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Debatte über Prostitution: SPD-Politikerinnen fordern Sexkaufverbot
Marijan Murat/ DPA

Ist Prostitution legale Arbeit oder behindert sie die Gleichstellung von Frauen? Einige SPD-Politikerinnen wollen Bewegung in die Debatte bringen. Sie wollen ein Verbot von Sexerwerb nach schwedischem Vorbild.

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Ishibashi 07.07.2019, 11:43
1. Verbote

Verbote bringen doch nie was, warum nicht zur Abwechslung mal Förderprogramme, die es Prostituierten erleichtern auszusteigen. Vor allem aufenthaltsrechtliche Privilegien wenn eine Sex Arbeiterin den Zuhälter anzeigt könnten viel bringen.

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Urzweck 07.07.2019, 11:45
2.

"Die Gesellschaft müsse sich intensiver mit der Frage auseinandersetzen, ob Prostitution verboten werden muss." Finde ich gut. Dann sollte mal die Bevölkerung gefragt werden statt die Privatmeinung der Politiker zu verbreiten.
Ich bin gegen die Kriminalisierung und gegen eine einheitliche EU-Regelung zur Prostitution. Im Artikel werden viele Nachteile des schwedischen Modells genannt, diskutiert werden sie aber praktisch nicht.
Apropos: Ein Gesetz zur Prostitution würde Männer wie Frauen in gleicher Weise treffen, im Artikel geht es aber nur um weibliche Prostituierte.

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purple 07.07.2019, 11:46
3. Kriminalisierung von Sexualität

Mit einem Verbot von Prostitution wird der natürlichste Trieb des Menschen kriminalisiert.
Wo beginnt denn Prostitution. Wenn ich eine Frau das shoppen bezahle und davon ausgehe daß sie mit mir danach ins Bett geht? Wenn ich das Abendessen bezahle und nicht auf getrennte Kassen bestehe? Wenn ich sie kostenlos in einer Wohnung wohnen lasse?
Sex besteht doch immer irgendwo aus einer Leistung und Gegenleistung. Darauf ist doch im Endeffekt jede Paarbeziehung aufgebaut. Das kann eben ein langfristiger oder ein kurzfristiger Kontrakt sein.
Warum sollte man Frauen und Männern verbieten solche Verträge einzugehen? Wenn hier moralinsaure Politiker der gesamten Bevölkerung ihre Moral überstülpen wollen, dann finde ich das nicht in Ordnung. Ich finde gerade Sexualität ist ein Bereich in dem Mehrheitsmeinungen nichts zu suchen haben. Die Stafgesetze sollen Frauen vor körperlicher Gewalt schützen und nicht vor sich selbst

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Melissa85 07.07.2019, 11:50
4. Fehler im Ansatz

Also anstatt zu verhindern das Menschen in einer Armut leben die sie in die Prostitution treibt wollen die Politiker einfach wieder das Sexkauf illegal wird. Ok das ist dumm kurz gesagt. Mal davon abgesehen das es auch zugenüge männliche Prostituierte gibt die ausgeblendeten werden da es da ja ok zu sein scheint. Nein wir greifen in die Freiheit anderer ein die bewusst in diesem Bereich arbeiten. Das beste ist aber dann noch das denen die es aus der Not her raus machen noch die letzte Möglichkeit genommen wird legal Geld zu verdienen.

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danielc. 07.07.2019, 11:51
5.

So ein Gesetz könnte etwas verbessern. Ein Freier muss dann immer damit rechnen, dass er angezeigt wird. Zahlt er nicht, benimmt er sich ungebürlich oder hält sich nicht an Absprachen, kann sie ihn anzeigen. Wenn beide zufrieden sind, wird es sicher keine Anzeige geben. Prostitution wird es sicher weiterhin geben, aber das rechtliche Gefälle wäre eindeutig. Ich sehe da parallelen zu illegalen Drogen. Der Handel muss kontrolliert, reguliert und Dealer bestraft werden. Der Süchtige sollte nicht zusätzlich bestraft werden. Ab wann es Handel ist, kann man nur über die mitgeführte Menge beurteilen.
Wenn jetzt jemand argumentiert, die Freier wären denn Süchtigen gleichzustellen, verkennt das Abhängigkeitsverhältnis. Wir der Junkie dem Dealer, sind die Prostituierten dem Freier ausgeliefert, nicht umgekehrt. So ein Gesetz könnte allenfalls etwas mehr Gleichgewicht in die Situation bringen. Wenn es in ein paar Jahrzehnten Sex-Roboter geben sollte, wird sich zeigen, ob der Gang zur Prostituierten ein sexuelles Bedürfnis ist, oder eher einem Wunsch, Macht auszuüben, folgt.

