Forum: Politik
Daniel Günther: "Die Deutschen werden Angela Merkel noch vermissen"
DPA

Der Kampf um die Nachfolge von Angela Merkel ist in vollem Gange. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident lobt unterdessen das Erbe der Kanzlerin, auf das die CDU stolz sein könne.

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spon_12 02.12.2018, 21:38
80.

Zitat von waldschrat_72
Ich kann es kaum erwarten, wenn sie endlich weg ist. Hätte A.Merkel die ganzen Jahre vorher so regelrecht befreit und unverkrampft agiert, wie sie es jetzt, nach Ihrem nun endlich verkündeten (Teil-)Rückzug tut. Es hätte gut werden können. Statt dessen haben wir über ein Jahrzehnt lang eine bienenfleißige Verwalterin des Status quo erlebt und ertragen. Merkels Politik kannte nur eine wirkliche Prämisse, und die hieß: Merkel. Genau das ist der Frau in der Quintessenz vorzuwerfen, denn dem eigenen Machterhalt wurden auch politisch längst gegebene Erfordernisse im Zweifel immer geopfert. Das Land wirklich vorangebracht hat diese Art, Politik zu machen, nicht.
Merkel hat wohl mehr für die langen Linien getan, als eine Menge Ihrer Vorgänger. Man stelle sich vor, 2011 hätte es einen Kanzler (und keine Kanzlerin) gegeben - oder 2015. Wahrscheinlich würde Deutschland heute noch überlegen, wie es am besten in die alternativen Energien einsteigt oder ob die weltweiten Menschenbewegungen dieses Land wirklich etwas angehen.

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bert1966 02.12.2018, 21:46
81.

Die traumwandlerische Sicherheit, mit der sich Angela Merkel auf internationalem Parkett bewegt, die sachlich überlegene Art, für die sie (z.B. auch in der aktuellen Ukraine -Krise) als Vermittlerin geschätzt wird, die Art, wie sie Donald Trump an sich abprallen lässt - all das werden wir sehr schmerzlich vermissen. Man höre nur, was die zaghaften Nachfolger vorschlagen. z. B. AKK: russische Schiffe in ihrer Mobilität einschränken.

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Hans-Hermann K. 02.12.2018, 21:53
82. Die Aussagen

des MP von SH, D.Guenther, sind ja wohl so etwas von daneben, dass man sich fragen muss, was er denn eigentlich von seinen Schleswig-Holsteinern ueberhaupt noch wahrnimmt. Seine Statements sind eine grenzenlose Veralberung des muendigen Wahlbuergers und mich wunderst es sehr, das diese haarstraeubenden Aussagen hier auch noch eine Platform finden. A.Merkel ist eine bescheiden Frau, aber sie muss nicht beweihraeuchert werden, denn ihre Entscheidungen, wenn sie denn welche gefaellt hat, waren desastroes und wurden nicht zum Wohle Deutschlands und seiner Buerger getrofffen

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gammoncrack 02.12.2018, 22:02
83. Ein Forist (Studente) hat hier sehr gut den Finger in die Wunde

Zitat von wulfman65
Wenn man den Tenor vieler Foristen hier liest, ergibt sich für mich ein überdeutliches Bild vom ewig unzufriedenen Besserwisser-Deutschen. Nicht umsonst wird Merkel in der Welt mehr geachtet als hierzulande. Natürlich machte sie ihre Fehler, aber sie hatte den Mut sie einzugestehen. Wenn jemand ernsthaft die Leistung eines Schröder, der sich mit aberwitzigen Aussagen rechtfertigend selbst die Taschen füllt, mit der unserer aktuellen Kanzlerin vergleicht, muss er fairerweise anerkennen, dass wir es hier endlich mit einer Person zu tun hatten, die nicht ihrem persönlichen Vorteil folgte, sondern ihrem Gewissen. Das Ergebnis mag nicht allen gefallen. Wer aber über den Tellerrand hinausschauen kann, sieht eine Kanzlerin, die im Unterschied zu vielen heutigen Staatschefs etwas von Moral und Humanismus hält. Und das ist verdammt selten geworden. Und deswegen: Ja, wir werden sie vermissen.
der Kritiker gelegt. Und ich sehe das genau so wie er.

Jeder der hier gegen Angela Merkel wettert, soll doch mal explizit darlegen, warum es ihm nach den Merkel-Jahren schlechter geht als vorher.

Ein "Ich bin arbeitslos geworden" wird aber nicht reichen, sondern dann auch die Verwicklung von AM in sein/ihr persönliches Schicksal. Also, "warum ist AM daran schuld?" Wie hätte ein anderer Regierungschef das verhindert?

Am besten finde ich dann noch, wenn jemand sagt: "Sie hätte die Gaspipeline durch die Ostsee verhindern müssen" oder "Die Bankenrettung war ein großer Fehler".

"Nein, persönlich war und bin ich nicht betroffen, aber ich finde es einfach falsch."

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waldschrat_72 02.12.2018, 22:06
84. Nun, in die alternativen Energien sind wir..

