Forum: Politik
Comeback in Großbritannien: Farage kapert die Wahl, die es nie geben sollte
Daniel LEAL-OLIVAS / AFP

Die Europawahl sollte eigentlich ohne Großbritannien stattfinden. Doch nun ist der Brexit aufgeschoben, die Briten stimmen mit ab. Nigel Farage nutzt das für ein Comeback - und dominiert den Wahlkampf.

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simonweber1 13.05.2019, 16:23
110. Was

Zitat von Elrond
Das ist für mich eins der größten Mysterien überhaupt. Ein EU-Hasser sitzt im europäischen Parlament, macht sich die taschen voll und schimpft über die EU. Ekelhaft.
ist daran ekelhaft. Der hat sich in die EU wählen lassen, um die EU von innen zu bekämpfen. Dafür haben ihn irgendwelche Briten gewählt und er scheint seine Mission erfüllen zu wollen. Das kann man ekelhaft finden, ist aber demokratisch legitim. Alles eine Frage der Betrachtung. Das EU Abgeordnete fürstlich bezahlt werden ist ja kein Geheimnis. Insofern alles im grünen Bereich.

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raton_laveur 13.05.2019, 16:23
111. Es war schon immer

eigenartig, daß die EU-Gegner die Europawahlen für ihre Zwecke nutzten, indem sie zu einem Parlament kandidierten, das sie ablehnen. Das ist nicht zu verhindern. Über diese übliche Peinlichkeit hinaus gibt es noch ene weitere, wenig beachtete: die britischen Konservativen (Tories) bilden im PE eine Gemeinschaft mit der polnischen PiS-Partei von Kaczinksy. Das ist nur schwer verständlich, hatte ich die Tories bislang nicht in Verdacht, sich ihren Staat inclusive Abschaffung des Rechtsstaates zur beute machen zu woillen, wie Kaczinsky & Co. das tun. Der Umstand der weiteren Zugehörigkeit GB's zur EU zwingt die Tories jetzt womöglich, Farbe zu bekennen, ob sie weiter mit Schmuddelkindern spielen wollen oder nicht - der Brexit nimmt ihnen diese Entscheidung nicht ab.

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mwroer 13.05.2019, 16:24
112.

Zitat von kajoter
Das ist schon ein starkes Stück von Herrn Farage, jetzt - nachdem er den Scherbenhaufen des Brexit nicht aufsammeln und ordnen wollte - wieder auf die Bühne zurückzukehren. Aber es spiegelt genau das wieder, was man von ihm im EU-Parlament hören konnte: Eine Mischung aus Populismus und ungeheurer Dreistigkeit. Es müsste doch allen Briten klar sein, dass er es auch dieses Mal vermeiden wird, die Verantwortung für sein Tun zu übernehmen. Die Stimmen scheinen also lediglich eine Antwort auf das politische Chaos in Westminster zu sein, eine Protestwahl. Trotzdem hätte ich den Briten etwas mehr Vernunft zugetraut.
Warum? Die Partei sitzt ja nicht im britischen Parlament sondern im europäischen.

Und wieso Protestwahl? Weil Ihnen die Meinung nicht gefällt? Was sollen die Briten denn bitte wählen? Die - erwiesenermaßen komplett in parteipolitischer Sturheit verharrenden - anderen Parteien? Die Debatten im Unterhaus gesehen? Viele Briten haben, viele haben gesehen was die Parteien dort machen.

Soll man diesen Haufen noch mal wählen? Wofür? Aus der Hoffnung heraus geboren dass es überraschend gesunden Menschenverstand in Westminster regnet?

Die Briten wollen die EU verlassen. Das Signal kriegen Labour und Tories jetzt vermutlich noch mal deutlich - in den Wahlen zum europäischen Parlament.

Ich renne doch auch nicht 10 Mal mit der gleichen Bommelmütze gegen einen Baum und hoffe dass es nicht mehr weh tut. Ich versuche nen Helm.

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touri 13.05.2019, 16:28
113.

Zitat von hasselblad
Hätten die Briten noch so etwas wie Anstand, würden sie sich von sich aus aus der Wahl raushalten, weil sie ja rauswollen aus der ach so schlimmen EU, also warum sollten sie sich noch dafür engagieren. Dass sie allerdings keinerlei Anstand haben, beweisen sie durch ihr Wahlverhalten, Lügenbaron Farage und seine Spießgesellen sollten noch nichtmal mehr eine Kirmes führen dürfen, geschweige denn eine Partei.
Dürfen sie aber nicht. Die Teilnahme an der Wahl war eine Grundvorraussetzung für den Aufschub des Brexit. Suchen Sie daher die Schuld lieber bei der EU denn das was jetzt passiert war alles vorhersehbar.

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jk1! 13.05.2019, 16:28
114. Wenn SPON und andere Medien mal wieder fragen

woher Politiker*innenverdrossenheit, EU-Ablehnung oder Aufstieg der Populisten ihre Wurzeln haben: einfach diesen Artikel aus dem Archiv holen....

