Forum: Politik
Debatte über Doppelpass: Wer sind wir ...

... und wenn ja wie viele? An der doppelten Staatsbürgerschaft entzünden sich alte Debatten neu: Was bedeutet es, ein Deutscher zu sein. Und wie wird man dazu? Angela Merkel kennt die Antwort nicht.

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jam_butter_problem 26.08.2016, 10:45
180. Exklusives Staatsbürgerschaftsverständnis

Ich stimme vielen Punkten zur Integration zu. Ich denke auch, dass sich die Integrationsdebatte in Deutschland zu sehr an einer Art Leitkultur orientiert an die sich angepasst werden muss. Da brauchen wir mehr Toleranz. Die Staatsbürgerschaft scheint Augstein aber immer noch falsch zu verstehen. Als eine Art Glaubensbekenntnis, ein Exklusivrecht. Man sollte sie stattdessen als eine Kombination aus Nutzen und Pflichten sehen, die man in bestimmten Situationen, also zb bei ausreichender Verbundenheit mit einem Land, erwerben kann. In den vielen Ländern, unter anderem den USA, ist das auch der Fall und doppelte, ist sogar multiple Staatsbürgerschaft selbstverständlich. Ein Beispiel: Ich lebe seit langen in Großbritannien, möchte daher natürlich die Staatsbürgerschaft erwerben um wählen zu können, konsularische Dienste in Anspruch zu nehmen und mein bleiberecht ultimativ zu sichern. Gleichzeitig möchte ich aber nicht meine deutsche Staatsbürgerschaft aufgeben. Ich fühle mich nach wie vor mit Deutschland verbunden, habe Freunde und Familie dort, lese Deutsche Zeitungen und möchte auch die Möglichkeit haben irgendwann zurückzukommen. Das deutsche Staatsbürgerschaftsrecht sagt mir aber ich muss mich entscheiden. Warum? Keiner meiner nicht Deutschen Freunde hat dieses Problem. Die doppelte Staatsbürgerschaft würde die Zugehörigkeit zu zwei Staaten gesetzlich verankern. Sie hat nichts mit Loyalität zu tun.

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jens333 26.08.2016, 10:47
181. Oh.. mein ... Gott...

Natürlich verändert man immer ein klein wenig die eigene Kultur (versucht sie besser zu machen), doch man erschafft nicht vom Grunde eine neue Kultur.
Gerade unsere türkischstämmingen Mitglieder der Nation, sind ein Paradebeispiel für misslungene Integration und das ist eine Aussage von Türken.
Sie wollen sich nicht integrieren!
Ob nun Verschleierung, Kopftuch, Schächten, etc. ist im Grunde vollkommen egal, da der Grundsatz der Integration die Anpassung der zu Integrierenden verlangt. Man möchte sich/die eigene Kultur veredeln.
Wenn sie sich mit dem Thema wirklich einmal auseinandersetzen, bedeutet das, dass das "Alte" besser gemacht wird und das "Neue" im alten "verschwindet". Wenn nun das neue "verschwunden" ist/sich integriert hat, fällt es nicht mehr auf, weil es ein Teil des Alten geworden ist.
Ergo bedeutet gelungene Integration, dass die "Neuen" nicht mehr "sichtbar" sind. Sie fallen nicht mehr auf.
Ich WEIß, dass die meisten Deutschen das wollen, doch nicht um jeden Preis und ich weiß aber auch, das gerade unter den Muslimen die meisten eben nicht bereit sind sich zu integrieren.
Geben und aufgeben sind weitere wichtige Teile der Personen, die ein Teil einer neuen Kultur werden wollen. Und hier hapert es auch gerade wieder bei Muslimen gewaltig, da deren Kultur im extremen Gegensatz zu unseren steht und die meisten Muslime viele Teile ihrer alten Gebräuche nicht aufgeben wollen. Nur damit kann eine Integration nicht funktionieren!
Ich glaube sehr wohl, dass Sie das wissen und deshalb, "um des lieben Friedens willen", nun "erwarten", dass sich die "Urkultur" des Landes (die Deutsche) in die neue Kultur integriert. Nur wird das (hoffentlich) nie passieren.
Unabhängig vom Glauben haben wir in Deutschland sehrwohl das RECHT unsere Kultur und unsere Art zu leben zu verteidigen und auch das RECHT andere Gebräuche, die uns stören, abzulehnen und NICHT zu integrieren.
Bei uns in Europa ist es Sitte und Brauch, sein Gesicht zu zeigen, und die Kopfbedeckung, wenn ich zu Besuch bin, als Respektsbezeugung, abzunehmen. Egal ob Mann oder Frau.
Wenn jemand nun zu "Besuch" kommt und sogar bei mir leben will, dann erwarte ich, dass er meiner Sitten und Gebräuche akzeptiert und übernimmt und mir den gleichen Respekt erweist. Wenn er/sie etwas verbessern können, gut, wenn nicht, dann soll es "draußen" bleiben! Ich werde das gleiche tun, wenn ich mich in eine andere Kultur integrieren möchte.
Sobald ich mich integrieren MÖCHTE, werde ich ALLES daran setzen, damit ICH NICHT mehr AUFFALLE.
Wenn ich aber alles daran setze, um Aufzufallen, dann zeige ich damit nur auf, das ich NICHT gewillt bin, die Regeln der Anderen zu akzeptieren und das bedeutet, dass ich diese Menschen nicht respektiere und mich auf keine Fall integrieren möchte. ICH mache mich SELBER zu einem FREMDKÖRPER, nicht die anderen tun das.
Natürlich könnte ich den Anderen anbieten, dass was ich als gut empfinde, nachzuahmen, trotzdem würde ich IMMER (als zu Integrierender) akzeptieren, wenn das von meinen neuen Partnern nicht so gewünscht ist.
Integration ist in ERSTER Linie eine BRINGSCHULD, keine Holschuld und das sollte auch endlich mal so vermittelt werden.

