Forum: Politik
Debatte: Spekulieren mit Soros

Der US-Großinvestor George Soros ist ein verlässlicher Kronzeuge, wenn man sich seine Vorbehalte gegen die Marktwirtschaft bestätigen lassen möchte. Er kann es sich leisten: Wie viele Reiche, die ihr Herz für die Linke entdecken, weiß er sein Vermögen in Sicherheit.

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Gnom_vom_dienst 10.10.2011, 20:00
80. ...

Zitat von RioTokio
Linke Sozialisierungspläne kennen Sie nicht? Nie von Verstaatlichung und Enteignung gehört? Schauen Sie mal ins Parteiprogramm der LINKEN. Die haben tolle Ideen was man mit dem Geld anderer Leute alles machen kann.
Sie könnten auch mal ins Ahlener Programm der CDU schauen - aber sprechen Sie die Damen und Herren Christkonservativen nicht drauf an, die mögen die Weisheiten der CDU-Generation Adenauers nicht so gern hören...

Zitat von
Gegen Lohnerhöhung spricht nichts, so lange wie die Wettbewerbsfähigkeit nicht leidet, und da liegt auch schon das Problem mit derartigen Forderungen von Leuten die das nicht bezahlen müssen und die dadurch nicht Ihren Job verlieren. Ist doch nicht schwer zu verstehen!
Sie machen das Verblödungsspielchen noch nicht so lange mit, oder?

Machen Sie sich - wenn Sie Zeit haben - mal den "Spaß" und lesen Sie die Artikel in den Zeitungen der letzten 20 Jahre zum Thema "Tarifverhandlungen" und "Lohnerhöhungen".
Bibliotheken (noch so eine nicht gewinnmaximierte Einrichtung....) haben die oft noch auf Lager, im Internet werden Sie vielleicht auch fündig.

Das Spiel mit der Lohnzurückhaltung funktioniert seit spätestens 1990 prächtig.
(Das ist zufälligerweise das Jahr, in dem der Ostblock zusammenbrach und auf einen Schlag keiner mehr eine Alternative vor der Haustür hatte, die es auszustechen galt.)
Arbeitgeber: "Die Arbeitnehmer müssen sich zurückhalten mit den Lohnforderungen, sonst geht der Aufschwung kaputt und die Wettbewerbsfähigkeit flöten."
Arbeitnehmer: *hält sich zurück*
Binnennachfrage: *wird nicht gestärkt, die Erwartungen der Analysten werden nicht übertroffen, Analysten senken den Daumen, Aktienkurse zeigen dezent nach unten*
Arbeitgeber im nächsten Jahr: "Die Arbeitnehmer müssen sich zurückhalten mit den Lohnforderungen, sonst kommen wir nie mehr aus der Rezession."
Arbeitnehmer: *hält sich zurück*
Binnennachfrage: *wird nicht gestärkt...*
uswusf

Seit 1990 sind wir auf diese Weise vom einem der Länder mit den höchsten Löhnen im Vergleich zu den Lebenhaltungskosten zum Land mit den niedrigsten Löhnen durchgereicht worden.

Nichtsdestotrotz wurden und werden Stellen abgebaut, durch Leiharbeitsplätze ersetzt (die den Sinn und Zweck von Tarifverhandlungen endgültig ad absurdum führen) und der Sozialstaat, der seinen Namen 1990 durchaus noch verdiente (man brauchte ja was zum vorzeigen, um "den Osten" auszustechen) sukzessive abgewickelt.

Tolle Strategie für die Masse der Bevölkerung.
Kann man ja mal machen, ist ja nur der Souverän.
Interessiert ja keinen.
Hauptsache, die Analysten dreier privater, von Privatbanken abhängiger Ratingagenturen sind "zufrieden"....

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Marie Laveau 10.10.2011, 20:06
81. Joe

Zitat von husker
Soros ein Linker? Lieber Herr Fleischhauer, dann sind sie aber ein Kommunist.

