Forum: Politik
Debatte über Guttenberg: Eine Lichterkette für den Baron

Warum kritteln nur wieder alle an Guttenberg herum? Er ist zurückgetreten, jetzt hat er auch noch ausführlich um Entschuldigung gebeten. Nach den Regeln der Gefühlsdemokratie gebührt dem Mann deshalb nicht Verachtung, sondern Anerkennung, findet Jan Fleischhauer.

Seite 48 von 52
twellb 29.11.2011, 10:29
470. QS = Qualitätssicherung

Mich interessieren nicht Gefühlsdemokratie und eilfertige Bußrituale, sondern die Absicherung eines Mindesmaßes an Qualität des politischen Personals. Und da mag ich an eine Läuterung des Junkers nicht glauben, jetzt greift er noch seine alma mater an, deren Vertrauen die Affäre erst ermöglicht hat. Der Mann kommt mir vor wie ein Kind, das gelernt hat, dass man sich am Besten nicht erwischen läßt, im Falle des Falles aber alles mit einer Entschuldigung aus der Welt geschafft wird. Wie weit soll das gehen?

Und dass er scheinbar in seiner kurzen Zeit als BMVert dort ein Chaos angerichtet hat?

Beitrag melden
regula2 29.11.2011, 10:31
471. Scharfe Feder

Herr Fleischhauer schreibt mit erfrischend undeutscher Feder und man freut sich von Mal zu Mal mehr auf seine stechend scharfen Kommentare.
Von ihm können die meisten seiner Kollegen viel lernen !

Beitrag melden
Bondurant 29.11.2011, 10:34
472. Nein,

Zitat von Kundalimon
Käßmann hat sich nicht nur entschuldigt, sondern Ihre Verfehlung auch eingestanden.
das hat sie nicht wirklich. Sie hat so getan, als habe sie einen banalen Verkehrsverstoß begangen, der jemandem in ihrer Position eben nicht passieren dürfte.

Keinesfalls hat sie (öffentlich) ihr Erschrecken über ihre das Leben anderer Menschen gefährdende Verhaltensweise bekundet. Und schon gar nicht, warum gerade sie eines solchen Verhaltens überhaupt fähig war, obwohl es vollständig gegen ihre Überzeugungen stehen müsste und außerdem sie sehr wohl gewusst haben muss, welche Risiken für sich und andere sie eingeht. Nichts davon habe ich öffentlich gehört.

Beitrag melden
Robert A. C. 29.11.2011, 10:35
473. Alles, nur das nicht!

Zitat von klaus meucht
Im Falle von Herrn Guttenberg ärgert es mich, dass es kein Jugendstrafrecht für Erwachsene gibt. Eine Gefängnisstrafe wäre eindeutig zu hoch, eine Geldstrafe für einen Multimillionär ein Witz. Warum soll nicht auch ein Erwachsener Sozialstunden ausführen?
Weil diese Sozialstunden von RTL2 gefilmt und mit Interview-Fetzen unterlegt ("Karl-Theodor, was haben Sie denn empfunden als Sie die alte Dame gefüttert haben?") veröffentlich würden.

Danach wären der Karriere des Freiherrn nur noch theoretische Grenzen gesetzt.

Beitrag melden
Mardor 29.11.2011, 10:36
474. ...

Zitat von Baerliner73
Können sie lesen? Ihm wird vorgeworfen, dass objektiv gesehen Täuschungen vorliegen. Was hat das bitte mit seinem (subjektiven)Vorsatz zu tun? Unterscheiden sie bitte deutlich, ob sie ihm eine miserable/ungenügende Dr.-Arbeit vorwerfen oder eine Straftat. Die Uni hat mit diesen Worten seinen Titel aberkannt.
Können Sie denken? Offensichtlich nicht, sonst würden Sie bei derart erdrückender Faktenlage nicht den völlig augenfälligen Vorsatz ableugnen.

Beitrag melden
drumsmalta 29.11.2011, 10:38
475. Ach ja...

