Forum: Politik
Datenschutz: Hysterie in der Nacktsauna
Dagmar Morath

Warum fürchten wir uns Deutschen so davor, dass jemand anderes weiß, wer mit wem telefoniert hat? Vermutlich liegen die Gründe in unserer Vergangenheit. Deshalb muss nun alles anders werden: Die ersten träumen nach der Atomwende bereits von der Datenwende.

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Stewie.119 04.07.2013, 17:37
1. Beeindruckend

Eigentlich bin ich nie Herr Fleischhauers Ansicht. Hier allerdings präsentiert er uns einen beeindruckenden Artikel. Wirklich sehr gut, die Realität und "das Problem, oder die Probleme" der Deutschen dargestellt. Das es in Dt. eben bedingt durch unsere Vergangenheit andere Weltansichtengibt, sollte mittlerweile jedem aufgefallen sein. Es gibt eben Dinge die notwendig sind, auch wenn die Mittel evtl. etwas unorthodox sind und eben für das deutsche Verständnis unerklärlich sind.

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peterneujahr 04.07.2013, 17:39
2. Ehrloser Wicht

Es ist ein Unterschied, ob der deutsche Staat seine Bürger überwacht, oder ob die USA das tun. Letzteres berührt Fragen der nationalen Unabhängigkeit, der nationalen Souveränität und der nationalen Ehre. Das Schreckgespenst des islamistischen Terrors mag mit seinen Ketten rasseln, es ändert an diesen Parametern nichts. Das Motto der Sklavenseele: Ich kann das nicht, ich will das nicht, danke großer Bruder, dass ich dein Knecht sein darf.

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Semonides 04.07.2013, 17:43
3. Gesetze gelten

Zitat von sysop
Unser Konzept von Privatsphäre leuchtet nicht jedem im Ausland auf Anhieb ein.
Muss auch nicht. Hierzulande gilt die hiesige Verfassung. Auch für Ausländer, denen das nicht einleuchtet. Da gibt es wenig zu erklären, Gesetze gelten.

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endrag 04.07.2013, 17:44
4. Wo Fleischhauer recht hat, hat er recht.

Nach zwei Diktaturen, die sich besonders um die Kontrolle der Kinder bemüht haben, ist es schon verwunderlich, mit welcher Leichtfertigkeit selbst kleinste Kinder wieder staatlichen und anderen, teils ideologischen Institutionen anvertraut werden. Dass es sich bei den Kindebetreuungsangeboten teilweise um Einrichtungen zur gezielten Beeinflussung von Kindern handelt, wissen wir nicht erst seit den Kinderläden der 70er Jahre. Wer die Lust der Bildungspolitiker an weitgehend nicht durchdachten Reformen ohne Sinn und Verstand an den Schulen der letzten Jahrzehnte erlebt hat weiß, wie stark die Erziehung unserer Kinder ideologisch geprägt ist. Mir ist kein einziges Beispiel einer Bildungsreform bekannt, deren Effekte vor der nächsten Reform abgewartet und ausgewertet wurden. Deshalb kann ich der Argumentation des Autoren durchaus folgen, dass die Amerikaner lieber die Daten ihrer Kinder als die Kinder selbst dem Staat anvertrauen. Mir geht es genau so. Das ändert nichts daran, dass ich das Vorgehen der Amerikaner und Briten für kriminell halte.

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michibln 04.07.2013, 17:44
5. Worin eigentlich der große

"Skandal" liegen soll habe ich auch noch nicht begriffen. Die Leute vertrauen Facebook und anderen privateste Details an aber wehe der Geheimdienst liest mit. Schizophren ist das.

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hdudeck 04.07.2013, 17:56
6. Jan, Du hast nichts verstanden!

