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China nach dem Tiananmen-Massaker: Großmacht der Angst
DPA

Vor 25 Jahren schlug Peking den Aufstand auf dem Platz des Himmlischen Friedens nieder. Heute verfolgt die Partei jeden, der öffentlich über das Massaker spricht. Das ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Angst.

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jayram 04.06.2014, 10:54
40. Die Angst

der chinesischen KP kann nur einen Grund haben, man weiss dass das Volk nicht so geschlossen hinter der Regierung steht, wie es sich in den Medien oft darstellt. Leider haben, wie überall in Diktaturen, die Menschen Angst ihre Haltung auch öffentlich zu zeigen, das muß man verstehen wenn man weiss wie mit Dissidenten umgegangen wird und das auch die Familie mit bestraft wird.
Die chinesische Führung ist eine Bande korrupter Angsthasen.

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KingTut 04.06.2014, 11:04
41. Die Erinnerung wird weiterleben

Zitat von sysop
Vor 25 Jahren schlug Peking den Aufstand auf dem Platz des Himmlischen Friedens nieder. Heute verfolgt die Partei jeden, der öffentlich über das Massaker spricht. Das ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Angst.
Ich sehe es auch wie der Autor, dass die chinesische KP aus purer Angst jede Erinnerung an das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens tilgen möchte, aber das wird nicht gelingen. Dazu ist die Welt heute zu sehr vernetzt. Es ist schlimm, dass China, unter Missachtung der eigenen Gesetze, unliebsame Bürger einfach mal so verschwinden lässt. Aber das zeichnet diktatorische Regimes eben leider aus. Ich stimme meinen Vorrednern martin2011ac (#6) merkur 08 (#24) in jeder Hinsicht zu, wenn sie darauf verweisen, dass der so genannte Wohlstand Chinas auf dem Rücken der Bevölkerungsmehrheit gegründet ist. Hinzu kommen die gigantischen Umweltschäden der Böden, Luft, Flüsse und der angrenzenden Meere. Von einem glanzvollen und bewundernswerten Aufstieg Chinas kann man da wahrlich nicht sprechen.
Eingedenk des verfolgten chinesischen Schriftstellers Liao Yiwu komme auch ich zu dem Schluss, dass dieses Imperium keinen dauerhaften Bestand haben, sondern früher oder später auseinanderbrechen wird.
Dies wird dann ein Segen nicht nur für China sein.

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Shivon 04.06.2014, 11:05
42.

Zitat von Ronny Schlosch
Das sagen sie als Deutscher? Wenn alle so denken würden, wäre Deutschland aufgrund seiner Verbrechen längst nur noch ein weißer Fleck auf der Karte.
Dass Deutschland seine eigene Geschichte ehrlich auferarbeitet und seitdem sehr pro Europa ist, spricht doch dafür, dass D gelernt hat.
Das kann man so von China nicht behaupten.

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Fabius Maximus 04.06.2014, 11:05
43.

Zitat von Hippolais
Autor Zand bemerkt, China sei heutzutage 25-mal reicher als im Jahr 1989. Möglicherweise ist dem so, WEIL der Tiananmen-Aufstand niedergeschlagen wurde und die Entwickung nicht zu Zuständen wie in Jelzin-Russland geführt hat. Wer diese Meinung als Zynismus brandmarken will, muß sich fragen lassen, ob die Toten von Tiananmen mehr wiegen als Hunderttausende Hungertote in einem China, das nach einer Auflösung der Machtstrukturen in Chaos und Anarchie versunken wäre. Für den amerikanischen Hegemon, der China längst zum Hauptgegner erklärt hat, wäre dies natürlich eine verlockende Alternative gewesen, auch China, wie bereits mit der UdSSR geschehen, in mehr oder weniger willfährige Einzelstaatengebilde zu zerschlagen und somit ungehinderten Zugriff auf den eurasischen Kontinent zu haben. Deng Xiaoping hat diese Entwicklung verhindert und den 1,3 Milliarden-Staat zu einem prosperierenden Land gemacht, das seiner Bevölkerung zunehmenden Wohlstand und auch zunehmende individuelle Freiheiten verschafft, solange nicht grundstürzende politische Veränderungen angestrebt werden. Letzteres wird meines Wissen in den sogenannten demokratisch entwickelten Ländern ebensowenig geduldet.
100% Zustimmung.