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neanderspezi 13.05.2019, 16:29
115. Briten scheinen jedem Versucher bereitwillig auf den Leim zu gehen

Für viele Briten und solche, die sich bislang noch dazuzählen, ist Unsicherheit im Umgang mit dem Brexit und seinen Folgen eine nationales Symptom für Schwäche und genau diese Grundgesamtheit spitzt mal wieder die Ohren, wenn dieser Farrage seine Klappe aufreißt, sein Talent als Rattenfänger ausspielt und ihnen mit der neu gegründeten The Brexit Party so etwas wie Sicherheit in der Handhabung des Brexit-Geschehens vorgaukelt und als Gaukler ist er so etwas wie ein Naturtalent. 34 Prozent also, das dürfte schon eine Hausnummer sein, die jeder clevere Rattenfänger zufrieden in seinen Lugenbeutel einzusacken wünschte. Die Prozentzahl kommt auch deswegen so satt rüber, weil sie die weniger eindeutig zuzuordnenden Parteien, die sich gegenseitig die verbliebenen 66 Prozent gegenseitig streitig zu machen belieben, reichlich schwächer dastehen lassen.

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Nur ein Blog 13.05.2019, 16:29
116.

Zitat von Here Fido
Sie wissen aber schon, dass es um die Wahl zum EU Parlament geht?
Ja schon, aber die Wahl zum EU-Parlament setzt eben schon ein Signal dafür, wie es mit dem Brexit weiter gehen soll.
Die Brexitpartei steht für einen harten Brexit, die Liberaldemokraten für keinen Brexit und alle anderen Parteien sind in etwa halb halb gespalten.

Einzig das, was Brüssel und vor allem PM May als alternativlos verkaufen wollen, will in GB niemand - weder Anti- noch Proeuropäer.

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phg2 13.05.2019, 16:30
117.

Zitat von Schartin Mulz
Dieses Wüten und Toben hier im Forum. Da wird gegen DIE Briten gehetzt, dass es einem schwindelig wird. Oder gegen die EU, je nach Sichtweise. Dabei ist die Situation klar: DIe briten habne zwar erklärt, austreten zu wollen, haben das aber noch nicht getan. Also nehmen sie auch an der Wahl teil. Dass die britischen Abgeordneten nach einem Austritt natürlich ausscheiden werden, ist doch wohl klar, wenn man das nicht weiß, kann man ja auch mal googeln vor dem Kommentieren. Die britischen Wähler haben beim Refernedum ihren mehrheitlichen Willen kundgetan, die EU zu verlassen. Da das bisher unter May nicht geklappt hat, wählen jetzt viele eben die Brexit-Partei. Und Farage tritt dafür an. Das ist ein normaler Prozess, das ist kein "Kapern", das ist Demokratie. Die Diskussion ist jetzt seit Monaten von Empörung gekennzeichnet. Empörung verstellt aber leicht den Blick auf die Realität.
Farage wird sicherlich auch aus Protest gewählt, auch gegen die EU gemeint, aber eben auch wegen dem Elend, das die
Torries und Labour da veranstaltet haben. Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende.
Ich würde die Briten auch lieber weiterhin in der EU sehen, aber mittlerweile denke ich da ähnlich.

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friedrich.grimm@gmx.de 13.05.2019, 16:30
118. Arroganz?

So interessant der Artikel, so interessant die Meinungen dazu. Ich selber sehe es als arrogant an, so zu tun, als ob Großbritanien nicht Teil Europas sei. Tatsächlich haben mich die Briten auch schon mächtig genervt, wenn sie so getan haben, als ob sie eher nach den USA tendierten.
Bei weltweit wachsenden Kriegsgefahren, wovon die meisten und gefährlichsten von den USA ausgehen, ist es biiternötig, dass sich Europa zusammenfindet, sich nicht auseinanderdividieren lässt. Menschen wie ein Farage sind verantwortungslos bis ins Mark. Nachdem die Abstimmung, 2016, ziemlich knapp zu seinen Gunsten ausging, verließ er das Feld ebenso wie Johnson. Und jetzt dreht dieser Polit-Chaot wieder das große Rad. Das ist einfach traurig!

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burlei 13.05.2019, 16:31
119. 34% für Brexit-Party

34% EU-Gegner und Brexit-Befürworter also. Wie viele haben damals für den Brexit gestimmt? 51,9%? Sagen wir mal 52%. Jetzt wollen nur noch 34% die Brexit-Partei von diesem Gauner wählen. Das ist ein Verlust von 18%! So sollte man das einmal sehen. Wer 2016 für den Brexit gestimmt hat, wird jetzt bestimmt nicht die Torys oder sogar Labour, Grüne, Liberale oder irgendwelche Pro-EU-Parteien wählen. Bei denen besteht ja die Gefahr, dass sie ein zweites Referendum fordern (eigentlich ja ein erstes, denn 2016 war nur eine Meinungsumfrage, die die Torys zum "Brexit" hochstilisiert haben.).

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