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CSU-Gedenken an Franz Josef Strauß: Der ewige Übervater
AP

Vor 25 Jahren starb Franz Josef Strauß, für die CSU ist er bis heute Lichtgestalt. Seine Familie, die Christsozialen und der Freistaat Bayern gedenken ihres Übervaters jetzt bei vielen Veranstaltungen. So viel Erinnerung war selten. Die Skandale werden konsequent ignoriert.

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ddobrodt 02.10.2013, 12:25
1. Man kann über Strauß sagen...

was man will. Aber wenn, wie am 22. September geschehen, der/die aktuelle Bundeskanzler/in mehr Stimmen geholt hätte als er in seinem Königreich, so hätte er sicherlich die Wahl vom 22. angefochten....Eine Sache, die würde er nie akzeptieren...

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trevorcolby 02.10.2013, 12:28
2. Rofl

Zitat von sysop
Vor 25 Jahren starb Franz Josef Strauß, für die CSU ist er bis heute Lichtgestalt. Seine Familie, die Christsozialen und der Freistaat Bayern gedenken ihres Übervaters jetzt bei vielen Veranstaltungen. So viel Erinnerung war selten. Die Skandale werden konsequent ignoriert.
Es werden da unten bei derartigen Feierlichkeiten nicht nur die Skandale der werten Herrschaften (Patriarchen) vergessen sondern vor allem die unendliche Korruption in diesem Sumpf !

Wie sonst konnte der Meister der Korruption ein derartiges Vermögen vererben ? Seine Einkommen und Bezüge/Diäten als Abgeordneter und Staatsmann können ein derartiges Vermögen jedenfalls nicht hinterlassen haben.

Wird das eigentlich mal aufgeklärt oder macht man es wie die Camorra mit dem Mantel des Schweigens in der nördlichsten Stadt Italiens ?

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Beobachter123 02.10.2013, 12:43
3. Franz Josef Strauß

Die Kritiker von Franz Josef Strauß haben seinen Erfolg nie verkraften können. Jetzt 25 Jahre nach seinem Tod Kritik zu äußern empfinde ich als stillos. Ich würde mir heutzutage öfter einmal Politiker mit Rückrat wünschen!

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Retent 02.10.2013, 12:44
4.

Zitat von sysop
Die Skandale werden konsequent ignoriert.
Der "Stern" fasste sie am 01.10.2008 so zusammen:
Schützenpanzer HS-30:

Von 1956 an liefert die Firma Hispano Suiza den Schützenpanzer HS-30 an die Bundeswehr. Das Milliarden-Projekt kommt zustande, obwohl es von dem Fahrzeug bis dahin nur Modelle gibt. Nach Medienberichten fließen Millionenbeträge an die CDU und den Referenten des damaligen Verteidigungsministers Strauß. Ein Untersuchungsausschuss kann trotz zweijähriger Arbeit keine Schmiergelder finden und keinen Verdächtigen überführen.

Starfighter-Skandal:

1958 entscheidet Verteidigungsminister Strauß, die Luftwaffe mit dem Starfighter F 104 des US-Konzerns Lockheed auszurüsten. Lockheed-Repräsentant ist Ernest Hauser, ein Freund des Ministers. Noch bevor der auf deutsche Bedürfnisse umgerüstete Prototyp getestet wird, ordert Strauß 700 Maschinen. Viele Starfighter stürzen ab, das Wort vom "Witwenmacher" geht um. Der Bundesrechnungshof kritisiert Strauß wegen Verschleuderns von Milliarden. Der Verdacht von Korruption und Schmiergeldzahlungen wird nie ausgeräumt.

Fibag-Affäre:

Die Finanzbau-Aktiengesellschaft (Fibag) eines Strauß-Freundes bekommt 1961 den Auftrag zum Bau von Kasernen für in Deutschland stationierte US-Streitkräfte. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet über ein Empfehlungsschreiben von Minister Strauß für seinen Bekannten und sieht "Vorteilsnahme im Amt". Ein Untersuchungsausschuss kann Strauß keine Verfehlungen nachweisen.

"Onkel Aloys":

In einem "Spiegel"-Artikel wird Strauß vorgeworfen, einen Nennonkel seiner Frau ("Onkel Aloys") im Rüstungsgeschäft der Bundesregierung begünstigt zu haben. Der 1957 noch bankrotte Aloys Brandenstein sei durch die Auftrags-Vermittlung des Verteidigungsministers in wenigen Jahren zum Millionär geworden. In einem Zivilverfahren bis zum Bundesgerichtshof wird "Spiegel"-Chef Rudolf Augstein wegen "im hohen Grade ehrenrührig(er)" Behauptungen zur Zahlung eines Schmerzensgeldes an Strauß verurteilt.

