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Debatte über doppelte Staatsbürgerschaft: Mit Rassismus spielt man nicht
DPA

Weil Deutschtürken für Präsident Erdogan demonstrieren, fordern Unionspolitiker das Aus für die doppelte Staatsbürgerschaft. So wollen sie der AfD Stimmen abjagen. Das ist perfider Populismus.

Seite 14 von 26
Kurt2.1 20.08.2016, 15:36
130. #1

Zitat von De facto
Aber nur als Ausnahme für die zweite Generation und nur bis zum 35. Lebensjahr. Die erste Generation soll und kann sich entscheiden da beide Länder bekannt sind und ab den dritten sollte es auch klar sein wohin man hören will. Doppelte Staatsbürgerschaft kann man nicht erben.
Doch, die doppelte Staatsangehörigkeit kann man erben.
Aus Wiki:
Das türkische Staatsangehörigkeitsrecht folgt grundsätzlich dem ius sanguinis (Abstammungsprinzip), demzufolge die Staatsbürgerschaft vom Vater und (eingeschränkt auch) von der Mutter geerbt wird (Art. 1, 2 türk. StAG). Die Geburt auf türkischem Staatsgebiet verleiht die türkische Staatsangehörigkeit („ius soli“, Geburtsortsprinzip) nur, sofern das geborene Kind keine Staatsangehörigkeit durch Abstammung erwerben kann (Art. 4 türk. StAG).

Sie sehen, man erwirbt die tüerkische Staatsangehörigkeit auch durch Erbschaft. Nicht erwähnt wird hierbei, ob es wichtig ist, wenn Sie schon eine andere Staatsangehörigkeit haben.
Papa ist Türke, dann sind Sie auch Türke - durch Erbschaft.

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mwroer 20.08.2016, 15:37
131.

Zitat von horstvonreichenhall
Man kann von Herrn Trittin denken was man will. Hier hat er es auf den Punkt gebracht. Unter dem Deckmantel "das muss man ja mal sagen dürfen" werden mittlerweile rassistische Parolen offen in die Gesellschaft getragen.
Seien Sie so nett und suchen sich bei Google mal alle Länder raus die Sie und Herr Trittin für rassistisch halten weil sie nur eine Staatsbürgerschaft erlauben bzw. man im Normalfall die Staatsbürgerschaft des Heimatlandes verliert wenn man eine andere annimmt.

Sie werden staunen.

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emo.alberich 20.08.2016, 15:40
132. Staatbürgerschaft ist das Recht des Staates, der sie verleiht

Zitat von Havel Pavel
Es ist schon etwas schräg den Gegnern der doppelten Staatsbürgerschaft Rassismus vorzuwerfen oder den Befürwortern vorzuhalten, dass sie damit nur unlautere Machenschaften oder kriminelle Absichten hagen wollten. Die doppelte oder gar noch mehrfachere Staatsbürgerschaft hat oftmals ganz einfach gesetzliche Reglungen des jeweiligen Landes als Hintergrund. So gibt es Länder die es gar nicht zulassen, die einmal dort angenommene Staatsbürgerschaft aufzugeben, z. B. Iran, auch möchten viele Menschen eine bestimmte Staatsbürgerschaft erhalten, um etwa ein dortiges Erbe antreten zu können oder Immobilienbesitz aufrecht zu erhalten, etc., die Gründe sind halt vielschichtig und sollten bei den ganzen einfältigen Diskussionen durchaus auch mal zur Sprache kommen, statt den Befürwortern oder Gegnern immer nur unlautere Absichten zu unterstellen, wenn es die in eingen Fällen auch durchaus geben mag. Dann sollte man sich halt intelligente Massnahmen ausdenken, um einen solchen Missbrauch verhindern zu können.
Kriminelle Absichten werden in Einzelfällen verfolgt beim Antrag auf eine zweite Staatsbürgerschaft. Ist besser zum Delinquieren und Flüchten oder eine Verurteilung abzuwenden, falls man erwischt werden sollte - das sind aber Ausnahmen, die man nicht ganz ausblenden aber auch nicht überbewerten sollte.

Dann gibt es Länder, auf deren Staatsangehörigkeit man gar nicht verzichten kann, z.B. der Iran und auch die USA.

