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Chinas neue Bosse: Xi, Li und viele Zungenbrecher
AP

China läutet mit dem Parteitag der KP den Machtwechsel ein. Auf Generalsekretär Hu soll sein bisheriger Vize Xi Jinping folgen, und auch andere Mitglieder an der Spitze der Kommunisten werden ausgetauscht. Doch wie spricht man die Namen der neuen Bosse aus? Ein kleiner Kurs in Phonetik.

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pahling-berlin 13.11.2012, 09:42
20. Ein X für ein CH vormachen - Xiexie nin!

Endlich ein Beitrag gegen meinen Ohrenkrebs und für einen respektvolleren Umgang. Xiexie nin henduo, Lorenz xiansheng!

Und übrigens: "x" als "ch" wie in "ich" ist in vielen anderen Sprachen unbekannt, da muss also auch nicht transkribiert werden. In der Phonetik ist es zur Transkription von Sprachen, die ein solches weiches "ch" haben, in eine international einheitliche Umschrift durchaus üblich, mit diesem "x" die weiche "ch"-Aussprache anzuzeigen - so auch in der offiziellen phonetischen Umschrift für die chinesische Sprache (Pinyin).

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markus_wienken 13.11.2012, 09:54
21. .

Zitat von Ottokar
nach 9 Jahre in China falle ich immer noch auf die Nase. Keiner versteht mich.
Wenn Sie wirklich niemand!! versteht, sollten Sie vielleicht mal anfangen die Sprache zu lernen.
Trotz vieler "Schnitzer" in Grammatik und vor allem Aussprache habe ich nur selten Probleme dass man mich dort gar nicht versteht. Und ich verbringe "nur" meine Urlaube in China.

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habgenugvondenlügen 13.11.2012, 10:05
22. Da findet ...

Zitat von sysop
China läutet mit dem Parteitag der KP den Machtwechsel ein. Auf Generalsekretär Hu soll sein bisheriger Vize Xi Jinping folgen, und auch andere Mitglieder an der Spitze der Kommunisten werden ausgetauscht. Doch wie spricht man die Namen der neuen Bosse aus? Ein kleiner Kurs in Phonetik.
... seit einigen Tagen der Parteitag einer und der Partei, die in China die alleinige politische Macht inne hat, statt und damit die wirtschaftliche sowie innen- und außenpolitische Ausrichtung der zweitgössten Wirtschaftsmacht der Welt bisher vorgab und in Zukunft weiter vorgibt.

Und vom bekanntesten Nachrichtenmagazin in Dt. - dem Spiegel - erfahre ich bisher weiter nichts als dass die gegen Korruption in China verstärkt vorgehen wollen, von Spekulationen über die Namen der neuen Führungsriege und von der Phonetik bei chinesischen Namen als Zungenbrecher für Nichtmächtige der chinesischen Sprache.

Hat denn der Spiegel nicht mehr an Nachricht und Information einem deutschen Leser zu liefern?
Zumal doch dieser Parteitag rund um die Uhr in China per Staatsfernsehen wiedergegeben wird.

Ach ja, der Spiegel hat herausgefunden, dass die neue Führungsriege dieser Partei hinter verschlossenen Türen vor der Abstimmung der Delegierten ausgekungelt wird und hält das für einen besonderen speziellen Vorgang in China.
Da kann ich einfach nur ablächeln, was dem deutschen Leser als Novum in China verkauft wird, wo doch in Parteien in Europa und den USA vor der eigentlichen Abstimmung der Parteitagsdelegierten keine Führungskandidaten einer Partei in Hinterzimmern ausgekungelt werden.

Ein anderes Novum in China hat der SPON-Artikel auch mitzuteilen.
Zitat aus obigen SPON-Artikel:
"Entschieden wird die Vergabe der Posten hinter verschlossenen Türen, das Volk darf nur das Ergebnis wissen."

Soll ich nach dieser Hervorhebung über einen Parteitag in China jetzt etwa glauben, ein Volk außerhalb von China hat die "Vergabe von Posten" in einer Partei, zum Beispiel der in der CSU/CDU/FDP/SPD in Dt. mitzubestimmen?

