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CSU und Betreuungsgeld: Franz Josef Strauß lässt grüßen

Die CSU hält vehement am Betreuungsgeld fest. Gegen alle Widerstände, auch im Unionslager. Rechtzeitig*zum CDU-Parteitag machte Bayerns Sozialministerin Haderthauer deutlich, dass die Herdprämie in Wirklichkeit*ein Anti-Kita-Programm ist.

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Gebetsmühle 15.11.2011, 09:38
40. antwort auf fragen gesucht

Zitat von sysop
Die CSU hält vehement am Betreuungsgeld fest. Gegen alle Widerstände, auch im Unionslager. Rechtzeitig*zum CDU-Parteitag machte Bayerns Sozialministerin Haderthauer deutlich, dass die Herdprämie in Wirklichkeit*ein Anti-Kita-Programm ist.
die zentralen sätze des artikels lauten:

Zitat von Spiegel
immer unbeantwortet bleibt schließlich die schon vielfach gestellte Frage, warum Bürger Geld bekommen sollen, die eine öffentliche Einrichtung nicht nutzen. Es gibt ja schließlich auch keine Prämie für diejenigen, die nicht in den Zoo, nicht ins Theater, nicht ins Schwimmbad gehen.
vielleicht beantwortet irgendein befürworter der herdprämie diese frage endlich mal. und bitte schlüssig! warum geld für nicht in anspruch genommene sozialleistungen?

Zitat von Spiegel
80 Prozent wollen laut einer Umfrage der "Bild am Sonntag" die Milliarden für das Betreuungsgeld lieber in den Kita-Ausbau stecken. Die Menschen in Deutschland sind längst weiter als die CSU.
die menschen sind viel weiter als die mittelalterpartei. das weiß inzwischen sogar in bayern fast jeder. befürwortet wirds eigentlich nur von den mitnehmern, also den bonzen, die vom staat gern nochmal 100 euro taschengeld abkassieren, um damit in die hoch subventionierte oper zu gehn.

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McPomNormalo 15.11.2011, 09:40
41. ergebnisorientiert?

Ungutes Gefühl: Es wird hier diskutiert, als wenn niemand mit staatlichen Betreuungs- und Erziehungseinrichtungen Erfahrungen gesammelt hat. (Meine als "Klient" und Elternteil waren "West"-geprägt) Jemand fordert gleiches Ergebnis für das gleiche Geld, Beweislast bei privat erziehenden. Als wenn die Leistungen der staatlichen Einrichtungen durchgängig ein akzeptables Qualitätsniveau erreichten.

Die Wahrheit ist, dass gute Betreuung /Erziehung /Ausbildung in staatlichen Händen Glückssache ist. Ohne Alternativmodelle wird die Qualität vorhersagbar sinken.

Ausreichende Versorgung von Kita-Plätzen? Eindeutig Ja. Bevorzugung von Kita-Nutzung? Ein rein ideologisches Anliegen.

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einzel haft 15.11.2011, 09:41
42. ... stimmt ...

Zitat von Sleeper_in_Metropolis
Hauptproblem wird aber sein, das viele Eltern aus sozial benachteiligten Schichten, wie es so schön heißt, ihre Kinder bewußt ....
Das ist auch meine Hauptsorge, insgesamt wird leider wieder deutlich, die wissen nicht was sie wollen, daher geht es nur um Klientelbefriedigung.

Wenn Bildung und Bildungschancen im Vordergrund stehen, dann keine direkten Zahlungen an die Eltern, sondern Ausbau der Bildungsinfrastruktur.
Wenn es nur um die Quanität des Nachwuchses geht, dann gleich als "Mutterprämie" auszahlen und nicht mit anderen Leistungen verrechnen.

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uglyripper 15.11.2011, 09:52
43. .

Zitat von mumienschubser
... Warum wird Frauen/Familien die ihr Kind in eine Krippe oder Kita geben dieser Platz mit Hunderten Euro jeden Monat subventioniert und Frauen die ihr Kind lieber selbst erziehen wollen bekommen nichts.
Warum wird eine Theaterkarte subventioniert und für das heimische Fernsehprogramm muss ich noch zahlen?
Möglicherweise weil beide Einrichtungen gesellschaftlich gewollt und gewünscht sind?

Zitat von mumienschubser
Dass es Frauen gibt die sich völlig bewusst dafür entscheiden ihr Kind nicht in fremde Hände zu geben scheint in Frau Erdmanns Weltbild nicht vorzukommen.
Doch, passt bestimmt. Und das schönste ist - niemand verbietet es diese Entscheidung ganz nach eigenem Gusto zu treffen.

