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CDU-Politiker: Jens Spahn hält Großstadt-Hipster für eine Gefahr
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Jens Spahn wittert eine "neue Form der Parallelgesellschaft": Junge Menschen, die unter sich bleiben und auf Englisch verständigen. Für das CDU-Präsidiumsmitglied eine Zumutung.

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Krokodilstreichler 24.08.2017, 10:06
330.

Zitat von hisch88
Haben wir doch in D schon gemacht. Wir haben unsere traditionellen, vielfältigen "schönen Dialektsprachen" für eine uniformierte Hochdeutsche Sprache aufgegeben, auch mit dem Ziel als "gebildet" da zu stehen, wie es früher die Preissen und die .....
Vergessen Sie Französisch nicht, das in zahlreichen afrikanischen Ländern gesprochen wird, unter anderem im bevölkerungsreichen Kongo.

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chukwumeze 24.08.2017, 10:10
331. Es ist ganz einfach:

im italienischen Restaurant imitieren arabische Kellner Deutsch mit italienischen Akzent, bei Fielmann und Konsorten gibt es wundersamerweise 100% Brillenträger, Chefs werfen mit sinnfreien Denglish herum, Unionisten haben das richtige Wohlfühlgefühl im Dorfgasthof mit Blümchenmuster und Hirschtrophäe an der Wand. Gruppenzugehörigkeit und Mimikry bzw Mimese um Kunden zu gewinnen - im Tierreich üblich und bei Menschen eben auch. Gähn, nicht Spahn.

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hasematz 24.08.2017, 10:16
332. ... bischen Recht hatter ...

... ja doch. Englischsprechen ist ja wohl keine Kunst. Und wenn ich dadurch ohne bedonderen Grund die Sprache vernachlässige, die vor Ort üblich ist, und die ich auch von Kindesbeinen am Besten kann, ist das nicht hip, sondern in meinen Augen einfach nur doof. Jedoch hat es solche Entgleisungen immer gegeben und sind auch nicht sooo wichtig, als dass ein Politiker daraus eine gewisse Gefahr basteln sollte.

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hwmueller 24.08.2017, 10:27
333. Bevor man in den Reflex des Anti-Konservatismus

gezuckert mit dem Unbehagen gegen Alles-was-deutsch-sein-könnte verfällt oder ins andere Extrem: "Am deutschen Wesen möcht die Welt genesen" neigt, sollte doch differenziert werden. Denn so ganz unrecht hat Herr Spahn wohl zu Übel nicht: der Bäcker um die Ecke versteht noch "Hey Alder. Schrippen will icke.", hingegen der Kumpel an der Gitarre nur "Bahnhof", wollte man ihm das deutsche "H(statt dem engl. B)" erklären! Skurril - wie mir Berliner ggl. widerfahren - wenn erst nach einigen Sätzen jener eingefügt wird: "Du kannst auch deutsch reden!" Ich kenne in Berlin einige vom Ausland Zugereiste, die trotz zu aller Freud uns mit jahrelangem kreativen Schaffen entzücken bis heute kein Wort deutsch können. Das führt - ob man will oder nicht - irgendwann dazu, dass bestimmte Inhalte diesen Freunden nicht mehr zugänglich sind. Ein Gefühl des Fremdsein dürfte sich hier kaum entledigt fühlen. Um mal Geschmack davon zu bekommen wir sich Leute geringer Sprachkompetenz politisch informieren, sei das Kontra-Integrations-Projekt des DLF angedient: http://www.nachrichtenleicht.de/. Hier wird die Ausgrenzung institutionalisiert, statt die deutsche Sprache differenzierend zu fördern. Nein: deutsch sprechen ist mehr als nur Worte-Sprechen, es ist der Schlüssel zu einem spannenden Denken, Zweifeln, Grübeln und Dichten. Damit mag ich in Augen einiger Globalisierungsphantasten ein Populist sein. Dem sei gesagt: wenn die deutsche Sprache populär wird, sollte es uns doch erfreuen. Den Sprache ist Heimat. Und wenn der Freund aus fremden Ländern hier heimisch wird. Wei nott?

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Wolfgang Heubach 24.08.2017, 10:31
334. Da fällt mir Manfred Rommel ein

"Früher mußte man noch richtig etwas machen, um in die Zeitung zu kommen. Heute braucht man bloß noch etwas zu sagen."

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JohnC. 24.08.2017, 10:40
335.

"Versucht doch mal in Paris etwas auf Englisch zu bestellen..."
Das ist in der Regel kein Problem. Die Franzosen sind da mittlerweile recht tolerant oder besser gesagt, sehr aufgeschlossen. Darüber hinaus ist das Personal in vielen Pariser Cafés und Bars oft internationaler Herkunft. Spanier, Kanadier etc.

