Forum: Politik
CDU und Kirche: Den Katholiken geht das politische Personal aus
AP

Kanzlerin und Präsident: beides Protestanten. Die Abkehr vom rheinischen Katholizismus, die sich in diesen Spitzenpositionen spiegelt, ist dabei paradoxerweise eine Folge der Säkularisierung. Evangelische Politiker kommen besser an beim Wähler - weil sie nicht von der Kirche her denken.

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reuanmuc 11.03.2012, 11:38
40.

Zitat von Dornröschen2
Einzig und alleine die Schulbildung als Alternative der familiären Prägung kann hier etwas bringen.
Es ist ein Generationenproblem, das sehe ich auch so, aber so pessimistisch bin ich gar nicht. Ich glaube, dass die Wandlung längst im Gange ist, aber erst mit Verzögerung an die Oberfläche kommt. Dazu darf man die Wirkung des bayerischen Papstes nicht vergessen, der einen künstlichen Aufmerksamkeitseffekt für den Katholizismus bringt, eine Art Treibhauseffekt, der aber bald biologisch bedingt entfallen wird.

Wenn die Medien das Interesse an Religion und Kirche verlieren, dann geht es lawinenartig bergab. Die soziale Funktion der Kirchen als Veranstalter von Gemeinsameit, das haben heute Sport, Freizeitgestaltung, Tourismus, die Unterhaltungsindustrie und nicht zuletzt das Internet übernommen.

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sabine_26 11.03.2012, 11:51
41. Befreit die Kirche von ihrer materiellen Last

Zitat von xvulkanx
Endlich kann ich dem Papst mal zustimmen: Befreit die katholische Kirche von ihren materiellen Privilegien. Keine Staatsknete für Religionsunterricht, theologische Fakultäten, Bischofsgehälter, konfessonelle Kindergärten und Schulen, Erhaltung von Kirchen und finanzielle Verpflichtungen aus jahrhundertealten Verträgen des Staates mit den Kirchen. Kein Einzug der Kirchensteuer durch staatliche Finanzbeamte. Der Staat ist nicht das Inkassounternehmen der Kirchen.
Sehe ich genauso. Noch wird die Politik von Parteien "gestaltet" mit dem Aufkommen von mehr direkter Demokratie dürften nach und nach solche Arten von Privilegien fallen. Kein Geld für solche Lobbygruppen.

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riwa4 11.03.2012, 11:55
42. Schulen und Staatknete

Zitat von xvulkanx
Keine Staatsknete für Religionsunterricht, theologische Fakultäten, Bischofsgehälter, konfessonelle Kindergärten und Schulen, Erhaltung von Kirchen und finanzielle Verpflichtungen aus jahrhundertealten Verträgen des Staates mit den Kirchen. Kein Einzug der Kirchensteuer durch staatliche Finanzbeamte. Der Staat ist nicht das Inkassounternehmen der Kirchen.
Allein in Berlin besuchen ca 12.000 Schüler eine Schule in kirchlicher Trägerschaft. Pro Schüler spart das Land Berlin pro Jahr zwischen 2.300 und 2.800 Euro, je nach Schultyp. Das macht jährlich etwa 3 Millionen Euro. Soviel zu Ihrer "Staatsknete".

Die Bischofsgehälter sind Kompensationen für säkularisierte Kirchengüter. Bei diesem Tausch hat der Staat verdient, weniger die Kirche. Vereinbart ist das Ganze in Verträgen (Konkordaten), die nur in gegenseitigem Einvernehmen kündbar sind, also gar nicht.

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riwa4 11.03.2012, 12:00
43. Schulen und Staatsknete

Sorry, da habe ich wohl eine Null vergessen,
Das Land Berlin spart durch die kirchlichen Schulen jährlich nicht 3 Millionen, sondern 30 Millionen Euro.

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ridgleylisp 11.03.2012, 12:03
44. Das religiöse politische Denken....

Zitat von sysop
Kanzlerin und Präsident: beides Protestanten. Die Abkehr vom rheinischen Katholizismus, die sich in diesen Spitzenpositionen spiegelt, ist dabei paradoxerweise eine Folge der Säkularisierung. Evangelische Politiker kommen besser an beim Wähler - weil sie nicht von der Kirche her denken.
....wird in Zukunft wohl eher bei den Grünen und Roten zu finden sein: Der wachsende Einfluss des Islams, der sich besonders in NRW schon immer mehr auswirkt.

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hartmannulrich 11.03.2012, 12:08
45.