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s.l.bln 26.08.2016, 10:47
182. Ähh...

Zitat von nickleby
Wir nehmen Rücksicht und tolerieren ihren Glauben, aber wir können ihn nicht akzeptieren, da er ein absolut diametral entgegengesetztes Menschenbild besitzt.
Toleranz ohne(!) Akzeptanz?
Wie bekommen "wir" denn diesen Spagat hin?

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rennflosse 26.08.2016, 10:47
183. Hat geklappt

Zitat von manskyEsel
Aus dem roten Viertel Berlins kriegsbedingt in die Umgebung von Potsdam verschlagen, kam ich später nach Westberlin zurück. Ob ich integriert bin, weiss ich nicht. Ist ja egal! Denke nur, dass die ungehinderte Einreise aus anderen Gegenden nach Berlin der Stadt nicht gut getan hat. Wowereit hätte in Lichtenrade bleiben sollen, Merkel in Templin und Gabriel in Niedersachsen.
Die Integration von Deutschen in Deutschland hat bisher immer gut funktioniert.

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rennflosse 26.08.2016, 10:49
184.

Zitat von Putin-Troll
Ich bin "deutschstämmig" und habe meine Loyalität zu unserem Land komplett verloren. Solange die Bundesrepublik keine Anstrengungen unternimmt meine Grundrechte vor der NSA zu schützen, kann sie mir getrost den Buckel hinunterrutschen.
Wenn es die eine typisch deutsche Eigenschaft gibt, dann jene: Das eigene Land zu hassen, bringen nur Deutsche fertig.

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hummel1 26.08.2016, 10:51
185. Wir müssen uns nur noch mehr bemühen oder was?

Man tut andauernd so als wären es die Deutschen die die Integration behindern. Das ist schlichtweg falsch! Dafür haben die Türken insbsondere selbst zu beigetragen.

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Bondurant 26.08.2016, 10:54
186. In den USA

Zitat von jam_butter_problem
In den vielen Ländern, unter anderem den USA, ist das auch der Fall und doppelte, ist sogar multiple Staatsbürgerschaft selbstverständlich.
müssen Sie bei der Einbürgerung schwören, dass Sie von nun an jede Loyalität zu einem anderen Land aufgeben. Und das meinen die da ganz ernst. Dann ist auch egal, ob Sie "formal" noch irgendwo anders eine Staatsbürgerschaft haben.

