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Debatte um Ausnahmen: Genossen verteidigen Mindestlohn für fast alle
DPA

Aus der Union gibt es immer neue Forderungen nach Ausnahmen vom Mindestlohn - jetzt reagiert die SPD. Parteichef Gabriel, sein künftiger Vize Stegner und Fraktionsvorstand Heil pochen auf die weitgehende Verbindlichkeit der Vereinbarung.

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RobinSeyin 27.12.2013, 18:36
40.

Zitat von Promet
" "Wir werden das Gesetz im Dialog mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern aller Branchen, in denen der Mindestlohn wirksam wird, erarbeiten und mögliche Probleme, z. B. bei der Saisonarbeit, bei der Umsetzung berücksichtigen." Auch Mini-Jobber sollen explizit ausgenommen werden." Wir werden alle zu Saisonarbeitern und Minijobbern. Ausgerechnet die absolute Armutsfalle Minijob wird sich stark ausweiten. Die Pressefreiheit retten aber die Zeitungsausträger. Bekommt von denen auch nur einer das Bundesverdienstkreuz? Wie immer flächendeckender Mindestlohn auf dem Papier, aber nicht faktisch. Es wird sich anscheinend nichts zum Besseren ändern. Schlechter geht immer, insbesondere mit den Genossen der Bosse. Ich habe auch nichts anderes erwartet. Dem kleinen Mann wird es kontinuierlich schlechter gehen. Hier ist nach unten anscheinend alles offen und möglich. Und die Kirchen werden wie immer mitmachen, man weiß ja jetzt auch, dass wir nur der Proklamation nach ein laizistischer Staat sind. In Realiter hat der Staat die beiden großen Kirchen gekauft. Die werden wie immer alles mitmachen, Nächstenliebe hin oder her, die Eigenliebe ist die schönste Liebe. Mit Suppenküchen und Tafeln werden die Menschen von den Kirchen beruhigt.
Und was bringt das, denn ein Dämon unter 20% fällt und der Teufel höchstselbst bei 42% (bzw ~29%) bleibt?

Die SPD mag Verrat begehen, aber die CDU/CSU hat den Verrat am Volk als oberstes Prinzip. Wenn nur die SPD abgestraft wird, hilft das gar nichts. Aber leider ist der typische Unionswähler ja eben kein Wähler sondern ein Glaubender und die CDU/CSU seine Sekte. Der Union sterben die Wähler zwar weg, weil die meisten über 75 Jahre alt sind, aber wie lang wird das noch dauer, zumal viele Opfer Unionssekte ja lieber gar nicht wählen gehen...

Gab mal einen Sketch bei Spott-Light. Wahlen 2024. SPD 6,8% (feiert das, weil sie ihr Ergebnis fast verdoppelt hat), alle kleineren Parteien raus. Union verliert "massiv" und kommt nur noch auf 91,4%. Schlussgag: Wahlbeteiligung hat sich fast verdoppelt - auf 14%.

Ist nicht mal mehr sonderlich lustig.

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citizen_kane 27.12.2013, 18:38
41. @m.schrader

Zitat von m.schrader
ber die meisten Foristen haben mangelnden wirtschaftlichen Sachverstand. Das Löhne auch verdient werden müssen, darauf kommen die Leute nicht.
Der Arbeitnehmer muss auch ein Minimum an Lebenshaltungskosten verdienen, sonst kann er seine Arbeit gar nicht anbieten. Unternehmer sind nicht die meisten Menschen in dieser Welt, die ökonomischen Sachzwängen unterliegen. So viel zum Thema "wirtschaftlicher Sachverstand".

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schnuffschnuff 27.12.2013, 18:40
42.

Zitat von wauz
... Die ganze Zeitarbeitsbranche flucht über dieses Mindestlohne-Gehample, weil es nichts, garnichts amn der üblen Situation in der Zeitarbeit ändert...
Die ganze private Arbeitsverleihung gehört mMn verboten. Es kann nicht sein, dass Menschen zum Zwecke der Profiterzielung Menschen verleihen. Zeitarbeitskräfte zur Überbrückung von temporärem Arbeitskräftebedarf kann auch die Arbeitsagentur vermitteln und damit Missbrauch von vorn herein unterbinden.

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ProDe 27.12.2013, 18:43
43. kontraproduktiv?