Die chinesische Regierung wählte einen kurzen Schrecken über jahrelange Katastrophe.

Genauso wie die amerikanischen Atombomben auf japan keine gute Sache waren - die Alternative wäre viel verlustreicher gewesen, und deshalb war ihr Einsatz ebenfalls notwendig.

Genauso wie die Atombombe musste auch hier die blutige Niederschlagung der Proteste als das geringere Übel gewählt werden, und wurde es auch.

Natürlich werde ich - da die Wahrheit den Westpropagandisten nicht passt - dafür niedergebuht. Glaubt mir, damit kann ich gut leben, weiss ich doch, das ich auf der Seite der Wahrheit stehe.

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maburayu 04.06.2014, 11:27
44.

Ich denke das Massaker hat viele Menschen hier im Westen ähnlich geprägt, wie beispielsweise der Prager Fühling einige Jahrzehnte davor. Das Transparent das wir damals auf der Trauerdemo gemacht haben, ist das einzige welches ich mir aufgehoben habe. Mit dem brutalen Durchgreifen der KP-Führung war klar, dass die Demokratisierung des Ostblocks damit abgeschlossen war. Mir imme rnoch unverständlich, wer in China ein Vorbild sehen kann, Turbokapitalismus mit größen sozialen Problemen und Unterdrückung der MEinungsfreiheit, nein so ein Land gibt es nicht wirklich was Positives.

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oliver71 04.06.2014, 11:58
45. Die chinesische Führung muss Angst haben!

Ja China hat viel erreicht. Aber es gibt prozentual zur Gesamtbevölkerung immer noch sehr viele die in bitterer Armut leben. Es hat sich eine kleine Mittelschicht entwickelt und ein paar sind sehr schnell sehr reich geworden. Korruption und die Ausbeutung des kleinen Arbeiters und der Umwelt haben das möglich gemacht. China ist in seiner jetzigen Situation stärker auf Wachstum angewiesen als die meisten Länder weltweit. Mit einem Wachstum unter 10 % ist China kaum in der Lage seine Bevölkerung zu versorgen. Aber das Wachstum Chinas ist vor allem darauf zurück zu führen, dass eben auf Mensch und Natur keine Rücksicht genommen wird. Das Recht sich jetzt. Die Luft in den Ballungsgebieten, der Boden ganzer Landstriche und Flüsse sind dauerhaft verseucht. Hier wird China viele Milliarden in die Hand nehmen müssen. Auch ein großer Teile der Bevölkerung wird jeden Tag unzufriedener mit seiner Situation. Gerade die jungen in den Fabrikstädten schuften jeden Tag wie wir es uns gar nicht vorstellen können und bekommen von ihrer Wertschöpfung grade soviel ab, dass ihre Arbeitskraft dauerhaft zur Verfügung steht, sehen aber wie ein kleiner Teil mit Rückendeckung der oberen politischen Kaders Milliarden anhäuft. Und irgendwann wird es wohl gewaltig krachen!

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Europa! 04.06.2014, 12:33
46. Alles sehr relativ

Zitat von sysop
Vor 25 Jahren schlug Peking den Aufstand auf dem Platz des Himmlischen Friedens nieder. Heute verfolgt die Partei jeden, der öffentlich über das Massaker spricht. Das ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Angst.
Auch wenn der Westen (aus durchsichtigen Gründen) noch so fleißig an das erinnert, was vor einem Vierteljahrhundert in Peking geschah, ist das Schicksal dieses Gedenktages doch absehbar: Er ist längst von der historischen Wirklichkeit überholt. Natürlich hätten die (West-)Deutschen gern ewig den 17. Juni gefeiert (schon weil das Wetter da meistens besser ist als im Oktober), aber der "Volksaufstand" von 1953 war letztlich halt doch nicht so bedeutsam. Dabei waren (gemessen an der Bevölkerungszahl) weitaus mehr Menschen daran beteiligt als an den Studentenprotesten in China.

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Hermes75 04.06.2014, 12:34
47.

