Forum: Politik
Debatte um Kühnert-Vorschläge: Mehr Ideen, bitte!
Lukas Schulze/Getty Images

Die Vorschläge des Juso-Chefs sorgen für heftige Reaktionen bei Union und FDP. Dabei entlarven die reflexhaften Abgrenzungen, dass es ihnen an eigenen Ideen für notwendige gesellschaftliche Debatten mangelt.

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FIFA87 02.05.2019, 16:32
100. Frage

Warum ist die Diskussion über die Vergesellschaftung von BMW eine notwendige Diskussion?

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jo126 02.05.2019, 16:33
101. Ja, wer war es denn?

Zitat von lock_vogell
das war BTW auch mal in der BRD so und nachdem diese staatlichen wohnungsbaugesellschaften im großen stil verkauft wurden, hat der mietwucher in den ballungsräumen auch erst richtig angefangen. das ist im übrigen ziemlich genau das ziel dieser immobilienspekulantenenteignungsdebatte!
Wer hat die Gesellschaften denn verramscht? Das waren doch unsere Politiker. Hätte man ja nicht machen müssen. Wo waren die Kühnerts dieser Welt (und dieses Forums) denn, als der große Ausverkauf lief? Die Investoren haben kein Interesse, etwas zu verschenken. Das hat doch wohl auch keiner ernsthaft erwartet.

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Schämer 02.05.2019, 16:35
102.

Unabhängig was man von der Idee halten will, die Reaktionen sind erbärmlich.

Ich hab mal ein paar gesammelt:

"Gegen gute Ideen hat niemand etwas einzuwenden, gegen dummes Geschwätz hingegen schon"
"Die "Ideen" sind doch hundert Jahre alt und haben noch nirgendwo funktioniert."
"Freibier für Alle!"
"das sind alte Hüte."
"auf den Tisch gerotzt"
"Beta-Kevin hat keinesfalls eine notwendige Idee für eine notwendige gesellschaftliche Debatte eingebracht. "
"Wieso reflexartige? Wenn jemand sagt, lasst uns Räder viereckig machen sage ich auch "reflexartig"
" Auch der x-te Versuch der Wirtschaftskollektivierung würde nicht funktionieren."

Wenn man mindestens einen Hauch Menschlichkeit in seiner Seele hat, weiß, das sich etwas ändern muß.
Vielleicht muß man etwas ganz neues entwickeln, das geht aber nicht aus den Stehgreif. Hauptbedingung ist, dass man Ideen ernsthaft diskutiert und sehen wa sisch daraus entwickelt.

Wenn man nur 5 Minuten mal ohne Scheuklappen darüber nachdenkt:

Wir haben doch schon Wirtschaftskollektivierung seit Jahrzehnten in Form von Genossenschaften. 25 % der US Bürger sind Mitglied in einer Genossenschaft und ein drittel aller Japaner.

Ich zitiere mal unseren Präsidenten Steinmeier:

"Wenn ich morgens manchmal durch den Pressespiegel meines Hauses blättere, habe ich das Gefühl: Der Meinungskorridor war schon mal breiter."

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Sharoun 02.05.2019, 16:35
103. Wer sagt denn das?

Zitat von gerollheimer2
Wuerde man reflexartig dagegen argumentieren, dass Herr Kuehnert die Welt wieder als Scheibe proklamiert, so wird man wohl auch als ideenlos dargestellt. Woran liegt es denn, dass Wohnraum unbezahlbar wird? Letztlich an der krassen 0 Zins Politik. Sagt Herr K. hierzu etwas? Der „kleine Mann“ wird diesbezueglich mit seinen Rentenerwartungen und seinem Erspartem ueber den Tisch gezogen und staatlich werden Zig Milliarden eingespart ohne Ausgleich fuer die Buerger. Sorry, aber die Thesen von Herrn K. sind weder sonderlich neu, originaer, sondern schlicht vereinfachend infantil. Jeder der sich etwas komplexere Gedanken macht wird als konservativ und reaktionaer abgetan. Man nennt solch vereinfachende Forderungen von Herrn K. wie auch von Herrn Habeck schlicht populistisch.
Ich kenne Kühnerts Thesen zur Geldpolitik, Rentenerwartungen, Altersarmut.... nicht im Detail (werde nachher mal nachschauen) - kann mir aber gut vorstellen, daß er Ihren Frust durchaus teilt.
Ich tue das jedenfalls - und die Sorgen über die nähere Zukunft packe ich noch obendrauf!

Sich hiermit komplex auseinanderzusatzen ist doch nicht konservativ oder reaktionär?
Wo steht denn das, wer sagt denn das??
Es sei denn, man hat dazu nur konservative/ reaktionäre Ansätz zu bieten - dann sollte man sich dessen aber doch bewußt sein.