Fleischhauer ist natürlich Sozialist. Der große Sozialist Joseph Goebbels konnte Leute wie Soros auch schon nicht leide.

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AstroPalmer 10.10.2011, 20:11
82. Kann man denn nicht mal die Kommentarfunktion abschalten?

Jetzt schreibt da wieder mal ein intelligenter Mensch einen hervorragenden Beitrag, der so gut ist, dass er eigentlich nur Spiegel-Abonnenten wie mir zugänglich sein sollte.
Prompt kriegen wir wieder die fantastischen Auslegungen und Kritiken von Leuten, die SPON für lau konsumieren und ihre ganz eigenen, seltsam klingenden Meinungen dazu äußern und dabei auch noch die Rechtschreibeprüfung abgeschaltet haben.
Ich bin mal gespannt, was jetzt noch alles kommt.

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Dr_EBIL 10.10.2011, 20:35
83. unterschwelliger Antisemitismus

Zitat von RioTokio
Den Rassismusversuch können Sie sich sparen. Fleischhauer hat das seltsame Gebaren manch Superreicher thematisiert die sich links geben und rechts abkassieren. Haben Sie offenbar kein Problem mit. Ein Bankenspekulierer reinsten Wassers wie Soros hat mit einem Robin Hood nichts zu tun. Offenbar imponieren Ihnen die schlau zusammengerafften Milliarden. Es scheint Sie sind ein Fan des gnadenlosen Turbokapitalismus auf Kosten von vielen. Unschön.
Natürlich schwebt der Vorwurf bildlich mit er sei ein raffgieriger, alter Jude. Bei Fleischhauer wird er zum raffgierigen, alten und sogar linken Juden. Dabei sollten moderne Juden doch eher rechts sein, wegen Israel. Also Sorros ist sozusagen ein Jude der ganz alten Schule.

Dabei ist die Welt nicht schwarz oder weiss. Er macht Geschäfte an der Grenze der Legalität, die manchmal moralisch fragwürdig sind. Er hat einen Beruf, den viele Menschen nicht verstehen und hassen. Soweit kommt wohl jeder noch mit. In dubio pro reo? Da schon nicht mehr. Sonderbar ist aber, dass die Soros-Hasser seine andere Seite nicht anerkennen wollen. Fakt ist, er ist schlau genug ein sehr erfolgreicher Spekulant und Geschäftsmann zu sein. Darüber hinaus ist er sogar schlau genug, im Gegensatz zu anderen erfolgreichen Spekulanten, Selbstkritik und philantropisches Engagement zu zeigen. Es ist praktisch sein Markenzeichen. Nur weil er so empathisch denken kann, wurde er so erfolgreich. Robin Hood war zu seiner Zeit sicher auch kein Held des Establishments. Eher ist es doch eine Auszeichung, wenn man von Fleischhauer als linker Schandtäter verrissen wird, als Milliardär sowieso. Soros wurde sicher schon als Vieles beschimpft: als Jude, als Raubtierkapitalist, als Linker, als was auch immer. Manchmal ist ein Schimpfwort eine Auszeichung, auch wenn es nicht so gemeint ist.


Welche Verbrechen werden ihm eigentlich vorgeworfen?

ps: das Video, verlinkt von werner3, mit dem zufälligen kurzen Blick auf Fleischhauer bei einem IFF-Treffen ist interessant. Die Frage ist doch, warum geht Fleischhauer wie auch Soros zu einem IIF-Treffen und schreibt dann so eine Kolumne über ihn? Cui boni? Wer gegen wen? Linke vs Rechte? LOL

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vHayekFan 10.10.2011, 20:36
84. tja und?

