung" nicht mehr zu rechnen. Und dann? .Man mag ja von den GRÜNEN halten was man will, aber die scheinen mir als einzige Partei begriffen zu haben, dass unter den Bedingungen des Verhältniswahlrechts und eines ausdifferenzierten Parteiensystems in Parteienbündnissen gerechnet werden muss, und dass +/- 2, 3, 5...% Wählerstimmen für den eigenen Laden für sich genommen noch nicht "kriegsentscheidend" sind.

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jo126 27.12.2018, 08:21
332. Bestandteil

Zitat von lab61
Hat er? Wo hat er das bisher unter Beweis gestellt? Und was meinen Sie mit....
Als studierter Betriebswirt mit gehörigem Anteil an VWL und langjähriger Unternehmer weiß ich, dass die Finanzwirtschaft integraler Bestandteil der beiden anderen (VWL und BWL) ist. Aber auch VWL und BWL hängen unmittelbar zusammen. Lernt man im Studium und es beweist sich danach in der Praxis. Kann also nicht schaden, wenn man zumindest irgendetwas von Wirtschaft versteht.

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jo126 27.12.2018, 08:29
333. Will ich beantworten

Zitat von lab61
Bitte erklären Sie mir doch mal, was ein Gutmensch genau ist. Und bitte sagen Sie mir, warum Sie Gutmenschen so verabscheuen bzw. sich ja durch Ihre Äußerung als Counter Part positionieren. Und noch eine Frage: Wenn DIE ANDEREN, also die, gegen Die SIE was zu haben scheinem, "Gutmenschen" sind. Wie würden Sie dann sich selbst bezeichnen? ALso das Gegenteil von "gut" ist ja bekanntlich "schlecht" oder auch "böse". Sie verstehen sich also als einen Schlechtmenschen? Habe ich das richtig verstanden?
Eigentlich ganz einfach. Gutmenschen wollen gerne Umverteilen, sorgen sich vor allem um die vermeintlich Zukurzgekommenen (oder gehören selbst dazu). Darum kommen sie moralinsauer um die Ecke und wollen gerne belehren, insbesondere diejenigen, die nicht so ein Helfersyndrom haben. Deshalb sind auch nicht alle, die kein Gutmensch sein wollen, per se Schlechtmenschen - weil es dazwischen natürlich auch etwas gibt. Ich zum Beispiel stand nicht am Bahnhof und hab den Flüchtlingen zugewunken, hätte auch 2015 es auch besser gefunden, nicht unkontrolliert Tausende Migranten ins Land zu lassen. Bin ich deshalb ein schlechter Mensch? Dann kenn ich aber noch eine ganze Reihe anderer, die ähnlich denken. Was ich genau verabscheue, ist das Moralisieren und sich als der Bessere auszubauen. Ich sag anderen auch nicht, wie sie zu denken oder zu leben haben.

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jo126 27.12.2018, 08:42
334. Den Kern der Sache

Zitat von 7eggert
Jein; wenn der nominelle Arbeitgeberanteil variabel ist, hat der AG ein Interesse daran, den gering zu halten, von Bürostuhl über Arbeitssicherheit bis Lobbyarbeit. Ist er fest oder bei 0, so kann es dem AG egal sein, wie viel der AN löhnt.
Das stimmt in keiner Weise. Wie ich ausführte: Für den Arbeitgeber ist es völlig wurscht, an wen er das Gehalt (inkl. AG-Anteil SozVers) überweist. Auch der AG-Anteil ist Teil des Gehaltes, das haben nur die Wenigsten kapiert. Es ist nur ein Anteil, den der AN nie zu sehen bekommt. Würde der AG-Anteil bei 0 liegen, zahlt der AG eben die gesamte SozVers an den AN - der dann ebnen diese komplett abführt. Dann sieht er wenigstens ganz klar, was ihn diese Nummer tatsächlich kostet - und nicht nur den Teil, der heutzutage auf der Abrechnung steht. Vorstellbar, dass die Politik das lieber nicht zeigen will. Und auch der Rest ist Quatsch: Die vernünftige Ausstattung des Arbeitsplatzes ist auch im Interesse des AG. Zum Einen wegen gesundheitlicher Folgeschäden etwa bei billigen Bürostühlen. Zum Anderen ist das ein wichtiger Aspekt beim Recruitment: Arbeitnehmer wollen heute ein attraktives Arbeitsumfeld, jeder ernsthafte Bewerber will vorab den Arbeitsplatz sehen, zumindest bei uns. Dazu kommt die Location: Mitten in Hamburg mit bester Verkehrsanbindung ist attraktiver als auf dem Land in Büttenwarder. Auch das kostet, lohnt sich aber. Was jetzt aber Lobbyarbeit (was meinen Sie denn damit?) mit den Kosten für einen Arbeitsplatz zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Meinen Sie das, was etwa Pofalla bei der Deutschen Bahn macht? OK, dass sind Arbeitskosten - schließlich wird er bezahlt und hat sicher auch einen Stuhl.