An inhaltlicher, substanzieller Leere ist diese Berichterstattung eines ehemals anerkannten deutschen Nachrichtenmagazins kaum zu überbieten.
Man hat keine Redakteure und Journalisten mehr am Nabel des Welt- und Zeitgeschehens, dafür jedoch über 600 Redakteure bei spiegel.digital neu eingestellt, die Agenturmeldungen in deutschen Hinterzimmern zu einem Spiegel-Artikel zusammenschustern.

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lucutus 13.11.2012, 10:09
23.

Zitat von sysop
China läutet mit dem Parteitag der KP den Machtwechsel ein. Auf Generalsekretär Hu soll sein bisheriger Vize Xi Jinping folgen, und auch andere Mitglieder an der Spitze der Kommunisten werden ausgetauscht. Doch wie spricht man die Namen der neuen Bosse aus? Ein kleiner Kurs in Phonetik.
"Ein kleiner Kurs in Phonetik".
Alles klar, nur dumm dass das wesentliche vergessen wurde, nämlich die Betonung.
Nette Redakteure, die meinen ersten Kommentar nicht freigeschaltet haben.
Bitte vergessen sie (Leser) solche sinnfreien "Kurse" vom Spiegel.

Chinesisch kann man erstens überhaupt nicht mit der unseren Sprache vergleichen, zweitens ist die chinesische Lautsprache "Pīnyīn" in den meisten Regionen alles andere als üblich.
Selbst das traditionelle Chinesisch wird heutzutage kaum noch gelehrt, fast nur noch die vereinfachte Version.

q: [tɕʰ] ähnlich wie in Mädchen, aber stark behaucht
Ich kenne kein einziges Wort im chinesischen, wo das "q" Ihrer Ansicht nach wie "tj" gesprochen wird.
Auch das recht einfache Danke (xie xie) wird weder in Peking (laut Spiegel ja Mandarin-Hochburg) "chie chie" ausgesprochen noch auf Taiwan, wo Mandarin wirklich noch gelebt wird.

Zitat von rty
Das Chinesische ist eine tonale Sprache. Als ich das letzte Mal in Beijing war und die Töne noch nicht so ganz beherrschte, fanden es die Verkäufer an einem Stand sehr lustig, dass ich eine Flasche Schlaf (shui4) bestellte statt einer Flasche Wasser (shui3). Und das, obwohl ich die Aussprache der Konsonanten und Vokale komplett richtig machte, also das Niveau, das dieser Artikel als perfekt impliziert, schon erreicht hatte (d.h. shui korrekterweise als "Shui" aussprach). Also, selbst wenn man alle hier beschriebenen Dinge richtig macht, liegt man höchstwahrscheinlich immer noch komplett daneben.
Genau das ist es. Wobei man sagen muss, dass ein Nuscheln im Chinesischen mit dazu gehört. Wenn man als Ausländer dort versucht, jeden Ton zu treffen, wird man noch viel weniger verstanden.
Entscheidend ist der Kontext, nicht unbedingt die Betonung. Bei einzelnen Wörtern trifft man die richtige Betonung in den wenigsten Fällen. Genau darum braucht es auch wesentlich mehr Wörter im Chinesischen, da man Dinge umschreiben muss.

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schweineigel 13.11.2012, 10:09
24. Fopa?

Dass man die "richtige" Aussprache nicht kennt, ist auch eine Art von Dummheit. Jeder weiß, wie man Wörter auf "english" ausspricht, oder kennt die Akzente von französischen Buchstaben. Aber Chinesisch ist noch die die Sprache mit den "TingPingLing", wobei das nur ein Teil der Silben darstellt. Die jetzt übliche Umschrift Pinyin ist übrigens dem englischen angelehnt, was viele Seltsamkeiten erklärt.