Zitat von RioTokio
1) Zumindest vertritt Sorros den Standpunkt der LINKEN. Vermutlich finden die das also toll. Im Rausschmeißen von Geld anderer Leute sind die LINKEN ja auch Experten.
Wie ich belegt hatte, liegen Sie und Fleischhauer mit Ihrer Vermutung, bzw. Unterstellung falsch und die Linken gehen diesem Raffke keineswegs auf den Leim.
Die sind eben nicht so einfach gestrickt, wie Fleischhhauer.
Zitat von RioTokio
2) Deutschland hat ein Aussenhandels plus. Seien Sie froh, sonst würde es bei uns aussehen wie in Griechenland.
Das eine ist die logische Kehrseite des anderen und die logische Folge ne fette Krise. Da gibt es keinen Grund froh zu sein.
Zitat von RioTokio
Das Geld wird zum großen Teil wieder im Ausland investiert. Die Investitionen sichern unseren Export, Gewinne werden in Deutschland versteuert.
Quatsch. Die hunderte Milliarden Bankenrettungspakte sprechen eine klare Sprache darüber, wie sinnvoll der Überschuss "investiert" wurde und wo die "Zweckgesellschaften" bzw. Ableger, der Banken lagen, zu deren Problemchen die Öffentlichkeit noch informiert wurde, also wo die Niedrig-Steuern gezahlt wurden, wissen wir auch: Irland.
Zitat von RioTokio
Toll für uns und unsere Sozialkassen.
Die allerdings überwiegend von den (real gesunkenen) Löhnen abhängig sind, nicht von den Steuern (die obendrein gesenkt wurden).
Zitat von RioTokio
Ihre Bankenkritigk sollten Sie vor allem an Amis und Engländer richten die eine bessere Bankenüberwachung verhindern und natürlich an all die Zockerinstitute die nun gerettet werden müssen. Ein Skandal, wenigstens da bin ich auf Ihrer Linie...
Eine bessere Kapitalisierung der Banken und eine bessere Überwachung können komischerweise die Schweiz und England schaffen. In Deutschland verhindern das angeblich die USA... nun ja.

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VPolitologeV 10.10.2011, 20:48
85. Heidewitzka

Zitat von RioTokio
Sie arbeiten sich an Fleischhauer ab.
Ich empfinde es mehr als intellektuelle Entspannung.

Zitat von RioTokio
Er hat nur behauptet, dass Soros linke Vorschläge macht (die ihn nichts kosten, und von denen er vermutlich - Stichwort "Geld ausgeben das man nicht hat" schön profitieren kann, wenn die entsprechende Volkswirtschaft den Bach runter geht.
Ich empfinde es eher so, daß Fleischhauer versucht, bestimmte Denkstrukturen zu implementieren, die so nicht stimmen. Ich empfinde es überdies als keinesfalls so, daß Fleischhauer behauptet, vielmehr unterstellt. Welche Motivation Soros hat - nun, keine Ahnung, aber wie ein Erzkommunist wirkt er nicht.

Zitat von RioTokio
Linke Sozialisierungspläne kennen Sie nicht? Nie von Verstaatlichung und Enteignung gehört? Schauen Sie mal ins Parteiprogramm der LINKEN. Die haben tolle Ideen was man mit dem Geld anderer Leute alles machen kann.
Natürlich kenne ich die. Ich traue denen grad ein bißchen mehr Durchsetzungsfähigkeit zu als den rechten Spinnern in MeckPom, die sich für die Treuhänder des Deutschen Reichs halten. Ansonsten brauche ich mir nur die Realpolitik der Merkel-Regierung anschauen, um Verstaatlichung zu kennen.

