Forum: Politik
CDU und Kirche: Den Katholiken geht das politische Personal aus
AP

Kanzlerin und Präsident: beides Protestanten. Die Abkehr vom rheinischen Katholizismus, die sich in diesen Spitzenpositionen spiegelt, ist dabei paradoxerweise eine Folge der Säkularisierung. Evangelische Politiker kommen besser an beim Wähler - weil sie nicht von der Kirche her denken.

Seite 2 von 10
Cassandra105 11.03.2012, 10:13
10.

Zitat von xvulkanx
Endlich kann ich dem Papst mal zustimmen: Befreit die katholische Kirche von ihren materiellen Privilegien. Keine Staatsknete für Religionsunterricht, theologische Fakultäten, Bischofsgehälter, konfessonelle Kindergärten und Schulen, Erhaltung von Kirchen und finanzielle Verpflichtungen aus jahrhundertealten Verträgen des Staates mit den Kirchen. Kein Einzug der Kirchensteuer durch staatliche Finanzbeamte. Der Staat ist nicht das Inkassounternehmen der Kirchen.
Da das alles natürlich trotzdem getan werden muss, übernehmt dann das dann wer? Sicherlich irgendwer privates, der dann Bildungs-, und Gesundheitsrenditen sehen will, selbstversäntlich auf Deutsche Bank Niveau.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
güti 11.03.2012, 10:27
11. @all

Zitat von sysop
Kanzlerin und Präsident: beides Protestanten. Die Abkehr vom rheinischen Katholizismus, die sich in diesen Spitzenpositionen spiegelt, ist dabei paradoxerweise eine Folge der Säkularisierung. Evangelische Politiker kommen besser an beim Wähler - weil sie nicht von der Kirche her denken.
Bundestagspräsident Norbert Lammert
-> Mitglied des ZDK Deutschkatholizismus/ Rätekatholizismus, kann man als Kathollik drauf verzichten- Taufscheinkatholiken
Bildungsministerin Annette Schavan
-> Mitglied des ZDK Deutschkatholizismus/ Rätekatholizismus, kann man als Kathollik drauf verzichten- Taufscheinkatholiken
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer-> seine Prio liegt vorher bei der Freundin in Berlin.- Taufscheinkatholiken
Wulf-> lässt Frau und Kind im Stich um mit seiner fast 20 Jahre jüngeren Sekretärin durchzubrennen-> katholisch?

die anliegen der Kirche werden heute nicht mehr unbedingt auch von ihren Mitgliedschaft in der Kirche vertreten: Bsp. Kauder

Beitrag melden Antworten / Zitieren
martin-gott@gmx.de 11.03.2012, 10:44
12. kein Problem

Zitat von Cassandra105
Da das alles natürlich trotzdem getan werden muss, übernehmt dann das dann wer? Sicherlich irgendwer privates, der dann Bildungs-, und Gesundheitsrenditen sehen will, selbstversäntlich auf Deutsche Bank Niveau.
Endlich kann ich dem Papst mal zustimmen: Befreit die katholische Kirche von ihren materiellen Privilegien. Keine Staatsknete für Religionsunterricht, theologische Fakultäten, Bischofsgehälter, konfessonelle Kindergärten und Schulen, Erhaltung von Kirchen und finanzielle Verpflichtungen aus jahrhundertealten Verträgen des Staates mit den Kirchen. Kein Einzug der
Kirchensteuer durch staatliche Finanzbeamte. Der Staat ist nicht das Inkassounternehmen der Kirchen.

Religionsunterricht, theologische Fakultäten, Bischofsgehälter, Einzug der Kirchensteuer mag für die Kirche wichtig sein hat aber für den Rest der Gesellschaft keinerlei Nutzen.
Kindergärten und Schulen, Erhaltung von Kirchen werden jetzt schon zum Grossteil aus staatlichen Mitteln bezahlt, daher ist es wohl kein Problem wenn die Kommunen dies übernehmen. Denn würden die Angestellten in diesen Einrichtungen einen vernünftigen Arbeits und Tarifrecht unterliegen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cato-der-ältere 11.03.2012, 10:49
13. Religion ist nur Corporate Identity

Die Religionszugehörigkeit wird überbewertet und überinterpretiert. Wenn man sagt dass für Frau Merkel der christliche Glaube keinerlei Bedeutung hat, tut man ihr vermutlich nicht unrecht. Das ist bei den meisten Menschen so die formal noch zu einer Kirche gehören. Was ja nicht unbedingt Amoralität bedeutet. Das C hat bei den C-Parteien nur noch etwas mit Corporate Identity zu tun, sonst nix.
Dass Gauck, noch gar nicht gewählt - hier schon als "Präsident" bezeichnet wird ist ja auch drollig. Man ist in den Mainstream-Medien also schon so sicher dass man Gauck ins Amt hieven wird?! Nach der konzertieren Schmalz-Offensive von Bild bis Spiegel, und nun diesem völligen Vermeiden jeder Debatte über die im Web erhobenen Vorwürfe gegen ihn, ist diese Erwartung allerdings berechtigt. Der Kandidat der (vermögenden) Herzen wird das Rennen machen, auch wenn, oder besser weil, er mit Jesus ebenso wenig am Hut hat wie Merkel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Stäffelesrutscher 11.03.2012, 10:50
14.

Beim ersten Satz gerät man ins Grübeln - bei der Betonung der »protestantischen Pfarrerstochter« Merkel könnte man durchaus fragen, wie denn der typische Lebensweg katholischer Pfarrerstöchter aussieht.

