Forum: Politik
CDU und Lebensschutz-Bewegung: Radikal - aber nur ein bisschen
DPA

Kritiker sehen im Paragraf-219a-Kompromiss ein Zugeständnis an fundamentale Abtreibungsgegner - und die wähnen sich im Aufwind. Wie nah sind sich Union und militante Bewegung noch?

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jamguy 21.02.2019, 21:03
40.

Zitat von zynischereuropäer
"Christliche" Lebensschützer... wenn ich das schon höre. Setzen Himmel und Hölle in Bewegung um Frauen vorzuschreiben, was sie zu tun haben, aber scheren sich gleichzeitig einen Dreck um die dann geborenen Kinder. Warum belassen wir die Entscheidung nicht bei denjenigen, denen die Natur das in die Hand gelegt hat, den Frauen?
Problem insgesammt die Mindestlöhne und eine Horrorvorstellung damit noch ein Kind groß ziehen zu müssen?

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zynischereuropäer 21.02.2019, 21:42
41. @baku48

Sie machen es sich da ein bisschen zu einfach. Erstens ist der Vater natürlich im Idealfall miteinzubeziehen, aber gleichzeitig können Sie die Frau nicht dazu zwingen etwas mit IHREM Körper zu tun, nur weil der Herr es so will. Über diesen Status sind wir gesellschaftlich zum Glück hinaus. Zweitens ist das kein Kind, sondern ein Zellhaufen in der Zeitspanne von der wir hier reden. Der im übrigen zu Zigtausenden täglich auf ganz natürliche Weise angetrieben wird. Dieses etwas lebt nicht, spürt nichts... es hat die Chance ein Mensch zu werden, nicht mehr und nicht weniger. Drittens ist es sehr wohl Sache der Frau, ob sie ein Kind bekommen will oder nicht. Warum sie das nicht will ist nicht relevant, da Privatsache die niemanden außer sie selbst etwas angeht. Weder Sie, den Staat, noch sonst wen. Deswegen Nein, es geht letztendlich nur die Frau etwas an, ob sie das Kind will oder nicht. Das mag ungerecht erscheinen, insbesondere für den Mann. Aber das sind nun mal die natürlichen Tatsachen, beschweren Sie sich bei der Evolution darüber. Und machen Sie sich keine falschen Vorstellungen: wäre es anders herum und der Mann würde Kinder bekommen, wäre Abtreibung komplett legal samt richtiger Werbung (nicht der "Werbung" um die es hier geht), denn bei aller Diskussion der "Lebensschützer" schwingt auch immer das archaische Bild mit, dass man der Frau gefälligst sagen könne, was sie zu tun und lassen hat. Selbstbestimmung der Frau war und ist solchen erzkonservativen Reaktionären schon immer ein Dorn im Auge.

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zynischereuropäer 21.02.2019, 21:43
42.

Sorry, mein Betrag richtet sich an @beka48, nicht baku.
(Wann gibt es endlich eine Zitierfunktion für die App, oder sehe ich die nur nicht?)

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zynischereuropäer 21.02.2019, 21:44
43. @jamguy

Könnten Sie ihren Beitrag evtl. etwas anders formulieren? Ich verstehe leider nicht ganz, was Sie mir damit sagen wollen...
Danke!

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waddehaddeduddeda 21.02.2019, 22:37
44.

