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Datenanalyse zur Europawahl: Grüne holen Millionen Stimmen von SPD und Union
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Die großen Sieger der Europawahl in Deutschland sind die Grünen. Union und SPD müssen herbe Verluste einstecken. Die Datenanalyse zeigt, wie die Wähler gewandert sind.

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kohlon 27.05.2019, 17:27
150.

Zitat von Andraax
Ach was, diese eine lächerliche Partei meinst schon mit 10,x% den "Volkeswillen" zu repräsentieren.
Ja, da haben Sie sicherlich recht.
Nur mit den 10,x% haben Sie sich etwas vertan. Wenn ich die Zahlen richtig in Erinnerung habe, hatten die Grünen bei der letzten Bundestagswahl satte 8,9%.
Na ja, nicht so weit weg von 10%.

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herm16 27.05.2019, 17:43
151. also ich

wohne in BaWue der Grünen Hochburg. Für mich gibt es keinen Unterschied zwischen einem SPD, CDU regierten Bundesland. Die Probleme sind die gleichen. Was Kretschmann gelernt hat ist, dass er ohne Industrie nicht weiterkommt

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Das Grauen 27.05.2019, 18:02
152. @glise Ganz stimmt das nicht, aber nahe dran.

Zitat von glise
Die Grünenen sind mit der SPD doch praktisch identisch.
Ich glaube eher, zumindest bei den Jüngeren ist die Wahrnehmung andersherum: Da setzen die Grünen den Standard, und wenn die SPD daran gemessen wird, ist sie wie die muffigere, altmodischere und sogar zerstrittenere Partei. Noch dazu die mit dem geringeren Umweltbewußtsein!

Das ist natürlich verheerend, und da die SPD keine populären Führungskräfte mehr hat - die hat sie alle in Grabenkämpfen zerschlissen, selbst Helmut Schmidt wurde ja seinerzeit ausgebootet - kommt ihr noch nicht einmal ein Sympathiebonus zugute, wie ihn die CDU bis vor kurzem mit Merkel einstreichen konnte. Der SPD hilft garnichts mehr, der sterben nur noch die Wähler weg, wenn man sich nicht endlich zu einem radikalen Schnitt und der Neuaufstellung mit frischen Köofen, neuem System und neuen Ideen entschliest. Und diese neue SPD muß dann ein eigenes Profil haben, das sie von den Grünen klar abgrenzt. Möglichkeiten dazu gibt es genug, da Habeck, Baerbock & Co mehr Fassade als Substanz zu bieten haben. Man muß die Möglichkeiten nur endlich konsequent nutzen, ohne Rücksichtnahme auf den möglichen Koalitionspartner. Wenn man aber weiter durchwurstellt, gibt es keine Zukunft. Denn für einen miesen Abklatsch der grünen Partei gibt es keine ökologische Nische in der politischen Landschaft.

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Das Grauen 27.05.2019, 18:22
153. @matbhmx Die Wahlbeteiligung in D war eher 60%.

Zitat von matbhmx
... von der Europawahl auf nationale Wahlergebnisse zu schließen. Gerade einmal um die 50 % der Wahlberechtigten sind zur Europawahl gegangen. Was den Misserfolg der so genannten Volksparteien (wie viel Volk muss einen eigentlich wählen, damit man sich noch Volkspartei nennen darf?) und den Erfolg der Grünen auf der anderen Seite, hat dies meines Erachtens einen recht einfachen Grund. Die Grünen werden in der Öffentlichkeit vor allem über Habeck wahrgenommen. Und der Mann ist einfach authentisch. Authentizität aber fehlt allen Repräsentanten von CDU/CSU und SPD. Das große Problem der beiden ehedem großen, früheren Volksparteien war es, Wahlkämpfe durch Werbeagenturen gestalten zu lassen, sich zum Produkt machen lassen zu wollen, das man verkaufen muss. Damit ist die Authentizität verloren gegangen. Wenn man Habeck & Co. auf ein Problem anspricht, dann spricht er über dieses Problem. Wenn man mit Vertretern der Regierungskoalition über ein Problem sprechen will, gibt es dieses Problem nicht. Es wird geleugnet, es wird schöngeredet. Meister dieser hochdümmlichen Methode, von der die Bürger die Schnauze voll haben, ist Altmaier. In irgendeiner Sendung ging es um das Dauerdesaster Bahn und die Verspätungen. Statt einfach dieses objektiv bestehende Problem - selbst die Verantwortlichen der Bahn leugnen es nicht - einzuräumen und zu erklären, wie man versucht, dessen Herr zu werden, setzt sich dieser Mann hin und versucht das Ganze schönzureden, versucht seine Partei und vor allem sich zu feiern, weil statt 76 % der Züge nunmehr 76,5 % der Züge pünktlich sind. Es ist ja immerhin erstaunlich, dass bei dieser Wahl die SPD nicht ihren Wahlerfolg feierte. Die Union kann immer noch nicht von solchem Unfug lassen. Früher war es allenthalben Usus, selbst nach verlorenen Wahlen mit lauter Klappe die verlorene Wahl als vollen Erfolg dem Wähler andienen zu wollen. Bei den Ergebnissen ist offensichtlich selbst den SPD-Granden aufgefallen, dass sich das beim Besten nicht mehr rechtfertigen lässt.
59% wurde gestern genannt, glaube ich. Das ist für eine Europawahl garnicht so schlecht. Die 50%, oder waren es nicht 51%, beziehen sich auf den Durchschnitt in der EU, glaube ich. Im UK, bei der wahrscheinlich völlig sinnlosen Wahl, waren es sogar nur 39%.