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Patrik74 27.12.2018, 08:52
335. @315 Einfachste Realität

Zitat von
Einfachste BWL. Am Ende muss alles bezahlt werden - durch die Leistung des Unternehmens im Ganzen. Dafür zu sorgen, ist Aufgabe des Unternehmers. Der, im Übrigen, zunächst alle Gehälter, Steuern und Abgaben zu zahlen hat, bevor er selbst etwas bekommt. Mögen die linken Ideologen nicht gerne hören, ist aber für jeden Unternehmer - ob Handel, Handwerk oder (wie bei uns) IT ganz normale Praxis.
Leider funktioniert VWL anders als BWL, auch wenn das viele Unternehmer nicht gerne hören (wollen). Ein Staat ist keine IT-Butze.

Seit Jahren herrscht ein eklatantes Missverhältnis zwischen Arbeitseinkommen (=Arbeitskosten) und Unternehmer- und Vermögenseinkommen, was sich in einer perversen Verteilung der Vermögen niederschlägt. Während die einen gar nicht mehr wissen wohin mit der Kohle, steuern die anderen der gesicherten Altersarmut entgegen. Soziale Marktwirtschaft stand mal für etwas anderes.

Der Arbeitnehmer hat nichts von "mehr Netto vom Brutto" denn aus der Differenz werden die öffentliche Infrastruktur und die öffentlichen Leistungen finanziert - und die sind jetzt schon massiv unterfinanziert (freundlich ausgedrückt). Nur reiche können sich einen schwachen/schlanken Staat leisten. Das dumme an unserem Wirtschaftssystem: Es kann zwar jeder reich werden, aber nicht alle.

Der Anteil der Arbeitseinkommen am BIP muss wieder steigen, und zwar massiv, dann kommt alles wieder ins Lot. Klar, dass das nicht auf Gegenliebe bei jenen stößt, die sich bisher einen schlanken Fuss machen konnten, aber es gibt keinen anderen Weg.

Das ist wie bei einer Pokerrunde; das Spiel endet spätestens, wenn alle Chips bei einem Spieler liegen. Der Sinn von Wirtschaft ist aber nicht, einen Sieger hervorzubringen, sondern das Spiel am Laufen zu halten, und dafür müssen die Chips immer wieder zurückfließen; tun sie aber nicht. Das ist volkswirtschaftlich das Kernproblem unserer Zeit.

Und irgendwann trifft es dann auch die Unternehmen, denn es gilt immer noch, was bereits Ford erkannte: "Autos kaufen keine Autos."

Es ist wohl der Déformation professionnelle zu "verdanken", dass viele Unternehmer nicht in der Lage sind, volkswirtschafte Zusammenhänge zu erkennen - und das gilt in besonderer Weise auch für Merz, weswegen er auf gar keinen Fall einem Kabinett angehören sollte, insbesondere nicht auf einem Ministerposten, der irgendeinen direkten Bezug zu Wirtschaft hat.

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MKAchter 27.12.2018, 08:54
336. Anderer Kurs

Ich halte nicht viel von reinen Personaldiskussionen. Aber Frau Kramp-Karrenbauer täte gut daran, programmatisch die nicht unbedeutende konservative Anhängerschaft der CDU zu berücksichtigen, und eine Abkehr vom jahrelangen Sozialdemokratisierungs-Kurs unter Fr. Merkel einzuleiten. Einen gewissen Anteil daran könnte durchaus eine Personalie wie in Gestalt von Herrn Merz haben....

Stößt man das konservative Unions-Wählerreservoir aber weiterhin vor den Kopf, dann wird das absehbar nichts mehr mit der "großen konservativen Volkspartei", ein Erreichen von Wahlzielen im Bereich von knappen 40% kann Frau Kramp-Karrenbauer dann getrost vergessen.

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jo126 27.12.2018, 09:22
337. Unternehmer sind nicht blöd

