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Containerschiff "Maersk Tigris": Iran gibt Frachter frei
AFP

Die iranische Marine eröffnete Ende April das Feuer auf ein Containerschiff und leitete es dann zu einer Insel um. Jetzt ist die "Maersk Tigris" einer dänischen Reederei wieder frei.

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subsect 07.05.2015, 11:29
10. Irgendeine Überschrift

@ Max Super-Powers. Und was tut das zur Sache ? Soll man jetzt jedes mal "Super Mega Maersk" schreiben ?

Und ich muss Obertroll recht geben, ein (oder mehrere) Warnschüsse ist NICHT das Feuer auf ein Schiff eröffnen.
Da sollte man etwas mehr Sorgfalt walten lassen.
regards

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monolithos 07.05.2015, 11:37
11. Unmittelbarer Zwang nach Befehlsmissachtung

Zitat von Incubus6
Natürlich. Es ist international üblich über die Brücke von Schiffen zu feuern. Passiert sicherlich hundertemale am Tag vor Deutschlands Nord- und Ostseeküste. Ironie Ende.
Nun war im Bericht erstens davon die Rede, dass über den Bug und nicht über die Brücke gefeuert wurde, zweitens davon, dass der Kapitän sich geweigert habe, ein Befehl Irans auszuführen (hat sogar eine nicht ganz unwichtige US-Behörde bestätigt). Ich gehe davon aus, dass das Ganze in iranischen Hoheitsgewässern stattgefunden, der Iran vor Ort also das "Hausrecht" hat und seine Anordnungen durchsetzen musste. Der Iran incl. seiner Hoheitsgewässer ist schließlich kein rechtsfreier Raum. Was würde die deutsche oder die dänische Marine tun, wenn sich ein iranischer Kapitän den Anweisungen der Sicherheitskräfte in Nord- und Ostsee widersetzt? Auch Warnschüsse abgeben! Im Deutschen heißt sowas übrigens unmittelbarer Zwang (http://de.wikipedia.org/wiki/Unmittelbarer_Zwang) und hat übrigens nichts mit Terrorismus zu tun. Oder um es mit den Worten Wilhelm Buschs zu sagen: Wer durch des Argwohns Brille schaut, sieht Raupen selbst im Sauerkraut.

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schubladensprenger 07.05.2015, 11:39
12. Alles halb so schlimm

Zitat von Incubus6
Natürlich. Es ist international üblich über die Brücke von Schiffen zu feuern. Passiert sicherlich hundertemale am Tag vor Deutschlands Nord- und Ostseeküste. Ironie Ende.
Was meinen sie was die US Coast Guard oder auch die Küstenwache machen wenn der Kapitän eines zu kontrollierenden Schiffes nicht ihren Anweisungen folgt?
Da sich der Vorfall wohl in Iranischem Gewässer ereignete ist das Fehlverhalten beim Kapitän zu suchen. Schon sehr dreist in fremden Gewässern die US Navy zur Hilfe zu rufen. Auch die Navy hat in Hoheitsgewässern eines anderen Landes nichts zu melden, das sehen die Amis bestimmt anders, ist aber internationales Recht.

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a.totok 07.05.2015, 12:14
13.

Zitat von Incubus6
Natürlich. Es ist international üblich über die Brücke von Schiffen zu feuern. Passiert sicherlich hundertemale am Tag vor Deutschlands Nord- und Ostseeküste. Ironie Ende.
brücke ist nicht bug

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monolithos 07.05.2015, 12:18
14.