Übrigens ist Pinyin auch in China sehr gebräuchlich: Die chinesischen Zeichen waren früher nur durch einen Lehrer, die Diese persönlich vorsprechen musste, zu lernen. Durch die Umschriften (von denen es mehrere gibt, wie zum Beispiel die Wade-Giles(?), aus der das "Pe-king" stammt,) wurde es möglich, dass sich Menschen auch im Selbststudium die Schriftzeichen aneignen können. Deshalb wird sie auch in Schulen gelehrt und hilft so der "Volksbildung". Deshalb wurde sie besonders von den Kommunisten gefördert und als große Errungenschaft verehrt.
Allerdings beschreiben die Umschriften nur, wie die originalen Schriftzeichen in einem bestimmten Dialekt ausgesprochen werden. In anderen Gegenden werden auch die Namen anders ausgesprochen. Die chinesischen Politiker sind also schon vom eigenen Land gewohnt, dass sich Aussprache ihrer Namen ständig anders ist. Besonders in Japan, in denen die Schriftzeichen komplett anders ausgesprochen werden.

Es ist also genau das gleiche, wie wenn unsere Kanzlerin in Amerika "Mörkel" genannt wird, was auch nur von Besserwissern als Fopa (Fauxpas) verachtet wird.

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ash_frax 13.11.2012, 10:14
25.

Zitat von MDen
Es hat schon etwas Aberwitziges, wenn man hier mühsam die Aussprache der Übertragung in lateinische Buchstaben erklären muss. Mir ist keine Sprache bekannt, in der das genannte x wie ein "ch" ausgesprochen wird, alle größeren europäischen Sprachen sprechen es wie ein "ks" (im Portugisieschen ist es ein "sch"). Ich bin sehr dafür, dass man sich bemüht, Namen richtig auszusprechen. Und ich sehe auch einen Vorteil, wenn die Übertragung in lateinische Buchstaben international abgestimmt ist. Diese Umschrift führt aber zu zusätzlichen Problemen.

Was das angeht muss ich Ihnen widersprechen. Auch in der deutschen Sprache wird der sogenannte "ich"-Laut, also das, was im deutschen als "ch" ausgesprochen wird, phonologisch mit einem >x< transkribiert. Im Abstract des Artikels wird auch gesagt, dass es hier um einen "kleinen Kurs in Phonetik" geht. Somit waren die Fakten über die Aussprache des x absolut richtig.

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xebudig 13.11.2012, 10:15
26. Das Design des Pinyin hat ganz praktische Ziele

Zitat von delaowai
Das waren die Chinesen selber. meines Wissens noch zu Maos Zeiten. Besoffen würde ich die Definition nicht nennen. Man muss es halt nur einmal durchblickt haben. Die Chinesen interessierts eh nicht, da sie ausschließlich die Zeichen verwenden.
Die Chinesen interessiert es schon ganz erheblich wie das die Transkription (genannt Pinyin) einfach aufgebaut. Z.B. genau ein Buchstabe pro Konsonant (q statt dsch).
Zum einen wird es ab der ersten Klasse in der Schule gelehrt, auch als Ausprachehilfe für Kinder die andere Dialekte als Muttersprache sprechen.
Und viel wichter jeder gebildete Mensch benutzt es sobald er einen Computer bedient, denn die Eingabe erfolgt (nahezu) ausschließlich als Pinyin Transkription.

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lulwoot 13.11.2012, 10:38
27. Liebe Spiegel Online Redaktion

... gestern lese ich noch einen Artikel, in dem Stefan Raabs Politshow so hart "gehated" wird, und dieser unglaubliche, rassistische und unangebrachte Witz von ihm wird beinahe schon wie ein Bekenntnis zur rechten Szene gedeutet. Schlimm, immer diese Witze gegenüber Asiaten!

Jetzt darf ich mir einen Artikel durchlesen, dessen Überschrift "sich auf eine infantile Art und Weise über die asiatische Sprache lustig macht". Wenn Raab diese Überschrift gebracht hätte, hätten wir sicherlich etwas Ähnliches im SO Artikel gelesen!

Dennoch eine nette Idee, die komplizierte Aussprache des Chinesischen ein wenig zu erläutern, auch wenn das ohne Lautschrift ein Ding der Unmöglichkeit ist.

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Bernhard Weßling 13.11.2012, 13:07
28. Lautumschrift

Ich stimme einigen der Kommentatoren hier zu, die in dem Artikel (und in einigen dieser Kommentare hier) rassistische Tendenzen sehen (ich denke mal: die sind nicht bewußt gewollt). Um es höflich zu sagen, die Kritik an der Lautumschrift des Chinesischen ist bestenfalls von Unkenntnis (auch der eigenen Sprache und Schrift) geprägt, wenn nicht von Arroganz.