Kurzsichtig scheint mir die Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft bei Vorliegen einer zweiten im Falle von Dschihadisten. Die betroffenen Länder können von Deutschland völlig unabhängig ihr Recht ändern und die Staatsbürgerschaft erlöschen lassen mit dem Erwerb einer zweiten, i.c. der Deutschen. Die werden sicher nicht bereits überführte Terroristen zurücknehmen wollen. Was dann? Sollen die alle als Staatenlose durchs weitere Leben marschieren?

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Tevje 20.08.2016, 15:41
133. Es geht nicht um die Abstammung,

es geht um kulturelle Unterschiede, Herr Trittin. Wer in dritter Generation in Deutschland geboren ist, der sollte sich zur deutschen Kultur in ihrer Vielfalt bekennen und eben Deutscher sein, der dunklere Teint und die Haarfarbe interessieren keinen. Aber wer in dritter Generation noch Analphabetinnen aus Anatolien ehelicht, sie nach Deutschland bringt und dafür sorgt, dass sie Analphabetinnen bleiben, der hat irgendwas nicht verstanden. Und das ist nur ein Beispiel für das Ablehnen der Kultur des Heimatlandes, ein Zeichen dafür, dass man Türke bleiben will. Das ist ok, aber wofür dann die Staatsbürgerschaft? Die Bundesrepublik hat sich von Hitlerdeutschland losgesagt und sie hat keine Bringschulden ggü. der Türkei (im Gegensatz zu Israel). Wer Deutscher sein will, soll sich entscheiden. Unsere Werteordnung steht im Grundgesetz und der nachgeordneten Gesetzgebung, wer diese ablehnt oder religiöse Anschauungen darüberstellt, soll sich eine andere Heimat suchen, so einfach ist das.

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emo.alberich 20.08.2016, 15:42
134.

Zitat von kalixt
"In Australien muss man die Staatsangehörigkeit der Herkunftslands abgeben um die australische zu erwerben. " Wieder Unsinn: Australia allows its citizens to hold dual nationality. https://www.border.gov.au/Trav/Citi/Curr/Dual-citizenship# Ein guter Freund von mir ist australischer und britischer Staatsangehöriger gleichzeitig
Innerhalb des Commonwealth gilt vielleicht eine spezielle Regelung? Vermutlich schon - die hat die EU auch, sogar mit Nichtmitgliedern wie der Schweiz.

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dr_schiwago 20.08.2016, 15:44
135. Bizarres Schaupiel

Um den Zusammenhang zwischen doppelter Staatsbürgerschaft und Rassismus herzustellen, müßte man tiefer in Trettins verdrehtes Weltbild eindringen als es jemand vernünftigerweise lieb sein kann.

Wirklich bizarr ist aber, welches Schauspiel SPON mit seinen Kollumnen und Gastbeiträgen veranstaltet.

Selbst Kolumnist Augstein - der auch gern die Nazikeule schwingt - ist aufgefallen, dass es bezüglich dieses Themas ein Problem geben könnte. Dokumentiert in einer SPON-Kolumne vom 04.08.

Der entsprechende Beitrag wurde vom SPON sofort per Gegenkolumne "hier irrt Herr Augstein" kassiert. Nun darf Trettin ihn hier praktisch als Rechtspopulisten & Rassisten bezeichnen.

Die verbleibende Frage ist, ob hier einfach gerade zwei Vertreter der "Nazikeulen-Rethorik" auf sich selbst einprügeln oder ob wir hier ziemlich verkommenen Journalismus bei der Arbeit zusehen können.

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schnorchelentsafter 20.08.2016, 15:44
136. Sir Trittin, errinert mich nur an Tritt Ihn,

peinlich genug das die Grünen überhaupt im Bundestag vertreten sind.

Sicher die Grünen sind witzig, eine Grüne Umweltmisterin wollte den Verzehr von Steaks am liebsten unter Strafe stellen, da Ihr die Ochsen zu viel pfurzen.

Sorry Mam, würde ich all die Blähungen des Bundestages für das Co² Problemverantwo9rtlich machen und in Rechnung stellen, hätten wir keinen Bundestag.

Mit freundlichen Grüßen

Schnorchelchen

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mwroer 20.08.2016, 15:44
137.