Zitat von RioTokio
Guttenberg hat nicht oder falsch zitiert, nicht mehr und nicht weniger. Sie phantasieren da ansonsten viel hinein. In der Bibel steht dazu ein schöner Satz: "..."Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein ..".
Prima, Guttenberg-Argumenation in Reinkultur - es mogeln doch alle, also soll auch keiner den Mund aufmachen wenn ich das mache. Erbärmlich billige Argumentation.
Zitat von RioTokio
Sie kennen sich mit Dissertationen offenbar nicht aus, sonst hätten Sie das Beispiel der Ärzte nicht angesprochen.
In einer Dissertation muss man neue Erkentnisse erbringen und diese durch korrektes wissenschaftliches Arbeiten belegen um so - Achtung, jetzt kommt's - die Fähigkeit zu selbständigem (!) und wissenschaftlich fundiertem Arbeiten nachzuweisen. Klingelt da was bei Ihnen? Eben, genau das ist ja der eigentliche Skandal in zuGuttenbergs Machwerk, in dem er Erkenntnisse anderer als die eigenen verkauft hat und besagte Erkentnisse nicht ausschließlich, aber zu einem unverschämt hohen Anteil ergo gar nicht erst selbst erarbeitet hat. Mit anderen Worten - er kann es nicht. Und seine/Ihre Argumentation, das sei versehentlich passiert, ist ein weiterer Beleg für diese Unfähigkeit.

Wenn hier also einer absolut Nullkommanull Ahnung von der Materie hat, dann Sie. Das aber erklärt natürlich, warum der Mann Ihre Lichtgestalt ist - ein Protagonist für alle, die es mit Wahrheit und Qualität nicht so genau nehmen...


Zitat von RioTokio
Schönes Beispiel dafür, dass Ihnen und manch anderen hier die Maßstäbe verrutscht sind. Bei z.G. geht es um ein privates Buch. Bei Berlusconi um Mafi, Amtsmissbrauch, Kindesmissbrauch, Vereitelung von diversen Rechtsverfolgungen und letztlich unterlassene Staatssanierungen, die sein Land und den Euro in den Abgrund reißen können.
Nein, und genau deshalb argumentieren Sie und ihre Mitschafe in Guttenbergs Herde an der Realität vorbei. Abgesehen davon, dass es sich bei einer publizierten Dissertation um alles andere als ein privates Buch handelt (komisch, sagten Sie nicht weiter oben Sie wären ein Fachmann?) - wer seine Eignung für höhere Weihen erschleicht, wird nicht auf einmal zum ehrlichen oder gar fachlich ausgebildeten Menschen. Wenn man sich Guttenbergs bisherige Bilanz anschaut, kommt man an seiner monumentalen Unfähigkeit nicht vorbei. Diese zu kaschieren, oder falsche bzw. aufgrund mangelnden Fachwissens beruhende Entscheidungen zu legitimieren, führt in den meisten Fällen zu besagtem Amtsmissbrauch oder Rechtsbeugungen - und jetzt sagen Sie nicht das wäre in Deutschland noch nie passiert.

Das gab und gibt es parteiübegreifend, auch wenn Helmut Kohls Verhalten bei der Spendenaffäre wohl unerreicht bleiben wird - bis vielleicht KTzG von seiner Jüngerschar in Amt und Würden gehoben wird - dessen Rechtsverständnis ist offenbar ebenso irreal und selbstherrlich wie weiland das von Herrn Kohl.

Beitrag melden
Baerliner73 29.11.2011, 10:39
476. ...

