Forum: Politik
CDU und Kirche: Den Katholiken geht das politische Personal aus
AP

Kanzlerin und Präsident: beides Protestanten. Die Abkehr vom rheinischen Katholizismus, die sich in diesen Spitzenpositionen spiegelt, ist dabei paradoxerweise eine Folge der Säkularisierung. Evangelische Politiker kommen besser an beim Wähler - weil sie nicht von der Kirche her denken.

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pierrot3 11.03.2012, 11:10
30.

Dieser Beitrag von Prof. Langguth ist unwissenschaftlich. Erstens sollte erüber seine eigene konfessionelle Heimat berichten, bevor er solch gewagte These verbreitet. Zweitens fehlt für seine Analyse ein repräsentativer
Datensatz.

Zudem gebe ich zu bedenken:
1) Gauck ist kein Parteipolitiker, 2) Merkel ist ebenso wie viele ostdeutschen Theologen und Naturwissenschaftler durch die Wiedervereinigung in die Politik gekommen. Dies ist ein einmaliger historischer Effekt, der gewiss mehr Protestanten/Theologen und Pfarrerkinder in die Landes- und Bundespolitik gebracht hat. Deshalb eine größere Affinität der Protestanten für einen säkularen Staat hinein zu interpretieren ist ein Fehlschluss.

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reuanmuc 11.03.2012, 11:12
31.

Zitat von exterminate
Dass der Rückhalt der Kirchen in der Bevölkerung schwindet, ist ja schonmal positiv, ich frage mich nur, wie lange es noch dauern wird, bis endlich rational denkende Menschen hier das Sagen haben.
Der atheistische Kommunismus war lange Zeit das gemeinsame Feindbild von Staat und Kirche. Diese unselige Verheiratung der Interessen wirkt immer noch nach. Dazu kommt die über die Jahrhunderte gewachsene Durchdringung der Alltagskultur mit religiösen Ritualen, wie Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen und Feiertagen.

Es wird noch lange dauern, bis sich die wandelnden Mehrheitsverhältnisse von aktiven Gläubigen zu passiven Mitläufern (Rückversicherern, Gewohnheitsgläubigen) und Nichtgläubigen in konkrete Politik umsetzen lassen. Es ändert sich dann, wenn Politik und Medien erkennen, dass sich die Mehrheiten ihrer Klientel geändert haben.

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guggisberger 11.03.2012, 11:20
32. Vorschlag an SPON ...

... wie wäre es, wenn diese "Machtverschiebung" in D im Lichte der Politik der Besatzungsmächte nach 1945 beurteilt werden würde ? Im Moment erleben wir die Auflösung des Machtgefüges von Gnaden der einstmals westlichen Besatzungsmächte, in deren politischer Inszenierung des deutschen Staates die Kirchen einer klaren Rollenverteilung unterlagen. Ein knapper Hinweis: Im jahre 1965 hat der damalige Primas von Polen Kardinal Wischinski erklärt, dass die Inbesitznahme des Gebietes jenseits von Oder und Neisse und die Zerschlagung von Preussen einen Sieg der Gegenreformation darstellt.
Nun sollte klar werden, dass sich hier mehr als ein neues Problem eröffnet ... Die Zukunft wird interesant werden ...

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Roßtäuscher 11.03.2012, 11:22
33. Eine Wortklauberei mit dem Geruch vom Erbsenzählen

Zitat von sysop
Kanzlerin und Präsident: beides Protestanten. Die Abkehr vom rheinischen Katholizismus, die sich in diesen Spitzenpositionen spiegelt, ist dabei paradoxerweise eine Folge der Säkularisierung. Evangelische Politiker kommen besser an beim Wähler - weil sie nicht von der Kirche her denken.
Aus heutiger Sicht, hat sich die CDU im Moment der Vorstandsentscheidung für die Merkel ihren eigenen Untergang verpasst. Ein Denken bis zum Tellerrand.
Die absehbaren Folgen sieht das verbliebene Präsidium-Restgeschwader immer noch nicht. Warum wird diese Kanzlerin in Lehrlingsausbildung nicht längst gestoppt? Holt die von ihr hinaus geekelten Politiker zurück.
Leider verdienen die in der Wirtschaft mehr, als im Berliner Abgeordnetenhaus der Schuldenrepublik.
Protestant hin oder her, ob Gauck der Wiederstands-Flunkerer, ein würdiger Nachfolger von Wulff ist? Warum gibt er sich als Demonstant gegen das SED-Regime aus, der er gar nicht war? Man kann ihn eher einen Trittbrettfahrer nennen, der sich mit falschen Federn schmückt.
So gesehen wäre Wolfgang Schäuble wohl der richtige Präsident gewesen. Die blöde Spendengeschichte mit den 100.000 DM und der damaligen Sekretärin Baumann gehört endlich in den Treteimer und vergessen. Da sind die anderen Sauereien und falschen Lobgesänge über die Kanzlerin wohl eher Langzeit-Erinnerungspflichtig.
Außerdem ist ein Prof. Langguth als Biograph nicht neutral, sondern pro Merkel. Seinen Meinungen dazu muss man misstrauen.