Zitat von schubladensprenger
Was meinen sie was die US Coast Guard oder auch die Küstenwache machen wenn der Kapitän eines zu kontrollierenden Schiffes nicht ihren Anweisungen folgt? Da sich der Vorfall wohl in Iranischem Gewässer ereignete ist das Fehlverhalten beim Kapitän zu suchen. Schon sehr dreist in fremden Gewässern die US Navy zur Hilfe zu rufen. Auch die Navy hat in Hoheitsgewässern eines anderen Landes nichts zu melden, das sehen die Amis bestimmt anders, ist aber internationales Recht.
Ich gehe davon aus, dass der Kapität zunächst die Lage nicht einschätzen konnte und von Piraten ausging. Wahrscheinlich hat er auch nicht die Navy angefordert, sondern lediglich einen Notruf angesetzt, dass sein Schiff "beschossen" wird. Das hätte ich auch getan. Die Navy kam dann von sich aus, und nur zur Beobachtung, als sich rausstellte, dass es hier nur um eine "Fahrzeugkontrolle" mit einem Missverständnis auf Seiten des Kapitäns gab, das die iranische "Wasserschutzpolizei" zur Anwendung unmittelbaren Zwangs veranlasst hatte. Nachdem der Iran die Besitzverhältnisse geklärt und erkannt hatte, dass keine Rechtsgrundlage für eine Pfändung vorlag (dauert ein paar Tage, ein Schiff hat schließlich mehr Ladung als ein Pkw-Kofferraum), durften Schiff und Besatzung ihre Fahrt fortsetzen. Insofern kann man allen Beteiligten wahrscheinlich nur attestieren, sich korrekt verhalten zu haben.

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The Independent 07.05.2015, 12:44
15. ...

Zitat von schubladensprenger
Da sich der Vorfall wohl in Iranischem Gewässer ereignete ist das Fehlverhalten beim Kapitän zu suchen. Schon sehr dreist in fremden Gewässern die US Navy zur Hilfe zu rufen. Auch die Navy hat in Hoheitsgewässern eines anderen Landes nichts zu melden, das sehen die Amis bestimmt anders, ist aber internationales Recht.
Die Iraner behaupteten zumindest, dass das Schiff im iranischen Teil der Straße von Hormuz unterwegs war. Die üblicherweise genutzten "Shipping Lanes" innerhalb der Straße von Hormus liegen allerdings auf der omanischen Seite, also südlich und knapp außerhalb des iranischen Hoheitsgebietes, da es weiter nördlich diverse Untiefen (teilweise nur 25 Meter Wassertiefe) gibt. Es gibt jedoch mehrere Stellen, an denen die nördliche Grenze der "Lane" (die für die Einfahrt in den Persischen Golf genutzt wird) mit der maritimen Grenze des iranischen Hoheitsgebietes fast zusammenstößt. Da kann man dann als iranische Marine offensichtlich durchaus mal ein Schiff abfischen und behaupten, es wäre auf iranischem Gebiet unterwegs gewesen.

Die Iraner haben dies zumindest in anderen Fällen (z.B. mit Patrouillenbooten in irakischen Gewässern (u.a. wurden 15 Engländer festgehalten) so gehandhabt. Im Prinzip stellte dies damals eine Entführung aus fremdem Hoheitsgebiet dar.

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uwevb 07.05.2015, 13:10
16. Die Straße von Hormuz

ist meiner Ansicht nach eine Meerenge, durch die jeder unbehindert durchfahren kann (s. Wiki Meerenge). Die von einigen Kommentatoren vorgebrachte Hinweis auf iranische Hoheitsgewässer trifft deshalb nicht ganz.

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monolithos 07.05.2015, 13:35
17. Hoheitsgewässer