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thomas_m 26.08.2016, 10:54
187. In den ersten 4 Punkten ...

kann ich nichts erkennen, was "typisch" deutsch sein soll. Die Punkte sind für alle freiheitlich-demokratischen Gesellschaften anwendbar. Das Bekenntnis zum Grundgesetz ist ein Bekenntnis zur Verfassung und reicht IMHO für eine Integration nicht aus.
Erdogan hat insofern Recht, als Assimilation die schlechteste Form von Integration ist, denn damit verschwindet der kulturrelle Imput der neuen BürgerInnen. Integration muss von beiden Seiten getragen werden. Auch wir Deutsch müssen die neue Vielfalt in unserem Denken und Fühlen integrieren. Integration ist dann geglückt, wenn wir "gemeinsame Lieder singen". (Naika Foroutan)

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hummel1 26.08.2016, 10:54
188.

Zitat von paulvernica
Zitat : Manchmal genügt ein einziger Satz. Und man erkennt, wie deprimierend die Lage ist: "Von den Türkischstämmigen, die schon lange in Deutschland leben, erwarten wir, dass sie ein hohes Maß an Loyalität zu unserem Land entwickeln." Die Bundeskanzlerin hat das jetzt gesagt. Sie hat damit über die Geschichte der Integration ein Todesurteil gefällt. Zitat Ende : Ja mittlerweile dürfte eigentlich jeder gemerkt haben, dass Frau Merkel völlig planlos ist. Dieser Satz dient einzig und allein dem Zweck der AFD die Wähler wieder abzunehmen. Er wird jetzt vor den Wahlen in Berlin und Meckpomm gesagt. Sind die Wahlen vorüber wird sie wieder in den achso toleranten "mir ist alles scheissegal" was in Deutschland abläuft Modus verfallen. Man kann Merkel nicht mehr ernstnehmen und die CDU wird für mich erst dann wieder glaubwürdig wenn sie sich von Merkel getrennt hat. Heuchlerisch den Versuch die AFD nun rechts zu überholen.
Erfahrungsgemäß treibt das den Parteien, die solche Aussagen als Urheber für sich proklamieren, Wähler zu nicht umgekehrt. Daran kann man erkennen was für eine top Politikerin vor uns steht. Man weiß nunmal schon wer das Copyright darauf hat!

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Juro vom Koselbruch 26.08.2016, 10:58
189. das können Sie so pauschal sehen, ...

Zitat von Bondurant
Die speziellen Kleidungsvorschriften, die der Islam für Frauen bereithält, haben (gesellschafts-)politische Funktionund sind in sich Integrationshindernisse. Zum einen geht es darum, die Frau schon äußerlich schnell erkennbar als "anders" im Sinne von Moral und Ethik zu kennzeichnen. Zum anderen handelt es sich um das Statement: Ich bin rein, ihr nicht.
... wenn Sie wollen. Es herrscht Meinungsfreiheit.

Aber Sie sind kein Nachrichtensprecher, der feststehende Tatsachen verkündet, sondern Kommentator, der letztlich "Glaubensaussagen" macht, Vermutungen äußert.

Ich arbeite mit einer Muslima zusammen, die "natürlich" Kopftuch trägt, auch muslimische Religion (unter staatlicher Aufsicht) unterrichtet und fest auf dem Boden des Grundgesetzes steht, ebenso freundlich und einfühlsam mit den Schülern und Schülerinnen umgeht. Kein Wunder, dass auch sie bei den Eltern (das kann ich in diesem Fall tatsächlich so "pauschal" sagen) sehr beliebt ist und man sie an unserer Schule keineswegs missen möge.

Ich denke, Sie und andere werden sich hüten dürfen, dieser Dame taktische Verstellung zu unterstellen oder ihr Aussagen wie "Ich bin rein, ihr nicht." zu unterstellen. Ich weiß ja, welche „nette“ und unselige Antworten ich im Forum schon bekam, weil ich es wagte, ein hervorragendes Beispiel völlig gelungener Integration zu schildern. Man wundert sich manchmal, was an Klöpsen auf Basis „grandioser“ persönlicher Unkenntnis bezüglich einer betreffenden Person so alles geäußert wird.

Wir als Schulgemeinschaft (Eltern, Schüler/innen, Lehrer/innen, Schulleitung und Schulaufsicht) können unseren Erfahrungswert nur darlegen und gerne darüber berichten. Die Welt besteht nicht nur aus schlechten Nachrichten.

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