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Dornröschen2 11.03.2012, 11:23
34. düstere Aussichten

Zitat von reuanmuc
Der atheistische Kommunismus war lange Zeit das gemeinsame Feindbild von Staat und Kirche. Diese unselige Verheiratung der Interessen wirkt immer noch nach. Dazu kommt die über die Jahrhunderte gewachsene Durchdringung der Alltagskultur mit religiösen Ritualen, wie Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen und Feiertagen. Es wird noch lange dauern, bis sich die wandelnden Mehrheitsverhältnisse von aktiven Gläubigen zu passiven Mitläufern (Rückversicherern, Gewohnheitsgläubigen) und Nichtgläubigen in konkrete Politik umsetzen lassen. Es ändert sich dann, wenn Politik und Medien erkennen, dass sich die Mehrheiten ihrer Klientel geändert haben.
Das wird so von sich aus leider nicht funktionieren :( Die Schiefstellung passiert im frühen Kindesalter, und sie ist später kaum zu beheben. Einzig und alleine die Schulbildung als Alternative der familiären Prägung kann hier etwas bringen.

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opa-sargus 11.03.2012, 11:24
35. CDU unbenennen oder überflüssig

Eigentlich wäre unter diesen Bedingungen -Verlust des Markenkerns- die Umbenennung der CDU erforderlich. Mein Vorschlag wäre A.N.O.P. = Alles-nichts-oder-Partei. Die neue Partei schafft sich dann kurzfristig selber ab. Aber mal ernsthaft: Ohne die Verweise auf die Zeit von 1933-1945 und die damit verbundenen Hinweise, dass alle Denkweisen im konservativen, katholischen und nationalen Lager außerhalb und manchmal auch in der UNION schlecht oder bösartig sind, wäre die UNION seit langem dort wo die andere "Volkspartei" ist. Die Auflösung bzw. Aufspaltung der CDU in einen "katholischen Block", siehe Zentrums- oder Bauernpartei, und eine neue "konservative Rechtspartei" ist eigentlich überfällig.

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akeley 11.03.2012, 11:25
36.

Zitat von c0re0n
Warum sollten denn die Kirche sich nicht in die Politik einmischen? Unternehmen machen das doch auch. Wenn z.B. Ich, als gläubiger, praktizierender Katholik in die Politik gehen möchte, müsste ich meine Katholischen Moralvorstellungen strikt von meinen politischen trennen? Das geradez absurd! Die Religion ist ein wichtiger bestandteil, immer noch, unserer Gesellschaft. Natürlich spielt sie dann auch in der Politik eine Rolle, dort sollen schließlich die interessen des gesamten Volkes vertreten sein. Außerdem, hat ja wohl jede Verinigung das Recht, ihre eigenen kitas, Krankenhäuser, schulen und Altenheime auf zumachen, das bleibt jedem unbenommen. Ich habe gehört, sowas nennt man Demokratie!
Eigene? Die genannten Einrichtungen laufen unter kirchlicher Trägerschaft, 90-100% derKosten begleicht der Staat bzw. die Länder. Echte Kosten hat die Kirche vor allem bei 'Vereinsarbeit', also Mitgliederwerbung und -betreuung sowie Unterhalt geistlicher Räumlichkeiten und Personals in den sozialen Einrichtungen.

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Lexington67 11.03.2012, 11:25
37.

Zitat von Tadaa79
Die Kirche - egal welche Konfession - soll sich endlich auf das Spirituelle zurückbesinnen. Ich brauche keine weitere Partei! Staat/Politik und Kirche soll endlich getrennt werden. Die Kirchen haben ihre Berechtigungen, zerstören sich aber durch die Verwebung mit dem Staat fortlaufend selbst. Sie sollten sich viel mehr zurückziehen aus jeglichen Aktivitäten die mit dem Staat gemeinsam laufen. Kirchensteuer, Kitas, Altenheime. Soll der Staat selbst gucken, wie er es macht und wer dann immer noch in die Kirchen geht, den interessiert der Kern. Die Religion!
Ich glaube sie sollten sich mal informieren,
wie die kirchlichen Einrichtungen finanziert werden.
Der Staat braucht nicht "selbst gucken, wie er es macht",
darüber ist er längst hinaus.

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Claudia_D 11.03.2012, 11:27
38.

Zitat von sysop
Kanzlerin und Präsident: beides Protestanten. Die Abkehr vom rheinischen Katholizismus, die sich in diesen Spitzenpositionen spiegelt, ist dabei paradoxerweise eine Folge der Säkularisierung. Evangelische Politiker kommen besser an beim Wähler - weil sie nicht von der Kirche her denken.
Ach... Der "katholischen Kirche" ging bereits schon sehr viel vorher das "intellektuelle" - und somit auch politische - Personal aus, nämlich ungefähr seit 1517. Und seit den Klassikern (Goethe und so'n Kroppzeuch).

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Roßtäuscher 11.03.2012, 11:30
39. Das Zölibat scheint bei Ihrem Vergleich keine Rolle zu spielen

Zitat von Stäffelesrutscher
Beim ersten Satz gerät man ins Grübeln - bei der Betonung der »protestantischen Pfarrerstochter« Merkel könnte man durchaus fragen, wie denn der typische Lebensweg katholischer Pfarrerstöchter aussieht.
Stäffelesrutscher klingt ungemein nach Allgäu. Und die kommen gleich nach den Niederbayern in der Gläubigen-Zementierung, auch bei der CSU-Anhängerschaft. A so a Siach

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