Zitat von spon_12
Merkel hat wohl mehr für die langen Linien getan, als eine Menge Ihrer Vorgänger. Man stelle sich vor, 2011 hätte es einen Kanzler (und keine Kanzlerin) gegeben - oder 2015. Wahrscheinlich würde Deutschland heute noch überlegen, wie es am besten in die alternativen Energien einsteigt oder ob die weltweiten Menschenbewegungen dieses Land wirklich etwas angehen.
..bereits lange vor Merkel eingestiegen. Und zwar unter Rot-Grün.
Mit dem EEG 2001. FRau Merkel war bis Fukushima die glühendste Vertreterin der Atomlobby. Das Engagement hat vermutlich sogar der Atomwirtschaft selber Angst eingeflößt. Denn Merkel hatte den zwischen Rot-Grün längst ausgehandelten Atomausstiegsfahrplan einfach gekündigt. Zugunsten der Atomwirtschaft. Dann kam der Tsunami. Und plötzlich wurde aus einem zuvor klugen Rot-Grünen Plan, an dem alle sich orientieren konnten, und der durch Merkel gekündigt worden war, eine chaotische Übersprungshandlung ohne Sinn und Verstand. Der überstürzte und chaotische Totalausstieg.
Ein derartiges, einzig nach Machtinteressen gesteuertes Rumgeeier hat mit Verlaub gesagt nichts mit derantwortungsvoller Politik zu tun. Und das war nur ein Beispiel unter vielen. Es wird noch einige historiker-Generationen beschäftigen, die Merkel-Ära einzustufen. Aber ich wage die Prognose: Viel allzu Gutes wird dabei nicht herauskommen.

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fhouseman 02.12.2018, 22:08
85. Bei solchen Aussagen frage ich mich,

in welcher Parallewelt manche Politiker leben. Vermissen? Weil die unmotivierte Energiewende so kostengünstig war? Weil die Bankenrettungen und Targetverpflichtungen dem Land genützt haben? Und die Zuwanderung von 1,7 Millionen Menschen in die Sozialsysteme? Ich werde Frau Merkel jedenfalls keine Sekunde vermissen ...

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oisklar 02.12.2018, 22:41
86. An alle, die Frau Merkel in den Himmel loben...

... da habt ihr scheinbar vergessen (oder wart zu jung oder hattet keinen Sohn bei der Bundeswehr oder habt verweigert), dass wir mit AM laut ihrer damaligen Politik und Aussagen anstatt mit Schröder (keine Abenteuer) über ein Jahrzehnt bis zu den Ohren im unsäglichen mit zweifelhaften "Beweisen" gerechtfertigten zweiten Irak-Krieg versunken wären. Allein für diese Weigerung hat sich die Kanzlerschaft Schröders rentiert. Und dass er das Kreuz hatte, notwendige Reformen anzugehen im Bewusstsein, dass jeder Euro, der verteilt wird, von irgendjemanden auch verdient werden muss.

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karljosef 02.12.2018, 22:55
87. Jetzt aber mal vorsichtig:

Zitat von haresu
Der Wechsel muss jetzt einfach kommen. Ob man Merkel vermissen wird hängt natürlich von dem Nachfolger oder der Nachfolgerin ab. Bei Merkel konnte man sich aber immer darauf verlassen, dass sie Anstand, Würde und Prinzipien verteidigen würde. Ob ein Merz eine solche Haltung zeigen würde ist zweifelhaft.
Wenn Merz seine Meinung (Aktien) durchdrückt, haftet der Deutsche nicht nur mit seinen Steuern sondern auch mit seiner Altersicherung beim nächsten nahestehenden Börsencrash.

Und das war nie der "Duktus" von Dr. Merkel

Vorsichtig grinsende Grüße

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xxgreenkeeperxx 02.12.2018, 22:56
88. Glaub ich nicht.

Man soll zwar niemals nie sagen aber ich glaube nicht dass ich sie vermissen werde, selbst wenn es schlimmer kommen sollte als ich es mir heute vorstellen kann. Für mich persönlich ist sie mit schuld daran dass sich die Briten aus der EU verabschieden und das trifft mich nun mal auch persönlich. Und für vieles was jetzt auf Deutschland zukommt hat sie den Weg bereitet wie z.B. AfD permanent im Bundestag. Frau AKK oder Herr Merz oder Herr Schäuble als Bundeskanzler, immer sachnelleres Auseinandergehen der Schere zwischen Arm und Reich, Erstarken der Fremdenfeindlichkeit, des Islamismus und des Antisemitismus. Unvergessen auch ihre Selfis mit ausnahmslos männlichen Flüchtlingen im Netz und ihr Satz: "Wir schaffen das". Geschafft hat sie es, und zwar sich aus der Verantwortung zu ziehen. Nein vermissen werde ich sie ganz bestimmt nicht.

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karljosef 02.12.2018, 23:11
89. Genau das ist das passendste Beispiel, Atomausstieg!

Zitat von kuac
Zum Bsp. Atomausstieg. Damit ist DE für die zukünftige Energiepolitik bestens vorbereitet. Die DE Unternehmen müssen nur die Chance nutzen.
Die Merkel vorhergehende Regierung hatte die Laufzeiten der AKWs begrenzt.

War es nicht die erste Großtat von Dr. Merkel, die Laufzeiten wieder zu verlängern?

Die Folgen dieser ganz kurzen Verlängerung darf übrigens der Stromverbraucher von heute bezahlen, aber das wissen wir doch alle.

Erst nach Fukushima erkannte auch eine promovierte Physikerin, dass da gewisse unkalkulierbare Restrisiken vorhanden sind.

Also, ich kenne den Studiengang Physik in der DDR nicht, aber von jedem in Westdeutschland ausgebildeten Physiker erwarte ich so gewisse Grundkenntnisse über die Funktionsweise in diesen Kraftwerken, oder?

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