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Debatte um Ausnahmen: Genossen verteidigen Mindestlohn für fast alle
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Aus der Union gibt es immer neue Forderungen nach Ausnahmen vom Mindestlohn - jetzt reagiert die SPD. Parteichef Gabriel, sein künftiger Vize Stegner und Fraktionsvorstand Heil pochen auf die weitgehende Verbindlichkeit der Vereinbarung.

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widower+2 27.12.2013, 17:56
10. Das stimmt doch nicht

Zitat von heinzmoskau
Ich bin der Letzte, der nicht dafür ist, dass Arbeit angemessen bezahlt werden soll. Damit das auch der Fall sein soll, haben Sie und die Gewerkschaften auch die Forderung eines Mindestlohnes aufgestellt, die laut Umfragen bei den Wählern auch gut angekommen ist. Leider ist diese Forderung kontraproduktiv und sie führt nur dazu, dass noch mehr Menschen in der Arbeitslosigkeit landen oder in die Schwarzarbeit abgedrängt werden. Im Niedriglohnbereich sind doch in der Regel Personen beschäftigt, deren Qualifikation nicht den Anforderungen, die gerade nachgefragt werden, entspricht. Ein Mindestlohn führt dazu, dass diese Personen noch schwieriger eine Arbeit finden, das gleiche gilt für Aushilfskräfte, Saisonarbeiter, Praktikanten usw. Sie werden dann nur noch frustrierter, da sie auf Hartz IV angewiesen sind.
Die meisten Tätigkeiten im Niedriglohnbereich müssen so oder so erledigt werden. Sei es das Regaleinräumen im Supermarkt, Tätigkeiten in der Logistik oder im Versandhandel, usw. Da wird nicht eine einzige Arbeitsstunde wegfallen Gegebenenfalls gibt es in diesen Bereichen aber wieder mehr halbwegs angemessen bezahlte Vollzeitstellen in Festanstellung.

Und was die Praktikanten angeht, begeben Sie sich endgültig auf den Holzweg. Der Mindestlohn gilt nur für Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung für die entsprechende Tätigkeit. Wenn Arbeitgeber Jungakademiker bei angeblichem Fachkräftemangel nicht mehr ungeniert ausbeuten können, ist das zweifellos ein Fortschritt.

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wahl2017 27.12.2013, 17:58
11. wahl2017

War doch klar, dass der Sklaventarif nicht abgeschafft wird. Aber die SPD ist sehenden Auges in diese Koalition gegangen, wobei klar war, dass in der CDU keine Mehrheit für einen Mindestlohn zu erwarten ist. Wie soll das enden? In einem halbherzigen Kompromiss, der die Niedriglöhner vor der nächsten Wahl kaum besser stellt? Oder im vorzeitigen Abschied aus dieser von Millionen SPD-Wählern unerwünschten Koalition. 75 Prozent Mitgliederzustimmung sind immer noch nur 300 000 von 11,2 Millionen. Und die anderen 10,9 Millionen werden das nicht vergessen.

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OskarGT 27.12.2013, 17:59
12. Zu geringer Mindestlohn

Also ich finde den Mindestlohn zu gering. 20 Euro wären gut, und zwar auch für Schüler aus der Unterstufe, welche ein Praktikum machen. das war natürlich Ironie und sollte auf den sozialpolitischen Wahnsinn hinweisen.

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peeka 27.12.2013, 17:59
13. Es wäre hilfreich

den Begriff "Praktikant" rechtsverbindlich zu definieren und damit Missbrauch auszuschließen.
Ich gehe auch davon aus, dass Ausbildungen nicht mit dem Mindestlohn vergütet werden müssen. Und hier gibt es eine klare rechtlich Definition anerkannter Ausbildungsberufe mit Voraussetzungen von Ausbildungsbetrieben.
Für Praktika fehlt diese Rechtsdefinition.

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friedensengel 27.12.2013, 18:00
14. Warum sollen Minijobber eigentlich weniger verdienen

...nur weil sie für 450 EURO arbeiten?
Stellt für mich kein plausibelen Grund dar.
Kann es sein, dass die SPD es unterlassen hat, ihren Mitgliedern das Kleingedruckte vorzulegen?

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Promet 27.12.2013, 18:01
15. Hoffentlich ist die SPD bald weit unter 20%!

" "Wir werden das Gesetz im Dialog mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern aller Branchen, in denen der Mindestlohn wirksam wird, erarbeiten und mögliche Probleme, z. B. bei der Saisonarbeit, bei der Umsetzung berücksichtigen." Auch Mini-Jobber sollen explizit ausgenommen werden." Wir werden alle zu Saisonarbeitern und Minijobbern. Ausgerechnet die absolute Armutsfalle Minijob wird sich stark ausweiten. Die Pressefreiheit retten aber die Zeitungsausträger. Bekommt von denen auch nur einer das Bundesverdienstkreuz? Wie immer flächendeckender Mindestlohn auf dem Papier, aber nicht faktisch. Es wird sich anscheinend nichts zum Besseren ändern. Schlechter geht immer, insbesondere mit den Genossen der Bosse. Ich habe auch nichts anderes erwartet. Dem kleinen Mann wird es kontinuierlich schlechter gehen. Hier ist nach unten anscheinend alles offen und möglich. Und die Kirchen werden wie immer mitmachen, man weiß ja jetzt auch, dass wir nur der Proklamation nach ein laizistischer Staat sind. In Realiter hat der Staat die beiden großen Kirchen gekauft. Die werden wie immer alles mitmachen, Nächstenliebe hin oder her, die Eigenliebe ist die schönste Liebe. Mit Suppenküchen und Tafeln werden die Menschen von den Kirchen beruhigt.