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merenlähellä 02.05.2019, 16:35
104. Ja,

Zitat von Flugor
Wenn ich den Vorschlag mit der Kollektivierung korrekt verstanden habe, dann bedeutet dieser im Falle von BMW dass man BMW in eine Genossenschaft verwandelt deren Mitglieder die deuteten Mitarbeiter sind. Der Gewinn Jena Genossenschaft würde dann zu gleichen Teilen an die Mitarbeiter ausgeschüttet werden. Wäre das wirklich so schlecht?
weil ich mich dann nicht mehr an dem Unternehmen beteiligen könnte.
Wer stellt denn die Mitarbeiter ein? Hm?
Also: Ja, das wäre so schlecht.

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dancar 02.05.2019, 16:38
105. Warum nicht einfache Lösungen zuerst?

warum fordert Herr Kühnert von den klassischen Gewerkschaften nicht Tariferhöhungen mit für alle gleich hohen Festbeträgen (anstelle von Prozentsätzen - die unterschiedlichen Abstände zw. den Leistungsträgern sind ja bereits in den ERA-Stufen enthalten), wodurch die Schere zw. den Einkommensstufen nicht immer weiter ansteigen würde (so wie bisher = Zinzeszinseffekt - siehe 4.Klasse Grundschule)?
Sprich anstelle von 3% zusätzlich bekommt der EUR 2.000/Monat Empfänger EUR 100,- oben drauf (= 2.100 EUR/Monat nach der Tariferhöhung) so wie auch der EUR 5.000/Monat Empfänger (= 5.100 EUR/Monat nach der Tariferhöhung).
Und schon ginge die viel zitierte und diskutierte "Schere" nicht ständig weiter auseinander.
Diese Frage hatte ich schriftlich den SPD Vorständen vor 4 Monaten gestellt und nie eine Antwort bekommen....

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HeinzMueller99 02.05.2019, 16:39
106. So einen Kommentar müsste man sich mal ...

...vorstellen, wenn jemand aus der Rechten Ecke ähnlich steile Thesen geäußert hätte. Selbst wenn man es in Ordnung findet, dass SPON sich inzwischen teilweise sehr links positioniert finde ich es absolut unerträglich, wenn Äußerungen gefeiert werden, die eine Gesellschaftssystem beschreiben, welches auf dem Boden des Grundgesetzes jedenfalls nicht zu verwirklichen wäre. Sorry, aber mit solchen Kolumnen verspielt nicht nur der Autor sondern auch SPON sehr viel Vertrauen.

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franz.v.trotta 02.05.2019, 16:39
107.

CDU/CSU haben keine Ideen? Quatsch. Sie haben ihre Ideen doch weitgehend umgesetzt.

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mir-san-mir 02.05.2019, 16:39
108. Konsequent links

Die Auslassungen des Juso-Vorsitzenden sind so überraschend nicht und decken sich durchaus mit den programmatischen Vorstellungen des SPD-Nachwuchses. Da Kühnert ein strammer Gegner der Groko war, ist es nur konsequent, wenn er jetzt seine linken Positionen betont. Damit will er erreichen, dass die CDU als künftiger Koalitionspartner nicht mehr in Frage kommt und statt dessen frustrierte linke Wähler wieder zur SPD zurückkommen. Das macht aber nur Sinn, wenn man glaubt, dass im linken Spektrum eine Mehrheit an Wählern gegen das konservative Lager zu gewinnen ist. Ansonsten wird es ausser Kanibalisierungseffekten nichts bewirken. Dass der Griff in die sozialistische Mottenkiste ziemlicher Unsinn ist, lässt sich leicht nachweisen. Das dürfte Kühnert allerdings egal sein.

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amuseemanc 02.05.2019, 16:40
109.

Zitat von foje1
Was sind denn im Sinne des Autors gesellschaftliche notwendige Debatten? Wer sagt, das eine Debatte über Enteignung oder Kollektivierung notwendig ist. Die beste Antwort auf Lohnungleichheit und zu teure Mieten ist Bildung und Ausbildung. Das kann jeder, und unser Bildungssystem ist durchlässig genug, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Man muss es nur machen statt sich immer nur bequem von der Couch aus über gesellschaftlichen Unbill zu beklagen....
Genau! Es läuft ja schließlich alles bestens. Wer hier zu den Privilegierten gehört, wer es "geschafft" hat, hat das schließlich alles seiner Intelligenz, einwandfreien Moral, seinem Fleiß zu verdanken und - selbstredend (!) - hart erarbeitet. Ergo: Alle anderen sind Taugenichtse und sollten besser mal die Klappe halten.
Ohne Frage, wer solche dümmlichen Plattitüden, wie Sie, von sich gibt, der sieht natürlich keine notwendige Debatte. Sie haben es sich wahrlich sehr bequem, in ihrem selbstgerechten und
selbstzufriedenen Weltbild gemacht.

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