Zitat von madameping
Zwar gilt der Kommentar nicht mir, aber dennoch: Der Forist bezog sich auf einen Kommentar, in dem es um die Befürchtung ging, ohne Werbeverbot würden sich hier Zustände wie in Indien ausbreiten, wo es offensichtlich Werbeplakate für Abtreibungen gibt. Vielleicht auch in anderen Ländern. Keine Ahnung. Aber soviel Vertrauen sollte man schon aufbringen in das ethische Empfinden der Ärzte. Im Übrigen gibt es hier den Werberat. Der agiert zwar freiwillig, aber Abtreibungsgegner gehen hier wirklich etwas weit. Ich glaube, hier führen eher wilde Phantasien die Regie. Ja, und selbstverständlich hat das Bundesverfassungsgericht die rechtliche Stellung des Embryos in seiner Rechtsprechung geregelt. Und was die 100.000 betrifft, so gebe ich Ihnen einen wohlmeinenden Rat: Zählen Sie nicht so viel, sondern versuchen Sie lieber die Gründe zu verstehen. Wenn Sie das Zählen dennoch nicht lassen können, dann seien Sie aber konsequent: zählen Sie auch die aus Enthaltsamkeit ungezeugten Kinder und die, die durch Verhütungsmittel nicht entstanden sind. Und vergessen Sie nicht, auch die zu zählen, die durch natürliche Fehlgeburten nicht lebend geboren wurden oder gar die Totgeburten. Ich garantiere Ihnen, dass Sie sich dann keineswegs besser fühlen. Also, mein Rat: lassen Sie's einfach - und befassen Sie sich stattdessen mit der Lektüre der §§ 218 ff StGB. Daraus können Sie ALLES entnehmen, was Ihnen so am Herzen liegt.
Ist das ihre Superheldenfähigkeit, raten, was mir wichtig ist?
Genauso wie der Bäcker, der genau weiß, was keiner will?
Es gibt Werbung für Abtreibung, alleine deshalb finde ich die Formulierung, das Werbeverbot muss weg, weil keiner Werbung will, schon befremdlich.
Wenn das Verfassungsgericht 2 mal sagt, das ein Zellklumpen ein Mensch ist, auf den die Menschenwürde anzuwenden ist, dann ist eigentlich alles gesagt, außer man ist ein Verfassungsfeind, den sowas nicht interessiert.
Und solche Leute sollte man meiden.
Ich sehe, wie schon gesagt, keinen Änderungsbedarf, da das ganze Prozedere über 100.000 mal im Jahr 'erfolgreich' angewendet wird.
Das sie hier was wohlzumeinen glauben, naja, ich empfinde das anders.
Und warum sollte ich den Paragrafen lesen, ich bin da definitv nicht betroffen.
Da lese ich lieber den Herrn Fischer, der hat da genug zu geschrieben.

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waddehaddeduddeda 21.02.2019, 22:45
45.

Zitat von zynischereuropäer
es hat die Chance ein Mensch zu werden, nicht mehr und nicht weniger.
Es ist menschliches Leben, sagt jedenfalls das Verfassungsgericht.
Unter dem Schutz der Menschenwürde, §1 GG, sagt das Verfassungsgericht.
Problematisch finde ich, wenn Leute das nicht mehr relevant finden.
Und stattdessen darüber schwadronieren, was so überall mitschwingt.

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Dreamer 22 21.02.2019, 23:21
46. Diskutieren wir über Paragraf 218?

Leider gelangt die Debatte mal wieder sofort ins Grundsätzliche. Über 219a wird hier gar nicht mehr diskutiert. Warum? Weil es eigentlich eine Scheindebatte ist. Jeder weiß, dass jede Frau in Deutschland innerhalb der erlaubten Frist problemlos abtreiben kann. Für einige ist dies nur ein Vehikel, die Streichung von Paragraf 218 zu fordern. Das hieße, selbst am Tag der Entbindung dürfte angetrieben werden. Das voll entwickelte Kind wäre dann also immer noch ein Objekt ohne jegliche Rechte. Es wäre immer noch nur "der Bauch" der Schwangeren. Sind sich die Befürworter dieser Forderung dessen überhaupt bewusst? Und eines noch: Wie die Autorin auf die behauptete "Militanz" der Abtreibungsgegner kommt, wird wohl ihr Geheimnis bleiben.

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madameping 21.02.2019, 23:36
47.