Zitat von uwevb
ist meiner Ansicht nach eine Meerenge, durch die jeder unbehindert durchfahren kann (s. Wiki Meerenge). Die von einigen Kommentatoren vorgebrachte Hinweis auf iranische Hoheitsgewässer trifft deshalb nicht ganz.
Tja, IHRER Ansicht nach. IHRE Ansicht können Sie ja mal bei Gelegenheit in Teheran vorbringen. Nach Ansicht von Wikipedia stellt sich die Sachlage so dar (Zitat): Schiffe müssen, um die Straße von Hormus zu passieren, die Hoheitsgewässer Omans und Irans durchfahren. Die Durchfahrt soll nach dem Seerechtsübereinkommen der UNO geregelt werden. Nach diesem Abkommen steht Schiffen das Recht der Transitdurchfahrt zu. Kriegsschiffe werden wie Handelsschiffe behandelt und dürfen die Straße unangemeldet zügig durchfahren. Das Seerechtsabkommen wurde vom Iran zwar unterzeichnet, aber nicht ratifiziert und hat damit für die Straße von Hormus noch keine Gültigkeit erlangt. Die weitergehenden Rechte würde der Iran, wenn er dem Abkommen beiträte, nur denjenigen Staaten zugestehen, die dem Seerechtsabkommen ebenfalls beigetreten sind. Die USA sind diesem Abkommen bisher noch nicht beigetreten. (Zitat Ende)

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Tostan 07.05.2015, 14:09
18.

Zitat von monolithos
zweitens davon, dass der Kapitän sich geweigert habe, ein Befehl Irans auszuführen (hat sogar eine nicht ganz unwichtige US-Behörde bestätigt). Ich gehe davon aus, dass das Ganze in iranischen Hoheitsgewässern stattgefunden, der Iran vor Ort also das "Hausrecht" hat und seine Anordnungen durchsetzen musste.
Tja, "davon ausgehen" ohne zu recherchieren ist schon mal kein guter Ansatz. Artikel 38 UN-Seerechtsübereinkommen sagt: "In den in Artikel 37 bezeichneten Meerengen genießen alle Schiffe und Luftfahrzeuge das Recht der Transitdurchfahrt, die nicht behindert werden darf"

Und der Persische Golf ist nun mal die ausschließliche Wirtschaftszone der Anrainerstatten, der Golf von Oman zählt zur hohen See - also fällt die Straße von Hormus zu den in Artikel 37 bezeichneten Meerengen(" Meerengen, die der internationalen Schifffahrt zwischen einem Teil der Hohen See oder einer ausschliesslichen Wirtschaftszone und einem anderen Teil der Hohen See oder einer ausschliesslichen Wirtschaftszone dienen."), in denen ein Transit nicht behindert werden darf.

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Tostan 07.05.2015, 14:21
19.

Zitat von monolithos
Nach Ansicht von Wikipedia stellt sich die Sachlage so dar (Zitat): Schiffe müssen, um die Straße von Hormus zu passieren, die Hoheitsgewässer Omans und Irans durchfahren. Die Durchfahrt soll nach dem Seerechtsübereinkommen der UNO geregelt werden. ... Das Seerechtsabkommen wurde vom Iran zwar unterzeichnet, aber nicht ratifiziert und hat damit für die Straße von Hormus noch keine Gültigkeit erlangt. (Zitat Ende)
Tja, die Wikipedia ist nicht Zitierfähig. Zum einen wurde das Seerechtsübereinkommen von der überwältigenden Mehrheit der Staaten ratifiziert und kann daher auch zum Völkergewohnheitsrecht zählen.

Zum andren - selbst wenn die von ihnen zitierte Ansicht zutrifft, dann schlägt trotzdem Artikel 16 Absatz 4 des
Internationalen Übereinkommens über das Küstenmeer und die Anschlusszone(Genfer Seerechtskonvention) von 1958 zu. "Die friedliche Durchfahrt fremder Schiffe durch Meerengen, die der internationalen Schifffahrt zwischen einem Teil der Hohen See und einem anderen Teil derselben oder dem Küstenmeer eines fremden Staates dienen, darf auch vorübergehend nicht verboten werden."
Dieses alte Abkommen ist definitiv teil des Völkergewohnheitsrechts. Wenn der Iran beides negiert, negiert er auch seinen unanfechtbaren Anspruch auf seine Hoheitsgewässer - diese sind auch in diesen Verträgen definiert. Denn im Falles des Iran gelten keine Separaten Abkommen wie z.b. im Falle der Türkei(Vertrag von Montreux).

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