Zitat von Vex
Ich hab doch geschrieben das mit Vorsatz und Reue wichtiger sind als die Tat. Und wie das Gesetz aussieht ist mir egal. Bei Käßmann sehe ich Vorsatz und Reue bei KTG sehe ich Vorsatz ohne Reue. Und was KTG gemacht hat würde vielleicht in ganz anderem Licht stehen wenn er Arzt wäre und kein Anwalt ob sie es da noch als Kavaliesdelikt ansehen würden ?
Der Mann war kein Anwalt, dazu fehlt ihm die Befähigung zum Richteramt (2. Staatsexamen). Er hat sein Studium abgebrochen. Mit dem 1. Staatsexamen kann man als Jurist garnichts anfangen. Mit dem juristischen Dr.-Titel sah es im Lebenslauf nur nicht so schlimm aus. Bei Juristen ist der Dr.-Titel etwas für den Briefkopf, darauf stehen manche Menschen. Kann man einen humanmedizinischen Dr.-Titel erhalten ohne eine ärztliche Zulassung bekommen zu können? Glaube ich nicht. Außerdem vergleichen sie hier auch unterschiedliche Dinge, Herr Guttenberg hat nicht als Anwalt praktiziert, sondern sich mit einem Titel anreden lassen. Ob er nun Herr Dr. KT von und zu Guttenberg genannt wird oder wie auch immer ist höchstens eine Frage der Höflichkeit.

Beitrag melden
salut 29.11.2011, 10:45
477. Er ....

...hat es mit "sehr viel Patos" für sein Vaterland Deutschland getan!

Beitrag melden
kajoter 29.11.2011, 10:54
478. Was möchten Sie damit ausdrücken?

Zitat von w.r.weiß
...und langsam hängt es mir zum Hals raus! Fleischhauers Artikel kommt da wie eine Realsatire um die Ecke, frei nach dem Motto: Moment, ich jetzt auch noch.... Sehr geehrter Herr Fleischhauer, mit Ihrem........
Ich verstehe Ihren zerklüfteten Kommentar nicht.
Dass Herr Fleischhauer sich dieses Themas annimmt, sollte in Anbetracht seines Berufes und dem Erscheinen des Guttenbergschen Buches nicht allzu verwunderlich sein. Dass dieses Buch nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern dass eine gezielte Comeback-Kampagne dahinter steckt, dürfte auch klar sein. Er nennt es Spiel, weil es eher so zu verstehen sein sollte, als ob das Prädikat "abgekartetes" davor stünde.
Bei Spielen muss es übrigens nicht zwangsläufig Verlierer geben, wenngleich die Versuchung nahe liegt, selbige bei einem möglichen Comeback aufzuzählen.
Es ging und geht vielmehr darum, welche Mechanismen Guttenberg in Bewegung setzen möchte. Dieses sind keine durch Fakten, sondern eher durch Emotionen und Symbolwörter geprägte Mechanismen. Also besteht durchaus eine gewisse, wenn auch recht "schiefe" Parallele zu Käßmann.

Ich denke, Herr Fleischhauer ist von der Sorge getragen, dass die erkennbare Strategie erfolgreich sein könnte, so dass er ein modifiziertes "Cetero Censeo" dagegen halten möchte. Ich kann ihn in seiner Sorge vollkommen verstehen.

Beitrag melden
sfb 29.11.2011, 11:23
479. Verwursten

Zitat von kajoter
Dass Herr Fleischhauer sich dieses Themas annimmt, sollte in Anbetracht seines Berufes und dem Erscheinen des Guttenbergschen Buches nicht allzu verwunderlich sein. Dass dieses Buch nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern dass eine gezielte Comeback-Kampagne dahinter steckt, dürfte auch klar sein.
Gibt es im Übrigen eine billigere Methode, ein Buch herzustellen, als das Verwursten von Interview-Aufnahmen?
Dass sich die unsägliche Zeit dafür hergibt, wundert mich nicht. Wer liest die eigentlich, außer Lehrern?
Die Artikel hinterlassen im Kopf ein seltsam dumpfes, benebeltes Gefühl. Später dann Ärger über die vertane Zeit, in der man bedeutungsschweren, aber inhaltsarmen Wortkonstruktionen gefolgt ist, die einem mangels Sinn sogleich wieder entgleiten.
Also in Allem das Gegenteil von FAZ oder NZZ.

Beitrag melden
Seite 48 von 52
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!