Zitat von sysop
Warum fürchten wir uns Deutschen so davor, dass jemand anderes weiß, wer mit wem telefoniert hat? Vermutlich liegen die Gründe in unserer Vergangenheit. Deshalb muss nun alles anders werden: Die ersten träumen nach der Atomwende bereits von der Datenwende.
Vielleicht hier mal eine kleine Hilfe: Wenn ich (NSA) mir ein Teil (Ueberwachung-Tools) zulege, will ich es auch nutzen. So, wenn ich 50 Millarden ausgebe, muss auch ein Nutzen rauskommen. So, was glaubste, wenn alle Terroristen dieser Erde gefangen und weggesperrt sind, was mit dieser Anlage gemacht wird? Rueckgebaut? So was (teures) laesst Begehrlichkeiten entstehen. Warum nicht gegen Kriminelle einsetzen? Warum nicht gegen Steuersuender? Warum nicht bei der naechsten Wahl zum Vorteil der derzeitigen Regierung? Warum nicht (als Angestellter der NSA) um den Nebenbuhler auszuspionieren oder die Angebetene zu stalken? Konto Nr und !! Passwoerter liegen bereit zum Abgriff, warum nicht nutzten?. Die Moeglchkeiten sind grenzenlos. Hier ist die eigentliche Gefahr, das die Information fuer andere Zwecke missbraucht werden denn die, uns (falsche) Sicherheit vorzugauckeln. Wenn ich etwas (schlechtes) vorhabe, habe ich heute schon tausend Moeglchkeiten, diese Information zu verbergen, ohne das der NSA diese sieht oder entschluesseln kann. Terroristen waeren ja geradezu total bloed, jetzt noch Telephone oder email zum Austausch zu benutzten. Wer uebrigbleibt sind wir. Aus diesem Artikel lese ich vielmehr, das wir nun darauf vorbereitet werden, das ja alles nicht so schlimm ist und wir uns gefaelligts damit abfinden sollen, denn es ist zu unserer Sicherheit. Sorry, aber ich sehe das anders.

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peter-silie-90 04.07.2013, 17:56
7. Der Preis der Sicherheit?

..."wäre es schön, wenn die Justizministerin den Mut fände, den Leuten zu erklären, dass solche Anschläge nun einmal der Preis sind für das informationelle Selbstbestimmungsrecht, auf das wir im Augenblick so große Stücke halten."
Der Preis für die sogn. "Terrorabwehr" ist eh so hoch, dass sich das niemals lohnt. Alleine die finanziellen Kosten könnten - wenn man anstatt dessen mehr Leitplanken an deutschen Straßen bauen würde - deutlich mehr Menschenleben retten.
Von den deutlich größeren (nichtfinanziellen) Kosten, welche durch die Verletzung der Grundrechte entstehen, mal ganz zu schweigen.

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muellerthomas 04.07.2013, 17:57
8.

Zitat von sysop
Man sollte diesmal vielleicht nur so ehrlich sein, den Bürgern rechtzeitig die Kosten zu nennen. Wenn demnächst in Hamburg oder Frankfurt eine Kofferbombe explodiert, weil wir zu spät die Verbindungsdaten der Täter gesichtet haben, wäre es schön, wenn die Justizministerin den Mut fände, den Leuten zu erklären, dass solche Anschläge nun einmal der Preis sind für das informationelle Selbstbestimmungsrecht, auf das wir im Augenblick sol große Stücke halten.
Richtig, das wäre der Preis und der wäre es m.E. wert. Die Verhältnismäßigkeit der Mittel rechtfertig für die mögliche Verhinderung eines Terroranschlags nicht die Totalüberwachung der Bevölkerung.

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endurado 04.07.2013, 17:57
9. optional

Zu einfach, den Terror als Rechtfertigung für alles zu benutzen. Die Briten haben doch schon zugegeben, dass es ihnen bei der Spionage auch um (eigene) wirtschaftliche Vorteile geht. Und ja, ich würde ein, zwei Kofferbomben im Jahr akzeptieren, bevor ich Bürgerrechte in erheblichem Umfang aufgebe. Es ist ja nun wirklich nicht so, dass der Terror aktuell unseren Alltag beeinträchtigt. Ich vermute auch, dass jede mittels der gewonnenen Daten aufgedeckte stümperhafte Bombenplanung, die vielleicht nie zur Anwendung gekommen wäre, so verkauft wird, als ob Leben gerettet wurden. Beispielsweise verbieten wir ja auch nicht die freie Nutzung von Autos, die eine wesentlich höhere Todesanzahl als "Terror" zur Folge hat.
Würden die USA und andere Großmächte politisch etwas geschickter und in der Außenpolitik weniger egozentrisch agieren und sich nicht mehr aus geostrategischen Gründen mit Extremistengruppen verbünden und diese für Stellvertreterkriege mit Waffen und Geld ausstatten, könnte der Terror langfristig vielleicht auch reduziert werden.

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