Forum: Politik
Debatte über Ungleichheit : Liberale Lügen
DPA

Die Rechtspopulisten haben geschafft, was linken Politikern und Publizisten seit Jahren nicht gelungen ist: Die Elite debattiert über Ungleichheit. Nicht aus Anstand - sondern aus Angst.

Seite 7 von 28
mikechumberlain 29.12.2016, 18:57
60. Figuren mit.....

Zitat von novalis28
wenigstens Eliten wären. Sie sind aber, nicht wahr, Herr Augstein, nichts anderes als überhebliche, geistig bestenfalls durchschnittliche Figuren, die sich für was besonderes halten.
.....viel Geld.

Beitrag melden
a.schmidt1 29.12.2016, 18:58
61. @ nasenrübe

Das sind schon recht harte Worte, wenn Sie den Armen unterstellen, sie seien aufgrund von Desinteresse und Antriebsarmut arm und partizipieren nicht. Viele sind wahrscheinlich auch einfach mit dem puren wirtschaftlichen Überleben ausgelastet, zB Alleinerziehende. Aber wahr ist: Die "prekären Massen" müssen schon selbst aktiv werden, um für sich etwas zum Besseren zu wenden.

Beitrag melden
willi2004 29.12.2016, 18:59
62. Also wenn ich die Foristen hier richtig lese (die die AFD toll finden) heißt es ...

alle Priester sind schwule Kinderschänder, alle Jugendtrainer sind Kinderschänder und alle Bewohner der Stadt
Lübbenau sind schwule Kinderschänder. Da es einige Vorfälle jeweils gab sind also alle Kinderschänder. Es heißt aber auch alle Sachsen sind Rassisten und ALLE würden am liebsten Flüchtlingskinder verbrennen. Ja es gab ja einige Vorfälle wo Flüchtlingsunterkünfte angezündet wurden. Man verstehen Sie überhaupt nicht warum die AFD als rechte Populisten oder rechte Rassisten beschrieben werden, weil Sie Fehler oder Untaten von einigen auf eine ganze Menschengruppe wälzen. Ja es gibt gefährliche Salafisten aber nicht alle Salafisten wollen hier in Deutschland Menschen töten und die normalen Moslems wollen hier in Deutschland friedlich und demokratisch leben. Und ja man kann die Flüchtlingspolitik der CDU kritisieren und wird nicht als rechts beschimpft zumindest ist mir das noch nie passiert. Aber für die einfachen Menschen egal ob sie arm sind oder eine Firma haben sind äußere Feinde, Feinde die man nicht kennt, immer schon die beste Lösung. Jahrelang hatte man keine schönen Feinde mehr die Deutschland gefährden - Juden durfte man ja nicht mehr - aber alles wird gut, jetzt gibt es ja die Flüchtlinge und illegalen Migranten. Jede noch so blöde Horrorgeschichte wird geglaubt.
Aber Herr Augstein wie immer ist Ihre Beschimpfung der Wirtschaftsiberalen egal ob in der SPD, CDU oder die FDP völlig falsch. Die hohen Gewinne einiger Unternehmen und die immer reicher werdenen Reichen haben überhaupt nicht mit falscher Politik zu tun sondern mit fehlenden Welt-Steuer- und -Handelsverträgen. Die weltweit agierenden Unternehmen können dank Globalisierung mehr Waren in der Welt verkaufen und weil es keine Steuerregelungen gibt, die Gewinne hin- und herschieben und so geringe Steuern zahlen. Das gleiche gilt für Geldinhaber. Aber Sie sind ja gegen TTIP und andere Handelsabkommen wo man so etwas hätte reinbringen können. Jedes Unternehmen hat seine Steuern in dem Land zu zahlen wo es den jeweiligen Gewinn gemacht hat. Und die Liberalen sind auch für eine Steuer auf Finanztransaktionen aber diese kann nur eingeführt werden wenn alle Staaten mitmachen. Ganz abgesehen das das Deutschland zur Zeit die höchsten Steuereinnahmen aller Zeiten hat.
3. Es ist die Umstellung von der reinen Industriegesellschaft zu eine immer größer werden Dienstleistungsgesellschaft mit allen Veränderungen, sei es Arbeitszeiten (20 oder 30h Jobs), Flexibilisierung der Arbeitszeiten, geringere Löhne bei einfachen Tätigkeiten, durch die schlechte Organisation der Arbeitenden wenig Schlagkraft für höhere Arbeitnehmerrechte, die kleinteilige Unternehmensstruktur und und und.
Die einfachste Lösung ist halt das schimpfen auf die da oben und die Schuld auf jemanden schieben. Nach der Finanzkrise geht es halt sehr schleppend bergauf und in Deutschland, Österreich und den Niederlanden haben viele etwas zu verlieren. Es ist immer die Angst da das es bei uns bald wie in Griechenland ist.

Beitrag melden
heiko1977 29.12.2016, 19:00
63.

Zitat von Toleranter Demokrat
ich kann an die Stelle im AFD Programm nicht finden, wonach die Gleichberechtigung der Schwulen abgeschafft werden soll. Kann jemand helfen?
Das AfD Programm definiert die "Familie" als Vater, Mutter und Kind und erkennt damit alternative Familienstrukturen z.B. Familien bestehend aus homosexuellen Paare nicht an.