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gesinecresspahl 24.08.2017, 10:49
336. Was für eine Unverschämtheit

Lieber Herr Spahn,

vielleicht sollten Sie hier etwas mehr Toleranz aufbringen. Nicht alle können als einfache Bankangestellte mit großer Sicherheit und wenig Verwendung von Talent von den Ideen und der Produktivität der Anderen leben. Vielleicht sollten Sie anerkennen, dass irgendjemand in einem Land, das von hi-tech-Produkten lebt, auch offen sein muss, hochgradig ausgebildet und international. Diese Leute sprechen dann auch einmal Englisch, wenn sie auf andere mobile Leute treffen. Irgendjemand muss auch die Arbeit machen, um den Wohlstand zu erwirtschaften, von dem sie leben, erst als Bankangesteller und nun auf der Tasche des Steuerzahlers. Diese Provinzialität, Kleingeistigkeit und Bildungsferne, die aus Ihrer Bewertung spricht, ist gelinde gesagt eine Peinlichkeit. Man könnte sie auch für gefährlich halten.

Äergerlich und verwirrend ist, zu sehen, wie jemand, dessen einziger offensichtlicher Verdienst der ist, zur rechten Zeit ein Parteibuch nach Hause zu nehmen, in einem solch hohen Amt und in eine solch wichtige Position geschwemmt wurde. Da würde man sich eigentlich einen Politker wünschen, der von der Sache etwas versteht. Selbst ihre Chefin Frau Merkel, die deutlich mehr mit Internationalität und Bildung in Kontakt kam, würde sich für Sie schämen, da bin ich mir sicher.

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altais 24.08.2017, 10:56
337.

Zitat von lequick
Jens Spahn ist keiner dem man zu schnell zustimmen sollte, aber hier hat er vollkommen Recht. Die Hipster (auch Bobos genannt) sind Teil des Problems der heutigen Gesellschaft.
Ach ja? Hat man endlich einen Sündenbock gefunden? Aber, pardon, das ist doch "Schmarrn" hoch drei. Die paar "Hipster", die in Berlin herumlaufen, und sich im besten Fall etwas lächerlich machen, sollen "ein Teil des Problems der heutigen Gesellschaft" sein? Kann ich für mich leider nicht bestätigen. Ich habe diese, sorry, "Figuren" bisher nur auf Fotos gesehen. Hier, im Süden ist mir noch keiner leibhaftig begegnet.

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tilting 24.08.2017, 10:59
338.

Zitat von ersatzaccount
"Junge Leute aus aller Welt, die sich in deutschen Großstädten auf Englisch verständigen" - Englisch ist die lingua franca des 21 Jahrhunderts, was ist daran so schwer zu verstehen? Wenn ein Schwede in Berlin auf einen Spanier trifft oder ein Israeli in Köln auf einen Koreaner? Wenn in Unternehmen, speziell Start-Ups, Leute aus allen Teilen der Welt zusammenarbeiten, was werden die wohl sprechen. Man kriegt den Politiker zwar aus der Provinz aber die Provinz nicht aus dem Politiker.
Bravo, insbesondere der letzte Satz entspricht meinen jahrelangen Beobachtungen!

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hexenbesen.65 24.08.2017, 10:59
339.

Zitat von JohnC.
"Versucht doch mal in Paris etwas auf Englisch zu bestellen..." Das ist in der Regel kein Problem. Die Franzosen sind da mittlerweile recht tolerant oder besser gesagt, sehr aufgeschlossen. Darüber hinaus ist das Personal in vielen Pariser Cafés und Bars oft internationaler Herkunft. Spanier, Kanadier etc.
Das glaube ich aber nicht, dass (gerade!) in Paris englisch spechen kein problem ist. "Entweder du sprichst Französisch, oder hällst dein Maul !" sollte es dann noch soweit kommen, dass die merken, dass man Deutscher ist, hat man eh verloren.... Hab das schon selber in leidevoller Erfahrung erleben müssen. Gerade junge Leute (von denen man denkt, die können Englisch) ignorieren einem gern. Dabei wollte ich eigentlich freundlich fragen, wo die nächste u-Bahn-Station ist.... patzige, rotzige Antworten--meine Nichte, die zufällig dabeistand, hat nur mit dem kopf geschüttelt und gemeint, das übersetzt sie jetzt lieber nicht...
Oder in urlaubsgebieten ....da werden im Beisein der Touris (wie bei meiner Schwester- sie spricht "nur" englisch ) so derbe hergezogen--ihre Tochter (also die Nichte) hatte sich gerade noch beherrschen können....als sie dann abreisten, meinte sie nur überfreundlich auf Französisch:"Danke für die netten Komplimente, die Sie meiner Familie die ganze Zeit gemacht haben !"...die wurden feuerrot.

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