Zitat von waddehaddeduddeda
Ist das ihre Superheldenfähigkeit, raten, was mir wichtig ist? Genauso wie der Bäcker, der genau weiß, was keiner will? Es gibt Werbung für Abtreibung, alleine deshalb finde ich die Formulierung, das Werbeverbot muss weg, weil keiner Werbung will, schon befremdlich. Wenn das Verfassungsgericht 2 mal sagt, das ein Zellklumpen ein Mensch ist, auf den die Menschenwürde anzuwenden ist, dann ist eigentlich alles gesagt, außer man ist ein Verfassungsfeind, den sowas nicht interessiert. Und solche Leute sollte man meiden. Ich sehe, wie schon gesagt, keinen Änderungsbedarf, da das ganze Prozedere über 100.000 mal im Jahr 'erfolgreich' angewendet wird. Das sie hier was wohlzumeinen glauben, naja, ich empfinde das anders. Und warum sollte ich den Paragrafen lesen, ich bin da definitv nicht betroffen. Da lese ich lieber den Herrn Fischer, der hat da genug zu geschrieben.
Sie pfriemeln sich Ihre eigene Realität zurecht, aber das ist Ihr gutes Recht. Viel Spaß dabei.
Ein Verfassungsfeind bin ich bestimmt nicht. Wenn Sie meine Worte gelesen hätten, anstatt sie nur anzusehen, wüssten Sie es.
Doch noch das Wesentliche zuletzt:
Sie wollen den Paragrafen nicht lesen, da Sie nicht betroffen sind. Das sind Ihre eigenen Worte.
Was genau versprechen Sie sich also von der Teilnahme an diesem Forum, wenn Sie die juristischen Grundlagen für die Diskussion nicht einmal zur Kenntnis nehmen wollen?

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holy64 22.02.2019, 07:18
48. @nickleby 10.

dabei ist die Frage, ab wann von Leben gesprochen wird? Ist es schon ein Zellklumpen am Anfang der Schwangerschaft? Auch da gehen Meinungen auseinander.

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nickleby 22.02.2019, 08:38
49. Ethik und Moral

Zitat von Sendungsverfolger
Zunächst einmal haben wir das Problem, ab wann ein sich teilender Zellhaufen sich als menschliches Leben definieren lässt. Denn erst dann haben wir die rechtliche Subsumtionsmöglichkeit. In die eine oder andere Richtung. Und zwischen Werbeverbot und großflächigen Reklametafeln gibt es noch ein paar Abstufungen. Übertreibungen helfen hier niemand. Für die erste Frage muss es einen gesellschaftlichen Konsens geben. Dieser gilt dann für alle, auch für die jeweiligen Gegner. Und was ethisch oder dann gegebenfalls zynisch ist, ist objektiv eh nicht bestimmbar und hat in einer solchen Diskussion nichts zu suchen. Auch wenn es immer wieder versucht wird: Nicht wer am lautesten oder furchtbarsten oder plakativsten schreit, hat auch die annehmbarste Lösung.
Ihre Argumentatuion geht davon aus, dass ein " Zellhaufen" kein menschliches Leben sei, sondern erst durch Gesetz nach der 12.Woche. Wenn man diesem Gedanken folgt, dürfte rechtsbedingte Erbfähigkeit nicht vom Zeitpunkt der Befruchtung, sondern erst nach der 12. Woche bestehen.§1923 Abs.2 BGB sieht das anders: " Wer zur Zeit des Erbfalls noch nicht lebte, aber bnereits gezeugt war, gilt als vor dem Erbfall geboren." Hinzuzufügen ist, dass der Wert des Lebens nicht eine Frage des gesellschaftlichen Konsenses ist, sondern eine Frage des Naturrechts, des Rechts auf Leben. Ethik und Moral gehören daher in diesen Bereich und sind Grundsteuine für ein der Menschenwürde entsprechend geführtes Gemeinwesen. Fazit : Werbung für Abtreibung ist unethisch und unmoralisch.

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