Zitat von akeley
? Die genannten Einrichtungen laufen unter kirchlicher Trägerschaft, 90-100% derKosten begleicht der Staat bzw. die Länder.
In dem von Ihnen zitierten Beitrag war von Krankenhäusern, Kitas und Altenheimen die Rede. Die finanziert nicht der Staat: Krankenhäuser bekommen ihr Geld von den Krankenkassen und Versicherungen, Altenheime von den Pflegekassen und Bewohnern, Kindergärten, abgesehen von den Elternbeiträgen, von den Kommunen und von den Trägern (wobei 20% des Abmangels für die meisten Träger, z.B. Kirchengemeinden, eine erhebliche Summe sind). Das ist so, unabhängig davon, wer der Träger ist. Sollen kirchliche Träger hier anders behandelt werden als andere?

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sabine_26 11.03.2012, 12:08
46. Die Kirche und deren Organisationen bringen keinen gesellschaftlichen Vorteil

Zitat von riwa4
Allein in Berlin besuchen ca 12.000 Schüler eine Schule in kirchlicher Trägerschaft. Pro Schüler spart das Land Berlin pro Jahr zwischen 2.300 und 2.800 Euro, je nach Schultyp. Das macht jährlich etwa 3 Millionen Euro.
Dann stellt sich mir die Frage: Warum macht die Kirche das? Welche Hintergedanken hat diese Organisation dabei? Will die Gesellschaft diese Einflussnahme? Oder gibt sie hier die Staatsgelder zurück und hat sich gleichzeitig Einfluss gesichert. Schluss mit dem Zirkus und dem Verschieben von Staatsgeldern!

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exterminate 11.03.2012, 12:13
47. kirchliche Schulen

Zitat von riwa4
Sorry, da habe ich wohl eine Null vergessen, Das Land Berlin spart durch die kirchlichen Schulen jährlich nicht 3 Millionen, sondern 30 Millionen Euro.
Da spart er an der falschen Stelle und das wird sich irgendwann rächen. In kirchlichen Schulen werden teilweise Schöpfungsmärchen als Alternative zur Evolution unterrichtet. Das ist schlichtweg ein Skandal und hat in einem säkularen Staat zu unterbleiben. Wenn die Schüler es im späteren Leben nicht schaffen, diese Indoktrination abzuschütteln, werden sie sich nie zu ernstzunehmenden Persönlichkeiten entwickeln können.

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caledonian2010 11.03.2012, 12:13
48. Anachronismus

"Das Fundament war ursprünglich also katholisch. Doch nun stehen der Spitze eher die Vertreter des Protestantismus. Was ist geschehen?"

Dass dem Kriterium der Religionszugehörigkeit bei leitenden staatl. Ämtern im Säkularstaat des 21 Jhd. überhaupt noch eine Bedeutung zugemessen wird, ist anachronistisch genug. Angeblich "christliche" Sozialisierung wohin man schaut, an der Spitze - oder doch nur schlichte Pfarrhaussozialisierung ohne verinnerlichte Werte? Warum wird hier eigentlich immer noch die bessere Ethik resp. Moral unterstellt? Weil ritualisiertes traditionelles Denken es so will?

Die politischen Entscheidungsträger mit einem diesbezgl. Hintergrund belegen eindrucksvoll, dass die Religionszugehörigkeit in DE heute mit keinerlei besserem ethischen/moralischen Fundament einhergeht. Meine Wahrnehmung ist, dass eher das Gegenteil zutrifft. Dieselbe doppelzüngige Bigotterie, die man aus plakativ-folkloristisch (politisch korrekt) gelebter "moderner" Religion her kennt, wird dann auch auf das politische Handeln angewendet. Diese Analogie ist kaum zu übersehen!

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forumgehts? 11.03.2012, 12:14
49. Einverstanden,

Zitat von c0re0n
Warum sollten denn die Kirche sich nicht in die Politik einmischen? Unternehmen machen das doch auch. Wenn z.B. Ich, als gläubiger, praktizierender Katholik in die Politik gehen möchte, müsste ich meine Katholischen Moralvorstellungen strikt von meinen politischen trennen? Das geradez absurd! Die Religion ist ein wichtiger bestandteil, immer noch, unserer Gesellschaft. Natürlich spielt sie dann auch in der Politik eine Rolle, dort sollen schließlich die interessen des gesamten Volkes vertreten sein. Außerdem, hat ja wohl jede Verinigung das Recht, ihre eigenen kitas, Krankenhäuser, schulen und Altenheime auf zumachen, das bleibt jedem unbenommen. Ich habe gehört, sowas nennt man Demokratie!
aber bisher verwechselt sie "einmischen" mit "kungeln". Die Kirchen würden dringend gebraucht, um auf das gewissenlose bis kriminelle Treiben der Politiker immer wieder hinzuweisen. Aber so etwas nennt man zu Recht einnen "frommen" Traum.

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