Zitat von Sudama
Es ist schon lange erwiesen, dass die intensive Muter Kind Beziehung den Grundstein legt fuer ein emotional gesundes Kind. Dazu gehoert nach Moeglichkeit eine moeglichst lange Stillzeit angemessenerweise bis zu drei Jahren.
Wer sagt, dass der Besuch einer Krippe bzw. eines Kindergartens und eine intensive Mutter/Kind- Beziehung sich gegenseitig ausschließen?
Wenn sie allerdings eine Stillzeit! von 3 Jahren für angemessen erachten - bitte! Es hindert sie niemand daran. Nur sollten sie dann nicht erwarten, dass sie für diesen Unsinn noch bezahlt werden.

Zitat von Manno2
Zudem sagt unser GG klar, dass Eltern nicht vom Staat in ihrer Wahlfreiheit eingeschränkt werden dürfen.
Welch krude Argumentation. Inwiefern schränkt das Angebot von Kindertagesstätten ihre Wahlfreiheit ein? Sie können ihr Kind hingeben, oder nicht.

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Motorpsycho 15.11.2011, 09:53
44. Titel, Thesen, Temperamente

Na, wenn die Eltern, die ihre Kinder zu Hause behalten mit denen, die ihre Kinder in die Kita geben, gleichgestellt werden wollen, bitte sehr. Hier kostet ein U3 Kita Platz bis zu 500 Euro pro Monat. Eltern, die ihre Kinder nicht in die Kita schicken, können das von mir aus aus Gründen der Gleichberechtigung auch gerne zahlen. Die hohen Kita Gebühren sind schon Anti-Kita-Programm genug, da muss kein Betreuungsgeld mehr oben drauf, um das finanziell unattraktiv zu machen.

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elstevo 15.11.2011, 09:55
45. Kontra Betreuungsgeld.

Zitat von Berliner_Senf
Natürlich leitet sich aus kostenloser Kitabetreuung für diejenigen, die diese Leistung in Anspruch nehmen wollen, noch nicht per se ein Anspruch auf eine Unterstützung zu Hause betreuender Eltern ab.
Na offensichtlich haben Sie sich nicht ausreichend informiert. Kindergartenplätze werden zwar staatlich subvensioniert, aber kostenlos sind diese nicht. Pro Kind und in Abhängigkeit der Gemeinde kann ein Kitaplatz zwischen 120 bis 1000 € pro Monat kosten (zzgl. Essengeld natürlich).

Auch zu Hause betreuende Eltern werden staatlich subvensioniert und zwar über den Einkommenssteuerausgleich. Dabei ist zu berücksichtigen, dass steuerlich das Model "Ehemann geht arbeiten Ehefrau bleibt am Herd" deutlich bevorteilt ist.

Sie sehen aus Gründen sozialer Gerechtigkeit exisitiert ohne Betreuungsgeld keine Benachteilung für zu Hause betreuende Eltern.

Eine Einführung des Betreuungsgelde führt indes praktisch zu einer noch stärkeren Bevorteilung des Models "Ehemann geht arbeiten Ehefrau bleibt am Herd". Das kann sich unsere Gesellschaft weder demografisch noch volkswirtschaftlich leisten. Das Betreuungsgeld schafft falsche Anreize.

Übrigens die angesprochen Wahlfreiheit ist nur ein vorgeschobenens argument. In der Realität haben die wenigsten jungen Eltern eine echte Wahlfreiheit. Die entscheidungen werden in erster Linie durch ökonomische Zwänge und /oder berufliche Möglichkeiten bestimmt.

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Barthwo 15.11.2011, 09:56
46. Säuferprämie

Ich hab mal in meiner Bekanntschaft rumerzählt, daß die CDU jetzt die "Säuferprämie" beschlossen hat.

Ausnahmslos war allen klar, daß es sich bei dieser Umschreibung nur um das sog. Betreuungsgeld handeln kann.

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uglyripper 15.11.2011, 09:59
47. .

Zitat von Berliner_Senf
Ich selber bin Ende 20, meine Verlobte auch. Wir haben beide studiert, verdienen aber bei weitem nicht genug um mit einem Einkommen ohne Sozialleistungen eines oder mehrere Kinder durchbringen zu können. Das ganze hat nichts mit übertriebenen Ansprüchen sondern mit Fragen der existenziellen Lebensführung zu tun.
Wie wäre es z.B. mit einer Voll- und einer Teilzeitstelle, sowie ein Halbtagsplatz im Kindergarten? Das Kind wäre weiterhin ca. 18h/Tag elternbetreut und finanziell wäre Luft.
Falsch finde ich, die Entscheidung für/gegen Kinder von finanziellen Anreizen des Staates abhängig zu machen.

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Holledauer 15.11.2011, 10:00
48. Diese derzeitige Diskussion ist doch ein schlagendes..