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kahabe 27.12.2013, 18:05
16. Wenn

Zitat von zaphod1965
Mini-Jobber und Saisonarbeiter sollen aus dem Mindestlohn ausgenommen werden? Und was ist dann erreicht worden? Dass diejenigen, die bisher am schlimmsten ausgebeutet wurden auch weiterhin ausgebeutet werden können. Wir werden erleben, wie alle gering bezahlten Beschäftigungsverhältnisse ausschließlich über Mini-Jobs abgewickelt werden. Und wer leben will, muss eben drei bis vier Jobs machen und dafür 14 Stunden am Tag arbeiten. Nur mal so zur Erinnerung: Der sogenannte "Niedriglohnsektor" ist von der SPD eingeführt worden! Und an den Grundlagen der Argumente von Schröder damals hat sich eigentlich nichts geändert. Also können sich alle Billigstarbeiter wieder entspannt zurücklehnen: Sie werden vom"Mindestlohn" natürlich nicht profitieren. Wäre ja auch die erste Wahl, nach der sich nicht herausstellt, dass die Politik die Wähler von vorne bis hinten bescheißt. Ich wandere aus diesem Scheißland aus. Hier will ich auf keinen Fall alt werden. Schaut ihr mal schön weiter Pro7 und lest Bild, dann ist die Welt für euch ja offenbar in Ordnung. Man hat euch derart die Birne matschig gemacht, dass ihr (ihr Deutschen) ja sowieso wegen nichts mehr vom Sofa hoch kommt.
ich nicht neuerdings Altersrentner wäre, ohne Arbeitswunsch, würde ich mich Ihnen anschließen. Allerdings aus Gründen meiner Freiheit nicht in die Vereinigten Staaten von Amerika. Die ich ihnen empfehlen kann, diese Muster des Kapitalismus hat bekanntlich den gesetzlichen Mindestlohn. Seit Jahrzehnten.

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alfred13 27.12.2013, 18:06
17. Zynisch

für die Sozen: es geht nur um pure Machtdogmatik, längst nicht mehr um den Mindestlohn oder seine wirtschaftlichen Wirkungen. Davon versteht ein gelernter Lehrer wie Herr Gabriel auch nichts - macht nichts! Die Menschen, die unter dieser Politik leiden sind den Typen Gabriel, Stegner und Konsorten doch herzlich egal. Was für eine zynische, menschenverachtende Politik!

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Paul-Merlin 27.12.2013, 18:07
18. Zu bedenken ist, dass selbst

Zitat von zaphod1965
Mini-Jobber und Saisonarbeiter sollen aus dem Mindestlohn ausgenommen werden? Und was ist dann erreicht worden? Dass diejenigen, die bisher am schlimmsten ausgebeutet wurden auch weiterhin ausgebeutet werden können. Wir werden erleben, wie alle gering bezahlten Beschäftigungsverhältnisse ausschließlich über Mini-Jobs abgewickelt werden. Und wer leben will, muss eben drei bis vier Jobs machen und dafür 14 Stunden am Tag arbeiten. Nur mal so zur Erinnerung: Der sogenannte "Niedriglohnsektor" ist von der SPD eingeführt worden! Und an den Grundlagen der Argumente von Schröder damals hat sich eigentlich nichts geändert. Also können sich alle Billigstarbeiter wieder entspannt zurücklehnen: Sie werden vom"Mindestlohn" natürlich nicht profitieren. Wäre ja auch die erste Wahl, nach der sich nicht herausstellt, dass die Politik die Wähler von vorne bis hinten bescheißt. Ich wandere aus diesem Scheißland aus. Hier will ich auf keinen Fall alt werden. Schaut ihr mal schön weiter Pro7 und lest Bild, dann ist die Welt für euch ja offenbar in Ordnung. Man hat euch derart die Birne matschig gemacht, dass ihr (ihr Deutschen) ja sowieso wegen nichts mehr vom Sofa hoch kommt.
ein eingeführter Mindestlohn sehr leicht umgangen werden kann. Das einfachste ist die für eine Arbeitserledigung angesetzten Taktzeiten bzw. Zeitvorgaben zu ändern. Wenn Paketzusteller z. B. ein Paket in zwei Minuten zuzustellen sollen anstatt wie bisher in drei Minuten dann kann ein Mindestlohn von 8,50 EUR ganz schnell ad absurdum geführt werden.

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Wellness 27.12.2013, 18:09
19. Minijobs

Paralell zum Mindestlohn müssen Minijobs reguliert werden.es gibt kein anderes EU Land wo Minijobs derart viele Vollzeitjobs gekostet haben.Ganze Produktionsbereiche und Zweige haben sich dank Minijobs entwickelt.Aber zum Leidwesen der Sozialversicherungsträger.Man muss kein Prophet sein um die desolate Entwicklung dank kurzfristiger optimistischer Statistiken vorherzusagen.Die Rechnung wird uns spätestens bei der Verentung der Babyboomer um die Ohren gehauen.Man wird sich dann an die AG nahen Parteien und Lobbys errinnern die Dank fetter Pensionen sich mit "Prekärer Politik" nicht mehr beschäftigen müssen.Mir wird einfach nur schlecht bei dieser Politik!

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