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vHayekFan 10.10.2011, 20:51
86. auf den Teppich

Zitat von tw1974
(1) Erstmal kommt auf die Kapitalertragsteuer ja noch 5,5% Soli. Insgesamt wären also 26,375% fällig. (2) Außerdem gilt die Abgeltungssteuer nicht, wenn es sich um Ausschüttungen einer Kapitalgesellschaft handelt...
Um sie mal auf den Boden der Realitäten zu holen: der Forist hatte von den "10 reichsten deutschen Milliardären" geschrieben, die sich keineswegs Ausschüttungen gönnen (müssen), sondern eigens Gesellschaften bilden und die Steuer auf ihren Vermögenszuwachs (also ihr Einkommen) sogar ganz locker recht nahe gegen Null drücken, z.B. so: http://www.wissen.de/wde/generator/w.../60110798.html

in diesem Sinne:
Zitat von tw1974
Manchmal sind Dinge auf den zweiten Blick anders als auf den ersten.

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rammbock 10.10.2011, 20:55
87. Soros ist Teil der Finanzindustrie

Wer, wenn nicht jemand der die Strukturen der Finanzindustrie nutzt soll sie kritisieren?
Die heutige Umverteilung ist so, das man sie kaum erfassen kann, man sieht nur die Auswirkungen.
Es gibt heute nicht mehr den bösen Kapitalisten der Arbeiter ausbeutet.
Den meisten sind die Mechanismen der Spekulation unbekannt und unverständlich.
Im Grunde weiss niemand wieso einige Menschen und Gruppen so überreich werden konnten.

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garfield 10.10.2011, 20:58
88. Immer noch kein Titel

Zitat von endbenutzer
Zitat: „...Schade, dass niemand ernst macht und diesen Leuten wirklich die Hälfte ihres Vermögens abnimmt....!“ Wie billig Herr Fleischhauer. Sie versuchen mit solch einem Unsinn, Stimmung gegen all diejenigen zu machen, die für eine vernünftige Besteuerung großer Kapitalseigner sind.
Und vor allem: wie lustig von Fleischhauer. Ich möchte mal sehen, wie ihm die Kinnladen runterfallen, wenn eine Regierung seinem Wunsch nachkäme und "diesen Leuten" also der gesamten von ihm angehimmelten Schicht "die Hälfte ihres Vermögens abnimmt". Oder könnte es sein, dass er mit "diesen Leuten" nur die Reichen meint, die unverschämterweise die angemessene Belastung ihrer eigenen Schicht (sich selbst eingeschlossen) fordern. Tja Fleischhauer, womit rechtfertigen Sie dann diesen "feinen" Unterschied, den diejenigen eben NICHT machen? Belastung nach Gesinnung? Rechte Reiche wenig, linke Reiche viel? Demokratie a la Fleischhauer?
Irgendwie habe ich jetzt noch das große Kino der Aufforderung zum Spenden vermisst.

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vHayekFan 10.10.2011, 20:58
89. ha ha

Zitat von RioTokio
... Linke Sozialisierungspläne kennen Sie nicht? Nie von Verstaatlichung und Enteignung gehört? Schauen Sie mal ins Parteiprogramm der LINKEN. Die haben tolle Ideen was man mit dem Geld anderer Leute alles machen kann.
Eben nicht "mit dem Geld anderer Leute". Die Verstaatlichung der Banken ist das Gegenteil der jetzigen Geschenke an selbige (bzw. derer, die an den Spekulationen verdienen). Die konsequente Forderung für die hunderte Milliarden auch entsprechende Anteile zu bekommen ist die Forderung nach verantwortungsvollem Umgang mit dem Geld anderer Leute.

Zitat von tw1974
Gegen Lohnerhöhung spricht nichts, so lange wie die Wettbewerbsfähigkeit nicht leidet, und da liegt auch schon das Problem mit derartigen Forderungen von Leuten die das nicht bezahlen müssen und die dadurch nicht Ihren Job verlieren. Ist doch nicht schwer zu verstehen!
Ne, is überhaupt nicht schwer zu verstehen, dass ein Land, das regelmäßig fast 100 Milliarden Exportüberschuss erwirtschaftet, doch besser die Löhne noch weiter drücken sollte. Jedenfalls ist sehr klar, in wessen Interesse das wirklich geschieht - der "Standort", oder "die Arbeitsplätze" sinds nicht.

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