Was die Authentizität angeht, haben Sie natürlich völlig recht. Obwohl ich Habeck für ein Leichtgewicht halte, was die politische Dubstanz angeht, ist er mir doch zehnmal lieber als Altmaier oder ähnliche Laberköpfe. Ich kann die Schönrederei und den puren Bullshit einfach nicht mehr ertragen, und so geht es wohl vielen Wählern.

Ganz schlimm, gestern, fand ich: Carsten Sieling, bald ex-Bprgermeister von Bremen. Der Interviewer konnte selbst in drei Versuchen keine klare Aussage aus ihm herauslocken. Eine Sprechblase nach der anderen, nicht ein ehrliches Wort. So ein Politiker gehört nicht ins Fernsehen und damit auch nicht in eine führende Position! Das geht garnicht, das ist ein Relikt vergangener Zeiten. Das Image einer Partei, und damit ihre Wahlchancen, wird von ihren Persönlichkeiten geprägt, und farblose Technokraten haben eben keine. Da ist dringend eine Neuaufstellung erforderlich!

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mostly_harmless 28.05.2019, 09:30
154.

Zitat von WolfThieme
Als gestern hier in Brandenburg die ersten Hochrechnungen kamen und die AfD als Sieger bei der Europawahl in diesem Bundesland ausgerufen wurde, haben wir erst mal tief Luft geholt. 12 Landkreise an die Braunen, vier an die Schwarzen, 1 an die Hellroten der SPD, die Landeshauptstadt an die Grünen. So sieht hier im Osten die politische Wirklichkeit. Demnächst in diesem Theater: Die Landtagswahlen im September. Dito: Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen. Interessiert wohl niemand da drüben?
Offen gesagt: Nach der ersten Aufregung über die im Osten grassierende Affinität für die Neubraunen, hat man hierzulande einen Haken dahinter gemacht. Signifikante Teile der Bevölkerung "drüben" sind weder integrationswillig noch integrationsfähig in ein modernes Deutschland im 21. Jahrhundert. Daran kann man nichts ändern. Aber man muss da ja auch nicht hinfahren.

Das einzige, was richtig übel ist, dass wir braune Regionen subventionieren. Das muss endlich aufhören.

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Das Grauen 28.05.2019, 12:47
155. @mostly_harmless Braune Regionen? Also Polen, Ungarn und Italien?

Zitat von mostly_harmless
Offen gesagt: Nach der ersten Aufregung über die im Osten grassierende Affinität für die Neubraunen, hat man hierzulande einen Haken dahinter gemacht. Signifikante Teile der Bevölkerung "drüben" sind weder integrationswillig noch integrationsfähig in ein modernes Deutschland im 21. Jahrhundert. Daran kann man nichts ändern. Aber man muss da ja auch nicht hinfahren. Das einzige, was richtig übel ist, dass wir braune Regionen subventionieren. Das muss endlich aufhören.
Mal abgesehen davon, daß es diskriminierend ist, eine Region und damit mittelbar die Bevölkerung dort als "braun" zu bezeichnen, wenn die weit überwiegende Mehrheit nicht rechtsradikal gewählt hat: Das gleiche müßten Sie dann, mit größerer Berechtigung, über Polen, Ungarn und Italien sagen. Diese Länder erhalten trotzdem EU-Subventionen. Da sollten Sie dann auch nicht hinfahren.

Ironie beiseite, was ich für einen interessanten Punkt halte, ist, daß deutsche Parteien, die nicht ganz zu Unrecht (obwohl teilweise etwas scheinheilig) rechtsradikale Politik in den o.g. Ländern beklagen, gleichzeitig eine stärkere Integration Europas in der EU fordern, inklusive der geschmähten rechtsradikalen. Das erscheint mir doch wie ein sehr widersprüchlicher Plan und nicht recht durchdacht. Die rechtsradikal regierten EU-Länder haben zusammen eine größere Bevölkerung als Deutschland, wodurch sich die Frage stellt, wer in einer stärker integrierteren und damit mächtigeren EU den Ton angeben würde. Anstelle Fantasievorstellungen eines Europäischen Utopias zu präsentieren, sollten unsere Politiker mal ehrlich die damit verbundenen Risiken diskutieren. Ich habe das Gefühl, daß bei uns vor lauter moralischem Größenwahn oft übersehen wird, daß wir Deutschen nur eine kleine Minderheit in der EU darstellen. Nach unserem Willen würde es in einem demokratischen Europa nicht gehen! Wenn uns schon rechte Tendenzen in unseren eigenen östlichen Bundesländern nerven, wir würden wir uns dann in einem stärker vereinigten Europa fühlen, in dem rechtsradikal regierte Länder die Mehrheit stellen?

Die SPD hat ja bekannterweise behauptet, "Europa ist die Antwort". Man hätte aber auch die Frage angeben sollen. Lautete diese vielleicht "Wie kann man Deutschland unter rechtsradikale Kontrolle bringen?"
Das Risiko ist real und sollte ernstgenommen werden, anstelle in blinde Europabegeisterung und wilde Fantasien zu verfallen.

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