Zweitens hängt Herr Langguth der juristisch fragwürdigen Auffassung an, zwangsgetaufte Babys und Kinder als Mitglieder einer Kirche zu betrachten. Würden nur diejenigen gezählt, die "religionsmündig" sind, also über ihre Mitgliedschaft selbst entscheiden dürfen, dann lägen die Mitgliedszahlen sicherlich weit unter 50 % der Einwohner Deutschlands.
Frei über ihre Mitgliedschaft entscheiden können nicht:
- alle unter 14 (offiziell nicht religionsmündig)
- alle von 14 bis 17, deren Erziehungsberechtigte gegen einen Austritt sind
- alle, die einen Beruf haben, der in ihrem räumlichen Umfeld (fast) nur in Einrichtungen der Kirchen ausgeübt werden kann: Kindergärtnerin, Krankenpfleger, Sozialarbeiter
- alle, die keinen öffentlichen, sondern nur einen kirchlichen Friedhof als Perspektive haben.

Drittens fällt auf, dass Herr Langguth die Linkspartei verschweigt, obwohl deren Spitzenpersonal teilweise fast schon missionarisch auftritt (Bodo Ramelow beispielsweise).

Viertens ist es ganz gut, dass Politik in Deutschland immer weniger von Menschen bestimmt wird, die ihre Befehle aus dem Ausland empfangen. Man stelle sich den Aufschrei vor, wenn eine Organisation, deren Chefs in, sagen wir, Moskau, Bilbao, Riad, Teheran, Kabul oder Medellín sitzen, den Anspruch erheben würde, das politische Leben Deutschlands so stark zu prägen wie die Vertreter des Vatikan.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
h.hass 11.03.2012, 10:50
15.

Zitat von c0re0n
Außerdem, hat ja wohl jede Verinigung das Recht, ihre eigenen kitas, Krankenhäuser, schulen und Altenheime auf zumachen, das bleibt jedem unbenommen.
.

Allerdings kann sie sich diese Einrichtungen dann nicht vom Staat finanzieren lassen. Bei anderen Vereinigungen wird der Mitgliedsbeitrag auch nicht vom Finanzamt eingezogen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
achazvonthymian 11.03.2012, 10:51
16. Immer noch zuviel Kirche in der Politik

Ich will es nicht zwischen Katholiken und Protestanten festmachen, sondern allgemein:

Die Kirchen haben immer noch zuviel Einfluss in der Politik, wobei das "C" im Namen der Union noch das geringste Übel ist.

Wenn man bedenkt, wie eng Staat und Kirche beim Eintreiben der Kirchensteuer, dem Vereinsbeitrag, zusammen arbeiten, dann kann man die Sorge des SPON-Artikels nicht nachvollziehen.

Staat und Kirche profitieren voneinander, angefangen von Feldgeistlichen, von Panzersegnungen bishin zu der Disziplinierung der Bevölkerung mit ach so christlichen Werten.

Man sollte nie vergessen, dass die Kirche ein Verein von Menschen ist wie der örtliche Taubenzüchterberein. Der Pfarrer weiß nichts, selbst der Papst weiß nichts - außer, dass er glaubt, dass sein "Gott" der Beste ist. Diesen Glauben haben auch viele andere Religionen, die nicht an Jesus glauben. Wer sagt, wer recht hat?

In Sachen Trennung von Kirche und Staat gibt es noch viel zu tun. Selbst die Vereinigung mit der kommunistischen und gottlosen DDR hat da wenig gebracht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
h.hass 11.03.2012, 10:52
17.

Zitat von Cassandra105
Da das alles natürlich trotzdem getan werden muss, übernehmt dann das dann wer? Sicherlich irgendwer privates, der dann Bildungs-, und Gesundheitsrenditen sehen will, selbstversäntlich auf Deutsche Bank Niveau.
Wenn die Katholiken Geld für Bischöfe, Kindergärten oder theologische Lehrstühle brauchen, solen sie es bei ihren Mitgliedern einsammeln. Ist doch klar. Wieso soll der Staat das finanzieren?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Dornröschen2 11.03.2012, 10:53
18. Gläubigkeit

Es ist eigentlich tragisch, dass die Träger der zwei höchsten Ämter in Deutschland überhaupt an einen Gott glauben. Dieses Tatsache offenbart massive Mängel im (damaligen) Bildungssystem. Und ich dachte in der DDR sei man vor der Kirche in Sicherheit gewesen ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thetan 11.03.2012, 10:55
19. wie jetzt auch: der staat

Zitat von Cassandra105
Da das alles natürlich trotzdem getan werden muss, übernehmt dann das dann wer?
Fragen Sie doch mal in Ihrer Stadtverwaltung nach, zu wieviel Prozent die Kosten der "kirchlichen" Kindergärten von der Stadt getragen werden. Im Normalfall liegt der Wert zwischen 90% und 97%.

Lies: Die Kirchen beteiligen sich an "ihren" Kindergärten zu 3-10% an den Kosten - bestimmen aber im Gegenzug zu 100% in Personalfragen (Kein Betriebsrat, nur christliche Angestellte, und Kündigungen wegen "unchristlichem" Lebenswandel (Scheidung, Leben in unehelicher Gemeinschaft,...) kommen leider auch mehr als genug vor).

Dazu kommt dann noch, dass Kinder von - auf dem Papier - christlichen Eltern bevorzugt aufgenommen werden. Und das wegen 3-10% Kostenbeteiligung!

Zitat von
Sicherlich irgendwer privates, der dann Bildungs-, und Gesundheitsrenditen sehen will, selbstversäntlich auf Deutsche Bank Niveau.
Mir war es mal gegönnt, einen Blick in die Buchhaltung eines "christlichen" Krankenhauses (gehörte einem Nonnenorden) werfen zu können. Die arbeiteten mindestens genauso renditeorientiert wie privatisierte Krankenhäuser auch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 10