Zitat von evelknievel
Rassismus ist es und nichts anderes. Ich selbst bin Doppelstaatsbürger seit Geburt - ein niederländischer Vater und eine deutsche Mutter. Ich musste mich nie entscheiden, da ich gemäß Abstammung seit Geburt schon beide Staatsangehörigkeiten hatte. Ich habe auch nie Vorbehalte / Ablehnung gegen meine doppelte Staatsbürgerschaft erfahren - das war immer nur "den Türken/Arabern/Schwarzen" mit doppelter Staatsbürgerschaft vorbehalten. Wenn dies nicht rassistisch ist, was dann. Und für all die unsinnigen Vergleiche ("man kann nicht 2 Herren dienen"; "man muss sich erst scheiden lassen bevor man wieder heiraten kann"), die immer nur von Personen kommen, die selbst nicht in der Situation stecken, aber meinen beurteilen zu können, wie man sich wohl als Doppelstaatsbürger fühlt: Es ist wie Vater und Mutter - man fühlt sich zu beiden zugehörig, man muss nicht alles gut finden, was der jeweilige tut und man muss und könnte sich auch gar nicht wirklich zwischen den beiden entscheiden.
Das ist aber der Knackpunkt - bei einer Scheidung müssen Sie sich entscheiden oder es wird für Sie entschieden.

Sie können nicht ernsthaft behaupten wollen dass ein Mensch eine rechtlich und kulturell eher christlich geprägte Demokratie UND gleichzeitig eine streng islamisch geprägte Quasi-Diktatur gleichermaßen unterstützen kann.

Niederlande Deutschland mag noch funktionieren aber aus genau den von Ihnen genannten Gründen, weil ich eben kein Rassist bin, bin ich gegen jegliche doppelte Staatsbürgerschaft

Wir sind übrigens in fast der gleichen Lage :) Ich habe mich nur an meinem 18. entschlossen die deutsche Staatsbürgerschaft aufzugeben. Das ist mittlerweile weit über 30 Jahre her. Nicht weil ich Deutschland nicht mag, sondern schlicht weil an dem Spruch "man muss sich erst scheiden lassen ...." durchaus was wahres dran ist.

Grüße aus Roermond

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hebru 20.08.2016, 15:47
138. @1: Doch - wird

... es wissen nur die meisten der Doppel-Staatsbürgerschafts-Gegner nicht, dass in Deutschland hunderttausende leben, die Kinder von Eltern aus zwei Ländern sind und qua Geburt Doppelstaatsbürger sind. Das seit Jahrzehnten und OHNE die stets geglaubte "Optionspflicht" im Alter X. (Hören wir immer wieder - ist aber schlicht falsch).

Das sagt jemand, der einen österreichischen Pass, eine deutsche Frau und zwei österr.-deutsche Kinder hat. Der Sohn hat letztes Jahr eine Russin geheiratet. Deren Kinder werden deutsch-russisch oder österr.-russisch sein, je nachdem, wo sie Lust und Laune haben, zum Zeitpunkt der Geburt bzw. Anmeldung bei der Meldebehörde zu sein...

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crazy_swayze 20.08.2016, 15:48
139.

Nein Herr Trittin,

wer gegen die doppelte Staatsbürgerschaft ist, ist nicht gleich ein Rassist.
Schön dass sie direkt alle beleidigen, denen es hirnrissig vorkommt, dass man Bürger mehrerer Nationen sein kann.
Eine Staatsbürgerschaft ist keine Supermarkt-Kundenkarte. Mit dieser weise ich u.a. meine Identität aus - bin ich Deutscher, bin ich Türke? Zu einer vollständigen Integration gehört die deutsche Staatsbürgerschaft bei GLEICHZEITIGER Verwerfung aller anderen Staatsbürgerschaften. Das sagt dann: Ich gehöre zu dieser Gesellschaft.

Das heißt dann auch, dass ich nicht in einer Parallelwelt innerhalb Deutschlands lebe, nur türkisch rede, Erdogan wähle und mir für die Visa-Vorteile dann noch eine dt. Staatsbürgerschaft gönne.
Ich muss mich entscheiden. Anders geht es nicht.

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