Zitat von Fabius Maximus
100% Zustimmung. Die chinesische Regierung wählte einen kurzen Schrecken über jahrelange Katastrophe. Genauso wie die amerikanischen Atombomben auf japan keine gute Sache waren - die Alternative wäre viel verlustreicher gewesen, und deshalb war ihr Einsatz ebenfalls notwendig. Genauso wie die Atombombe musste auch hier die blutige Niederschlagung der Proteste als das geringere Übel gewählt werden, und wurde es auch. Natürlich werde ich - da die Wahrheit den Westpropagandisten nicht passt - dafür niedergebuht. Glaubt mir, damit kann ich gut leben, weiss ich doch, das ich auf der Seite der Wahrheit stehe.
China war über Jahrhunderte die größte Wirtschaftsmacht der Welt.
Dann fiel es erst den Interessen der Kolonialmächte zum Opfer und schließlich den Kommunisten. Mao hat es geschafft ein Land mit riesigem Potenzial binnen weniger Jahre mittels Hungersnöten und politischer Verfolgung auf den Stand eines Entwicklungslandes zurück zu werfen. Eigentlich müsste der Westen diesem Dikator dankbar sein...

Da wirkt es schon seltsam wenn die politischen Erben des tödlichsten Diktators aller Zeiten jetzt behaupten es gäbe nur die Wahl zwischen Unterdrückung und Chaos.
JEDE Diktatur behauptet das.

Ich denke dass die Chinesen auch ohne Diktatur eine florierende Wirtschaft aufbauen können - jedenfalls sind Chinesen in Ländern mit freier Wirtschaft regelmäßig sehr erfolgreich.

Dass die KPCh sich so eisern an die Macht klammert hängtwohl mehr damit zusammen, dass die korrupten Parteikader sorge um ihre Fleischtöpfe haben.

Sie können von mir aus weiter an die guten Diktatur glauben...

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Europa! 04.06.2014, 12:56
48. Einigkeit

Zitat von Hermes75
China war über Jahrhunderte die größte Wirtschaftsmacht der Welt. Dann fiel es erst den Interessen der Kolonialmächte zum Opfer und schließlich den Kommunisten. Mao hat es geschafft ein Land mit riesigem Potenzial binnen weniger Jahre mittels Hungersnöten und politischer Verfolgung auf den Stand eines Entwicklungslandes zurück zu werfen. Eigentlich müsste der Westen diesem Dikator dankbar sein... Da wirkt es schon seltsam wenn die politischen Erben des tödlichsten Diktators aller Zeiten jetzt behaupten es gäbe nur die Wahl zwischen Unterdrückung und Chaos. JEDE Diktatur behauptet das. Ich denke dass die Chinesen auch ohne Diktatur eine florierende Wirtschaft aufbauen können - jedenfalls sind Chinesen in Ländern mit freier Wirtschaft regelmäßig sehr erfolgreich. Dass die KPCh sich so eisern an die Macht klammert hängtwohl mehr damit zusammen, dass die korrupten Parteikader sorge um ihre Fleischtöpfe haben. Sie können von mir aus weiter an die guten Diktatur glauben...
Das mit den tüchtigen Chinesen stimmt natürlich 100%. Aber man wird nicht übersehen können, dass in der ersten Phase der chinesischen Republik (zwischen 1911 und 1949 - ja, die Chinesen haben ihren Kaiser schon 7 Jahre früher zum Teufel gejagt als wir unseren), die Verhältnisse in China katastrophal waren, weil sich alle möglichen "War Lords" und Oligarchen am Fleiß der Chinesen gemästet und Ströme von Blut vergossen haben. Tschiang Kai-shek war Inbegriff der Korruption. Wenn Mao Tse-tung heute noch auf (fast) allen chinesischen Banknoten prangt, dann hat das vor allem einen Grund: Er hat ein vereintes China geschaffen. (So ein bisschen wie Bismarck.)

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Ptrebisz 04.06.2014, 22:07
49.

Zitat von paulroberts
Mich würde mal interessieren, ob die chinesischen Medien auch Jahr für Jahr den Westen an den bloody sunday erinnert:
Sollen die doch machen, nur wär's verschwendete Propaganda-Arbeit, denn hier im bösen, bösen, sehr sehr bösen Westen sind die Informationen über den Bloddy Sunday frei für Jedermann verfügbar. Ironischerweise beweist Du das selbst mit dem entsprechenden Wikipedia-Link den Du postest.

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