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SethSteiner 07.07.2019, 11:55
6. Die SPD macht sich zunehmend unwählbar

Wer die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen UND Männer, die bei dem Thema auch gern in alter sexistischen Manier ignoriert werden, in Frage stellt ist nicht wählbar. Jeder hat ein Recht auf Sexarbeit, der Körper gehört nicht dem Staat. Dass das nordische Modell auf die Konsumenten abzieht ist dabei gleichgültig, denn es geht ja trotzdem darum die Sexarbeiterinnen daran zu hindern zu arbeiten. Besonders eklig ist dabei die ständige Betonung auf Ohjektifizierung. Nur weil jemand sich auf einen Körper fokussiert ist das nicht gleichbedeutend damit, dass diese Person, ob männlich oder weiblich, die Betrachtende nicht mehr als Menschen wahrnimmt. Wir haben es hier mit Neo-Puritanismus zutun, einer extremistischen Anti-sexuellen politischen Strömung, denen es kein Stück darum geht, die Situation von Menschen zu verbessern, sondern genau wie die Kirche und andere Gruppen Macht auf die Bevölkerung durch Kontrolle ihrer Sexualität auszuüben. Ginge es ihnen um etwas anderes wäre der Fokus ja auf Arbeitsbedingungen oder die Zwangsprostitution, die ja schon lange illegal ist. Man würde auch männliche Sexarbeiterinnen nicht einfach unter den Teppich kehren. Hier will man einfach Prüderie wieder en Vogue machen und das ist gefährlich.

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matbhmx 07.07.2019, 11:56
7. Sinnlose Debatten!

Die Damen sollten sich einfach Mal mit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Prostitution befassen. Spätestens da sollte klar sein, dass ein Verbot schlicht verfassungswidrig ist! Im Übrigen ist es grotesk, nun einfach die Männer zu bestrafen. Wenn, dann müsste man beide Seiten, Anbieter und Kunde, unter Strafe stellen! Und Schweden beweist, dass das Verbot ja überhaupt nicht funktioniert! Oder glauben die SPD-Damen wirklich, dass es in Schweden keine Prostitution mehr gibt?

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dasfred 07.07.2019, 11:57
8. Der falsche Ansatz

Getroffen werden die Prostituierten, die aus eigener Entscheidung ihrer Arbeit nachgehen und bereit sind, auch die Auflagen zu erfüllen. Da schwedische Modell klingt zwar schön, hat aber die Prostituierten nur in den Untergrund getrieben, wo sie noch stärker ausgebeutet werden. Jeder kleine Imbiss in Deutschland muss angemeldet sein und diverse Auflagen erfüllen. Die Kontrolle ist so dicht, dass hier niemand illegal in der Garage einen Pizzaservice betreiben könnte. Wenn man die Prostitution ebenso streng regelt, also genehmigte Räume, angemeldete Mitarbeiter, dann ist jede weitere Form der Prostitution automatisch illegal. Sogenannte Modelwohnungen können die Behörden doch jederzeit aufspüren und schließen. Auch Straßenprostitution läuft nicht im verborgenen. Es geht um das Wollen, illegale und Zwangsprostitution aufzudecken und zu verfolgen. Hamburg St.Georg ist zum Beispiel Sperrgebiet. Dort können Freier heute schon zu Geldstrafen verurteilt werden. Trotzdem stehen dort rund um die Uhr käufliche Damen. Mit dem kompletten Verbot wird sich für die Zwangsprostitution nichts ändern, lediglich die sicheren, gut geführten Häuser werden geschlossen.

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einerkeiner 07.07.2019, 11:58
9. Ältestes Gewerbe der Welt

Prostitution gibt und gab es sogar in Gesellschaften, wo dafür die Todesstrafe, Auspeitschen, Gefängnis, usw., droht/drohte. Insofern ist es grenzenlos naiv, zu glauben, man könne sie einfach so verbieten. Der Großteil ist auch heute schon illegal (wer will schon Steuern zahlen?), und mit diesem Vorstoß wird das auf ewig zementiert.

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