"Spiegel"-Affäre:

Im Oktober 1962 berichtet "Der Spiegel" über ein NATO-Manöver. Gegen Mitarbeiter des Nachrichtenmagazins wird daraufhin ein Ermittlungsverfahren wegen Landesverrats eingeleitet. Chefredakteur Augstein und Autor Conrad Ahlers landen in U-Haft. Strauß lügt im Bundestag und bestreitet jegliche Beteiligung. Später räumt er ein, die Festnahme von Ahlers durch die spanische Polizei über die Botschaft in Madrid veranlasst zu haben. In der Folge muss er als Verteidigungsminister zurücktreten.

Lediglich im weiß-blauen Königreich vergisst man alles Schlechte und nur das Gute bleibt in Erinnerung, so der Mrd-Kredit an die DDR, die eine Verlängerung dieses Staates ermöglichte!!

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donrealo 02.10.2013, 12:46
5. Interessant

Gestern unterhielt ich mich mit einem älteren politisch sehr engagierten Herren aus Chemnitz. Der erklärte mir wer in der früheren DDR als der wahre und wichtigste Freund des damaligen Volkes jenseits der Mauer betrachtet wurde. Es war FJS weil Milliarden von Devisen beschaffte und somit zumindest indirekt für etwas Erleichterung sorgte.
Er war felsenfest der Meinung, daß der Tag der Deutschen Einheit nicht zufällig mit dem Todestag dieses Politikers übereinstimmt.
Ein interessanter Gesichtspunkt

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Beobachter123 02.10.2013, 12:48
6. Im Gedenken

Bayern hat Franz Josef sehr viel zu verdanken. Er hat die Industrie Bayerns, den Wissenschaftsstandort Bayern und die bayerische Kultur gefördert und vorrangebracht. Bis heute verstehen viele Menschen nicht, dass man mit der Industrie zusammenarbeiten und sich verständigen muss. Dazu gehört auch mal eine Einladung und ein geselliger Abend. Die Politik der "Europaweiten Ausschreibung" begünstigt die billigste und meist nicht die beste Firma. Das beste Beispiel ist das Elend des Berliner Flughafens.

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Retent 02.10.2013, 12:55
7.

Zitat von Beobachter123
Die Kritiker von Franz Josef Strauß haben seinen Erfolg nie verkraften können.
Welchen Erfolg meinen Sie? Als Bundeskanzler wurde er ja vom "pfälzischen Tölpel" verdrängt, was er kaum überwinden konnte, dachte er doch von sich, wie klug er sei und wie doof der Pälzer!!

Zitat von Beobachter123
Jetzt 25 Jahre nach seinem Tod Kritik zu äußern empfinde ich als stillos.
Nein, Kritik ist in aller Regel konstruktiv und man sollte mit der Causa FJS immer daran erinnern, dass ein Machtpolitiker auch scheitern kann, zumindest international, in Deutschland - natürlich nicht in Bayern!

Zitat von Beobachter123
Ich würde mir heutzutage öfter einmal Politiker mit Rückrat wünschen!
Ich denke das Rückrat des Herr Strauß bestand in aller Regel bei Geschäften, die seinen eigenen Vorteil mehrten! Solche Politiker haben wird doch schon zur Genüge!!

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Beobachter123 02.10.2013, 12:56
8. Skandal hin oder her...

Zitat von sysop
Die Skandale werden konsequent ignoriert. [/url]
Von fair getradet und ökologisch erwirtschaften Freundschaftspunkten kann man sich nunmal weder ein freies Tibet, noch irgendetwas kaufen. Großprojekte zwangsläufig europaweit auszuschreiben bedeutet in der Regel einen absoluten Stillstand. Privat kauft man ja auch nicht immer das billigste, sondern achtet auf eine gute Qualität. Auch kaufe ich gerne bei jemandem den ich kenne, vertraue oder am besten bei jemandem mit dem ich befreundet bin.

Da lasse ich mich gerne auch einmal einladen und revanchiere mich anderweitig. Dafür bekomme ich einen besonderen Service oder eine Leistung die über meinen Vertrag hinausgeht.

So funktioniert die Gesellschaft und Wirtschaft!

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kael 02.10.2013, 13:11
9. Glanz und Elend

Zitat von Beobachter123
Die Kritiker von Franz Josef Strauß haben seinen Erfolg nie verkraften können. Jetzt 25 Jahre nach seinem Tod Kritik zu äußern empfinde ich als stillos. Ich würde mir heutzutage öfter einmal Politiker mit Rückrat wünschen!
Glanz: Strauß war erfolgreich nur in und für Bayern. Das soll in Bayern gewürdigt werden. Über die Grenzen Bayertns hinaus war er mit seiner unkontrollierbaren Machbesessenheit gescheitert.

Elend: Kein deutscher Politiker vor und nach ihm war derart in Skandale verwickelt wie er.

Facit: Ein äußerst erfolgreicher Landespolitiker, ein glänzender Rhetoriker aber ein gefährlicher Machtmensch. Durch einen Kanzler Strauß hätte unser Land Schaden genommen.

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