Zitat von heinzmoskau
.... . Leider ist diese Forderung kontraproduktiv und sie führt nur dazu, dass noch mehr Menschen in der Arbeitslosigkeit landen oder in die Schwarzarbeit abgedrängt werden. Im Niedriglohnbereich sind doch in der Regel Personen beschäftigt, deren Qualifikation nicht den Anforderungen, die gerade nachgefragt werden, entspricht. Ein Mindestlohn führt dazu, dass diese Personen noch schwieriger eine Arbeit finden, das gleiche gilt für Aushilfskräfte, Saisonarbeiter, Praktikanten usw. Sie werden dann nur noch frustrierter, da sie auf Hartz IV angewiesen sind. .......
Das ist eine oft wiederholte These. Aber sowohl empirisch widerlegt als auch völliger Unsinn.
In vielen Ländern, in denen die Arbeitslosigkeit niedriger ist als iN deutschland besteht ein gesetzlicher und flächendeckender Mindestlohn.
Einen Zusammenhand zwischen Mindestlöhnen und Arbeitslosigkeit lässt sich nicht herstellen.
Auch theoretisch würde ein Mindestlohn eher Arbeitsplätze schaffen als vernichten. Die Arbeiter, die vom Mindestlohn und damit höhrerem Einkommen profitieren konsumieren dieses Geld statt es in das Finanzkasino zu stecken. Letztendlich ist es das was passiert. Die seit 10 Jahren steigenden Gewinne würden den Arbeitern zu Gute kommen und nicht mehr ausschliesslich der 1% Kapital-Elite.
Das Geld würde konsumiert und Nachfrage erzeugen. Nur Nachfrage generiert Arbeit und damit auch Arbeitsplätze.

Kein Unternehmen stellt Leute ein weil es höhere Gewinne macht. Ein Unternehmen stellt nur Leute ein wenn es denkt, dass seine Produkte nachgefragt werden.

Zitat von heinzmoskau
... Über eine negative Einkommensteuer, könnte man gerade im Niedriglohnbereich eine Aufstockung der Einkommen erreichen und das System konform und ohne wesentlichen zusätzlichen Verwaltungsaufwand, was man bei allen anderen sozialen Wohltaten, die in den letzten Jahrzehnten eingeführt wurden, nicht sagen kann. Die haben den Verwaltungsapparat in der Regel nur aufgebläht. ...
Die Idee, dass der Staat Niedriglöhne und damit die Gewinne der Unternehmen subventioniert ist nicht neu und wird ja auch bereits gemacht. Das finde ich übrigens die grösste Sauerei. Ob sie das mit subventionierten 1 Euro Jobs, negativer Einkommenssteuer oder wie auch immer realisieren ist doch nur eine Frage des Adminaufwands.
An der Tatsache, dass sie damit moderne Sklaverei und Ausbeutung legalisieren und die Gewinne der 1% mit Steuergeldern nahezu direkt bezahlen ändert sich nichts.

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prologo1 27.12.2013, 18:45
44. Ein flächendeckender, gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 verhindert, dass........

Zitat von Farguard
Und man fragte sich: Hä? Weiß Siggi was ein Ehrenamt ist? Inzwischen fragt man sich: Hä? Weiß in dieser GroKo irgendjemand, was man mal besprochen hat, was man will, und wie man das erreichen will? Irgendjemand? Wenigstens einer?
Hallo Farquard

.....dass ein Arbeitsloser von der Agentur für Arbeit nicht mehr in eine Arbeit gepresst werden kann, die unter 8,50 € bezahlt wird. Und das ist der wichtigste Punkt für die Gesellschaft.

Damit entfällt die staatlich verordnete und kontrollierte Sklavenarbeit unter 8,50 € durch Hartz VI!! Ist das jetzt klar?

Das wird leider von allen Politikern nicht gesagt, sondern auch noch verschwiegen. Und genau das ist auch der Punkt, der den Arbeitgebern stinkt.

prologo

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klube 27.12.2013, 18:46
45. Falsch gedacht !

Zitat von spiekr
Dann soll Stegner auch sagen, was er mit jenen anfangen will, denen keiner € 8,50 zahlen will. Wenn diese "unerwünschten" Branchen "wunschgemäß" komplett wegfallen, hat dieser Traumtänzer bestimmt Alternativen anzubieten - oder etwa nur Harz 4?
Es gibt Branchen, die können nicht ihren Arbeitsplatz nach Polen oder Rumänien verlegen, da muss die Arbeit vor Ort gemacht werden.
Der Deutsche sollte sich aber wieder angewöhnen, dass Geiz nicht immer geil ist, zumindest nicht für die, die darunter leiden.
Wir wollen für 5 € vom Friseur bedient werden, Lebensmittel dürfen auch nichts mehr kosten, die Kleidung muss auch nur noch billig sein.
Das damit andere Menschen ausgebeutet werden ist uns Gutmenschen egal.
Man muss nicht jeden Monat neue modische Klamotten kaufen, nur weil die Werbung das sagt, billige Lebensmittel aber über Skandale schimpfen - in den Fachhandel zur kostenlosen Beratung und dann im Internet billig bestellen, und dann wird sich gewundert, dass es keinen Fachhandel der berät mehr gibt, vielleicht mal eine Schachtel Zigaretten weniger aber dafür dem Friseur einen anständigen Preis zahlen, oder einfach mal nicht dreimal sondern nur zweimal in den Urlaub ? Aber dass geht nicht, dafür lieber billig zu Lasten anderer.