Zitat von Patrik74
Leider funktioniert VWL anders als BWL, auch wenn das viele Unternehmer nicht gerne hören (wollen). Ein Staat ist keine IT-Butze. Seit Jahren herrscht ein eklatantes Missverhältnis zwischen Arbeitseinkommen (=Arbeitskosten) und Unternehmer- und Vermögenseinkommen, was sich in einer perversen Verteilung der Vermögen niederschlägt. Während die einen gar nicht mehr wissen wohin mit der Kohle, steuern die anderen der gesicherten Altersarmut entgegen. Soziale Marktwirtschaft stand mal für etwas anderes. Der Arbeitnehmer hat nichts von "mehr Netto vom Brutto" denn aus der Differenz werden die öffentliche Infrastruktur und die öffentlichen Leistungen finanziert - und die sind jetzt schon massiv unterfinanziert (freundlich ausgedrückt). Es ist wohl der Déformation professionnelle zu "verdanken", dass viele Unternehmer nicht in der Lage sind, volkswirtschafte Zusammenhänge zu erkennen
Meinen Sie ernsthaft, ein Unternehmer, der ja eingebunden ist in die Volkswirtschaft, hat keine Ahnung davon? Ja, vielleicht der Malermeister oder Autohändler. Aber jede "IT-Bude" steht im internationalen Wettbewerb - zu Kunden und Mitarbeitern. Zudem hat die Konjunktur ganz klar Einfluss auf die Investitionsbereitschaft, was wiederum direkten Einfluss hat auf das B2B-Geschäft zwischen Unternehmen. Insofern: BWL ohne VWL funktioniert ebenso wenig wie umgekehrt (lernt man schon in den Grundkursen im Studium - egal ob BWL oder VWL). Zu Ihrer wenig fundierten Aussage zum Arbeitseinkommen: Meine Mitarbeiter interessiert vor allem das Nettogehalt. Damit sie eben nicht in die Armut fallen. Der gesetzlichen Rentenversicherung trauen zumindest die Jüngeren um die 30 nicht mehr - obwohl sie verdammt viel dafür zahlen. Warum sonst wird von der Politik für zusätzliche private Vorsorge getrommelt? Und wovon wird die bezahlt? Eben, vom Netto.
Und zur Staatsquote: Meinen Sie ernsthaft, der Staat gibt die Steuern ausnahmslos sinnvoll aus? Ich bitte Sie, schauen Sie sich die Berichte des Bundes der Steuerzahler oder auch des Bundesrechnungshofes an. Da lernt man was. Beispiel: Die Überversorgung ehemaliger Bundespräsidenten, doppelte Dienstsitze... bemängelt jüngst vom Bundesrechnungshof. Und ich versichere Ihnen: Der Staat kann noch so viel Steuern einnehmen, es wird nie genug sein. Und das kommt gewiss nicht alles wieder bei den Bürgern an, tut es ja jetzt schon nicht.

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Patrik74 27.12.2018, 10:23
338. Bei allem Respekt

Zitat von jo126
Meine Mitarbeiter interessiert vor allem das Nettogehalt. Damit sie eben nicht in die Armut fallen. Der gesetzlichen Rentenversicherung trauen zumindest die Jüngeren um die 30 nicht mehr - obwohl sie verdammt viel dafür zahlen. Warum sonst wird von der Politik für zusätzliche private Vorsorge getrommelt? Und wovon wird die bezahlt? Eben, vom Netto.
A) Ich glaube nicht, dass junge ITler die Kompetenz in volkswirtschaftlichen Fragen sind.... Den Sinn staatlicher Fürsorgesysteme werden sie wohl erst verstehen, wenn sie mal krank sind oder ihren Arbeitsplatz verlieren. Das sind natürlich Szenarien über die sich ein junger Mensch am Anfang seiner Karriere keine Gedanken macht, aber das ist etwas, was den einen oder anderen im Laufe seines Lebens treffen wird. Im übrigen nehmen „fachfremde" ohnehin zumeist nur die "Privathaushaltperspektive“ ein und übertragen diese Logik auf die Volkswirtschaft. Wenn as also ihr bestes "Argument" ist...

Meiner Tochter ist der Lolli auch lieber als das Sparschwein, aber danach richte ich meine Entscheidungen nicht aus.

B) Es ginge der gesetzlichen Rentenversicherung wesentlich besser, wenn nicht Milliarden in die Privatwirtschaft umgelenkt würden. Warum das so ist, können ihnen am besten Maschmeyer, Riester und Merz erklären. Kleiner Hinweis: Milliardär ist damit Maschmeyer geworden, und Riester und Merz sitzen in Aufsichtsräten von Gesellschaften, die u.a. mit Alterssicherungen Geld verdienen (Riester sogar bei Maschmeyer) - ist wohl Zufall....

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demokrat2 27.12.2018, 10:44
339. Langsam wird es peinlich.

Merz fimdet immer wieder "alte Fürsprecher", doch sein politischer Neustart wird wohl nicht gelingen. Für Merz und Schäuble schien es wohl ein "Selbstverständis", doch die Mehrheit der Delegierten wählten die Sicherheit, und die hieß AKK und Merkel. Merz konnte sich nicht gegen beide durchsetzen. Und das ist gut so. Die alten Strippenzieher wollten mit Merz eine "alte Politik" fortsetzen, die nicht mehr in unsere Zeit passt. Und sie wollten auch so die SPD und die Groko los werden.

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