Wer legt denn eigentlich fest, daß ein "s" mal weich wie in "sausen", mal scharf wie in "Mist", oder "ist" ausgesprochen wird? Wieso wird "Stadt" und "statt" gleich gesprochen, aber verschieden geschrieben? Wer legt denn eigentlich fest daß wir im Deutschen die Abfolge von "s", "c" und "h" so sprechen wie wir Deutschen es vereinbart haben, nämlich "sch", in jeder anderen Sprache gibt es das nicht. Oder warum sprechen wir "Zeit" so aus wie wir es tun, schreiben es aber nicht so wie wir es aussprechen, nämlich "Tselt"?

Der langen Rede kurzer Sinn: selbst in unserer Sprache, die sich in der Schrift recht gut wiederfindet, jedenfalls wenn man die Vereinbarungen kennt, daß ein "u" wie ein "u" wie in dem "Muh" der "Kuh" ausgesprochen wird, gibt es mannigfach Dinge, die man einfach wissen muß und nicht beim Lesen ableiten kann, sonst spricht man sie falsch.

Schon nebenan in Frankreich ist ein "u" ein "ü", und wenn man "muh" auf frantsösisch schreiben will, muß man "mou" schreiben.

So ähnlich muß man sich vorstellen, hat diese Lautumschrift-Kommission vor mehr als 50 Jahren gearbeitet: sie hat Vereinbarungen getroffen und alte mißverständliche und unsystematische Lautumschriften abgelöst, mit Vereinbarungen, die beschreiben, wie die natürlichen Laute des Chinesischen mit einer Schrift wiedergegeben werden, die weltweit verständlich ist. Aber man muß die Regeln lernen.

So wird ein "James"-"dsch" dann, wenn danach ein "ü" folgen soll (also man will "dschü" beschreiben), im PinYin als "ju" dargestellt, wenn nach dem "dsch" aber ein "u" wie im dt "Muh" folgen soll, beschreibt man das "dsch" als "zh" und es sieht so aus: "zhu".


Analog ist "tschü" = "qu" und "tschu" = "chu".

Das ist einfach so festgelegt worden, und niemand muß sich drüber aufregen und meinen, daß sei ja zu kompliziert - nein, es sind einfach nur klare sehr systematische Regeln, mit denen man super-einfach gesprochene Sprache anschließend im Handy in eine smsoder im Laptop in einen Text übertragen kann.

Der Ausländer muß, wenn er das lernen möchte, diese Vereinbarungen lernen, so wie wir beim Englischlernen lernen mußten, daß "th" so komisch mit der Zunge vorn zwischen den Zähnen ausgesprochen wird, mal stimmhaft, mal stimmlos, aber wenn man den Fluß "Themse" liest, darf man um Gottes Willen nicht die Zunge zwischen die Zähne schieben, sondern das ist einfach ein "t". ("t" ist doch auch nur ein Symbol für einen Laut, den wir kennen, ist doch auch nur eine Vereinbarung!)

Warum regen sich die Kommentatoren hier nicht drüber auf, daß im Französischen oftmals geschriebene Buchstaben gar nicht ausgesprochen werden, oder warum wird ein Silbenelement wie "ant" im französischen nicht wie im Deutschen "Tante" ausgesprochen, sondern wird ein Nasallaut, für den es keine andere lateinische Umschrift gibt?


Also, Leute, ich denke, da muß ein wenig Umdenken bei Euch stattfinden. Auch und vor allem in der Spiegelredaktion.

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denisbeijing 13.11.2012, 13:18
29. Warum nicht...

mal einen Einführung ins Chinesische? Gott sei Dank gibt es die Schwarmintelligenz, die jeden kleinen Fehler sofort korrigiert.

Als ob es etwas nützen würde! Ist man erstmal vor Ort steht man ohne Schwarm und mit langer Nase da.
Ottokar hat dazu alles gesagt.
Üben üben üben und trotzdem wird man schief angeschaut.
Wir sind und bleiben für Chinesen laowai's, sogar in Dtl.

Ein Ausländer, der Chinesisch kann? Den gibt's nicht... naja, außer vielleicht Dashan.

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