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ölsardine 27.12.2013, 18:46
46.

Zitat von Hilfskraft
mir fällt auf, dass der Unterschied der Begriffe "Stundenlohn" und "Akkordlohn" nicht allen gegenwärtig ist.
Wir helfen Ihnen da gerne.
Im Arbeitsvertrag wird ein Stundenlohn vereinbart, auch in Form eines Monatslohns für eine übliche oder vereinbarte Stundenzahl.
Schicht- oder Akkordentlohnung, Nacht- oder Feiertagszuschläge uam sind Zulagen, die auf den Stundenlohn obendrauf bezahlt werden.
Alles andere sind schon wieder Tricksereien der unsozialen Möchtegern-Arbeitgeber, die jedes Gesetz nur darauf abklopfen, wie sie es umgehen (umgangssprachlich Betrug) oder illegal aushebeln können.

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ProDe 27.12.2013, 18:46
47. sehr richtig

Zitat von Paul-Merlin
Der Mindestlohn von 8,50 EUR/Stunde entspricht etwa einem Bruttomonatslohn von 1.400 EUR, netto etwa 1.000 EUR. Es ist also so oder so ein Hungerlohn. Berücksichtigt man die hohen Kosten für Mieten, Energie, Transportkosten, dann reicht dieser Betrag für einen Ledigen gerade aus mit Ach und Krach über den Monat zu kommen, um jeden Tag erneut zur Arbeit antreten zu können. "Luxus" ist bei diesem Einkommen ein Fremdwort. Im Grunde genommen sind die Mitbürger die für diese Löhnung ihre Arbeit verrichten reine Arbeitssklaven. Das selbst über diese Hungerlöhne noch gestritten wird sagt viel aus über den Zustand in diesem Lande.
dem kann man kaum etwas hinzufügen

Ein Mindestlohn würde zu Lasten der Gewinne der Unternehmen gehen. Daher der Widerstand der Union, die letztendlich der politische Arm des Kapitals ist. Deutschland hat mit der Zerstörung des Sozialsystems und damit der Entmachtung der Gewerkschaften seit 10Jahren die Lohnentwicklung von der Produktivitätsentwicklung entkoppelt. Hatten früher Arbeiter und Kapital gleichsam von produktivitätsseteigerungen profitiert so geht der Vorteil heute zu 100% an das Kapital.
Diese Gewinne landeten zudem im Finanzkasino und befeuerten Blasen wie in Irland oder Spanien. Zur Sicherung der Renditen wurde widerum Geld umgeschichtet. Ausgaben für die 99% eingespart und an die 1% umgeleitet. Und so ganz nebenbei haben wir damit noch die Währungsunion und die Wirthscften unserer Nachbarn quasi zerstört.
Der Mindestlohn allein hilft sicher nicht, ist ein Schritt in die richtige Richtung - letztendlich müssten aber die Löhne zwischen 30% und 50% in deutschland steigen um diese Export-Irrsinn zu beenden und Europa die Chance auf eine Erholung und Wachstum zu geben.
In deutschland wären wir dann wieder gezwungen unsere Produkte mit Qualität und Innovation zu verkaufen statt wie heute mit dem Preis. Produktionsstückkosten niedriger als in China ist doch für eine Land wie Deutschland pervers.

Die CDU/CSU sollten sich endlich das "C" aus dem Namen streichen.
Kapitalistisch schreibt man nur im englischen mit C

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Hilfskraft 27.12.2013, 18:51
48. 8,50 €

diese Zahl muss man sich mal anschauen. ???
Dafür würden sich alle Polit- und Wirtschaftsgrößen nicht die Schuhe anziehen und aus dem Haus gehen.
Lachhaft!
Arbeitgeber könnten mehr zahlen, wenn sie nur wollten. Viel mehr!
Dann müssen sie halt auf den jährlichen Neu-Porsche und die Fishing-Lodge in Kanada und und und ... verzichten.
Davon stirbt niemand!
Aber, unsere Arbeitnehmer-Welt würde viel, viel besser.

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Michi2010 27.12.2013, 18:55
49. Also ...

- Gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit sollte wohl
generell gelten!
- Ausnahmen würden dem Gleicheitsgrundsatz des GG
wiedersprechen.
- Geringverdiener haben Anspruch auf zusätzliche
Leistungen, die ohnehin aus Steuermittlen,also vom
Bürger finanziert werden. Der kleine
Unterschied besteht nur darin, das diese Almosen
durch Scharen eigentlich überflüssiger Beamte
verteilt werden. Ich gebe dann lieber direkt.
- Jede Lücke, die bleibt, wird auch wieder schamlos
genutzt werden. Früher waren Postzusteller
Beamte mit einem netten Entgeld ... wir sind
daran auch nicht pleite gegangen.

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