Beitrag melden
Sandlöscher 29.12.2016, 19:00
64. Der

Neoliberalismus ist der Wegbereiter des Neo-Faschismus. Dem Faktor Arbeit, der maßgeblich die massiven Gewinne erwirtschaftet, wird mittlerweile offene Verachtung und Missachtung seitens der etablierten Parteien und deren sog. Interessenvertreter zukommen gelassen.
Wer einer der größten Niedriglohnsektoren in Europa geschaffen hat und das den Menschen noch als Erfolg verkaufen will, der hat sich Lichtjahre vom Volk entfernt wie damals die Führung der SED.
Wenn mittlerweile 50 Prozent der SV-Beschäftigten so wenig verdienen , dass sie eine Rente auf Grundsicherungsniveau erhalten, birgt das einen sozialen Sprengstoff, der sich wie in den USA, an der Wahlurne entladen wird. Irgenwann ist Schluss mit lustig und dann wird es verdammt ernst.

Beitrag melden
Olligigagags 29.12.2016, 19:09
65.

Ich stimme weitgehend Augsteins Analyse zu, aber nicht seinem Fazit, auch wenn ich fürchte, dass er Recht haben könnte. Noch mehr fürchte ich aber einen vorauseilenden Kulturpessimismus von links. Demokratie, Menschenrechte, Pluralismus waren, sind und bleiben immer schon sowohl Illusionen als auch Utopien, solange diese Errungenschaften nur proklamiert oder aufgeschrieben und nicht gelebt werden und um sie gekämpft wird. In einer Demokratie wird man nicht automatisch zum Demokraten, so wie man nicht automatisch in einer Garage zum Auto wird.
Welche altbekannten "Nationaltugenden" aus düsteren Zeiten lassen wir wieder zu, wenn wir nicht um unsere demokratischen Werte kämpfen, Herr Augstein?
"Es gibt Schwärmer ohne Fähigkeiten. Das sind die wirklich gefährlichen Leute." Georg Christoph Lichtenberg

Beitrag melden
Migräne 29.12.2016, 19:12
66. Unlogisch?

Alles gekauft, aber irgendwie fehlt mir da was: Eines der größten Probleme, das wir haben ist die zunehmend absurder werdende Ungleichheit. Die Armen fangen daher an, Rechtspopulisten zu wählen. Diese wiederum bedrohen die liberale Gesellschaft. Die Eliten kriegen jetzt Angst. Die Eliten, v.a. die Reichen, haben aber einen hohen politischen Einfluß. Sie wären also in der Lage, die dringend erforderliche Umverteilung zu initiieren. Machen sie das? Tut sich da was? Ich glaube nicht? Herr Augstein, was spricht man denn so in Elitenkreisen? Mein starker Verdacht ist, dass den wirklich Reichen die liberale Gesellschaft in Wahrheit am Allerwertesten vorbei geht, solange die Profite stimmen und der private Sicherheitsdienst vorn am Tor die Stellung hält. Solange die Abgehängten auch nicht mit Fackeln und Mistgabeln vor selbigem stehen sondern sich gegen noch Abgehängtere hetzen lassen, wird bestimmt auch noch gern der ein oder andere Euro an die gespendet, die dafür sorgen, dass das auch so bleibt.

Beitrag melden
taanuu 29.12.2016, 19:13
67. Gute Vorsätze fürs neue Jahr?

Nach Lobo beginnt jetzt auch Augstein nachzudenken. Wenigstens sind die Rechten nicht mehr nur Populisten. Weiter so! Und wann können wir damit rechnen, dass diejenigen, die eine starke Zuwanderung von Muslimen ablehnen, nicht mehr als Rassisten beschimpft werden?

Beitrag melden
rolli 29.12.2016, 19:13
68.

Die Positionsfrage ist auch immer eine Machtfrage. Wer nichts ändern will oder kann, hat von vorneherein die Macht gepachtet, und wer egal wohin irgendwas ändern will, der steht vor der Frage ob er die Macht dazu hat. Schröder hat diese Frage mit der Mitte beantwortet und hat alles was ausserhalb dieser fiktiven Mitte steht, damit verraten.
Rothschild sagte über die Mitte, die Eliten: Das System wird sich nicht ändern, weil die Eliten entweder dadurch ihren Lebensunterhalt verdienen oder ihr Vermögen damit machen. Und nun stehe die Eliten da, wo 1930 der Adel stand. Privilegien sollen geschleift werden und Einkünfte könnten wegfallen ( der Mittelstand verarmt ) und, was sehr schlimm wiegt, ist, dass die Meinungsführerschaft verloren gehen könnte. Man müsste ja diskutieren und nicht vorgeben können, und diskutieren hiesse ja zuhören. Und die Oberchefin der Eliten hat etwas ganz dummes gesagt und getan. Sie hat den jetzigen Zustand als alternativlos hingestellt, und damit die Perspektiven von Millionen von Menschen zu null und nichtig erklärt. Das war der entscheidende Fehler. Wer keine Alternativen mehr hat ist tot.

rolli

Beitrag melden
ackermart 29.12.2016, 19:18
69. Es stimmt leider nicht...

, dass die Stimme des Fortschrittes voran schreitet in eine grundsätzlich bessere Zukunft, denn der Fortschritt schreitet - auf die Stimme seines Namens hörend - stets nur von etwas fort. Meist jedoch nicht vom Weltübel unverbesserlicher Politiker als viel mehr die selber von ihren eigenen Sätzen oder gar Grundsätzen, die sie noch gestern für weit besser als nur nicht übel befanden. Manchmal wird es aber dennoch wieder besser. Wenn etwa J. Augstein das Heer seiner ihm viel Ehre eintragenden eingebildeten Feinde nurmehr Rassisten nennt und nicht länger Faschisten. Es war wohl doch nur ein elitärer Anfall von Panik, dessen Grund ich trotz dem Lesen seines Textes schon wieder vergessen habe - wie er selbst sicher bald auch.

Beitrag melden
Seite 7 von 28
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!