Forum: Politik
CSU: Mögen täten sie schon wollen...
DPA

...aber trauen sie sich auch zu dürfen? Für die CSU, die treibende Kraft des Streits in der Union, könnte das Auseinandergehen den Untergang bedeuten. Oder einen historischen Triumph einläuten.

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Walther Nasskamp 23.06.2018, 13:45
1. Kandidatensuche

"Träte die CSU bei diesen bundesweit an, könnte sie der AfD mit einem Schlag den Garaus machen. Eine garantiert nazifreie Rechte gab es in Deutschland schon einige Zeit nicht mehr im Angebot."

Das ist leichter gesagt, als getan. Woher sollen denn auf einen Schlag die vielen Kandidaten für die CSU außerhalb Bayerns kommen? Auch die CSU wäre nicht davor sicher, zu Beginn ein Tummelplatz für Rechtsaußen zu werden. Diese Erfahrung musste schon Lucke schmerzhaft mit der AfD machen.

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citizen01 23.06.2018, 13:50
2. Die CSU wäre auf jeden Fall die Gewinnerin einer Trennung..

Die Spaltung könnte die CDU, nicht aber die CSU dezimieren. Vielleicht aber motiviert die Angst um Job und Einfluß die CDU-Abgeordneten, endlich Mumm zu zeigen und den Kurs der Kanzlerin noch zu korrigieren. Denn sie sollte es selbst sein, die das aufräumen muß, was sie an Chaos angerichtet hat. Mit der sog. politischen Verantwortung in den Ruhestand zu verschwinden würde ihr Ansehen endgültig ruinieren.

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mkdrsdn 23.06.2018, 13:51
3. Bei diesem Argument ...

... fehlen mir immer zwei Aspekte. Erstens müsste doch die CSU eine bundesweite Parteiorganisation aufbauen, oder? Wie macht sie denn das? Woher nimmt sie denn das Personal? Zweitens müßte sie doch ihr Narrativ ändern? Die CSU geriert sich bisher immer als Garantin für ein bayrisches "mia san mia", welches die Ursache für höhere Sicherheit, Prosperität und Bildung sein soll. Ich bezweifle, daß ein einfaches "wir regieren das ganze Land wie Bayern, dann wird es auch überall genauso schön" einen Bremer Wähler überzeugt. Daran ist schon einmal Stoiber im Bundestagswahlkampf gescheitert. Und all das in einer unglaublich kurzen Frist! Scheitert die Regierung Anfang Juli, dann hat der Bundespräsident 21 Tage, um eine Neuwahl anzusetzen (es sei denn, die Grünen springen in die Bresche). Die Wahl findet dann maximal 60 Tage später statt - Ende September/Anfang Oktober. Macht die CSU dann Bundestagswahlkampf und Landtagswahl in einem Aufwasch? Sorry, aber ich finde das alles absurd.

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Pimpampel 23.06.2018, 13:52
4. Söder als Kanzler

Lieber Herrr Kuzmany: you saved my day!

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chainso 23.06.2018, 13:52
5. merkel ist am ende, weil

mittlerweile selbst vorzeigelinke wie jakob augstein
den rücktritt der kanzlerin fordern.
merkel wird jetzt in die zange genommen, von rechts
und von links. die machen ein sandwich aus ihr.
diesen druck kann angela merkel auf dauer nicht standhalten.
ist angela merkel erstmal weg, wird sich die CSU nicht mehr
abspalten ,weil dann die CDU wieder da hin rücken wird
wo sie hingehört. mitte rechts.

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dwg 23.06.2018, 14:01
6.

Für den rechten Rand mögen die geschilderten Annahmen ihre Berechtigung haben, nur ist es wahrscheinlich, daß eine bundesweit getrennt antretende CSU und CDU die von ihrem rechten Rand befreite CDU auch für nicht unerhebliche Teile der SPD Wähler wählbar macht. Dies würde dann eher die SPD marginalisieren als die "Merkel-CDU". Jedenfalls ist es alles andere als ausgemacht, wer von einer solchen Neusortierung der politischen Grenzen profitiert und wer kanibalisiert wird.

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andreasreiter 23.06.2018, 14:03
7. Bisher sind in Deutschland Wahlen im nur in der Mitte gewonnen worden

Klar, jeder ist überzeugt, dass er genau weiß, was alle wollen, nämlich das gleiche wie er selber. So glaubt Sarah Wagenknecht dass sie mit einer Sammlungsbewegung unter ihrer Führung locker eine linke Mehrheit bekäme. Und genauso glauben viele Konservative in der CDU, dass sie natürlich ein recht Mehrheit bekämen. Ein Beispiel war der konservative Mappus mit dem Ergebnis, dass jetzt die CDU im konservativen Ländle nur noch Juniorpartner der Grünen ist.
Die Gesellschaft hat sich nun mal geändert und das Merkle die CDU in die Mitte geführt hat, war das Ergebnis von genauen Wahlanalysen, u herauszufinden warum die CDU in den Städten Stimmen verloren hat.
Und selbst die konservativen Wähler mit traditionellem Familienbild stören sich nicht mehr daran, wenn der Ehebrecher Seehofer weiter die CSU geführt hat oder ihre Lichtgestalt Jens Spahn in einer homosexuellen Partnerschaft lebt.
Die Gesellschaft und die Parteienlandschaft sind vielfältiger geworden und da nützt keine Nostalgie der guten alten konservativen Zeiten. Wer hauptsächlich einen Rand bedienen will, verliert in der Mitte mehr als er dort gewinnen kann.

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kopi4 23.06.2018, 14:03
8.

Hat der Autor nicht was vergessen? Eine bundesweite CSU würde zwangsläufig zu einer bayerischen CDU führen. Die absolute Mehrheit in Bayern, fester Bestandteil der DNA von Markus Söder, können sie dann vergessen. Mit dem Argument das er dann sofort einen Landesverband der CDU in Bayern gründet hat Kohl jedenfalls den Furor Strauß zum Abblasen der Revolte veranlasst.

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Parzivaldiponto 23.06.2018, 14:06
9. Parteifreunde

Mit ziemlicher Sicherheit wird die CSU bei der kommenden Landtagswahl in Bayern die absolute Mehrheit verlieren. Da geht es schon jetzt nur noch um die Schuldzuweisung. Von der CSU kann es niemand sein. Ausgeschlossen! Wer bietet sich da besser an als jemand von der CDU? Am besten die Kanzlerin. Da kann man auch jetzt schon mal deren Rücktritt fordern. Kostet doch nichts. Wenn es schief geht, macht doch nichts. Dann hat der arme Horst es halt nicht hingekriegt, die Kanzlerin zu stürzen. So ein Versager. An Söder, diesen Antreiber, denkt da doch niemand. Schadet ihm also auch nicht. Wenn der Seehofer es dann auch nicht einmal schafft, die von ihm lauthals angekündigten Abschiebungen gegen den Widerstand der Empfängerstaaten- zu vollstrecken, muss er halt über die Klinge springen. So ein Pech für ihn. Söder wird ihn dann wohl endgültig los sein - schade.

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