.. Argument gegen die von den Ministerinnen der Koalition geforderte Frauenquote in den Führungsetagen der Wirtschaft!
Selten hat man so einen Kuddelmuddel in einer Regierung erlebt!
Ansonsten bringt es der Artikel auf den Punkt. Die "Fortschrittsparteien" CDU und CSU haben es noch immer nicht kapiert, dass wir uns für die Zukunft rüsten müssen, wollen wir auf dem hohen wirtschaftlichen Niveau bleiben: Wir können nicht auf die Mitwirkung intelligenter und fähiger Frauen im öffentlichen und wirtschaftlichen Leben verzichten.
Wir können uns auch nicht leisten, dass Kinder aus bildungsfernen Schichten schon in ihrer Grundanlage verkorkst werden.
Darum: Kindertagesstätten mit qualifiziertem Personal, damit Kinder möglichst frühzeitig gefördert werden und deren Mütter nicht am Kochtopf versauern müssen.
Das Gerede von der Notwendigkeit, dass sich in den ersten 3 Jahren ausschließlich Mütter um die Kindern kümmern sollen, ist doch längst widerlegt. Oder gibt es Anzeichen dafür, dass Kinder erfolgreicher Frauen, die möglichst früh wieder zurück in ihren Beruf gegangen sind und darum ihre Kinder anderen Personen zeitweise überlassen mussten, missratene Kinder haben? Ist nicht das Gegenteil der Fall?

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Parzival v. d. Dräuen 15.11.2011, 10:01
49. .

Zitat von fool_on_the_hill
Rückständiger als die CSU zu sein ist auch fast nicht möglich.
Modern und progressiv ist also, Kinder in Krippen abhocken zu lassen? Rückständig ist es, Kinder in staatlichen Massen-Betreuungseinrichtungen outzusourcen. Das haben die Nazis gemacht, das haben die Sozialisten gemacht - und die Ergebnisse waren in keinem Fall besser. Das Rückständigkeitsargument zieht nicht, Selbstbestimmung der Frau auch nicht; wenn Frauen darunter verstehen, das Kind nicht nur wie eine Maschine zu gebären und alles weitere dem Staat zu überlassen.

Es ist auch nicht modern, fortschrittlich oder progressiv, wenn der wirtschaftliche Zwang bedingt, dass Eltern ihre Kinder in die Kita oder Krippe geben müssen. Es ist ferner nicht fortschrittlich, wenn unterschiedliche Lebensentwürfe und Sinnkonzepte vom Staat ungleich behandelt werden. Und das werden sie mit dem Betreuungsgeld. Denn ein Kitaplatz kostet den Staat monatlich ein mehrfaches, zeitigt aber schlechtere Ergebnisse. Auch dies nicht erst seit Kibbuz-Zeiten bekannt.

Noch etwas sollten die Freunde der totalitären Massenzwangsbeglückung nicht vergessen: Um die Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt geht es zuletzt. Vordergründig geht es um den gesellschaftlichen Umbau, weil nicht genug Kinder geboren werden. Es fehlt an Nachwuchs und der daraus resultierende Arbeitskräftemangel soll über die Vollbeschäftigung der Mütter gemildert werden. War es also fortschrittlich, all die vorangegangenen Jahrzehnte, die "Keimzelle" der Gesellschaft, die Familie zu diskreditieren und jede neue Verpaarungsform mit gemeinsamen Kühlschrank dieser gleichzustellen? Anscheinend nicht, wenn aus der modernen Shred-Family wenige bis keine Kinder mehr hervorgehen.

Diejenigen und deren ideologische Vorgänger, die das Kinderkriegen als zu entsorgenden Ballast diffamiert haben und noch tun, stellen ihren Reparaturbetrieb als fortschrittlich dar. Das ist nun wahrlich mehr als lächerlich.
Stellte man die klassische Familie in den Vordergrund, verringerte die Arbeitszeit aller - denn die Arbeit ist auch in kommenden Jahren dünn gesäht - wäre allen mehr geholfen. Eltern haben mehr Zeit für ihre Kinder, Kinder werden nicht schon im Windelalter in Massenbetrieben anonymisiert. Stattdessen versuchen es die Sozialisten und Sozialdemokraten, aber auch Kräfte der Union, mit Bestechung auf monetärer und moralischer Ebene. Man ignoriert int. Studien über die schädlichen Folgen der Fremdbetreuung, diskreditiert Mütter, die ihr Kind selbst aufziehen wollen und verpackt das als emanzipatorische Freiheit. Und hat dann noch die Frechheit über ein paar Groschen zu feilschen, obwohl diese Mütter nur einen Bruchteil des Geldes bekommen, dass die Fremdbetreuung kostet.

Sollten Frau Müller, Meier, Schulze dem Arbeitsmarkt tatsächlich fehlen, dann beweise das mal einer! Sollten die Kinder zu Hause schlechter erzogen und ausgebildet sein, bis sie in die Schule kommen, dann die Fakten auf den Tisch. Das kann man aber nicht außerhalb der Auftragsstudien polit-parteilicher Institute. Deswegen fokussiert die Debatte auf polemische und diffamatorische Stilelemente. Um die Kinder und deren gesundes Aufwachsen geht es somit nicht, nicht um Fortschritt, sondern um eine Mischung aus Ideologie und Ressourcenangst.

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